Anklage wegen Untauglichkeit

Auswahlverfahren und Ausbildung
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Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon sunglasses » Sa 22. Dez 2018, 22:08

Hallo liebes CopZone-Team,

ich bins sunglasse und neu hier im Forum. Falls das der falsche Abteil ist, so bitte ich meinen Thread zu verschieben. Danke.

Kurz zur meiner Person:
Ich bin angehender Polizeianwärter in Berlin. Ich hab mich letzten Sommer für den mittleren Dienst beworben (1.März 2019 ET)

Jetzt die Problematik. Vor ca. einer Woche hab ich eine Mail und kurz darauf einen Brief mit einem Ablehnungsbescheid bekommen.
Ich sei angeblich untauglich aufgrund meiner Sehstärke.

Exakter Grund: Unkorrigierte Sehschärfe auf dem rechten Augen. Normalerweise würde ich das zweifellos annehmen und mir einen neuen Beruf auswählen allerdings sehe ich da einen Fehler. Deswegen hab ich mich beim Verwaltungsgericht eingeklagt.

Ich sollte zum Augenarzt und meine Sehschärfe kontrollieren lassen. Linkes Auge: 0,8 Visus und Rechtes Auge: 0,6. Visus ist Tagesform abhängig und schwankt von 0,8 - 0,6. Nichtsdestotrotz sollten 0,6 nicht allzu dramatisch sein. Übrigens ich bin 23 jahre jung.

So, laut PDV 300 bin ich theoretisch tauglich aber irgendwie verwirrt mich jetzt der Ablehnungsbescheid. Was hat das zu bedeuten? Würde ein Fehler gemacht oder wurde ich eventuell verwechselt? Denn ich habe mein Leben lang keine Sehhilfe benötigt und sehe allgemein gut und habe nichts zu beklagen. Selbst mein Kollege der bei der Polizei ist, hat einen Visus von 0,35 und ist gerade in der Ausbildung bei der Polizei.

Jetzt meine Frage, Seht ihr irgendwelche Fehler von seiten der Polizei bzw. Amtsärzte oder wurde alles richtig gemacht?

Und Außerdem wird sich das lohnen es weiter auszufechten und somit mehr Geld zu investieren und möglichweise falls ich den Fall verliere ich dann auf den Kosten liegen bleibe oder seht ihr für mich eine gute Chance - dass die Anklage angenommen wird und ich demnach wieder im Polizeiausbildung tätig werden kann?

Liebe Grüße
sun

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon MICHI » Sa 22. Dez 2018, 22:11

Wen hast du angeklagt?

Wer soll dir hier Auskunft geben können, außer der PÄD oder ein Einstellungsberater?


Hinsichtlich geförderter Sehleistung empfehle ich dir Pollis FAQ A bis Z.
Gruß
MICHI


Take care and have fun!

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon sunglasses » Sa 22. Dez 2018, 22:23

Lt. Brief klage ich die Stadt Berlin an und dessen Vertreter der Polizeipräsident.

Ich habe gehofft, dass hier vlt der eine oder andere darüber bescheid weiß oder im besten Fall dieselbe Erfahrung wie ich gemacht hat.

Ich hab die FAQ A bis Z schon gesehen und gelesen. Deswegen bin ich ja verwundert, warum ich eine Absage bekommen hab.
"Ab dem vollendeten 20. Lebensjahr reichen 30 % Sehkraft (=visus) jeweils pro Auge aus.
(Auf dem Merkblatt muss dann im Feld Sehschärfe für die Ferne ohne Glas mindestens 0,3 eingetragen sein.)"

LG

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon mistam » So 23. Dez 2018, 13:37

Du klagst nicht die Polizei oder die Stadt Berlin an, sondern Du klagst gegen den Ablehnungsbescheid der Polizei.

Wie ist denn Dein korrigierter Visus?

Fehler sind natürlich immer möglich, bei derart leicht zu prüfenden Fakten aber eher unwahrscheinlich.

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon Sebelik » So 23. Dez 2018, 17:44

Und Außerdem wird sich das lohnen es weiter auszufechten und somit mehr Geld zu investieren und möglichweise falls ich den Fall verliere ich dann auf den Kosten liegen bleibe oder seht ihr für mich eine gute Chance - dass die Anklage angenommen wird und ich demnach wieder im Polizeiausbildung tätig werden kann?
Hast du die Einstellungsprüfung schon hinter dir?
Dort gilt es u.a. den "Test zur Prüfung der Deutschkenntnisse (Rechtschreibung und Grammatik)" zu bestehen.

Falls nicht, lass es... Falls ja, gute Nacht Berlin...

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon sunglasses » Mo 24. Dez 2018, 21:02

Korrigiert ist links 1,0 und rechts 0,8.

Grund: unzureichende unkorrigierter Sehschärfe.

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon Jake21 » Mo 24. Dez 2018, 21:32

Also ich muss da Michi Recht geben.

Mit diesen (schlechten) Informationen kann man hier keine genaue Auskunft geben, geschweige denn 2., eine rechtsverbindliche Auskunft.

Zu einem Klageverfahren gibt es nur zu sagen - entweder es geht zu deinen Gunsten aus oder eben nicht.

Da ich allerdings vermute, dass auch ein förmlicher Widerspruch gegen das behördliche Schreiben hätte eingelegt werden können, bevor man den Weg zum Verwaltungsgericht beschreitet, gehe ich davon aus, dass du auch vorher kein Gespräch mit einem EB oder dem PÄD gesucht hast.

Zu Einzelfall abhängigen Klageverfahren, kann auch aus dem Grund nichts gesagt werden, da sie eben Einzelfall abhängig sind.

Jeder Fall kann grundsätzlich unterschiedlich sein, wenn auch nur in Nuancen. Hier rumzuorakeln bringt weder uns, noch dir etwas.

Jetzt musst du das Verfahren abwarten.
"Polizeinotruf" :?:
"Bin ich bei der Polizei?" :lupe:
"Nein, ich bin bei der Polizei. Sie sind irgendwo da draußen und telefonieren" :mrgreen:

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon OJU361 » Mo 24. Dez 2018, 22:21

Hi,
ich weiß nicht ob ein Widerspruchsverfahren notwending ist in Berlin, aber grds. ist ein Widerspruch vor einer Anfechtungsklage notwending. Wann hast du den Bescheid bekommen? Viel Zeit bleibt dir nicht.

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon mistam » Mo 24. Dez 2018, 23:34

In Berlin gibt es kein Widerspruchsverfahren.

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon Franconia » Di 25. Dez 2018, 00:18

OJU361 hat geschrieben:
Mo 24. Dez 2018, 22:21

[...] aber grds. ist ein Widerspruch vor einer Anfechtungsklage notwending. [...]
Nö, viel mehr ist es möglich in vielen Fällen unmittelbar Klage zu erheben.

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon Jake21 » Di 25. Dez 2018, 11:01

mistam hat geschrieben:
Mo 24. Dez 2018, 23:34
In Berlin gibt es kein Widerspruchsverfahren.
Ist es nicht so, dass das Widerspruchsverfahren in Berlin nur für Teilbereiche ausgeschlossen ist?
Eine gänzliche Einstellung des Widerspruchsverfahren ist mir nicht bekannt.
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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon mistam » Di 25. Dez 2018, 11:18

Selbstverständlich bezieht sich meine Aussage auf das Auswahlverfahren, das ja hier Thema ist, genauer gesagt auf die Besetzung von Beamtenstellen. Für andere Verwaltungsakte gilt das natürlich nicht.

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon Retino » So 30. Dez 2018, 11:20

Moin,

Ich finde es ja mal sehr interessant, woher du deine genauen Daten aus der PDV 300 hast.

Ansonsten kann ich mir einen mindest Visus von 0,3 zur Einstellung auch beim besten Willen nicht vorstellen.
Meine Tochter hat bei einem Visus von ca. 0,2 - 0,3 auf dem besseren Auge eine Schwerbehinderung von 100%.

Gerade Nachts bei Regen sind 0,6 auch nicht ideal, ich befürchte das der PÄD schon weiß was er da gemacht hat.

Retino

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Re: Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon mistam » So 30. Dez 2018, 11:27

Die genannten Werte sind schon grundsätzlich korrekt und werden von der Polizei im Internet veröffentlicht.
Es muss aber eine Korrektur mit Brille auf 100% möglich sein.

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Anklage wegen Untauglichkeit

Beitragvon vladdi » So 30. Dez 2018, 13:10

Retino

Auszüge der PDV 300 findet sich hier

https://www.berlin.de/polizei/_assets/b ... chkeit.pdf


Es macht auch Sinn, dass die Polizei ihre Anforderungen veröffentlicht.


Auch wenn der Themenstarter etwas ungünstige schreibt, scheint er den Anforderungen zu genügen.
Er hat ein korrigiertes Auge und ein unkorrigiertes Auge, auf denen er jeweils die Anforderungen erfüllt.

Entweder fehlen weitere Informationen, die die Untauglichkeit begründen oder die Einschätzung der Behörde war falsch.


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