Teilzeit ohne Grund

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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1957
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » Mi 20. Mär 2019, 14:30

Sir James,

das sind zwei verschiedene Probleme, die getrennt betrachtet und bearbeitet werden müssen.
Die "Krankfeierer" gab es immer schon. Teilzeit nicht.

Der Wachdienst ist nicht der Bodensatz, sondern eine wichtige und unverzichtbare Institution. Die Vielseitigkeit, Flexibilität und Belastungen die den dort eingesetzten Kollegen und Kolleginnen abverlangt werden, wird nirgendwo anders angetroffen.
Wer das als Chef nicht erkennt, ist kein wirklicher Chef, sondern nur eine egoistische Marionette. Flach würde ich sagen: Dummschwätzer.
Bei uns hat der Wachdienst jedenfalls einen höheren Stellenwert. Das ist im übrigen auch eine Frage des eigenen Stellenwertes.

Ich weise nochmals darauf hin, dass ich weniger Arbeit ( auch Teilzeit ) gut heiße. Allerdings eben nicht in der derzeitigen Personalsituation.
Das ist eine politische Verantwortung, hier zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen, die ganz klar mit Mehreinstellungen verbunden sind.

Ich habe jetzt 45 Dienstjahre, 40 Jahre davon Wechseldienst auf den Straßen dreier Großstädte. Bis zum Ende des Jahres. Ich bin gesund und fit. Zum Glück.
Aber das sind individuelle Umstände.
Müssen sollte niemand einen solch langen Zeitraum diesen Dienst tun. Aber irgendwer muss es ja machen. Schon wieder eine Personalfrage.

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SirJames
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon SirJames » Mi 20. Mär 2019, 14:43

1957 hat geschrieben:Sir James,

das sind zwei verschiedene Probleme, die getrennt betrachtet und bearbeitet werden müssen.
Die "Krankfeierer" gab es immer schon. Teilzeit nicht.

Der Wachdienst ist nicht der Bodensatz, sondern eine wichtige und unverzichtbare Institution. Die Vielseitigkeit, Flexibilität und Belastungen die den dort eingesetzten Kollegen und Kolleginnen abverlangt wird, wird nirgendwo anders angetroffen.
Wer das als Chef nicht erkennt, ist kein wirklicher Chef, sondern nur eine egoistische Marionette. Flach würde ich sagen: Dummschwätzer.

Ich weise nochmals darauf hin, dass ich weniger Arbeit ( auch Teilzeit ) gut heiße. Allerdings eben nicht in der derzeitigen Personalsituation.
Das ist eine politische Verantwortung, hier zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen, die ganz klar mit Mehreinstellungen verbunden sind.

Ich habe jetzt 45 Dienstjahr, 40 Jahre davon Wechseldienst auf der Straßen dreier Großstädte. Bis zum Ende des Jahres. Ich bin gesund und fit. Zum Glück.
Aber das sind individuelle Umstände.
Müssen sollte niemand einen solch langen Zeitraum diesen Dienst tun. Aber irgendwer muss es ja machen. Schon wieder eine Personalfrage.
Ich glaube wir sind da grds. nah beieinander und natürlich kann es in niemandes Interesse sein Teilzeit auf dem Rücken des ggf. spärlichen Rests zu machen und diesen mithin noch mehr zu belasten. Das ist aber auch nicht meine Intention. Mir ging es um die generelle Möglichkeit grundloser Teilzeit, natürlich immer unter der Bedingung, dass die Personalstärke im jeweiligen Dienstnereich ausreichend ist. Soll ja durchaus mancherorts so sein.

Und ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass Teilzeit im Regelfall befristet ist und unter besonderen Umständen ja auch vorfristig widerrufen werden kann. Es ist also nicht so, dass wer einmal in Teilzeit geht, dort auch bleibt.

Aus meiner Sicht bietet die grundlose Teilzeit eine Möglichkeit und Perspektive für Mitarbeiter, die für sich feststellen, dass sie ggf. an der Kotzgrenze angelangt sind - rechtzeitig eine Schippe runter zu nehmen. Denn was ist die Alternative? Das kann jeder in seinem Dienstnereich an manchen Kollegen sehen. Stichwort innere Kündigung, Burnout, Krankheit, Resignation usw. Das muss natürlich nicht jeden treffen und mancher hat da einfach einen Ticken mehr Resilienz, so wie Du vermutlich. Aber ich glaube für den Durchschnittskollegen sind 40 Schichtdienstjahre, im härtesten Fall auf dem Bock, schon ein richtiger Brocken.

Aber wie gesagt, wir sind da glaube ich gar nicht weit auseinander.

Im Übrigen möchte ich meinen Respekt ausdrücken. 45 Dienstjahre und über all die Jahre, die ich Deine Beiträge jetzt hier lese, kein Anflug von Verbitterung und immer sehr sachlich und ausgeglichen. Das ringt einem wirklich Anerkennung ab. Hoffe für Dich, dass Du bald in die wohlverdiente Pension darfst.

Gruß

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » Mi 20. Mär 2019, 15:16

Sir James,

wer an der Kotzgrenze angelangt ist und Teilzeit machen möchte, hat einen trifftigen Grund.

Danke :)
Eigentlich möchte ich gar nicht Pension. :polizei1:

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » Mi 20. Mär 2019, 15:20

Guter Mann! :applaus:
genau solche Leute werden gebraucht
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon vladdi » Mi 20. Mär 2019, 17:55

Bodensatz...

... boh...


... leider gibt es solche Denke.
Da wird in der Behörde eine mehrere Klassen \ Schicht betrachtet und es wird die Teppichetage zur hohen Kaste erkoren.

Wenn man differenzieren will, dann muss man ehrlicherweise anerkennen, dass der wichtigste Mann / Frau / Diverse der auf der Straße ist. Der Schutzmann. Der Polizeimeister (in SH der POM, bei 2 geteilter Laufbahn der PK). Die kleinsten Schulterstücke (inklusive der kleinen Beförderung) zeichnet den wichtigsten Mitarbeiter aus, den der den gesetzlichen Auftrag ausführt.


Viele Mitarbeiter brauchen zur gemeinsamen Zielerreichung eine einheitliche Führung (in den jeweiligen Ebenen)
In der Behörde fällt viel Verwaltungsarbeit an. Die muss natürlich bearbeitet werden.
Das tut man aber alles, um dem Schutzmann den Rücken frei zu halten!


Leider nimmt Statistik, Verwaltung, Selbstverwaltung, Controlling immer mehr zu und lenkt von der eigentlichen Aufgabe ab.
In diesen Bereichen fällt auch harte Arbeit an. Das ist anders als Straße und Schicht, muss jedoch auch gemacht werden.

Das juckt jedoch weder Krankfeierer und TZ.
Hier geht es um TZ ohne Grund und ich sehe da einfach nicht genug Ressourcen. Die Arbeit erfordert eine bestimmten Stundenzahl. TZ reduziert die errechnete zu erbringenden Stunden und erfordert neue Stellen. Ohne neue Stellen fehlen wichtige Polizeiarbeitsstunden. Schon jetzt sind die erbrachten Überstunden zu viel. Wir alle tragen diese „Last“ für familiäre Belange gerne mit! Für Spaß am Leben ist keine Luft mehr TZ freizugeben.

Meine Meinung.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon claire » Mi 20. Mär 2019, 19:17

Teilzeit hat immer einen persönlichen Grund, der Gesetzliche besagt Pflegebedürftige mit Gutachten oder Kinder unter 18 Jahren.



Ich finde die Diskussion zu diesem Zeitpunkt sehr viel differenzierter als über die ersten Seiten.
Das erfreut mich.


Empfundene Personalknappheit ist auf jeden Fall ein Punkt, immer bei allen polizeilichen Themen, so scheint es mir.
Wobei ich Bereiche kenne, in den es einfach enger ist als in Anderen. Auch ganz klar Bereiche in denen das Arbeitsaufkommen größer ist trotz gleicher Aufgabenzuweisung (und Bezahlung).

Da unterscheiden sich die verschiedenen Länder in ihren Bedingungen, Örtlichkeiten in denen jemand arbeitet oder auch, ob ein Organisationszweig eine Lobby hat.

Polizei sucht immer nach objektiven Zahlen und Vergleichbarkeiten zwischen den Beamten. Ist aber schwer, vom Arbeitsaufkommen, vom Ranking, what ever.
Heute in "meiner Polizei" arbeiten die Menschen länger pro Woche (Vollzeit) und grundsätzlich in Lebensarbeitszeit.

Ich habe keine Ahnung, wie Niedersachsen es hin bekam alle Beamte in den g.D. zu überführen mit Studium über mehrere Semester Akademie oder Halbjahresgängen. Die fehlten alle in der AAO und trotzdem ging es.

Ich denke manchmal, der Aufwand für einzelne Vorgänge ist erheblich gestiegen. Nicht die Qualität. Das bringt auch niemanden zusätzlich vor Gericht. Wir haben einfach ein sehr anspruchsvollen Vorgangsbearbeitungssystem (mein persönlicher Nerv zur Zeit)

Dass wir gute, die bestmöglichen, Neue(n) brauchen, ist klar. Zudem braucht z.B. Niedersachsen Menschen mit FH-Reife und sucht Abiturienten.
Zudem denke ich, erlebte auch bei mir selbst, wenn bestimmte Arbeitsbereiche mein Leben nicht unterstützten wechselte ich die Bereiche.
D.h. auch Organisationsbereiche müssen sich überlegen wie halten sie Menschen. Nicht dass, mal locker gesagt, alle Bärenfüher weg sind.... (habe ich auch schon erlebt).....

Mir ist meine persönliche Leistungsfähigkeit wichtig, für den Beruf und meine Arbeitszufriedenheit. Letztere brauche ich für meine persönliche Motivation. Und die Behörde braucht Menschen die Lust haben. Die sich einbringen. Nicht wegen einer Tradition, die möglicherweise auch ziehen kann aber auch in manchen Fällen einfach nicht ausreicht.

Ich habe eine persönliche Beobachtung die letzten Jahre:

Ich selbst bin, als Kind, in einer Polizeidienststelle "groß geworden". Meine Bezugspersonen waren Polizisten. Sehr enge Gemeinschaft in meiner Erinnerung. Auto waschen am WE auf der Dienststelle und Doppelkopf und Familienfeiern mit dem Revier.
In Polizistenfamilien wurde der Nachwuchs angeregt bei der Polizei anzufangen.
Meine persönliche Erfahrung ist, die Polizisten von heute raten ihrem Nachwuchs nicht mehr in gleichem Maße zu.
Das ist in meiner Wahrnehmung ein Problem.

Zudem habe ich als persönliche Erfahrung, dass Aktivitäten nach dem Dienst auch nicht mehr von "den Neuen" in dem Maß angenommen werden wie ich das aus früheren Zeiten kenne. Da geht auch etwas verloren was mir früher dienstlich wichtig war, denn da wurde auch Erfahrung beim Bier weiter getragen oder entlastet (nach belastenden Einsätzen) im beruflichem Nahbereich.

Damit hat Polizei auch etwas an "Familie" verloren. Das punktet nicht mehr wie früher. Also muss Polizei anders punkten.

Was ich auf jeden Fall weiß, Menschen sind in der Auswahl ihrer "Berufung" heute kritischer als damals.

Ich habe hohen Respekt vor jedem Anwärter. Der Beruf besagt, der Mensch setzt sich sein ganzes Berufsleben mit Ausnahmesituationen auseinander.
Mit Ausnahmesituationen, die sich viele von den Anwärtern aus bürgerlichen Familien nicht wirklich vorstellen können ohne sie irgendwann im Dienst erlebt zu haben. Mit Ausnahmesituationen die auch jeder Polizist, und sei er Jahrzehnte dabei , immer wieder verkraften muss.
Dazu gehört in meiner Wahrnehmung ein guter Ausgleich. Dazu gehören auch Inhalte der -work live balance- .

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » Do 21. Mär 2019, 01:00

Schade, dass es heutzutage so verpönt ist dafür zu werben, dass diese Familie exklusiv ist. Nicht jeder schafft es in unsere Reihen und darauf kann man ruhig stolz sein. Es ist eine Ehre unserer Familie anzugehören.
Allerdings müssten wir dann die Anforderungen wieder etwas anziehen und uns dessen wieder mehr bewusst werden
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » Do 21. Mär 2019, 10:22

Das ist mir jetzt ein wenig zu altbacken. Auch in anderen berufen gibt es Einstellungshuerden . Auch das mit der Familie ist nicht so, wie es klingt. Was wir brauchen, sind gute Teamarbeiter, die kameradschaftlich miteinander umgehen, aber die Grenzen dieses "zusammengehorigkeitsgefuehls" kennen und akzeptieren.

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Beitragvon Officer André » Do 21. Mär 2019, 11:20

1957 hat geschrieben:Was wir brauchen, sind gute Teamarbeiter, die kameradschaftlich miteinander umgehen, aber die Grenzen dieses "zusammengehorigkeitsgefuehls" kennen und akzeptieren.
Selbstverständlich! Selbiges gilt für einen gewissen Patriotismus, den man inne haben sollte. Die Dosis macht das Gift. Alles muss seine Grenzen haben und in gesunder Relation gehalten werden.
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » Do 21. Mär 2019, 13:02

Mit Patriotismus und Religion habe ich nix am Hut. Beides hat unter den Menschen Zwietracht und Schlimmeres gesät und ist äußerst anfällig für Mißbrauch.
Ich halte es da eher mit der Aufklärung, den Menschenrechten und Toleranz.
Wir leben rein zufällig hier und waren von der Geographie begünstigt. Wir haben nach schweren Erfahrungen mit Hilfe anderer was Gutes draus gemacht. Zumindest leben wir im Vergleich zum großen Rest der Welt erste Sahne. Wenngleich mir die Lebenseinstellung anderer durchaus gut gefällt. Arbeiten müssen die allerdings auch. Meist mehr.

Zum Thema: Teilzeit ist gut, wenn genug Geld und genug Personal da ist.

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Beitragvon Officer André » Do 21. Mär 2019, 13:48

Es hat durchaus etwas mit Patriotismus zu tun. Die Polizei rekrutiert sich seit jeher aus vielen ehemaligen Soldaten.
Und diese Männer und Frauen haben oft ein gewisses Bedürfnis nach Kameradschaft, Ehre und Vaterland.
Auch bei der Polizei kann man dies verwirklichen.

Nun hat leider auch die BW Nachwuchsprobleme.
Ich bin ja ein großer Freund des Wehrdienstes. Gerne sich für alle Geschlechter. Das verleiht den Schliff, den viele Nachwüchsler vermissen lassen.

Bevor das falsch rüber kommt: ich verurteile jegliche Hetze, Hass und Ächtung!
Selbstverständlich ist jeder Mensch, der hier lebt, keine Straftaten begeht und unsere grundlegenden Prinzipien und Werte achten (siehe Grundgesetz), ein Teil von uns!
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon 1957 » Do 21. Mär 2019, 14:02

ALso in der Polizei NRW sind die ehemaligen Soldaten deutlich in der Unterzahl. Hab natürlich einige kennengelernt. Die mussten meist ziemlich umdenken. Ich hab nix gegen Soldaten. Das Bedürfnis zu Kameradschaft o.ä, haben aber auch viele andere Menschen. Ehre ist ein gewichtiges Wort. Ob das noch allgemein verstanden wird, möchte ich bezweifeln. Vaterland soll was sein? Was wird daraus abgeleitet?
Patriotismus kann man haben, muss man aber nicht. Ich halte ihn im Wortsinne für falsch.

Ich bin auch nicht der Meinung, dass es unbedingt der Wehrdienst sein muss. Zivildienst tut es auch.
Aber ich schätze, eine solche Diskussion kommt zu weit vom Thema ab.

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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon claire » Do 21. Mär 2019, 23:32

Heute Abend war ich auf einer Veranstaltung u.a. mit Dietmar Schilff.
Thema ist auch immer wieder in der GDP, Menschen aus dem Streifendienst muss auch die Möglichkeit gegeben werden in diesem Arbeitsbereich temporär oder auch dauerhaft - Pausen/Veränderung- zu ermöglichen.
Thema ist eine Erholung von besonderen Belastungen. Wichtig wie ich finde.


Wenn es einen Patriotismus gibt für mich, dann gilt er der Verfassung. Keinem Landstrich, keiner Grenze, die ändern sich auch mal. Keinen bestimmten Menschengruppen, keiner Einstellung. Selbst wenn ich Präferenzen habe, es bleiben die §§, der Rechtsfrieden, ein Ausgleich von Interessen im Rahmen der Verfassung und dem Recht jedes Menschen innerhalb der Verfassung.

Ich liebe nicht Deutschland. Ich liebe manche Menschen. Ich kann mit Vaterland nichts anfangen.
Nur mit einer Verfassung, die ich mittragen kann, kann ich "dienen und schützen", im Rahmen von Gesetzen.

Zum Dienen und Schützen gehört auch fit, gesund in Gedanken und Körper zu sein, zufrieden, ausgeglichen.
Was ich hier lese, -"Teilzeit" liegt an Möglichkeiten.- An dem...-wenn- muss doch auch (personell) ausgeglichen werden.
Das stimmt. Und es geht immer wieder das es funktioniert. Ca. 9% Teilzeitler sollten ein System, was so wichtig ist wie die Polizei, nicht gefährden können.
Sollte es anders sein, haben wir ein Problem. Das ist dann aber tiefer und hat mit Wertschätzung und Anerkennung der Aufgabe zu tun.

Alle personellen Ausfälle können ausgeglichen werden. Sei es durch Personalberechnung , Aufgabenkritik, Veränderung von Organisationen.....das ist möglich. Das war es in der Vergangenheit und ist es auch in der Zukunft.

Ist es wichtig eine funktionsfähige Polizei zu haben wird dies Ressourcen brauchen, genau in dem Maße wie Menschen (die Polizei tragen) mitgehen (können und wollen).

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Teilzeit ohne Grund

Beitragvon Officer André » Fr 22. Mär 2019, 00:10

Claire, das ist doch selbstverständlich, dass Patriotismus stets vereinbar mit der Verfassung bleiben muss. Daraus ergibt sich schon ganz automatisch wo die Grenzen liegen. Blinde Bevorzugung und Ausgrenzung entfällt somit.
Nennen wir es eben Heimatverbunden.

9% Teilzeit? Wenn wir über Teilzeit ohne Grund sprechen und allen Kollegen diese Möglichkeit einräumen, dann sind wir bei weit mehr als 9%
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Re: Teilzeit ohne Grund

Beitragvon claire » Fr 22. Mär 2019, 11:12

Officer André hat geschrieben:
Fr 22. Mär 2019, 00:10
Claire, das ist doch selbstverständlich, dass Patriotismus stets vereinbar mit der Verfassung bleiben muss. Daraus ergibt sich schon ganz automatisch wo die Grenzen liegen. Blinde Bevorzugung und Ausgrenzung entfällt somit.
Nennen wir es eben Heimatverbunden.

9% Teilzeit? Wenn wir über Teilzeit ohne Grund sprechen und allen Kollegen diese Möglichkeit einräumen, dann sind wir bei weit mehr als 9%
Patriotismus übersetzte ich mit Vaterlandsliebe. Diese hat in der Vergangenheit Verfassungen nicht immer gut getan.
Ich denke, der Begriff ist zwar definiert, wird aber auch unterschiedlich ausgelegt. Ich sehe ihn kritisch, oft gebraucht und auch missbrauchsfähig.

Meine Heimat hat Berge und Wälder, mein Arbeitsort ist eher flach.... :-). Die Menschen sprechen an meinem Arbeitsort keinen gewohnten Dialekt und sind in meiner Wahrnehmung völlig anders drauf als dort wo ich aufgewachsen bin.
Ich arbeite nicht in meiner "Heimat", auch wenn ich dort als Beamtin begann. Ich wechselte wegen der Arbeitsbedingungen. Ich wollte dies schnell, ich war jung und ließ mich neu einstellen. Schlecht für die Personalsituation meines Herkunftsbundeslandes aber kein Einzelfall.
Berlin und Hamburg z.B. haben da eine ganz dolle Abwerbegeschichte .... Personalfluktuation ist immer vielfältig.
Wenn wir über Teilzeit ohne Grund sprechen und allen Kollegen diese Möglichkeit einräumen, dann sind wir bei weit mehr als 9%
D.h., Du bist der Meinung, weit mehr Menschen als bislang in Teilzeit sind wünschen sich diese (auch trotz finanzieller Abstriche)?


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