ESD-Praktikum

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ESD-Praktikum

Beitragvon Niedersachse97 » Sa 21. Dez 2019, 22:47

Moin,

ich beginne ab dem 06.01.2020 mein ESD-Praktikum auf einem kleinem ländlichen Polizeikommissariat im schönen Niedersachsen.
Aufgrund dessen, dass ich vorher noch kein Schüler- oder FOS-Praktikum absolviert habe, kenne ich die ganzen Geflogenheiten, Rituale, Traditionen etc. aus dem Einzeldienst noch nicht.
Mir ist bewusst, dass hier viele Anleiter, ehemalige Anleiter und sehr erfahrene Kollegen mitlesen und schreiben.
Hättet ihr irgendwelche Tipps, Ratschläge oder allgemeine Verhaltensanweisungen, um nicht schon direkt schon am ersten Tag in ein Fettnäpfchen zu treten?
Besser gefragt, was habt ihr von euren ehemaligen Praktis erwartet? Was sind absolute No-Go´s? Womit kann man als Prakti punkten?
Ich bedanke mich jetzt schon mal für jede Antwort :zustimm:


MFG

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 22. Dez 2019, 06:11

Dass man sich Sachen selbst erarbeitet, wäre fein. Wie mit der SuFu den entsprechenden Fred zu finden.
:lah:

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon Konspi » So 22. Dez 2019, 09:38

@Niedersachse 97

Kurz - das ist ganz einfach, mir würde es z.B. reichen, wenn Du interessiert, zuverlässig und respektvoll bist.
(Das bedeutet z.B. - ich sieze Dich im realen Kontakt und erwarte das auch von Dir!)
Die anderen Dinge wird man Dir dann zweifellos gern beibringen!

Alles Gute!

Grüße
konspi
Man darf eine Meinung haben, man muss nicht! Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal "Fresse halten"! Dieter NUHR
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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon schutzmann_schneidig » So 22. Dez 2019, 10:11

Konspi hat geschrieben:
So 22. Dez 2019, 09:38
(Das bedeutet z.B. - ich sieze Dich im realen Kontakt und erwarte das auch von Dir!)
Sicherlich sollte man zunächst abwarten, in welcher Form man von den Vorgesetzten und sonstigen Kollegen angesprochen wird. In aller Regel wird das aber von Beginn an das "Du" sein. Insbesondere in einem kleinen Kommissariat wäre es nicht unüblich, dass sich das bis zur Dienststellenleitung durchzieht.
Das klärt sich aber bereits bei der Begrüßung, so dass man da schnell Klarheit hat.

Den ersten Satz von Konspi unterschreibe ich.
- It's a deadly stupid thing to point a gun (real or fake) at a police officer in the dark of night or the light of day -

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon picotto » Mo 23. Dez 2019, 10:13

Interesse zeigen, nicht zu selbstbewusst auftreten nach dem Motto "Ich weiß schon alles", nicht zurückziehen sondern auch an Gesprächen beteiligen. Und natürlich wird sich im ESD geduzt!

Ein kleiner Einstand in Form von Kuchen oder Süßigkeiten ist immer gerne gesehen.

Und kleiner Nachsatz: In einem Forum, wo praktisch nichts los ist, kann man sich den Hinweis auf die Suchfunktion auch sparen

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon SirJames » Mo 23. Dez 2019, 10:59

Moin,

mir pers. sind grundlegende Dinge bei einem Praktikanten wichtig:

- Pünktlichkeit
- Zuverlässigkeit
- Höflichkeit
- Interesse
- Konzentration
- gepflegtes Erscheinungsbild

Ich erwarte hingegen nicht, dass ein Praktikant sofort gut funken, schreiben oder draußen agieren kann. Alles Dinge, die in der Regel ganz alleine kommen. Viel wichtiger ist, dass Du draußen bei dem Bärenführer bleibst, nichts an ihm vorbei machst und das annimmst was er Dir sagt.

Gepflogenheiten und Rituale:

Auch wenn ich in einem anderen Bl. Dienst mache, dürften es Ähnliche sein: Ein kleiner Einstand (Kuchen, was Süßes oder ein paar belegte Brötchen) kommt immer gut an. Am Anfang würde ich tenfenziell immer erstmal zu etwas Zurückhaltung im pers. Umgang raten. Zu selbstbewusstes Auftreten kommt grds. nicht so gut an. Bei uns wird geduzt, außer der Dienststellenleiter.

Ansonsten sei wie Du bist und geh offen an die Sache ran. Dass man auch mal in ein Fettnäpfchen tritt, gehört einfach dazu. Niemand ist perfekt und ruf Dir einfach immer in Erinnerung, dass jeder einzelne Schutzmann mal als kleiner Praktikant angefangen hat.

Gruß

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon Konspi » Mo 23. Dez 2019, 14:37

Ich möchte nochmal das Thema "duzen" aufgreifen. Wenn der Abstand (Dienst- und Lebensjahre) zum Kollegen recht groß ist - und beim Praktikanten wäre das zweifellos so, dann sehe ich ein SIE als angebracht! Ich schaue mir die Kandidaten in meinem Umfeld gern zunächst an. Habe zu oft schon -nicht nur im ESD- diese distanzlosen "Duzer" kennengelernt, die glauben, man wäre ihr bester Kumpel!
Ergibt sich das in der täglichen Aufgabenbewältigung dann anders, so ist auch Angebot zum "Du" von meiner Seite wahrscheinlich.

Gruß
konspi
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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon picotto » Mo 23. Dez 2019, 16:00

Hm, ich habe es in meinen 20 Jahren bei der Polizei auf keiner Dienststelle anders erlebt, als man sich in der Polizei duzt. Ausgenommen vielleicht ab A13 bzw. HD. Hab immer gedacht, das wäre, wie das Hand geben, überall gleich.

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon der kanadier » Mo 23. Dez 2019, 17:15

Das Du ist bei uns bis auf hD üblich. HD aufwärts dann nach Angebot seitens des Dienstgradhöheren.
Ansonsten bin ich mit der Variante "Du oder sie erstmal umgehen und warten, was das Gegenüber sagt",recht gut gefahren.
In der Regel stellt sich der Dienstältere Kollege ja recht schnell vor, bislang bei mir immer mit Vornamen. Dann ist es klar.
Darüber hinaus einfach höflich, pünktlich und interessiert sein, zuhören je nach Lage ein wenig Initiative zeigen. Alles (besser) wissen kommt meist nicht gut an.
Und ein kleiner Einstand wie von Sir James beschrieben ist auch gern gesehen.

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon vladdi » Mo 23. Dez 2019, 19:43

Auch wenn ich nicht in NDS arbeite, weiß ich etwas zu Praktikanten- da ist es sich doch alles ähnlich:

Praktikanten werden nicht gegängelt, aber Praktikanten sind eben noch mitten in der Ausbildung. Praktikanten sollten sich darüber bewusst sein, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind bzw. was Hans darf, darf Hänschen noch lange nicht.

Ein normal höfliches Auftreten, etwas distanziert starten und sich umgucken und überlegen, ob das eigene Verhalten der Rolle entspricht.

Den meisten Praktikanten gelingt das recht gut.

Ich mag es nicht, wenn Praktikanten das ‚schlechte Betragen’ eines „alten Haudegen“ übernimmt. Der Alte hat entweder in seinem Leben etwas geleistet, was ihm etwas anderes Verhalten legitimiert oder ist einfach nicht so, wie es sich gehört.
Die meisten Polizisten betragen sich gut und können dem Praktikanten als Richtschnur seines Verhaltens dienen.
Durch einfaches Mitdenken und Nachdenken erkennt der Praktikant, was passt und was nicht passt. Erst Recht wenn man seine Rolle bedenkt.

Es gibt dieses normale Polizei-Du. Meistens gilt es auch für Praktikanten. Jedoch gibt es Personen, da sollte ein Praktikant das Du angeboten bekommen.
Bei uns sind mal ‚frische PM‘ direkt nach dem Laufbahnlehrgang angekommen. Ich erinnere mich sehr positiv an die jungen PM(in) die gesiezt hat. Positiver erster Eindruck, der ewig hält. Das Du wurde natürlich sofort als Umgangston erklärt. Auf der anderen Seite trat ein junger PM so auf, wie erfahren PHM mit 20 Dienstjahren Erfahrungen. Das fanden ich und andere etwas unpassend.

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon Soensch » Fr 27. Dez 2019, 08:48

Ist von PD zu PD und PI zu PK immer unterschiedlich. Eine PI Hannover-Mitte ist vllt. etwas konservativer in ihren Ansichten als ein PK Uelzen oder Emden. Hängt auch damit zusammen, ob jedes Jahr zehn neue Leute kommen oder ob der harte Kern seit 10 Jahren besteht und max. ein neuer pro Jahr kommt.

Ich kann dir aus meiner Zeit als PKA in Hannover und meiner aktiven Zeit jetzt nur folgende Kleinigkeiten mitgeben:

- Bei der Polizei grüßt man sich und gibt sich die Hand. Immer. Jedem
- Sei pünktlich
- Man gibt immer einen Einstand und einen Ausstand
bedeutet im Endeffekt, dass du für deine DA/BZG ein Frühstück ausgibst oder ähnliches. Manche stellen "hinten" auch einen Karton mit Süßigkeiten hin, backen einen Kuchen etc.
Dasselbe, wenn du gehst und dein Praktikum abgeschlossen hast.
Das Ganze natürlich im Rahmen und nicht so ausartend, dass du dich in den finanziellen Ruin stürzt. Das erwartet auch niemand.

- Schreib dir Sachen mit. Es sollte nicht die Regel sein, dass man davon ausgeht vom Anleiter gewisse Dinge und Abläufe 3x erklärt zu bekommen. Du bist Kommissaranwärter und das Ganze nennt sich Erwachsenenbildung. Schnapp dir einfach ein Merkbuch, mach ein rotes X drauf und notiert dir alles, was du dir nicht so gut merken kannst. Wie man ein Ersuchen erstellt, eine Sachfahndung anlegt oder auch löscht, Rufnummern etc.

- Tarnschieber. Laut Erlass nicht mehr in Verwendung. Die PD Hannover und Region verwenden ihn nach wie vor. Der sollte sitzen. Den findest du auch online. Einfach Tarnschieber Niedersachsen Polizei googlen

- Weniger ist manchmal mehr. Manch ein Anwärter entwickelt ein gewisses Maß an Hochwasser, wenn er denn das erste Mal "draußen" unterwegs ist. Super zu beobachten ist das bei der Rückkehr an die PA, wenn die Kollegen dann bereits alles gesehen und erlebt haben...
Solange man noch nicht "abgeleistet" hat, tut man gut daran erstmal kleine Brötchen zu backen

- Nimm nicht alles zu Ernst. Späße wie "Blaulichtflüssigkeit holen" oder Dokument A31Z4 aus der Ablage suchen gehört dazu. Sowas schweißt zusammen und zeigt, dass die Kollegen das Gefühl haben, dass du angekommen bist und sie keine Sorge haben, auch mal einen Spaß mit dir zu machen. Leider fühlen sich die heutigen Polizeibeamten leicht gemobbed oder runtergeputzt.

Der Rest kommt von allein. Mach dir da keinen Kopf. Es wird eine geile Zeit und ich hoffe du erlebst ordentlich was. Lass dich von 1-2 Maulbacken, die unmotiviert sind, nicht dein Praktikum madig machen. Die gibt es immer.

Viel Erfolg :hallo:

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Re: ESD-Praktikum

Beitragvon capian » Di 14. Jan 2020, 19:53

Ich kann Soensch in allen Punkten nur zustimmen!

Wichtig ist (und das vergessen gern so einige PKA), nur weil man sich duzt, heißt es nicht, dass man auf "Kumpelebene" ist.
Dein Anleiter ist trotzdem dein Vorgesetzter und dementsprechend sollte man sich auch respektvoll ihm/ihr gegenüber verhalten.

Mein Anleiter hat damals auf folgendes besonders Wert gelegt:
- Vorbereitung (Das fängt schon beim Ersatzkuli in der Tasche an)
- Interesse: Man sollte zwar die Grundlagen beherrschen, kann nicht alles wissen. Wenn mal was nicht klar sein sollte, dann nachfragen!
- Höflichkeit: Jeden (!) Kollegen vernünftig mit Handschlag grüßen ist absolute Pflicht!

Den Tipp von Soensch mit dem Notieren finde ich übrigens super! Habe ich damals auch so gemacht. Vor allem am Anfang ist es manchmal schwer, sich in NIVADIS zurechtzufinden. Da können einem solche Spickzettel die Peinlichkeit ersparen, noch mal nachfragen zu müssen wie etwas geht.


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