Medizinische Vorgeschichte

Auswahlverfahren und Ausbildung

Moderator: Polli

nick95
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Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon nick95 » Mi 20. Nov 2019, 13:43

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur medizinischen Vorgeschichte. Abgesehen von einer Erkältung und einmaligen, hitzebedingten Kreislaufproblemen im Hochsommer, die wie ich denke keine Probleme bereiten sollten, war ich in den relevanten 3 Jahren noch einmal ein paar Wochen krankgeschrieben. Wenn ich mich richtig erinnere wegen "depressiver Verstimmung". Allerdings bin ich nicht oder war ich je depressiv, sondern war wegen des völlig unerwarteten Todes eines Elternteils krankgeschrieben. Habe nun Sorge, dass diese Krankschreibung zu einer Ablehnung führt, weil es ja auf dem Papier etwas psychisches ist. Meiner Meinung nach ist das aber etwas völlig normales, was vermutlich jedem mit einem guten Verhältnis zu den Eltern widerfahren wäre. Könnte das ein Problem werden? Kann man vielleicht noch einen kleinen Kommentar dazu zu den Unterlagen geben? Sonst liest sich "depressive Verstimmung" vielleicht schlimmer, als es ist.

Vielen Dank im Voraus. :)

Jake21
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Re: Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon Jake21 » Mi 20. Nov 2019, 13:54

Servus,

Der Können-Aspekt:
Kläre das am Besten direkt mit einem für Dich zuständigen polizeiärztlichen Dienst ab. Die können Dir weitreichende Informationen geben, die auch auf deinen Einzelfall bezogen bewertet und gesteuert werden können.

Der persönliche Aspekt:
Ja nachdem wie sich diese depressive Verstimmung ausgewirkt hat und wie du dich dabei gefühlt hast, du sie überwunden hast, wie lange sie gedauert hat und wie schwer die Folgen sind und waren, solltest du dir - und das meine ich in keinem Fall zynisch oder bösartig - deinen Berufswunsch nochmal genau anschauen und evtl. überdenken.

Du wirst - neben den vielen positiven Eindrücken - auch mit Leid, Tod und Trauer zutun haben. Natürlich nimmt einen ein persönlicher Schicksalsschlag vielleicht mehr mit als andere - vom Dienst veranlasste - Sachverhalte - dies jedoch nur als ein kleiner persönlicher Nachdenker zu dem Thema.

Wenn aus deiner Sicht dennoch alles tutti ist, spricht grds. nichts dagegen.


Also:
Sprich mit dem freundlichen polizeiärztlichen Dienst, keine Angst, die wollen wirkliche helfen.

Grüße
"Polizeinotruf" :?:
"Bin ich bei der Polizei?" :lupe:
"Nein, ich bin bei der Polizei. Sie sind irgendwo da draußen und telefonieren" :mrgreen:

nick95
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Re: Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon nick95 » Mi 20. Nov 2019, 14:06

Danke für die Antwort. Dann sollte ich da wohl mal nachfrage. :lupe: Oder es halt einfach versuchen.

Vielleicht war es missverständlich, aber ich bin körperlich und psychisch vollkommen gesund und ohne jede Beeinträchtigung und war auch niemals beeinträchtigt. Ich war nur wenige Wochen krankgeschrieben, damit ich in Ruhe trauern und Zeit mit meiner Familie verbringen konnte, statt auf der Arbeit und in der Uni zu sitzen. Das war in keinster Weise vergleichbar mit einer Depression und ich war auch nicht in Behandlung. Die einzige Sorge habe ich eben wegen der Formulierung. Die wurde mir auch nicht mitgeteilt, ich habe das Kürzel auf dem Schein gegooglet :lupe: , ich bin nur zum Arzt, weil ich eben nicht am Montag darauf arbeiten gehen konnte, auch wegen Organisatorischem.

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Re: Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon Policey39 » Mi 20. Nov 2019, 17:01

Die Diagnose "depressive Verstimmung" ist relativ nichtssagend. Sie wird von Ärzten gerne mal gestellt, wenn körperlich alles ok ist, aber eben die Stimmung niedergeschlagen. Nach dem Tod eines Angehörigen sind die Symptome ganz normal. Die Diagnostikkriterien einer "depressiven Verstimmung" wurden verändert, so dass inzwischen schon nach 2 Wochen anhaltender gedrückter Stimmung und Niedergeschlagenheit eine depressive Erkrankung diagnostiziert wird. Das ist unter deutschen Ärzten sehr umstritten, weil man dadurch einen bisher normalen Trauerverlauf pathologisiert. Das wissen auch Polizeiärzte.
Lass Dir von dem Arzt, der diese Diagnose gestellt hat, ein Kurzgutachten ausstellen. Darin sollten der Todesfall erwähnt sein, wie die "Erkrankung" behandelt wurde (und wenn es nur die Krankschreibung war, damit Du Zeit hast den Verlust zu verarbeiten), dass die Symptome sich vollständig zurückgebildet haben und keine weitere Behandlung notwendig ist. Das reichst Du einfach gleich mit dem Fragebogen ein und fertig. Das Ganze wird Dir keine großen Probleme bereiten, wenn es so ist, wie Du beschreibt.
Alles Gute :)

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Re: Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon Polli » Mi 20. Nov 2019, 19:20

Hi nick95,


Policey39 hat perfekt erklärt wie du verfahren solltest. :zustimm:
Damit bist du auf der sicheren Seite. :zustimm:

Gruß :polizei2:


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Re: Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon Polli » Mi 20. Nov 2019, 22:16

nick95 hat geschrieben:
Di 19. Nov 2019, 12:19
Hallo zusammen,

ich habe zwei Fragen, auf die ich so keine Antwort über die Suchfunktion gefunden habe.
1. Betrifft den Sehtest zum Dämmerungs- /Nachtsehen in Münster. Ich bin Brillenträger, mache mir da allerdings keine großen Sorgen, da ich auf beiden Augen einen Visus von min. 0,5 habe und über 21 bin. Allerdings weiß ich nicht, wie das mit dem Dämmerungssehen läuft. Wird da auch der Visus gemessen? Bei solchen Lichtverhältnissen sieht man ja auch als Normalsichtiger schlechter, und was ist, wenn man dabei dann unter die 0,3 rutscht? Oder werden da andere Werte ermittelt und wird dieser Test mit oder ohne Brille, oder sowohl als auch durchgeführt? :polizei13:

2. Ich werde mich für das EJ 2021 bewerben, da ich mein aktuelles Studium gerne noch zu Ende bringen und danach zumindest ein Jahr im Beruf sein möchte. Ab wann werden erfahrungsgemäß die ersten Bewerber für das übernächste EJ eingeladen? Aktuell müssten ja noch die Tests für 2020 laufen. Ich will das Einstellungsverfahren früh durchlaufen, allerdings nicht schon im Januar. Wäre das "Risiko" hoch, bei einer Bewerbung im Dezember auch nach 1 bis 2 Monaten eingeladen zu werden?

Vielen Dank für eure Antworten! :)
Hi nick95,

wenn du nicht gerade nachtblind :unknown: bist, mache dir bitte keine Sorgen.

Im Zweifel kannst du (kostenlos) bei einem Optiker :cool: überprüfen lassen, wie dein Dämmerungssehen ist.

Erfahrungsgemäß wird erst im Sommer 2020 mit den Tests für den Einstellungstermin 2021 begonnen.
Von daher wirst du weder im Januar noch im Februar 2020 zum Testverfahren für den Einstellungstermin Sept. 2021 eingeladen.

P.S.: Bleib locker :sport:

P.P.S.: Bei weiteren Fragen kannst du auch gerne diesen Thread benutzen:

viewtopic.php?f=25&t=86396


Gruß :polizei2:

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Re: Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon nick95 » So 24. Nov 2019, 20:33

Verzeihung für die späte Rückmeldung. Ich danke euch beiden vielmals für die netten und informativen Antworten! :)

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Re: Medizinische Vorgeschichte

Beitragvon Polli » So 24. Nov 2019, 22:02

Hi nick95,

dafür ist das Forum CopZone unter anderem da. :polizei1:

Ich freue mich, wenn wir dir helfen konnten.

Gruß und viel Erfolg :!: :polizei2:

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