Landespolizei und Bundespolizei - ein Resumee

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Landespolizei und Bundespolizei - ein Resumee

Beitragvon Edu » Di 4. Feb 2014, 23:31

Hallo , da häufig viele User hier sich des Öfteren nicht zwischen einer dieser beiden Polizeibehörden entscheiden können, möchte ich hier eine kleine Gegenüberstellung/ Vergleich darstellen, da im Forum die Bundespolizei immer nur negativ ausgeleuchtet wird und von Usern bewertet werden,die die BPOL vor Jahren verlassen haben und vielleicht nicht den Kenntnisstand haben, wie aktuelle Beamte bei der BPOL,möchte ich das ein wenig beleuchten.


Vorweg: Ich möchte nichts schlecht machen oder besser heben!Jeder ist für seine Zukunft selbst verantwortlich und jeder muss seinen Weg finden. Es gibt immer unzufriedene Schafe in einer Herde. Nicht jeder Arzt ist in seinem Krankenhaus glücklich oder der Bauarbeiter auf der Baustelle, aber trotzdem verrichten Sie ihre Arbeit. Jedem muss auch klar sein , dass es Jammern auf hohem Niveau ist und jeder manchmal zum Teil auch selber für seine Lage verantwortlich ist.Ohne Fleiss kein Preis! Chancen nutzen und wahrnehmen!


Der Polizeivollzugsbeamte:

Der Bundespolizist ist genau so wieder Landespolizist ein vollwertig ausgebildeter Polizist! Beide haben eine 2 1/2 - 3 jährige Ausbildung genossen!

Gesundheit:

ALLE Polizeien unterliegen der PDV 300 und müssen ALLE die gleichen gesundheitlichen Voraussetzungen erfüllen!!! Somit gibt es keine "zweite Wahl Polizisten"


Studium und Ausbildung:

Der Lerninhalt ist FAST der gleiche bis auf einige Spezialgesetzte! Bei der Bundespolizei wird genau so Verkehrsrecht gelehrt wie bei der Landespolizei ( Die Lapo hat aber mehr Stundenanteile, aufgrund der Aufgabenwahrnehmung) ABER die Bundespolizei könnte AUCH im ersten Angriff einen Unfallort absperren und erste Zeugenaussagen aufnehmen bis die zuständige Landespolizei eintrifft! (THEORIE)

Kriminalistik ist bei beiden Behörden ein hoher Anteil;da schenken sich die beiden Behörden nichts! Denn die Bundespolizei ist auch eine Polizei im Sinne von§ 163 StPO und Strafprozessrecht und Strafrecht wird auch bis zum Erbrechen rauf und runter gelehrt!

DA die Bundespolizei auch fürs Land eingesetzt wird, werden die Buschisten auch im Versammlungsrecht gelehrt.

Zusammenfassend sind in der THEORIEAUSBILDUNG keine gravierenden Unterschiede!

Die Einen schreiben eine Bachlor-Arbeit und die Bundespolizei noch eine Diplomarbeit!

Aufgrund der Spezialisierung wird natürlich bei der Bundespolizei viel Wert auf das Aufenthaltsgesetz gelegt und das Asylrecht und natürlich das EU-Recht, aufgrund der grenzpolizeilichen Tätigkeit!

Rahmenbedingungen Studium/Ausbildung

Man bekommt bei der Bundespolizei eine unentgeltliche Unterkunft und ist prinzipiell verpflichtet( Ausnahmen gibt es natürlich) in einer Gemeinschaftsunterkunft zu schlafen. Die Unterkünfte sind größtenteils in einen guten Zustand und verfügen über eine Bad mit WC! Bei manchen Landespolizeien muss man sich ein Wohnung suchen, die man natürlich selbst finanziert und dann jeden Tag zur FH geht.
Des Weiteren hat man bei der Bundespolizei Heilfürsorge, die man zu Beginn der Ausbildung bekommt. Einige Lapos haben nur eine Beihilfe, wo man sich noch zum teil selbst versichern muss.

Wenn man bei der Bundespolizei ein Praktikum im Rahmen der Ausbildung absolviert, bekommt man eine Unterkunft/Wohnung/Ferienwohnung bis zu einem bestimmt Satz bezahlt. Man bekommt zudem noch Trennungsgeld und Reisekosten. Bei Trennungsgeld und Reisekosten ,während der Ausbildung beim Land, bin ich überfragt.


Ausstattung:

Da die Bundespolizei eine Bundesbehörde ist und eine Bundesbehörde natürlich meistens mehr Geld zur Verfügung steht als einer Landesbehörde, hat die Bundespolizei eine respektable und gute Ausstattung an FEMs.
Die Bundespolizei hat eine sehr moderne Bereitschaftspolizei mit modernen KFZn.
Der Bund finanziert zum Teil die ganzen Bereitschaftspolizeien aller Länder.Die Bundespolizei muss sich also bezüglich ihrer Ausstattung nicht verstecken!

Aufgabe/ Zuständigkeit

Die Bundespolizei ist EINE SONDERPOLIZEI, dennoch ist Sie eine MODERNE POLIZEI geworden und hat sich enorm in den letzten 30 Jahren gewandelt!

Es muss jeden nochmals in klaren sein , dass der Bundespolizist auch POLIZEIVOLLZUGSBEAMTE ist! Die Bundespolizei ist natürlich in ihrer ORIGINÄREN Zuständigkeit begrenzt. Aber die Gesetzgeber haben viele Türchen geschaffen, wo die Bundespolizei trotzdem Berührungspunkte mit der Zuständigkeit der Landespolizei hat! Als Polizeivollzugsbeamte muss sich jeder sagen, dass sie/er überall zuständig ist , zumindest Eilzuständig!! Aufgrund der StPO müssen Polizeivollzugsbeamte bei bestimmten Straftaten eingreifen und da ist es egal , welches Wappen man auf dem Ärmel hat. Die Bundespolizei fertigt genau so einen Vorgang bei einem Verbrechen im Bahnhof wie die Landespolizei . Nur die Landespolizei ist für die WEITERBEARBEITUNG UND ENDBEARBEITUNG zuständig. Die Bundespolizei nimmt die Person genau so fest und nimmt Fingerabdrücke wie jede andere Landespolizei. Wenn nicht zum Teil auch die erste Vernehmung von der BPOL durchgeführt wird( natürlich nur unaufschiebbare Maßnahmen und in ABSPRACHE)

DIE ZUSAMMENARBEIT mit der Landespolizei ist in teilen Deutschlands sogar hervorragend. (Manchmal gibt es auch gemeinsame Konzeptionen oder Rahmenverträge)

Was ich damit sagen wollte, dass die Bundespolizei auch viele Berührungspunkte mit der typischen Polizeiarbeit hat und vieles sogar in Eilzuständigkeit oder Ersten Angriff macht, als im originären Aufgabenbereich.

Es gibt sogar gemeinsame Streifen mit der Landespolizei oder die Bereitschaftspolizei wird der Landespolizei bei Demonstrationen oder gewissen Fußballspielen unterstellt. Die Grenzen werden also langsam schwammiger.

Die Bundespolizei ist Multiplikator für Auslandseinsätze ALLER Polizeien und bildet die PVB dafür aus.

Die Verwendungsbreite bei der Bundespolizei ist groß. Möglichkeiten sind gegeben , natürlich nicht sofort und mit der Zeit, da natürlich durch die Politik Schwerpunkte festgelegt sind und das sind zurzeit die Flughäfen, aber IRGENDWANN kommt man natürlich auch von den Flughäfen weg. Man hat immer eine Chance sich wegzubewerben. Es gibt die Dokumenten und Visumsberater oder andere verschiedene Auslandsfunktionen ,wo man jahrelang im Ausland eingesetzt ist. Es gibt die Sky- Marshall, die GSG9, wo sich JEDER PVB aus jedem Bundesland bewerben kann, Man kann sich zum BKA abordnen lassen oder zum Verfassungsschutz;

Die Bundespolizei hat auch Beweis und Festnahmeeinheiten wie die Landespolizei.
Die Bundespolizei führt auch verdeckte Ermittlungen durch oder Hausdurchsuchungen. Der Lauschangriff ist auch kein Fremdwort für die Bundespolizei. Es gibt auch bei der Bundespolizei eine kleine kriminalpolizeiliche Komponente, die sich ausschließlich um Ermittlungstätigkeiten kümmert und Observationen ( Natürlich im eigenen Aufgabenbereich)

Die PDV 100(Einsatzlehre) ist genau so verpflichtend für die Bundespolizei wie für die Landespolizei.

An der Grenze beschäftigt sich die Bundespolizei auch mit Autoschieberei( wenn nur im ersten Angriff bzw. beim Aufgriff) Die Bundespolizei hat viele Berührungspunkte im Betäubungsmittelgesetz und muss sich hier aufgrund der grenzpolizeilichen Aufgabenwahrnehmung dort auch auskennen, auch wenn die ENDBEARBEITUNG dann beim ZOLL liegt.

Die Bundespolizei hat die größte Fliegerstaffel und unterstützt regelmäßig die Länder.


Zusammenfassend will ich damit sagen, dass die BUNDESPOLIZEI keine schlechtere Polizei ist, sondern gleich mit den Länderpolizeien liegt und die gleiche Anerkennung verdient.


Finanzielles und Karriere:

Vor kurzem wurde eine Rangliste veröffentlicht, wo die Bundespolizei auf Platz 1 der bestbezahltesten Polizeien ist. Geld ist natürlich nicht alles. Dafür ist die heimatferne und bundesweite Verwendung ein riesen Minuspunkt. Des Weiteren ist es so , dass die meisten Frischlinge auf die Flughäfen verteilt werden und das Leben um die Flughäfen nicht ganz günstig ist, aber das hat auch mal ein Ende und wie gesagt, gibt es Weiterbildungs- und Bewerbungsmöglichkeiten und Perspektiven, aber zuerst muss man wahrscheinlich in den saueren Apfel beißen.
Dennoch sind die Beförderungschancen beim Bund noch besser als beim Land und man schneller befördert wird und es sehr wahrscheinlich ist ,dass man nach 40 Jahren Dienst mindestens zwei Mal befördert wird. Beim manchen Ländern siehts natürlich nicht so " gut" aus. Aber jeder muss da Abzüge machen, wo er glücklicher wird.
Alles hat Vor- und Nachteile , Es gibt kein Schwarz und Weiß. Dafür ist dieses Thema viel zu subjektiv.

Zudem wird man bei der Bundespolizei noch im gD noch in der ersten Führungsebene ausgebildet und hat wenigstens die Befähigung eines Gruppenleiters. Aber wie gesagt Karriere ist nicht alles, der BERUF muss Spaß machen und Leidenschaft!!!




Abschluss


Bundespolizist oder Landespolizist, Polizist ist Polizist!
Zu guter Letzt müssen alle Behörden eng miteinander zusammenarbeiten, um so einen erheblichen Beitrag für die Sicherheit in unseren Lande zu leisten.

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