Teilzeit ohne Grund

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1957
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » So 17. Mär 2019, 14:37

Dem widersprechen die Funktionsstärken nicht. Kameradschaft ist ein Geben und Nehmen. Der Eine verzichtet mal für den/die Andere etc.
Loyalität gehört auch dazu, z.B. dass man kommt, wenn Not am Mann bzw. an der Frau ist, dann wird halt mal Dienst gemacht, auch wenn Teilzeit oder Freizeit dagegen stehen.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Buford T. Justice » So 17. Mär 2019, 15:25

1957, ich sehe das genauso. Nur wie definiert sich „Not am Mann“? Nach meinem Dafürhalten so, dass eine Mindeststärke nicht erreicht bzw. gehalten werden kann.

Alles darüber hinaus bedeutet: „Wir erreichen die Mindeststärke zwar, aber mehr Kräfte im Dienst wären angenehm, also seid Kameraden und kommt über Soll!“

Anders kann ich Vladdis Kurzdarstellung jedenfalls nicht interpretieren.
:applaus:

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » So 17. Mär 2019, 15:30

Da stimme ich euch voll und ganz zu.
Ob und in welcher Stärke gebraucht wird, entscheiden die Vorgesetzten. Ganz einfach.
Ihr schlittert mit euren Ärschen über verdammt dünnes Eis und wenn es bricht, warte ICH im Wasser auf euch!

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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon vladdi » So 17. Mär 2019, 15:39

BTJ


Vielleicht interpretierst du auch falsch?

Es war doch deutlich geschrieben, dass es zwei unterschiedliche Typen gibt.

Wie sich das konkret darstellt, liegt an der eigenen Dienststelle und deren Bedarfe. Egal wie das im Einzelfall ist, beide Typen von TZ- Beamten können dort ihre Charaktere zeigen.


Die einen TZler passen gut, die anderen ziehen ihr Ding durch (zu Lasten der anderen).



André
Bei bestimmten TZ Modellen ist die Entscheidung des Vorgesetzten eben eingeschränkt. Und gerade wenn es fixe Zeiten gibt, wo die Kinder von der KiTa abgeholt werden müssen, ist die Entscheidung des Vorgesetzten begrenzt - auch wenn die Hecke brennt.

Leider habe ich die Erfahrung gesammelt, dass die TZler ihre Bedürfnisse über andere stellen.
So wie Claire hier schrieb, scheint sie das anders zu handhaben.

Wie gesagt, zwei unterschiedliche Typen.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » So 17. Mär 2019, 15:46

Fragt sich nur, ob Teilzeiter, zugunsten Work-Life-Balance, noch behaupten können wir den Beruf zu leben. Zumindest in gewisser weiße. Muss ja nicht 200% sein.

Mit Kindern liegt das nicht mehr so ganz in der eigenen Hand, aber ansonsten verstehe ich das Geschrei nach Work-Life-Balance nicht. Wer halbwegs für den Job lebt, braucht das nicht.
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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon vladdi » So 17. Mär 2019, 15:55

WORK Life


Leider denken einige nur an die Life-Balance



Zum Beispiel:
TZ wegen Kindesbetreuung.
Ok.
Kann der Chef natürlich nicht einfach in den Einsatz einteilen, Kindesbetreuung muss stehen.
Was passiert?
TZ wünscht sich Dienste.
Bis hier noch ok. Steckt ja ein gewichtiger Grund dahinter.
Jedoch wird in das Wunschkonzert jetzt die private Planung mit eingepflegt. „Ne. Da kann ich nich“. Ok. Wegen Kindesbetreuung. Ne, weil TZ privat unterwegs ist.
Und das ist unfair. Denn andere haben auch Termine und können die nicht wahrnehmen, weil WLB, VvBuF, Arbeitszeitmodelle ausgenutzt werden.


Wenn jetzt noch grundlose TZ draufkommt - wegen Spaß am Leben - wer ist denn dann verlässlich für die innere Sicherheit da? Polizei ist nämlich ziemlich wichtig und wenn keiner da ist, dann ist es anders als wenn die Tankstelle ne Stunde früher zu macht.

Wenn wie oben errechnet die Stunden reduziert werden, dass zwei Schichten im Monat weniger gearbeitet wird, dann müssen andere die Arbeit machen.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 17. Mär 2019, 15:59

Oder man hat wen mehr, den man an 36 Stunden verplanen kann. Bevorzugt nachts und am Wochenende, wenn der andere Part zu Hause ist.
:lah:

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » So 17. Mär 2019, 16:04

Buford, mehr als Funktionsstärke ( Mindeststärke ist veraltet) sollte es nur aus besonderem Anlass ( nicht nur vorgegebenem) geben.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » So 17. Mär 2019, 16:18

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Oder man hat wen mehr, den man an 36 Stunden verplanen kann. Bevorzugt nachts und am Wochenende, wenn der andere Part zu Hause ist.
Weil man ja nachts auch nicht gern neben dem anderen Part liegen will :polizei10:

Die Meisten wollen in der Kitaöffnungszeit ihren Dienst abreißen
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 17. Mär 2019, 16:22

Macht man ja den Rest der Woche.
Ich habe mit meinen TZ nur gute Erfahrungen gemacht und die kommen, wie beschrieben. Da ist eher das Problem, die zu Fortbildungen und Abnahmen zu kriegen, die nunmal zu KiTa Öffnungszeiten stattfinden.
:lah:

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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon vladdi » So 17. Mär 2019, 16:25

KC


Ja, so könnte man es auch sehen.... wenn TZ oben drauf kommt . Bei uns fehlt es Personal an allen Ecken und Kanten, so dass du nicht jemanden für 36 Std mehr hast, sondern für zwei Schickten pro Monat weniger.

Wenn eure TZ zu Brennpunktzeiten da sind, dann läuft das gut bei euch




André

Das war es ja, was ich auch meinte. Zwei unterschiedliche Typen.
Den einen geht es um ihr wohl, die anderen reißen Freitag und Samstag die Nachtschichten ab.


BTJ

... Freitag und Samstag Nachtschicht abzureißen an einem Flughafen mit Nachtflugvebot oder (falls es die noch gibt) in einer reinen Autobahnbehörde bringt nicht die Entlastung, wenn die ganzen Unfälle im Berufsverkehr anstehen.
Deswegen sagte ich, dass man in seinem Bereich gucken muss.

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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » So 17. Mär 2019, 16:29

Für mich ist die ungünstige Zeit der Spätdienst und der ist allgemein unbeliebt

Vladdi: die Leute haben eben unterschiedliche Lebens- und Freitzeitvorstellugen. Daraus ergeben sich automatisch beliebte und unbeliebte Schichten.

Wenn ich’s mir aussuchen könnte, wäre ich samstags grundsätzlich zu Hause.
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Controller » So 17. Mär 2019, 20:02

vlt. sollten wir bei dieser Betrachtung die Teilzeit aufgrund der bereis bestehenden Regelungen wie Kinder, Pflege etc außen vor lassen.

Teilzeit aufgrund besserer Lebensqualität -wie auch immer jeder dies für sich selber definiert- hängt, falls sie mal genehmigt ist, doch fest an dieser Begründung.
Nach meinem Verständnis kann ich dann nämlich nicht einfach so sagen:

" Wenn es mal brennt, komme ich zusätzlich! "

Das wäre ja widersinnig, denn gerade diese Situationen belasten und der Dienstherr sagt, ok
- Staatsbesuch
- Fußball
- Demo
- G xy
- Castoren, Räumungen......
usw.

Die Liste ist endlos, da brennt es immer !

Wenn ich Teilzeit habe, habe ich die.
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon SirJames » So 17. Mär 2019, 20:05


vladdi hat geschrieben:BTJ


Vielleicht interpretierst du auch falsch?

Es war doch deutlich geschrieben, dass es zwei unterschiedliche Typen gibt.

Wie sich das konkret darstellt, liegt an der eigenen Dienststelle und deren Bedarfe. Egal wie das im Einzelfall ist, beide Typen von TZ- Beamten können dort ihre Charaktere zeigen.


Die einen TZler passen gut, die anderen ziehen ihr Ding durch (zu Lasten der anderen).



André
Bei bestimmten TZ Modellen ist die Entscheidung des Vorgesetzten eben eingeschränkt. Und gerade wenn es fixe Zeiten gibt, wo die Kinder von der KiTa abgeholt werden müssen, ist die Entscheidung des Vorgesetzten begrenzt - auch wenn die Hecke brennt.

Leider habe ich die Erfahrung gesammelt, dass die TZler ihre Bedürfnisse über andere stellen.
So wie Claire hier schrieb, scheint sie das anders zu handhaben.

Wie gesagt, zwei unterschiedliche Typen.
Die "zwei Typen von Kollegen" haben nach meiner Erfahrung rein gar nichts mit der Frage Teilzeit oder nicht zu tun. Es ist einzig eine Frage der Einstellung zum Beruf und des Charakters des Einzelnen. Ich kenne ausschließlich Kollegen in Vollzeit, die sich gerne regelmäßig an Wochenenden und zur Nachtzeit rausnehmen, wohingegen unsere wenigen Teilzeitkräfte, mich eingeschlossen, jeden Nachtdienst und so gut wie jedes Wochenende mitnehmen.

Gleichwohl ist es im Zweifel so, dass ich zu meinem Chef klipp und klar Nein sage, wenn ich mein Kind anderweitig nicht betreut bekomme. Und zwar nicht weil ich unkollegial bin oder Samstag Abend lieber auf der Couch sitze, sondern weil mein Kleinkind sich sein Butterbrot noch nicht alleine schmieren kann. Wenn Du der Ansicht bist, dass ich damit meine Bedürfnisse über die der anderen stelle - ok. Dann erklär mir doch die Alternative? Soll ich das Kind als dritten Mann mit auf den Bock nehmen?

Die dienstplanerischen und sozialen Konflikte, die im Rahmen familienpolitischer Teilzeit ggf. auftreten können und die ja hier teilweise anklingen sind doch keine Umstände, die in der Verantwortung der TZler liegen bzw. für welche TZler zu kritisieren wären. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Personalkörper, flexible Arbeitszeiten usw. sind alles Probleme, die über Jahre auf politischer Ebene bzw. in den Behördenleitungen verpennt wurden.

Ich habe hier irgendwann mal das Thema Betriebskita angesprochen und wurde dafür mehr oder weniger ausgelacht. Aber genau da liegt doch der Hase im Pfeffer. Mittlerweile haben viele mittelständische Unternehmen oder auch Krankenhäuser 24/7 eine Kita. Meine Behörde mit 16000 Mitarbeitern hat keine. Komisch. Und ich soll dann ein schlechtes Gewissen haben, weil ich manche Dienste nicht besetzen kann? Ich lach mich schlapp.

Wenn jemand ein Egoist ist, dann ist er das in Teilzeit genauso wie in Vollzeit. Ich kenne von der Sorte aber keinen der in Teilzeit ist. Sind nämlich oft die Kollegen mit einem hohen Lebensstandart und die wollen nicht auf die Kohle verzichten. Das kommt mit hier auch zu kurz. Die Behörde schenkt mir die Teilzeit nicht. Ich verzichte dafür auf Geld.

Im Übrigen gibt es in meiner Dienstgruppe kein Problem untereinander zwischen TZlern und Vollen. Weil wir uns lange kennen und miteinander reden. Und weil die Kollegen wissen, dass man manchen Sonntag zu Hause ist um das Kind zu bespaßen und nicht weil man grad keinen Bock hat. Aber vielleicht ist das in Deiner Schicht anders.

Gruß



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Beitragvon Officer André » So 17. Mär 2019, 21:10

James, es geht hier doch um TZ OHNE Begründung. Ich kenne niemanden, der Eltern ihre TZ absprechen würde. Und deine und meine TZ beläuft sich auf eine Größenordnung, die nicht kräftig reinhaut.
Natürlich sind Müttern auch weniger Stunden zu gönnen. Die lieben Kleinen betreuen sich nicht von allein und wer will schon seine Kinder acht Stunden täglich oder gar länger in die Kita abschieben. Das ist für die Kleinen doch recht lang und anstrengend.

Würde eine Betriebskita Dir was bringen? Da fährst ja erstmal durch die halbe Stadt. Und dann hat das Kind kaum Freunde mit denen es auf einer Ecke wohnt, etc.
In Hamburg gibt es eine Kita, die ein „Kitahotel“ also auch nachts anbietet. Müsste es in Berlin doch sicher auch geben.
Eine Erstattung der Babysitterkosten. Das wärs :zustimm:
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