Schichtdienstuntauglichkeit

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Southcop » Mo 4. Mai 2009, 14:59

Hallo,

ich bin seit 1992 bei der Bundespolizei, davon war ich jetzt 15 Jahre im Wechselschichtdienst (S/F/N).
Nun hatte ich über einen Zeitraum von mehreren Jahren immer wieder Porobleme mit meiner Gesundheit (geistig wie körperlich) und war natürlich aufgrund der dauernden Beschwerden auch dauernd beim Arzt und somit auch sehr viel krank. Was natürlich dazu führte, dass die Kollegen mich auch geschnitten haben und mich nicht mehr in ihren Kreis einbezogen haben.
Nach langem hin und her und einer fast erfolgten Scheidung von meiner Frau beschloss ich dann ende des letzten Jahres mich in psychologische Behandlung zu begeben. Ich wurde also somit erst mal psychologisch betreut und nach mehrmaligem Termin riet mir mein behandelnder Arzt, dass ich in einen psychosomathische Klinik gehen solle.
Ich wurde daraufhin in eine Klinik eingewiesen wo ich mich acht Wochen lang behandeln lies. Es wurden mehrer Problematiken festegestellt, unter anderem auch die Schichtdienstuntauglichkeit.
Nach dem ich nun wieder im Dienst bin und meinen Vorgesetzten mitgeteilt habe was passiert ist und was nun aktuell Sache ist wurde ich ein langes Gespräch mit einem meiner Vorgesetzten gebeten in dem man mir die Vorteile des Schichtdienstes und auch einer Schichtgemeinschaft erläutert hat. Dies alles ist mir auch bewusst, jedoch möpchte ich eben nicht nochmal an den Punkt kommen wo ich bereits war.

Lange Rede kurzer Sinn:
Während mehrerer Gespräche wurde immer wieder das Thema PDU angeschnitten, mir mehr oder weniger sogar damit gedroht. Heisst Schichtdienstuntauglichkeit wirklich gleich PDU? Ich habe ja eigentlich sonst keinerlei Einschränkungen, ich darf weiterhin Waffen tragen, darf auch weiterhin Dienst auf der Strasse tun.

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Re: Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Mainzelmann2001 » Mo 4. Mai 2009, 15:18

[quote=""Southcop""] Ich habe ja eigentlich sonst keinerlei Einschränkungen, ich darf weiterhin Waffen tragen, darf auch weiterhin Dienst auf der Strasse tun.[/quote]

Das bedeutet also, alle Tätigkeiten welche so an die BuPol herangetragen werden kannst du zwischen 06 und sagen wir 18.00 Uhr erledigen.

Später oder an Wochenenden geht das dann nicht mehr.

:gruebel:

Und da stellst du dir tatsächlich die Frage, warum die Kollegen säuerlich reagieren und das nicht verstehen?

Ich versteh es auch nicht!
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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon SevenEleven-geloescht » Mo 4. Mai 2009, 15:27

Meines Wissens nach gibt es nur eine Polizeidiensttauglichkeit, auch die immer wieder gern zitierten "Innen- oder Außendienstkrankheiten" gibt es rechtlichnicht.

Ist man nicht voll Polizeidiensttauglich ist man PDU, auch wenn es intern vielleicht eine Möglichkeit gäbe. Allerdings hat man keinen Anspruch darauf.
Auf eigenen Wunsch am 19.05.2009 gelöscht.

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Southcop » Mo 4. Mai 2009, 15:36

@ Mainzelmann2001

Verstehe deinen Einwand sehr wohl auch, hab das früher ja genauso gesehen. In dieser Lage befinde ich mich ja nicht wirklich weil ich das will sondern es geht viel mehr darum in wie weit ich mit einem solchen Attest weiter machen kann, ich sagte auch nicht das ich kein Wochenende arbeiten kann und auch nicht das ich um 18.00 Uhr Feierabend haben will.
Es geht bei meiner Frage auch nicht darum ob die Kollegen mich mögen oder nicht, dass es keine Lorbeeren einbringt öfters krank zu sein kann ich auch sehr wohl nachvollziehen, da es ja nicht immer so war.

Die Vorgeschichte geht ja nicht über 15 Jahre sonder in ca 2 Jahre.

@SevenEleven

Das heisst eingeschränkte Polizeidiensttauglichkeit ist ein h Ammenmärchen? Sprich Schichtdienstuntauglich = Einschränkung = PDU?

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon SevenEleven-geloescht » Mo 4. Mai 2009, 15:47

Meines Wissen nach ja, zumindest für das Land Berlin. Kann mir aber nicht vorstellen, daß es beim Bund anderweitige Regeln gibt..lasse mich aber gerne belehren.

Eingeschränkte Vollzugstauglichkeit ist immer eine Goodwill-Regelung, die letztendlich der ärztliche Dienst entscheidet, vorausgesetzt es gibt dafür eine "Stelle". Ich kenne einige Kollegen, die trotz Interesse an einer Innendienstverwendung gegen ihren Willen pensioniert wurden, weil die Behörde die Beamten lediglich als Kostenfaktor sieht. Die wurden nach X- Jahren, teilweise nach Dienstunfällen mit einer geringen Pension nach hause geschickt.

Zwangspensionierte sind billiger als vollwertige Beamte und gleichzeitig spart man Stellen ein.

Wie gesagt, das ist mein Kenntnisstand.
Auf eigenen Wunsch am 19.05.2009 gelöscht.

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Mainzelmann2001 » Mo 4. Mai 2009, 15:49

schau mal, da hat einer ähnliche Probleme und ne passende Antwort bekommen.

http://www.forum-bundespolizeigewerksch ... 73&page=1&
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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon dete » Di 5. Mai 2009, 07:52

Ich würde das nicht so verkniffen sehen. Wenn bei uns jemand "teiltauglich" ist, wird versucht diese Tauglichkeit zu nutzen, Tagesdienstposten gibt es überall. Das Problem ist natürlich, das jemand versucht sich "in die Etappe zu verpissen", während die anderen den eigentlichen Job machen müssen.

Ist das offen geklärt, spricht meiner Ansicht nichts gegeb ein Umsetzen auf einen TD-Posten, dort müssen nicht dich jungen dynamischen sitzen, die ihren Popo noch nie an der Frot bewegt haben.


Gruß dete
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Re: Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon wilwered » Di 5. Mai 2009, 08:45

[quote=""Southcop""]

ich darf weiterhin Waffen tragen, darf auch weiterhin Dienst auf der Strasse tun.[/quote]

Also das wundert mich schon nach der Vorgeschichte !
Sie hüllten sich in grüne Gewänder und irrten planlos umher.

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Southcop » Di 5. Mai 2009, 17:26

Zumindest hätte mir niemand etwas gegenteiliges gesagt was die Waffe und den Dienst betrifft.

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Powerfrau » Mo 11. Mai 2009, 17:53

Hi Southcop, Du hast ne PN!

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon teddybaer » Di 12. Mai 2009, 14:13

Hallo !

Sorry das ich mich als nicht cop einmische, aber ich weiß von einem inzwischen pensionierten POK, der mit ca. 50 Jahren als er an Diabetes erkrankte, nur noch Tagschicht mit gel. Wochenendeinsätzen im Innendienst machte. Vorher war er auch schon im Innendienst aber eben auch nachts und regelmäßig am Wochenende. Manchmal gibt es da wohl Möglichkeiten.
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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Yggdrasil » Di 12. Mai 2009, 15:26

In hessen gibt es die sog. PDE ( eingeschränkte dienstfähigkeit ) die ermittlungsdienststellen sind voll davon. leute die dies und das haben, teilweise schichtuntauglich sind, keine waffenträger mehr sind, oder eben anders schwer krank sind, so dass sie die dienststelle nicht mehr verlassen können.

um mal unseren präsidenten sinngemäß wieder zu geben:

jeder auch noch so kranke, ARBEITSWILLIGE beamte sollte an die stelle gesetzt werden, in der er noch 100 prozent geben kann und somit einen sinnvollen beitrag für das ganze leisten kann.

in zeiten knapper kassen ist es überhaupt nicht mehr möglich und gewollt, teildienstfähige in die pension zu schicken.

es werden sogar frühpensionäre mit 55 jahren wieder reaktiviert.

also in hessen bräuchte man sich da gar keine gedanken mehr machen. selbst wenn man nur noch briefmarken lecken könnte, würde man in der poststelle eben den ganzen tag briefmarken lecken.

ich persönlich sehe das genau wie mein präsident. jeder der will, aber nich mehr kann, sollte genau da arbeiten, wo er auf seine weise noch 100 prozent geben kann.
Der Wille und die Macht sind die einzigen unveräußerlichen Gesetze dieser Welt

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Southcop » Di 12. Mai 2009, 16:01

Na das nenn ich mal Einstellung eines Präsidenten, sowas ähnliches wurde mir nun auch mitgeteilt. Solange es noch Stellen gibt die besetzt werden müssen wird man dies auch tun.

Der Inspektionsleiter setzt sich auch derzeit dafür ein, dass ich auf einen Posten mit entschärftem Schcihtdienst komme. Alos alles in allem läuft das ganze wohl doch glimpflich ab.

Gruss

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Re: Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Quarterlife » Fr 5. Jun 2009, 18:50

[quote=""Mainzelmann2001""][quote=""Southcop""] Ich habe ja eigentlich sonst keinerlei Einschränkungen, ich darf weiterhin Waffen tragen, darf auch weiterhin Dienst auf der Strasse tun.[/quote]

Das bedeutet also, alle Tätigkeiten welche so an die BuPol herangetragen werden kannst du zwischen 06 und sagen wir 18.00 Uhr erledigen.

Später oder an Wochenenden geht das dann nicht mehr.

:gruebel:

Und da stellst du dir tatsächlich die Frage, warum die Kollegen säuerlich reagieren und das nicht verstehen?

Ich versteh es auch nicht![/quote]

Es ist eben das Problem innerhlab der Polizei, in der immer noch Django und Rambo vorherrschen...wer schwach und kränklich ist, der wird geschnitten und gemieden. Kann ncih, gibts nich....

Wir sind alles Menschen und haben Probleme...nicht der, der nicht mehr alles kann ist unkollegial, sondern der, der das nicht verstehen kann und den Kollegen dafür schlecht behandelt !

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Schichtdienstuntauglichkeit

Beitragvon Wuppi » Fr 5. Jun 2009, 21:41

Hallo Southcop,

bei der Bundespolizei müsste es eigentlich auch ein Tagesdienst (Ermittlungsdienst) wie bei den Landespolizeien geben. Probiere es einfach dort mal. Du wirst sehen der Schichtdienst liegt nicht jedem und der Tagesdienst (zumindest bei der Landespolizei wo ich bin) ist okay.

Ich wünsche Dir noch viel Glück.


Gruss Wuppi


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