SEK Interessierte

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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Anonym

SEK Interessierte

Beitragvon Anonym » So 20. Jun 2004, 10:43

Hallo!

Bin zufällig auf die Beiträge hier gestoßen und möchte mich hiermit als SEK-Beamter outen. Da zu diesem Thema offensichtlich viel Unwissenheit herrscht, möchte ich hier über einiges aufklären.

Das SEK ist wie die Polizei Ländersache, d.h. in jedem Bundesland ist das SEK anders gegliedert und strukturiert. In manchen Bundesländern ist das SEK dem LKA angegliedert, in wieder anderen gehört es z.B. zur Bereitschaftspolizei.

Auch die Tests sind deshalb unterschiedlich. Sogar innerhalb des gleichen Bundeslandes(z.B Bayern) gelten unterschiedliche Einstellungstests und Einstellungsvoraussetzungen.

Auch das Einstellungsalter variiert. Manche SEK`s setzen mehr auf jüngere Beamte, andere setzen mehr auf Erfahrenheit. Das Mindestalter variiert von 23-27 Jahren (je nach Bundesland). Die GSG 9(Spezialeinheit des BGS) z.B. "setzt" mehr auf die "Jugend", und es dürfen sich dafür auch Polizeibeamte aus den Ländern bewerben.

Ich selbst bin bei einem SEK in Bayern. Einen gewissen Mangel an "GEEIGNETEN" Bewerbern gibt es hier schon. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist es zwingend erforderlich, dass man als SEK-Angehöriger seinen Wohnsitz nahe der Dienstelle verlagert. (um bei einer Alarmierung schnell vor Ort zu sein) Mit Mitte/Ende 20 habe viele schon Familien und wer will da schon ins teuere München. Schließlich verdient man als Schichtbeamter durch die ganzen Zulagen mehr.

Ein großes Problem ist auch das Thema Beurteilung/geh. Dienst. Viele gute Beamte, die als Bewerber in Frage kommen, bleiben lieber auf ihren Dienststellen, da sie dort auf dem Sprung zum geh. Dienst stehen. Wechseln sie zum SEK, hat sich das Thema für die nächsten Jahre erledigt. Dort gibt es nur motivierte Beamte und man muß sich bei der Beurteilung erstmal "hinten anstellen". Ich selbst habe den geh. Dienst für das SEK "geopfert".

Bewerber gibt es trotzdem genügend. Nur die Qualität der Bewerber ist oft nicht ausreichend. Viele Erfüllen die Voraussetzungen nicht und sind vielleicht woanders wesentlich wertvoller. Bewerber die nicht geeignet sind, werden auch bei Personalnot nicht genommen. Da gibt es keine Kompromisse.

Zum Thema "guter Ruf": Keine Ahnung, jedoch wird man als SEKler immer besonders beäugt. Vergißt man da mal das Grüßen, ist das ganze SEK gleich arrogant. Schlägt einer über die Strenge ists immer gleich das ganze SEK! Vielleicht ist auch ein bißchen Neid dabei.

Übrigens möchte ich nirgendwo anders Dienst verrichten. Mir gefällt es hier riesig. Interessanteste Einsätze, gutes Klima, motivierte Kollegen, einfach Super. Ich bereue auch nicht, dass ich den geh. Dienst habe sausen lassen. Es gibt nichts Besseres und Schöneres bei der Polizei, als beim SEK Dienst zu verrichten.

Das Einzige, dass mir Sorge bereitet ist die Zukunft. Vielleicht muß ich wieder in die Schicht nach meiner Zeit. Von Anzeigen-Schreiben habe ich natürlich nicht die geringste Ahnung mehr. Ich würde auch nie behaupten, dass man beim SEK ein besserer Polizist ist. Man ist allerdings absolut spezialisiert. Alles trainierte und an Wissen angeeignete ist dann nicht mehr gefragt. Anstatt auf "Putin", oder "Dieter Baumann" aufzupassen und einen Auftragskiller kurz vor der Tatausführung festzunehmen, muß man wieder lernen "Knöllchen" wegen Falschparkens zu schreiben.

Momentan bin ich hochmotiviert, jedoch möglicherweise werde ich auch mal zu den frustrierten Faulenzern! Weiß es noch nicht.

Ich kann trotz dieser Zukunftsangst nur jedem Interessierten raten, sich für eine SEK-Bewerbung zu entscheiden. Die Jahre beim SEK sind so genial, dass es das Wert ist.

PS: Übrigens werden die meisten Einsätze nicht nur mit "Muskelpower", sondern mit Köpfchen bewältigt.

wusch
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SEK Interessierte

Beitragvon wusch » Fr 25. Jun 2004, 16:52

denke da hat der herr vom SEK-Bayern sehr wohl recht. wäre vielleicht "cool" wenn sie hier ab und zu mal vorbeischauen und eventuell ein paar fragen aus erster hand beantworten.


dann noch was:
kann mir jemand sagen ob man sich in

rheinland-pfalz
hessen
nrw
badem-würtemberg

vom BGS aus zum SEK bewerben kann?
und wie das mit min. berufserfahrung/alter aussieht, zählt die ausbildung auch dazu? Also direkt nach Bgs ausbildung bewerben kann ? weil bei der Polizei muss man ja zunächst zur BePo oder ?

grüße thomas

Anonym

SEK Interessierte

Beitragvon Anonym » So 27. Jun 2004, 19:33

Bei ehrlichem Interesse, ganz einfach:

1. Beim jeweiligen SEK direkt anrufen und nach dem Einzelfall fragen.

2. Beim BGS anfragen, ob es in deinem Fall einen Wechsel zur Landespolizei gestattet.

Wenn du ehrliches Interesse an einen Wechsel zum SEK hast, wird man deine Anfrage sicher beantworten.

In Bayern ist dies im Einzelfall möglich, jedoch muß die Genehmigung des BGS vorliegen. Oftmals läßt der BGS seine Leute nicht so ohne weiteres zur Landespolizei wechseln.

Anonym

SEK Interessierte

Beitragvon Anonym » Fr 30. Jul 2004, 16:39

Kann man auch zum SEK wenn man im gehobenen Dienst ist ohne eine Führungstätigkeit zu übernhemen?

Was empfiehlt sich als bester Einstieg / Werdegang?

Kann man sich für die GSG9 zu jeder Zeit bewerben sobald man ausgebildeter PB (Lapo) ist?

MadMan

SEK Interessierte

Beitragvon MadMan » Fr 30. Jul 2004, 17:14

[quote=""Anonym""]Kann man sich für die GSG9 zu jeder Zeit bewerben sobald man ausgebildeter PB (Lapo) ist?[/quote]

Ja, kann man obskurerweiße. Ein Kollege von mir aus der Ausbildung ist kurz nach Ende der Ausbildung aus der Einsatzstufe zur GSG9 gegangen. Nach einem Jahr ist er allerdings auch wieder weg von der GSG9 und hat sogar ganz bei der Polizei gekündigt.

Anonym

SEK Interessierte

Beitragvon Anonym » Sa 31. Jul 2004, 14:56

Gründe für die komplette Kündigung?

Mir hat schon öfter jmd vom Polizeiberuf abgeraten (also Polizisten), was kann einen zu ner Kündigung bewegen? Was sind denn die dicken Minuse?

Und hat noch irgendwer Antworten auf die Fragen im letzten Post?

Anonym

SEK Interessierte

Beitragvon Anonym » Sa 9. Okt 2004, 16:14

Andere raten einem gerne vom BOS-Dienst ab. Das ist bei uns Feuerwehrangehörigen nicht anders.

Da gehen häufiger mal Beziehungen zu Bruch, weil der Partner nicht damit klar kommt, dass man/frau sich für das Wohlergehen anderer (und das tun Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und THW nun einmal) einsetzt.

Die Polizei und die Feuerwehr retten und schützen Andere, der Rettungsdienst bietet zu jeder Tag und Nachtzeit medizinische Versorgung, die Feuerwehr löscht Brände und birgt Tote und Sachwerte, das THW schützt das Hab und Gut unserer Mitmenschen und hilft auch im Ausland in Katastrophengebieten, die Polizei stellt und verhaftet Verbrecher, der Rettungsdienst betreut Katastrophenopfert, das THW versorgt Notleidende mit Strom, Wasser und Nahrung und bietet Schutzlosen zusammen mit dem Rettungsdienst Unterkunft.

Die Männer und Frauen vom DGzRS und den SAR-Einheiten retten bei wirklich üblen Windstärken und Wellenhöhen Schiffbrüchige vor dem sicheren Tod...

Egal was du tust, ob "Feuerpatscher", "Rennleitung oder Trachtenverein", "Verbandschwinger und Pflasterkleber", "Balkenkopf und Werkzeughalter", "Wassertreter" oder "Hubi-Ruinierer", du bekommst von vielen Menschen merkwürdige Blicke. Man kümmert sich halt auch um Menschen, die nach landläufiger Meinung "selbst schuld" sind, und "liegengelassen" werden sollten.

Man schaut nicht weg, wenn andere Probleme haben, und dafür wird man in der Gesellschaft häufig kritisiert.

Warum macht man es dann?

Weil man manchmal den höchsten Lohn erhält, den man sich überhaupt wünschen kann: Dankbarkeit. Und natürlich das gute Gefühl, das Richtige zu tun.

Das Problem ist, dass die "Kritiker" immer mehr auch in hohen Positionen zu finden sind. Ausgaben müssen "gekürzt" werden, weil "gespart" werden muss - und Menschen leiden und sterben deswegen.

Warum ich das schreibe? Weil man gerade als "Ehrenamtlicher" häufig belächelt wird - man bekommt ja nichtmal Geld für seinen Einsatz, wenn es hoch kommt eine "Aufwandentschädigung" - und dafür muss man schon einen recht hohen Posten innehaben.

Und dennoch bin ich jederzeit bereit, alles stehen und liegen zu lassen, zum Gerätehaus zu fahren und mich auszurüsten - ohne zu wissen, was mich genau erwartet.

In diesem Sinne:

Weiter so!
Sebastian

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SEK Interessierte

Beitragvon PoLlI-FAN » Do 11. Nov 2004, 22:30

"pendellauf 4 mal 18 meter in 16 sekunden..l!! "

:hm:
Das wird in NRW bereits bei der normalen Bewerbung für den gD erwartet..


Männer: mind. 16.3 sec.
Frauen: mind. 18,2 sec.
:tanz: NRW :jump: :arrow: KA'in EJ 2005-Duisburg

Anonym

SEK Interessierte

Beitragvon Anonym » Mo 15. Nov 2004, 22:31

moin 74er...

hör endlich auf zu heulen und streng dich an.
du hast dich nicht für einen platz im kindergarten beworben, sondern für einen platz in einem sek.

wenn du jetzt schon probleme beim einstellungstest hast, dann viel spaß in der ausbildung... da wird mehr erwartet als beim test.

des weiteren solltest du deine einstellung ändern: wenn du den test nicht schaffst, bist DU zu schlecht und nicht der test zu schwer!!!

Wenn du das wirklich schaffen willst, solltest du trainieren anstatt hier zu heulen!

also gib gas!

viel erfolg

beerli
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Beitragvon beerli » Mo 15. Nov 2004, 23:50

markige worte von einem der schon WAS erreicht hat????

cu beerli


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