"Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Deep Blue » Mi 2. Nov 2016, 14:08

Um den "angedeuteten" Militärgruß geht es aber hier nicht. Den kann man in jeder Situation zum "Abkumpeln" nutzen.
Das heißt "Thread" und nicht "Fred"!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fred

Knaecke77
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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Knaecke77 » Mi 2. Nov 2016, 16:44

The-Funky-Beast hat geschrieben:
Grade seit der Wende wurde die Trennung zwischen Gesellschaft und Bundeswehr immer größer (über Sinn und Unsinn des ganzen kann man sicher streiten), was auch zur Folge hat, das militärisches Gebaren von der Gesellschaft immer weiter losgelöst wird.
Da ist in meinen vollkommen unerheblich ob geschlossener Verband oder nicht, die Polizei gehört, auch vom Stimmungsbild her, nun mal fest zur Gesellschaft. Mit der Bundeswehr/Militär dagegen kommt man als Otto-Normalo so gut wie nie in Berührung.
Die BW ist also kein Teil der Gesellschaft?
Die Soldaten und ihre Familien leben abgenabelt in militärische Liegenschaften und entziehen sich somit den Blicken des gemeinen Bürgers?
Von daher ist es schon wichtig, dass die Polizei sich weiterhin nicht in irgendeiner Weise von der Gesellschaft abgrenzt, da das Ansehen nicht noch durch irgendwelche veralteten Grußformen weiter in Schieflage gerät, nur weil man der Meinung ist man müsste "Tradition bewahren" oder sonst was ähnliches.
Das positive Bild des Polizeibeamten wird sicherlich nicht dadurch getrübt, dass die Hand zum Gruß an die Schirmmütze gelegt wird.

Bestimmte politische Strömungen haben grundsätzlich Probleme mit Uniform oder Autorität, unabhängig von der Art des entbotenen Grußes.

Etwas militärischer Schliff, sprich Formalausbildung, würde die Polizeiausbildung sicherlich bereichern.

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 2. Nov 2016, 16:57

Gibt es die nicht?
:lah:

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Knaecke77 » Mi 2. Nov 2016, 17:11

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Gibt es die nicht?
Mir wurde von altgedienten Polizeibeamten berichtet, dass sie in Formation marschiert seien und die Grußabnahme geübt worden sei.

Dies werde heutzutage aber nicht mehr so praktiziert.
Dass ist mein Kenntnisstand bzgl. der Ausbildung beim Bundesgrenzschutz und der LAPO BW.

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 2. Nov 2016, 17:14

So hat das keine bundesweite Gültigkeit und ich denke schon, dass sowohl BPol als auch BW für und in geschlossenen Einheiten Formale betreiben.
:lah:

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon der kanadier » Mi 2. Nov 2016, 17:34

Das positive Bild wird in BW hauptsächlich durch die etwas lächerliche Schildmütze getrübt...

In BaWü gibt es noch Formalausbildung, allerdings in der Ausbildung im niedrigen, einstelligen Stundenbereich. In geschlossenen Einheiten wird es dann je nach Führung nachgeholt, ist aber mit der Bundeswehr nicht zu vergleichen. Etwas mehr würde mMn nicht schaden.(Grußabnahme oder Gleichschritt gibts schon ne länger nicht mehr)

Den militärischen Gruß hab ich in meiner Polizeikarriere noch nicht erlebt, unser Chef grüßt per Handschlag oder eben nur mit Ansprache (Hundertschaftsantreten).

Ich persönlich finde es nicht befremdlich. Gerade bei Formalen Anlässen macht ne ordentliche Meldung mehr Eindruck

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Franconia » Mi 2. Nov 2016, 17:47

In Bayern gibt es auch noch ein paar Stunden Formalausbildung, allerdings nur im mD. Den militärischen Gruß hab ich bis jetzt nur bei der Vereidigung bemerkt.

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon kakaem » Mi 2. Nov 2016, 18:50

Während meiner Ausbildungszeit ist ein Kollege aus meinem Jahrgang verstorben.
Den Kollegen, welche an der Beerdigung teilnahmen, wurde beigebracht am Grab die Hand an die Mütze zu legen, was auch so umgesetzt wurde.
Es wurde natürlich Uniform getragen. Soweit man dies in Bezug auf eine Beerdigung sagen kann, kam dies gut an.

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon The-Funky-Beast » Mi 2. Nov 2016, 19:06

Knaecke77 hat geschrieben:Die BW ist also kein Teil der Gesellschaft?
In der Theorie ist sie das, in der Praxis haben die wenigsten Menschen außerhalb von Ortschaften an denen BW-Liegenschaften gelegen sind einen Bezug zu der BW. Ergo entfernen sich BW & Gesellschaft zusehends voneinander.
Die Soldaten und ihre Familien leben abgenabelt in militärische Liegenschaften und entziehen sich somit den Blicken des gemeinen Bürgers?
Hab ich so nicht geschrieben. Habe aber noch nie BW-Angehörige gesehen, welche außerhalb ihrer Liegenschaften militärisches Verhalten an den Tag legen. Was bemerkenswert ist, da in unmittelbarer Nähe mehrere Liegenschaften bestehen.
Das positive Bild des Polizeibeamten wird sicherlich nicht dadurch getrübt, dass die Hand zum Gruß an die Schirmmütze gelegt wird.
Wenn eine Gruppe Verhaltensweisen an den Tag legt, welche von nicht Gruppenzugehörigen so nicht durchgeführt werden, dann grenzt das immer ab. Aktuelles Ziel ist es aber, und ich bitte mich hier zu Korrigieren wenn ich falsch liege, die Polizei bürgernah zu gestalten, statt Abgrenzungen zu schaffen.
Bestimmte politische Strömungen haben grundsätzlich Probleme mit Uniform oder Autorität, unabhängig von der Art des entbotenen Grußes.
Von denen ist hier nicht die Rede.
Etwas militärischer Schliff, sprich Formalausbildung, würde die Polizeiausbildung sicherlich bereichern.
Es erschließt sich mir nicht, wie es polizeiliche Arbeit bereichern soll, wenn militärisches Verhalten einfließt. Im Gleichschritt marschieren usw. mag die eine Sache sein, da es zur Koordination in Einsatzlagen der BePo auch einen tatsächlichen Zweck erfüllt. Allerdings sind das auch Abläufe, welche nicht ausschließlich beim Militär Verwendung finden. Irgendwelches salutieren und sonstiges Kasernenhofverhalten dagegen erfüllt nicht wirklich einen Zweck, welcher in einer polizeilichen Lage einen Mehrwert generiert... sondern einfach nur Verhalten um seiner Selbst willen ist, womit wir wieder bei Abgrenzung/Spaltung gegenüber den "normalen" Menschen, sprich also Nicht-PVBs, sind.
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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Apollo » Mi 2. Nov 2016, 19:51

Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen dass die geschlossenen Einheiten Formationen üben etc.
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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon zoellner » Mi 2. Nov 2016, 19:53

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:..

Bei der historischen Herleitung gilt es auch zu bedenken, dass das ja dem herunter klappen des Visiers nachempfunden ist - und ob das dem Anspruch einer kommunikativen und offenen Polizei Rechnung trägt. :polizei2:

Falsch, es ist dem Heraufklappen des Visiers nachempfunden. Ritter taten dies aus Respekt umd dem Gegner sein Gesicht zu zeigen und damit man sich ins Antlitz schauen konnte.

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 2. Nov 2016, 20:19

Ändert ja nix am Bezug.
:lah:

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon The-Funky-Beast » Mi 2. Nov 2016, 20:22

zoellner hat geschrieben:
Kaeptn_Chaos hat geschrieben:..

Bei der historischen Herleitung gilt es auch zu bedenken, dass das ja dem herunter klappen des Visiers nachempfunden ist - und ob das dem Anspruch einer kommunikativen und offenen Polizei Rechnung trägt. :polizei2:

Falsch, es ist dem Heraufklappen des Visiers nachempfunden. Ritter taten dies aus Respekt umd dem Gegner sein Gesicht zu zeigen und damit man sich ins Antlitz schauen konnte.

Zufällig Die letzte Festung geschaut? :polizei7: :pfeif:
"Nur auf das Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen."

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon vladdi » Mi 2. Nov 2016, 20:38

Vor dem militärischen Gruß sollten einige erstmal den Tagesgruß lernen.

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Re: "Grüßen" neuerdings befremdlich oder gar verpönt?

Beitragvon zoellner » Mi 2. Nov 2016, 20:49

The-Funky-Beast hat geschrieben:
zoellner hat geschrieben:
Kaeptn_Chaos hat geschrieben:..

Bei der historischen Herleitung gilt es auch zu bedenken, dass das ja dem herunter klappen des Visiers nachempfunden ist - und ob das dem Anspruch einer kommunikativen und offenen Polizei Rechnung trägt. :polizei2:

Falsch, es ist dem Heraufklappen des Visiers nachempfunden. Ritter taten dies aus Respekt umd dem Gegner sein Gesicht zu zeigen und damit man sich ins Antlitz schauen konnte.

Zufällig Die letzte Festung geschaut? :polizei7: :pfeif:
Das auch. Aber ick hab jedient. :polizei9:


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