Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

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1957
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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon 1957 » Mo 11. Apr 2011, 12:36

goldstern,

dieser standpunkt ist richtig.
trotzdem sind gewerkschaften ein ernst zu nehmendes sprachrohr.
die gefühlten "sorgen und nöte" resultieren nicht aus dieser berufsentscheidung. ich bin sicher, dass die allermeisten kollegen ihre berufsentscheidung nicht bereuen und mit herz und seele polizisten sind. auch engagierte und motivierte polizisten können mit dem status quo unzufrieden sein, ohne das sich dadurch deren berufs-bzw. arbeitseinstellung ändert. es gibt sachen, die sind sche.....e. die betroffenen kollegen haben sie nicht zu verantworten und sie dürfen das auch sagen.

SvenKa
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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon SvenKa » Mo 11. Apr 2011, 12:40

Goldstern hat geschrieben:Ich muss nicht in gewerkschaftlich gesteuerte "Jammer- bzw. Schreckensszenarien" einstimmen, um einen Eindruck verbesserungswürdiger Umstände zu erhalten. Und mein Eindruck endet nicht an der Tür der Dienststelle.

Gruß :polizei4:
Wenn man davon ausgeht dass in Deutschland cirka 264.000 Polizisten tätig sind und die DPolG 80.000 Mitglieder hat, dann sind dass immerhin mehr als 32% und diese wollen dass ihre Interessen vertreten werden. Mit Jammer hat dass meiner Meinung nichts zu tun, denn jeder der unzufrieden ist soll ja die Möglichkeit haben etwas zu ändern/verbessern.

Würde sich niemand dafür einsetzen, würde wahrscheinlich noch jeder Polizist mit dem Fahrrad auf Streife gehen/fahren. [Ironie aus]

Gast

Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Gast » Mo 11. Apr 2011, 12:48

Moin!

Natürlich, da besteht kein Zweifel.

Ich werde mich hier nicht über Gewerkschaften bzw. Personalvertreter auslassen, aber die Effekthascherei ist ein Punkt, der mich persönlich stört.

Und das Thema "wie wird man Gewerkschafter" sollte ernsthaft nicht zur Diskussion gestellt werden... :pfeif:

Und mich stört, wenn die lokal bestehenden Probleme durch Blockadehaltungen nicht gelöst werden können.

Ich sage nicht: es gibt keinen Grund für Unzufriedenheit. Aber diese ist immer individuell und variiert massiv. Und ich erlaube mir, z.B. den Wegfall persönlicher Vorteile (mit dem Rad zum Dienst, Einsatz in anderen Bereichen etc.) zu bewerten und diese definierten Nachteile nach meinen Maßstäben zu beurteilen.

Daraus ein Szenario mit mannigfaltigen Pauschalurteilen zu stricken wird den tatsächlichen Problemfeldern nicht gerecht.

Und man verallgemeinert die individuellen Sorgen der Kollegen.


Gruß :polizei4:

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Valnar » Mo 11. Apr 2011, 12:55

Ich denke auch, dass man nicht behaupten kann, dass jeder Polizist, der "jammert" seinen Beruf nicht liebt :polizei4: . Gerade wenn man seinen Beruf mag, engagiert man sich doch für Verbesserungen und sagt, was einen ärgert. :motz:
Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich als Polizist zwischenzeitlich mal vom Staat im Stich gelassen fühlt. :frown: ;-(
Ist es nicht auch so, dass der Staat dem Polizisten gegenüber eine Fürsorgepflicht hat? Wird er der immer gerecht? :polizei13:

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon 1957 » Mo 11. Apr 2011, 13:04

ah so - als doch nur ein ganz kleiner relativierer.

deine auffassung empfinde ich als richtig. allerdings führt dies hier dazu, dass die wirklichen "sorgen &nöte" ein wenig ins hintertreffen geraten.

Gast

Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Gast » Mo 11. Apr 2011, 13:05

Moin!
Ich denke auch, dass man nicht behaupten kann, dass jeder Polizist, der "jammert" seinen Beruf nicht liebt
Derartige Aussagen sind nicht von mir gemacht worden.

Ich beziehe mich auf den gewerkschaftlichen Umgang.

Gruß :polizei4:

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Valnar » Mo 11. Apr 2011, 13:27

Und in Gewerkschaften können keine Polizisten sein :polizei13: :polizei4:
Die Gewerkschaft besteht auch aus PVB, und die jammer ja in deinen Augen - und wenn ich das richtig verstanden habe, wolltest du ja mit deiner Aussage ausdrücken, dass sie doch gehen sollen, wenn es ihnen icht passt :stupid:
Ich finde die Aussage an sich halt ein bisschen voreilig. :neutral:

@ 1957
Du hast recht, ich fand die Aussage von Goldstern einfach nicht in Ordnung und wollte das damit kundtun. :polizei2:

Gast

Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Gast » Mo 11. Apr 2011, 13:29

Moin!

Lies` doch einfach die Beiträge.

Dann kannst Du Dir den " :stupid: " sparen.

Danke.

Gruß :polizei4:

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Valnar » Mo 11. Apr 2011, 13:48

Wenn du in einem Forum deine Meinung sagst, musst du damit rechnen, dass auf diese reagiert wird. :polizei10:
Und da man in einem Forum keine Mimik und Gestik erkennen kann, musst du damit rechnen, dass deine Aussagen so interpretiert werden, wie es das Geschriebene vermuten lässt.

Demzufolge schreibe ich halt ein :stupid: wenn ich die Aussage :stupid: finde.

Jetzt bitte wieder zurück zum Thema. :polizei7:

lg

Gast

Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Gast » Mo 11. Apr 2011, 14:01

Moin!

Nun, dann lebe mit den Konsequenzen.

Und sage mir nicht, wie ich mich zu verhalten habe.

Gruß :polizei4:

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Mainzelmann2001 » Mo 11. Apr 2011, 14:14

uwewittenburg hat geschrieben:
new kirk hat geschrieben:Angestellt haben haben die nichts. Aber waren mal VoPo`s. 40 Jahre Polizist und bestraft wegen einer anderen Uniform! Falsche Geburtsurkunde :gruebel:
Da muß ich nun aber deutlich widersprechen! :motz:

Das liegt wohl auch an den Personen selbst und nicht an der ehemaligen Gesellschaftszugehörigkeit.
Kenne genügend ehemalige VoPo's die auch Führungsfunktionen wahrnehmen.
Kenne allerdings auch einen "Ewig-PM-er".

Von meinen 40 Dienstjahren habe ich etwa jeweils die Hälfte der Dienstzeit in beiden Gesellschaftsordnungen abgeleistet und habe auch den 11-er erreicht.

Der Spruch: "Früher war alles besser." ist relativ, zumal man die schlechten Dinge eh vergißt.

Ich für meinen Teil bin schon zufrieden, schon gar wenn ich mein Umfeld betrachte, da geht es manchen deutlich schlechter.

Ich habe einen Job, Frau und Kinder ebenfalls und wir können uns was leisten und das was wir uns leisten können, hätten wir in der ehemaligen DDR nie erreicht.
Ich brauche keinen Porsche oder ein Schloß.
Wenn man mit seinen Wünschen in der Realität und auf dem "Boden" bleibt ist alles erreichbar, natürlich muß man dafür auch etwas leisten!

Ich stimm dir voll umfänglich zu Uwe.

Früher war die Kameradschaft besser. Das ist ein persönliches empfinden. Aber sonst............?
Ich bin 1981 verheiratet 1 Kind als POM zum Sozialamt gegangen. Dort sagte man mir, ich soll erst mal Wohngeld beantragen. Das tat ich und bekam 35 DM Wohngeld. Damit lag ich 3,50 DM über dem Sozialhilfesatz.
Heute hab ich 3.500 € und kann damit sehr gut leben.

Was störend ist, sind die politischen und judikativen Zwänge und die teilweise sehr veralteten FEM. Außerdem die Personalsituation.

Daran kann ich aber nichts ändern.
Etwas mehr Rückhalt und Rückrat seitens der Führung wäre auch noch angenehm wobei ich es schon schlechter hatte. Im Laufe der Jahre erlebt man einige Führungskräft. Auch solche die den Namen nicht verdienen. Auch damit muss man zurechtkommen.

Und wenns gar zu arg ist, schnapp ich meinen Kollegen/kollegin und braus auf Streife. Bis 16.30, dann ist keiner mehr da. ;D
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

Das frühe Vögeln entspannt den Wurm.

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Smarty76 » Mo 11. Apr 2011, 17:59

Also im Vergleich zu meinen ehemaligen Klassenkammeraden habe ich ein eher hohes Gehalt.
Allerdings werden die "Besonderheiten" des Berufes eher schlecht ausgeglichen, wie ich finde.
Die Sonn- und Feiertagszuschläge sind ein Witz. Die Schichtzulage nicht viel besser. Das sind aber gerade die Punkte, die das Ganze härter machen, als den Bürojob.
Die Pissnelken, die einen verhauen wollen und die Steinewerfer, die sollte man drauf haben ehe man sich für den Job entscheidet. Das mit der Rückendeckung stimmt leider nur all zu oft.
Wenn man vom Richter nach der Beleidigung hört: "na so schlimm ist das doch nicht, sie sind das doch wohl gewohnt!", kommt man sich verarscht vor - und es zeigt deutlich, für was man gehalten wird. Ich wage mal zu behaupten, dass ein anderer Richter als Anzeigender, von seinem Kollegen wohl nichts dergleichen zu hören bekäme..

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Valnar » Mo 11. Apr 2011, 18:14

Ich hab mal gelesen, dass es ja sogar so sein soll, dass viele Staatsanwaltschaften Straftaten wie § 113 Stgb oft keinen Wert anerkennen und diese oft einfach fallen lassen.
Wenn das so ist fühlt man sich doch sicher auch verarscht.
Zuletzt geändert von Valnar am Mo 11. Apr 2011, 18:23, insgesamt 1-mal geändert.

Gast

Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon Gast » Mo 11. Apr 2011, 18:15

new kirk hat geschrieben:
McClane hat geschrieben: Wie kann das denn sein?!??? Mal im Ernst, A9 wird doch nun wirklich Jeder. Was hat der Kollege angestellt? PM mit über 50 Jahren? Unfassbar!
Nicht "der Kollege" etliche Kollegen. Angestellt haben haben die nichts. Aber waren mal VoPo`s. 40 Jahre Polizist und bestraft wegen einer anderen Uniform! Einige haben es auch bis zur A9 (teilweise m.Z.) geschafft, das streite ich ja nicht ab. Aber viele eiern wirklich noch auf der A7 rum. Gute Kollegin rumpelt noch im Einstiegsamt A7 nach fast 20 Jahren. Und sie hat auch nichts angestellt!
Falsche Geburtsurkunde :gruebel:
Ah, ich verstehe.
Das empfinde ich als Ungerechtigkeit sondersgleichen.

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Re: Unzufriedenheit unter Polizisten ist riesengroß???

Beitragvon PolBert » Mo 11. Apr 2011, 20:05

Tach zusammen

ich stimme 1957 und dem Kaeptn zu.

Als ich anlässlich meines 40jährigen Dienstjubiläums zusammen mit ein paar
weiteren Kollegen in einer „hochgeheimen Zauberzeremonie“ in den heiligen
Hallen ( profan das Büro des PI Leiters ) die entsprechende Urkunde überreicht
bekam, gepaart mit einem Händedruck desselben, der ja bekanntlich die
schon vor vielen Jahren gestrichene Sonderzahlung zu diesem Anlass ersetzen
muss, kam im Anschluss auch die Frage, ob ich es wieder tun würde.

Meine Antwort war ein überzeugtes Ja.

Trotz aller Widrigkeiten unseres Berufs, die zu einem nicht unerheblichen Teil
vom Dienstherrn verursacht werden und nicht von den alltäglichen Einsatzbedingungen auf der Straße.

Mir ist nämlich kein Einstellungsjahrgang bekannt, der sich nicht mindestens
einmal vom Dienstherrn ungerecht behandelt fühlte, sei es durch Änderungen
der Laufbahnverordnung oder anderer interner Vorschriften.

Na ja, vom Geld darf es immer etwas mehr sein,
aber das, was wir eigentlich verdienen, kann uns eh keiner zahlen.

Ich bin zufrieden.

Ach ja, ich werde nicht aus der Besoldungsordnung B alimentiert.


Gruß, der PolBert
Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt.
Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenige Leute damit beschäftigen.

- Henry Ford -
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