Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

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Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Zocop » So 6. Jun 2021, 23:04

Abend zusammen,

ich habe mal eine allgemeine Frage zur Medienkompetenz;
privat würde ich mich nicht als Polizist in sozialen Medien präsentieren, das vorab.
Xing und LinkedIn sind wieder so eine Sache für sich seine Karriere dort zu präsentieren, aber als Polizist wohl auch obsolet?!

Wie verhält es sich jedoch bei dienstlichen Aufnahmen zB. für die GDP oder für eine der tausenden Polizei Dokus die es gefühlt im Netz gibt?

Hintergrund ist zB. das ich den Bereich der Zielfahndung sehr interessant finde. Die Polizisten werden wie in anderen Bereichen der Polizei natürlich nicht vor der Kamera gezeigt. Wenn diese aber jemals zuvor -oft oder öfters- sich im Internet als Polizisten zu Erkennen gegeben haben (in offiziellen Dokus), wäre das für eine Anstellung in einem sensiblen Bereich wie der Zielfahndung doch ebenfalls schon kontraproduktiv? Das Netz vergisst nichts.

Mir geht es darum ob so etwas zum Beispiel ein Ablehnungsgrund bei einer Abteilung sein könnte, sodass man generell schaut sich hier bedeckt zu halten. Wie geht ihr mit Medien um, oder macht ihr euch da weniger Gedanken?
Ich weiß das es hier auch schon mal am Rande thematisiert wurde. Oft machen sich jüngere Einsteiger dazu wohl wenige Gedanken.

viele Grüße

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Criss_mitchel » So 6. Jun 2021, 23:20

Bei allen Verwendungen die ansatzweise konspirativ oder unter Legende sind
wirst du sehr wahrscheinlich als Instacop, Auf Streife Darsteller oder Werbegesicht der GdP keine Chance haben.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 6. Jun 2021, 23:59

Für NRW ist es per Erlass untersagt, sich für Trash TV herzugeben.
Wer sich in jungen Jahren exponiert, verbaut sich Pfade.
Ich habe mich für PÖA, sowohl dienstlich, als auch gewerkschaftlich erst verwendet, als mir mein Pfad klar war. Das würde ich auch jedem Neuankömmling*in empfehlen.
:lah:

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Zocop » Mo 7. Jun 2021, 00:15

Danke euch!
Ich ging auch nicht von Trash TV aus, sondern von eigentlich recht guten Dokus wie auf ZDF, SWR und Co.
Ich habe mich nur gefragt ob diese dort gezeigten Polizisten aus dem KDD, Wach- und Wechseldienst zB. etc. eigentlich für sensible Bereiche "verbrannt" sind in Anführungszeichen. Diese Dokus sind ja auch nach Jahren noch abrufbar. Auch gibt es oft Dokus über die Polizeiausbildung und viele Polizeianwärter sprechen dort vor der Kamera/werden gezeigt.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Criss_mitchel » Mo 7. Jun 2021, 02:05

Ja ist man.

In meiner Ausbildung war auch mal das WDR auf dem Gelände für irgendeinen Bericht einfach filmen dürfen die dich nicht bzw. musst der veröffentlichung zustimmen oder die müssen dich verpixeln.

Von daher sollte man sich das wie Chaos schon sagte sehr sehr gut überlegen.
Das Dienstleben ist lang und mit gewissen Bereichen kommt man teilweise erst im späteren Berufsleben zufällig in Kontakt und es wäre schade wenn einem solche Stellen zusagen und es dann wegen dem öffentlichen Auftritt scheitert.
Bekannter von mir hatte sich auch auf eine bestimmte Stelle bewerben wollen. Anfangs nur davon gesprochen jetzt gar nicht mehr. Vor kurzem habe ich gehört das er sich aufeinmal für die WSP beworben hat.
Die andere Stelle war schon eher so eine "James Bond" Stelle ich denke dort fand man es nicht so toll das er bei Insta und FB in Uniform posiert. Ist für den Job den er haben wollte nicht förderlich ;)

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Jack Bauer » Mi 9. Jun 2021, 09:03

Zocop hat geschrieben:
So 6. Jun 2021, 23:04
[...]

Hintergrund ist zB. das ich den Bereich der Zielfahndung sehr interessant finde. Die Polizisten werden wie in anderen Bereichen der Polizei natürlich nicht vor der Kamera gezeigt. Wenn diese aber jemals zuvor -oft oder öfters- sich im Internet als Polizisten zu Erkennen gegeben haben (in offiziellen Dokus), wäre das für eine Anstellung in einem sensiblen Bereich wie der Zielfahndung doch ebenfalls schon kontraproduktiv? Das Netz vergisst nichts.

Mir geht es darum ob so etwas zum Beispiel ein Ablehnungsgrund bei einer Abteilung sein könnte, sodass man generell schaut sich hier bedeckt zu halten. Wie geht ihr mit Medien um, oder macht ihr euch da weniger Gedanken?
Ich weiß das es hier auch schon mal am Rande thematisiert wurde. Oft machen sich jüngere Einsteiger dazu wohl wenige Gedanken.

viele Grüße
Die meisten Menschen, die Tätigkeiten anstreben, die du andeutest, gehen meist schon mit dem Ziel, dass irgendwann mal zu machen in den Polizeidienst und sind oft schon entsprechend sensibel. Somit stellt sich die Frage da nicht.

Den Wandel vom InstaCop zum verdeckten Ermittler gab es wohl noch nie. Damit lassen sich ja keine Clicks generieren.

Ansonsten ist es schon so, dass Beamte, die sich für Dienststellen interessieren, in denen der Identitätsschutz eine wichtige Rolle spielt, im Bewerbungs- und Auwahlverfahren auch bezüglich ihrer OnlinePräsenzen befragt werden und unter Umständen auch abgelehnt werden. Aber wenn man nicht gerade ein 700000FollwoerInstaHero war, lässt sich heute im Netz aber auch viel bereinigen, in sofern wird eine Facebookpräsenz mit einem Foto aus der Aubildungszeit von vor 10 Jahren jetzt nicht so dramatisch sein.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Zocop » Mi 9. Jun 2021, 19:45

Jack Bauer hat geschrieben:
Mi 9. Jun 2021, 09:03
Die meisten Menschen, die Tätigkeiten anstreben, die du andeutest, gehen meist schon mit dem Ziel, dass irgendwann mal zu machen in den Polizeidienst und sind oft schon entsprechend sensibel. Somit stellt sich die Frage da nicht.
Also ich finde schon.
Situation A: In der Ausbildung kommt ein Kamera Team und möchte gerne die Rekruten filmen.
Situation B: Du bist im Wach- und Wechseldienst und ein Kamera Team möchte eine Doku über den Alltag der Polizei drehen.
und so weiter.

Es ging mir um solche Dinge, privat ist das ganz klar. Wenn man sich für so etwas verweigert, hat mich interessiert ob das bereits berechtigt ist, oder ob das vll. als spießig/übervorsichtig rüberkommt. Ich könnte mir vorstellen, dass einige das ganz toll finden würden da mitzumachen.
Abgesehen davon kannst du privat theoretisch wohl auch ein Insta-Star sein, wenn dein Beruf nicht zur Sprache kommt.

Ich glaube nicht, dass intern darüber so aufgeklärt wird?! Vielleicht wird am Rande darauf mal hingewiesen. Dann geht es aber wohl eher um private Geschichten; dass man sich bitte nicht privat so und so zeigt, da es im gesamten die Polizei in Verruf ziehen kann. Weniger wird dabei aber wohl die Karriere des Individuums thematisiert werden und die damit einhergehenden möglichen Konsequenzen.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Aldous » Mi 9. Jun 2021, 20:07

Zocop hat geschrieben:
Mi 9. Jun 2021, 19:45
Ich könnte mir vorstellen, dass einige das ganz toll finden würden da mitzumachen.
Und damit disqualifizieren sie sich, für eine Tätigkeit in diesen Bereichen. Manchmal ist es nicht der Umstand, dass der jeweilige Beamte sich bereits so sehr in der Öffentlichkeit gesonnt hat, dass seine Spuren sich nicht mehr löschen lassen, sondern der zu große Wunsch nach Aufmerksamkeit / Öffentlichkeit.
Außer mangelnder Bescheidenheit, kann man keinem Polizeibeamten negativ anrechnen, wenn er die mediale Aufmerksamkeit nach erfolgreicher Festnahme eines Täters o.Ä. genießt und damit Polizeiarbeit und Behörde in positiver Weise nach außen transportiert. So eine Eigenschaft ist dann nur nicht mit den oben genannten Tätigkeiten vereinbar.
Das zeichnet sich auch schon bei jenen Anwärtern ab, welche bei Beiträgen über die Ausbildung gern im Rampenlicht stehen möchten, anstatt sich als stummes Gesicht im Hintergrund zu halten.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Zocop » Mi 9. Jun 2021, 20:45

Aldous hat geschrieben:
Mi 9. Jun 2021, 20:07
Manchmal ist es nicht der Umstand, dass der jeweilige Beamte sich bereits so sehr in der Öffentlichkeit gesonnt hat, dass seine Spuren sich nicht mehr löschen lassen, sondern der zu große Wunsch nach Aufmerksamkeit / Öffentlichkeit.
Das ist wohl der/das größere Punkt/Sicherheitsrisiko. Meiner Meinung nach aber sowieso eine selbstverständliche Voraussetzung jemand bodenständiges mit entsprechender Reife einzusetzen der sich damit nicht profilieren muss, sondern gefestigt im Leben steht.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Jack Bauer » Fr 11. Jun 2021, 07:48

Zocop hat geschrieben:
Mi 9. Jun 2021, 19:45
Jack Bauer hat geschrieben:
Mi 9. Jun 2021, 09:03
Die meisten Menschen, die Tätigkeiten anstreben, die du andeutest, gehen meist schon mit dem Ziel, dass irgendwann mal zu machen in den Polizeidienst und sind oft schon entsprechend sensibel. Somit stellt sich die Frage da nicht.
Also ich finde schon.
Situation A: In der Ausbildung kommt ein Kamera Team und möchte gerne die Rekruten filmen.
Situation B: Du bist im Wach- und Wechseldienst und ein Kamera Team möchte eine Doku über den Alltag der Polizei drehen.
und so weiter.

Es ging mir um solche Dinge, privat ist das ganz klar. Wenn man sich für so etwas verweigert, hat mich interessiert ob das bereits berechtigt ist, oder ob das vll. als spießig/übervorsichtig rüberkommt. Ich könnte mir vorstellen, dass einige das ganz toll finden würden da mitzumachen.
Abgesehen davon kannst du privat theoretisch wohl auch ein Insta-Star sein, wenn dein Beruf nicht zur Sprache kommt.

Ich glaube nicht, dass intern darüber so aufgeklärt wird?! Vielleicht wird am Rande darauf mal hingewiesen. Dann geht es aber wohl eher um private Geschichten; dass man sich bitte nicht privat so und so zeigt, da es im gesamten die Polizei in Verruf ziehen kann. Weniger wird dabei aber wohl die Karriere des Individuums thematisiert werden und die damit einhergehenden möglichen Konsequenzen.
Also, wenn du in der Polizeischule mal bei einer Doku durchs Bild läufst, wird das wohl kein Problem sein, wenn du dann Jahre später verdeckt arbeiten willst.

Im Wach- und Wechseldienst wirst du vorher gefragt, ob du da mitmachen willst und dann bleiben die Kameras meist bei den Kollegen, die ihre Zustimmung erhalten haben.

Wenn du eine Instagrampräsenz mit relevanter Reichweite hast, wird auch irgendwann bekannt, wo du eigentlich arbeitest, auch wenn dein InstaAuftritt nichts mit dem Beruf zu tun hat.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Zocop » Sa 12. Jun 2021, 01:28

Jack Bauer hat geschrieben:
Fr 11. Jun 2021, 07:48
Wenn du eine Instagrampräsenz mit relevanter Reichweite hast, wird auch irgendwann bekannt, wo du eigentlich arbeitest, auch wenn dein InstaAuftritt nichts mit dem Beruf zu tun hat.
Da hast du wohl Recht, ab einer bestimmten Reichweite entsteht eine Eigendynamik. Dann hat man ggfs. auch andere "Sorgen" und abweichende Karriereziele.
Was wohl einfacher erreichbar ist; eine in der Hinsicht relevante Position innerhalb der Behörde oder die Reichweite im Netz!?! :polizei10:

Einen gewissen Verzicht muss man wohl üben. Spass beiseite; in dieser Hinsicht bin ich nicht wirklich aktiv, finde es aber spannend was manche sich mit gutem Content heutzutage aufbauen können.

Was ganz anderes wäre zB. noch eine gewisses politisches Engagement. Angenommen man engagiert sich in einer normalen Partei auf lokaler Ebene ist man auch schnell bekannt wie ein bunter Hund.

Ein durchs Bild laufen ist nicht der Rede wert, das ist klar. Ging eher von denen aus, die ihren kompletten Alltag beschreiben und quasi durch die ganze Dokumentation führen und begleitet werden.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Criss_mitchel » Sa 12. Jun 2021, 15:06

Als Influencer (zumindest mit Uniformbildern usw. im Profil) braucht es keine krasse Reichweite oder Follower Zahl um dir gewisse Verwendungen zu verbauen.
Wie gesagt beim Kollegen reichten die paar im FB Profil bzw. in Instastorys um ihm den Weg zu verbauen.
Geht wahrscheinlich nicht nur, um das erkannt werden sondern auch um dieses alles mögliche von sich öffentlich machen, dass man da die Sorge hat das er ausversehen mal Operationen gefährdet aufgrund gewisser Postings.
Eine Kollegin aus einer anderen Ehu hatte mal ein längeres Gespräch mit dem HuFü, weil sie dauernd aus dem Einsatzraum ihre Storys gepostet hat nach dem Motto "hier wieder langweilige Sperrstelle" teilweise mit Standort oder aufgrund der Bilder erkennbar wo der Standort ist dazu noch 1000#. Da gabs dann einen Anschiss für.

Dienst ist Dienst und Privat ist Privat im privaten kann jeder tun was er will, aber ich finde im Dienst muss das nicht sein mit Fotos und Storys.
Ich kann schlecht Leute die Fotos machen wegschicken und mich selbst vor den Unfallstellen um einen Selfie zu machen. Sowas geht nicht aber vll bin ich auch altmodisch.

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Re: Medienkompetenz Relevanz für den Werdegang

Beitragvon Zocop » Mo 14. Jun 2021, 22:52

Criss_mitchel hat geschrieben:
Sa 12. Jun 2021, 15:06
Ich kann schlecht Leute die Fotos machen wegschicken und mich selbst vor den Unfallstellen um einen Selfie zu machen. Sowas geht nicht aber vll bin ich auch altmodisch.
100 Prozent, was hat das mit altmodisch zu tun. Das geht natürlich überhaupt nicht. So etwas sollte doch einfach klar sein Einsätze nicht zu gefährden und unangebrachte Dinge zu unterlassen. Kann diese Gedankengänge nicht nachvollziehen :gruebel:


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