Erfahrungsbericht 1. Testtag

Auswahlverfahren und Ausbildung

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cihanomilano
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Erfahrungsbericht 1. Testtag

Beitragvon cihanomilano » Mi 23. Okt 2013, 21:51

Wie bereits angekündigt, hier mal ein Erfahrungsbericht von mir, damit sich jeder mal so ungefähr vorstellen kann, wie der erste Tag so abläuft und was ich persönlich so erlebt habe.

So, dann fange ich mal an!

Also, ich bin mit dem Zug einen Tag eher angereist, auch wenn ich nur eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt wohne (Dortmund), aber ich dachte mir, es ist entspannter, wenn man sich die Hinfahrt dorthin erspart. Dort angekommen, muss man zuerst in das Gebäude A, um seinen Schlüssel für das Zimmer abzuholen. Ich war allerdings eine Stunde eher da, sprich, um 14 Uhr. Eigentlich hätte ich noch warten müssen, falls noch andere Bewerber kommen, doch der Polizeibeamte meinte zu mir, dass er davon ausgeht, dass ich heute vielleicht der Einzige bin, der dort übernachtet, deswegen hat er mir die Schlüssel eher gegeben. Ich wollte ihm das nicht glauben, weil ich davon ausgegangen bin, dass ca. 30 Leute kommen werden und auf jeden fall auch welche vorher nach Münster anreisen. Falsch gedacht ! Ich war tatsächlich der Einzige, der einen Tag eher da war. Das muss man sich mal vorstellen. Untergebracht war ich in Gebäube B, direkt neben A, logischer Weise.^^ Ja, dann habe ich erst einmal meine Sachen gepackt, das Gebäude erkundet und bin danach in die Mensa. Die Mensa ist groß und auch sehr schön, doch das Essen war, wenn man mich Fragen würde, um es mal nett auszudrücken, nicht mein Ding. Man hat durchaus eine große Auswahl, doch für einen Türken bzw. Moslem, war die Auswahl doch sehr gering, da es an dem Tag hauptsächlich nur Fleischgerichte gab, sogar in Spaghetti. Wo ich wirklich gestaunt habe, war der Preis. Man bezahlt um die drei Euro und kann so viel Essen, bis einem der Bauch explodiert. Ich hatte Hunger, um diesen zu stillen, mit ich mit dem Bus zum Hauptbahnhof gefahren und mir erst einmal, ihr könnt es euch denken, ein Döner gekauft. Kingdöner, nur zu empfehlen.^^ Wieder zurück zum PP Münster. So, ich bin dann in mein Zimmer gegangen und habe mich immer noch extrem geärgert, dass ich die Hälfte meiner Sachen vergessen habe. Zahnbürste, Zahnpasta,Kamm, Ladegerät. Unglaublich! 18 Uhr haben wir ca. bereits gehabt. Ich habe mich umgezogen und bin in den Aufenthaltsraum gegangen, wo ganz viele Stühle standen,Tisch, Kartenspiele etc. und Gott sei Dank ein Fernseher. Alles in Gebäude B, wo man übernachtet. Das war schon ein komisches Gefühl, ganz alleine in so einem riesen Gebäude zu sein. Niemand mit dem man reden konnte. Das war mir aber dann doch egal, weil ich mich auf das Fußballspiel freute, Champions League! Dortmund gegen Arsenal. Toll, man hat zwar ein TV, aber kein Sky. Wo ist da der Sinn?^^ Enttäuscht holte ich meine Bücher, die ich mitgebracht habe, um nochmal alles durchzugehen. Aber ich war noch so verärgert darüber, dass ich das Spiel nicht gucken konnte und ich hatte mich wirklich darauf gefreut gehabt. Wäre auch eine gute Ablenkung gewesen. Naja! Lernen wollte ich irgendwie auch nicht wirklich. Sinnlos guckte ich irgendwelche Sendungen bis 21 Uhr. Schließlich begann dann auch mal die Phase des Wiederholens. Bis 22 Uhr habe ich alles nochmal durchgearbeitet und bin dann direkt schlafen gegangen. Die Zimmer sind Ok, mehr aber auch nicht. Kostenlos eben. Kurz vor dem Schlafen gehen, war ich erst einmal damit beschäftigt, Spinnen zu killen. Ein Blick aufs Handy. 14 % Akku!! Schock!! Eine Verzweiflung bahnte sich an. Was mache ich, wenn der Akku nicht reicht und der Wecker morgen nicht klingelt. Das Ladegerät habe ich ja vergessen. Ich hatte echt überlegt durchzumachen, aber das wäre wahrscheinlich die falsche Entscheidung gewesen. Eine Lösung musste her. Ich habe meine Mama angerufen und ihr gesagt, dass wenn ich ihr um 7 Uhr keine SMS schreibe, dass mich irgendein Polizeibeamter aufwecken soll.^^ Flugmodus an, Energiesparmodus an, Ram entleeren und hoffen, dass der Wecker schellt. Um 23 war ich eingeschlafen, ungefähr, und um 4 wurde ich dann wach. Mein Akku hat sich wacker geschlagen, dank Flugmodus. Schlafen danach konnte ich nicht mehr. Ich bin aufgestanden und habe mich fertig gemacht. Ich war frisch, bis auf meine Zähne. ^^ Es ist 4:30. Was mache ich noch 4 Stunden dachte ich mir. Lernen? Ne! Kein Bock mehr. Deswegen bin ich in die Stadt von Münster gefahren und habe da meine Zeit etwas verbracht. Auch wenn noch fast alle Läden zu hatten. Naja, kommen wir so langsam mal zum eigentlichen Thema.



Von Aufregung habe ich bisher noch nichts erwähnt, weil ich denke, dass es das normalste auf der Welt ist und jeder selbstverständlich aufgeregt ist, an einem so wichtigen Tag. Doch bei mir war es extrem. Bevor ich es vergesse, gefrühstückt habe ich wie ein Bär der am verhungern war. ^^ Das war im Gegensatz zum Mittag - und Abendessen sehr gut. Schon einen Tag davor war ich ziemlich nervös, doch als von Stunde zu Stunde, Minute zu Minute, Sekunde zu Sekunde der Test näher kam, stande ich kurz vor einem Herzstillstand.Ich konnte richtig an meiner Kleidung sehen, wie mein T-shirt ganze Zeit wackelt. Boom, Boom, Boom, ich versuchte mich zu beruhigen mit Tief durchatmen und wieder ausatmen, aber nichts da! Mein Herz wollte nicht. Es ist ca. 8:20 Uhr. Ich musste in das Gebäude A und dann nochmal dort in einem Aufenthaltsraum. Da habe ich zum ersten Mal die anderen Bewerber gesehen. 13 Leute waren wir nur. Alle Still, bis einer sich mal getraut hat, ein paar Fragen zu stellen. Danach kam man leicht ins Gespräch, aber viel Zeit bleibt da nicht mehr. Die Anwesenheit wird überprüft und danach wird man in zwei Testräume eingeteilt. In meinem Fall konnten wir alle in einem Raum, weil wir so wenige waren. Als die Tür geöffnet wurde, wurde auch mein Herz innerlich geöffnet, in zwei Teile, weil es dem Druck nicht mehr Stand hielt, so kam es mir jedenfalls vor.^^Ich bin fast explodiert vor Aufregung. Es sind vier Reihen mit jeweils vier nebeneinander gestellte PC's ohne eine Trennwand. Ich bin ganz hinten in die Ecke und war auch der Einzige in dieser Reihe. So, danach hat uns der Testleiter begrüßt und uns den Tagesablauf sehr genau erklärt. Eine halbe Stunde hat es gedauert. Zwischendurch mussten wir immer mal ein paar Dinge ausfüllen, unterschreiben etc.. Als man dann endlich starten durfte, bin ich noch ganz schnell auf die Toilette gegangen, um mein Gesicht mit kalten Wasser zu waschen. So, das letzte Gebet wurde gesprochen und los gings.


Also, der Test besteht, wie ihr alle wahrscheinlich bereits wisst, aus Logik - und Abstraktionsvermögen, Merkfähigkeit und Deutschtest.

Zum Test selber sei nochmal erwähnt, dass wirklich nur das vorkommt, was die Polizei auch angibt. Immerhin! Hesse/Schrader ist in diesem Fall natürlich das perfekte Buch um sich auf den Test vorzubereiten, jedoch sollte man die Aufgaben verstehen. Wer im Bereich absurde Fragen oder Zahlensymbole etc., versucht, sich Sachen zu merken oder auswendig zu lernen, ist hier verloren. Selbe Symbole, Zahlen etc. wie aus Hesse/Schrader sucht man hier vergebens.

Speziell auf Aufgaben werde ich jetzt nicht eingehen, darf ich auch gar nicht, aber ich kann ja erzählen, wie die Reihenfolge so war. Eigentlich gab es keine. Man hat mit Figurensequenzen angefangen, danach kam zum Beispiel, zum Beispiel!, Zahlensymbole, danach folgte ein Steckbrief und darauf folgte dann wieder Figurensequenzen. Also, sehr gemischt. Man arbeitet jetzt nicht einen Teil durch und ist fertig damit. Das nicht! Bevor man eine Aufgabe anfängt, werden dazu einem zwei Beispielaufgaben gezeigt, wie das Ganze überhaupt funktioniert.
Danach klickt ihr auf "Weiter" und die eigentliche Aufgabe kommt. Für jede Aufgabenart hat man immer eine genaue Zeit, jedoch unterschiedlich. Bei einen Aufgaben mal 20, bei den anderen 45 etc.. Die Zeit reicht eigentlich bei fast jedem Aufgabentyp aus und immer wenn eine neue Aufgabenart bevorsteht, wird dazu wieder erst ein Beispiel gezeigt, dass man sich so lange angucken kann wie man will und erst mit "Weiter" fängt man dann an. Also, so wirklich unter Druck ist man eigentlich überhaupt nicht. Ach, und nebenbei sei erwähnt, dass ich mich mittlerweile beruhigt habe und voll entspannt die Aufgaben durchgearbeitet habe. Nur der Anfang ist schwer. Aber, wenn man einmal drin ist, dann gewöhnt man sich und arbeitet die Aufgaben einfach durch. Die Nervosität war wie weggeblasen bei mir. Zum Glück!

Kurz zusammengefasst :
Es kommt nur das dran, was die Polizei angibt.
Hesse/Schrader ist eine gute Übung.
Selbe Statistiken, Diagramme etc. wie aus Hesse/Schrader tauchen nicht auf.
Reihenfolge der Aufgaben sind sehr gemischt.
Aufgaben werden vorher nochmal gut erklärt.
Man ist eigentlich kaum unter Druck, da man für fast alles genügend Zeit hat und auch etwas selber die Zeit bestimmen kann.
Die Aufregung verschwindet.

Kurz zur Merkfähigkeit und zum Deutschtest.

Also, die Merkfähigkeit war ein Witz und ich hatte vor allem da voll die Panik geschoben.^^
Das ist sowas von machbar, auch wenn man dafür kein bisschen seine Merkfähigkeit trainiert. Übt lieber für andere Sachen, vertraut mir. ^^ Zum Deutschtest kann ich sagen, dass ich durch das Lernen doch einige Fehler entdeckt habe, bei der Berichtigung, die ich ohne das Lernen wahrscheinlich nicht gefunden hätte. Man muss Texte berichtigen, Wörter etc.. Sollte man nicht ganz so unterschätzen. Zumal auch hier die meisten durchfallen.

Jaaa, auch ich wurde dann mal fertig, selbstverständlich als Letzter^^ und wir mussten in den Aufenthaltsraum zurück und haben auf unsere Ergebnisse gewartet. Dort haben wir uns gemeinsam ausgetauscht, was gut war, was nicht, was man halt so redet, nachdem man so einen Test hinter sich gebracht hat. 20 Minuten später mussten wir wieder zurück in die Computerräume und uns wurden die Ergebnisse mitgeteilt, indem man uns Blätter gegeben hat, wo zu jeder Aufgabe steht, wie viel Punkte man erreicht hat. Das wird dann nochmal zwischen logisches Denken und Deutsch unterteilt und man hat am Ende zwei Werte auf dem Papier stehen. Dann meinte der Testleiter, dass alle Leute unter 85 Punkte nicht bestanden haben und bei insgesamt nur 13 Leuten musste einer leider gehen. Was für eine Erleichterung, wenn man nicht davon betroffen ist.^^

Es folgte der Wiener - Test ! Ayayay...

Wir mussten das Gebäude wechseln. Mit mir waren es nur fünf Leute, die den Wiener - Test gemacht haben, weil die Anderen bereits schon zum zweiten mal dabei waren. Bei dem Test kommt es halt auf die Konzentrationsfähigkeit, Belastbarkeit etc. an. Da waren noch ein paar Punkte, aber ich kann mich nicht mehr dran erinnern. Merkfähigkeit!^^ Man sitzt vor einem PC, hat unter sich zwei Pedalen und eine Art Tastatur mit verschieden Farben etc.. Also Leute, es wird ja gesagt, dass man es locker besteht, weil es so einfach ist, aber man sollte das auf keinen Fall unterschätzen, niemals! Das macht man nicht mal eben so, man muss sich schon extrem konzentrieren. Zur mir ist sogar die Frau hingekommen, die die Aufsicht macht und meinte, dass ich zu langsam wäre, obwohl ich das Gefühl hatte, dass ich gut dabei bin. Etwas Panik bekommen, weil als ich einen Blick in die Runde geworfen hatten, waren schon alle fertig und alle guckten mich an und haben auf mich gewartet. Auch hier war ich wieder der Letzte.^^ Das Gefühl, jeder wartet nur noch auf dich, ist kein Gutes.^^ Deswegen, alles geben, konzentrieren und schnell sein, egal was passiert, seid schnell, werdet ihr auch bei Aufgabe Teil vier merken, wenn die Pedalen und Töne mit ins Spiel kommen und ihr das Gefühl habt, vier Minuten durchgefoltert zu werden.^^ Die Ergebnisse kamen und irgendwie hatte ich ein komisches Gefühl, aber zum Glück auch hier bestanden. Bei weniger als 16% bei einer Aufgabe fällt man durch. Also, soooooo locker ist das auch nicht und die Frau meinte das bei ca. 20 Leuten durchschnittlich zwei Leute durchfallen und wer will schon zu den Zwei gehören, richtig!, keiner. Ich will euch keine Angst machen, vielleicht ist das ja auch ein individuelles Ding, aber zwei bestimmte Aufgaben waren nicht ohne.


So, dass wars von meiner Seite aus. Vieleicht könnt euch jetzt ungefähr ein Bild davon machen, wie das Ganze so abläuft. Wie Barrels schon in seinem Erfahrungsbericht geschrieben hat, wichtig ist es, die Aufgabentypen zu verstehen. Danach muss man das Verstandene anwenden können.

Zum Abschluss ein Fazit :

Also, Aufregung gehört bei sowas selbstverständlich dazu, aber das wird sich spätestens nach dem ihr ein paar Aufgaben durchgearbeitet habt, sich legen. Viele Bereiche sind leichter als Hesse/Schrader, aber andere Teile umso schwerer. Fande ich! Druck hat man eigentlich kaum und sollte schon alles schaffen. Es waren 258 Aufgaben. Wenn man die Ergebnisse hat, sollte bzw. muss man sich sogar freuen, aber springt schnell mit dem Gedanken zum Wiener - Test rüber und konzentriert euch nochmal intensiv eine halbe Stunde, weil so lange dauert es. Danach ist man fertig!



So, soviel zum ersten Tag. Einen Termin für die ärztliche Untersuchung und für den dritten Tag, werde ich in den kommenden Tagen per Mail erhalten, hat man mir gesagt. Ergänzen werde ich den Bericht, wenn ich auch diese Tage hinter mich gebracht habe.

Ciaoooooo

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Re: Erfahrungsbericht 1. Tag

Beitragvon Polli » Mi 23. Okt 2013, 22:09

Hi cihanomilano,


herzlichen Dank für deinen Erfahrungsbericht. :blume:

Ich werde diesen Thread schließen und in 99 Antworten von A - Z verlinken.

Gruß :polizei2:

Polli (NRW)

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Polli is wech - vom 04.06.19 - 23.06.19



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Wählen ist wie zähneputzen, wenn mans nicht macht, wirds braun!


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