Genauer Ablauf des Auswahlverfahrens und meine Eindrücke

Auswahlverfahren und Ausbildung

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Vinc
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Genauer Ablauf des Auswahlverfahrens und meine Eindrücke

Beitragvon Vinc » Do 23. Okt 2014, 00:01

Guten Tag an alle!

Ich war vor zwei Tagen bei dem Auswahlverfahren der Brandenburger Polizei für den gehobenen Dienst und habe glücklicherweise alle Tests bestanden. :)

Im folgenden möchte ich nun meine Eindrücke beschreiben, die Atmosphäre schildern und den zukünftigen Bewerbern den Ablauf der Tests ein wenig detaillierter erklären. Ich habe für das Land Brandenburg solch einen Bericht noch nicht gefunden, und hoffe einfach einmal, dass ich einige Fragen beantworten, und Bewerbern ein wenig die Angst nehmen kann. :polizei1:


Da ich nach Oranienburg, dem Standort der Fachhochschule, deutlich über 1,5 Stunden brauche und die Tests schon um 07:30 beginnen entschied ich mich dazu, am Vorabend des Auswahlverfahrens anzureisen. Zimmer können gemietet werden, den Antrag dafür bekommt ihr mit dem Einladungsschreiben! Die erste Nacht kostet 12,05 Euro und die zweite 8,95 Euro. Es ist also bezahlbar. :polizei3:

Um zur Fachhochschule zu gelangen lief ich den Weg von der S-Bahn-Station Oranienburg. Das sind circa 2,5 Kilometer. Auf dem Weg kommt ihr an 2 Kaufhallen, einer Drogerie und zahlreichen Bistros vorbei. Wenn ihr also etwas vergessen habt, könnt ihr das dort in aller Ruhe besorgen. :zustimm:

Für die lauffaulen gibt es auch noch eine Buslinie, welche nach 4-5 Stationen direkt vor dem Eingang der Fachhochschule hält. :)


Nachdem ich mein Zimmerschlüssel geholt, und in die Unterkunft gegangen war kam die Erleichterung; Einzelzimmer! ;D :zustimm:
Ich hatte irgendwie die Befürchtung, dass es Doppel- oder sogar Viererzimmer gibt. Dem war aber, wie schon gesagt, nicht so. Man muss sich mit dem Nebenzimmer nur ein Bad teilen, doch die Tür ist verschließbar und somit ist das gar kein Problem. :)
Die Zimmer beinhalten einen Stuhl, einen Schreibtisch, ein Bett und mehrere Schränke. Steckdosen gibt es auch genügend. :polizei2:
Bettbezüge und ein kleines Handtuch wird gestellt, den Rest müsst ihr selber mitbringen.

Am nächsten Tag ging es dann los; nach dem Duschen ging es zum Frühstück. Die Mensa hat ab 6:30 offen und bietet ein relativ gutes Angebot. Brötchen, Belag, Kaffee, Rührei und so weiter. Und mit 3-4 Euro ist man für ein reichhaltiges Frühstück dabei. :ja:

Um 07:30 ging es dann los, ich und circa 10 andere Bewerber wurden aus dem Warteraum geholt. Es begann mit dem psychologischen Test, bei dem man unter anderem einige Logikaufgaben beantworten, und Reaktionen von Personen auf verschiedenste Situationen einschätzen musste. Der Test ging circa 1,5 Stunden.

Im Anschluss daran wurden die Ergebnisse ausgewertet. Währenddessen bekamen die Bewerber/-innen ein kurzes Video zu sehen, was den Sinn der einzelnen Aufgaben des Tests ausführlich erläuterte. :lupe:

Anschließend die Bekanntgabe der Ergebnisse. Die Hälfte war schon nach diesem ersten Test weg. Mich hat er glücklicherweise nicht "erwischt". :flehan:

Dann kam das Diktat. Der Text drehte sich um die Polizei. Blätter wurden gestellt, Stifte solltet ihr mitbringen. Handschriftlich schrieb ich ungefähr 1,5 Seiten. 12 Fehler darf man sich in dem Diktat erlauben.
Während das Diktat kontrolliert wurde war Mittagspause. Ich bezahlte meine erste Nacht und ging in der Mensa essen. Für ein Mittag zahlt man 2-4 Euro, es ist also alles bezahlbar. :polizei3:
Man kam mit den Mitbewerbern ins Gespräch und die Anspannung verflog ein wenig.

Nach dem Mittag fanden sich alle wieder im Wartezimmer ein, bis die Ergebnisse verkündet wurden.
Es stellte sich raus, dass ich der Einzige war, der aus meiner Gruppe übrig blieb. Wie ein späteres Gespräch mit der Pförtnerin zeigte, war das nicht das erste Mal, dass nur ein oder zwei Leute weiterkamen. :/

Dennoch, trotz des Mitleids für meinen Zimmernachbarn, mit dem ich mich eigentlich ganz gut verstand, ging es weiter zum Sporttest. Zu diesem gibt es absolut wenig zu sagen. Ihr bekommt eine kurze Zeit zum Aufwärmen und dann geht man von Disziplin zu Disziplin. Welche genau, seht ihr hier.https://www.internetwache.brandenburg.d ... cookie=set :)

Außerdem, auf Grund der Herabsetzung der Mindestgröße, wird getestet, ob ihr bei dem Umgang mit Schild und Waffe keine Probleme habt. Beispielsweise, ob ihr den Abzug gut drücken und das Schild gut halten könnt. :lupe:


Als letztes bekommt ihr noch eine Menge Formulare zum Ausfüllen und Tips für das Gespräch am nächsten Tag! Man kann sagen, dass die Beamten/-Innen alle sehr nett sind und euch wirklich gut durch das Verfahren helfen. Habt also keine Angst vor mies gelaunten Beamten die euch nur Böses wollen. :polizei2:


Den Nachmittag (so ab 14-15 Uhr) habt ihr frei. Da könnt ihr auf euer Zimmer gehen oder nach dem Bescheidsagen beim Pförtner einen kleinen Spaziergang in das "Zentrum" von Oranienburg machen. :polizei3:
Abendbrot könnt ihr wieder in der Mensa essen.


Am zweiten Tag müsst ihr als allererstes die ausgefüllten Formulare abgeben. Dann geht es ab zum Arzt. Es werden Blut- und Urinproben genommen, mit welchen Tests auf Entzündungen und Drogen durchgeführt werden. Außerdem müsst ihr ein Hör- und Sehtest absolvieren. Wenn ihr Brillenträger/-In seid, dann fällt der Sehtest für euch weg und die Ärztin erwartet ein Gutachten eures Augenarztes. (Kann auch nachgereicht werden)
Es werden Gelenke, Organe etc. gecheckt und es werden eventuelle Vorerkrankungen besprochen.
Anschließend folgt noch das Belastungs-EKG, welches auf Grund der Aufregung meinerseits gar nicht so einfach zu meistern war. :polizei10:


Wenn der Arzt überstanden ist folgt der letzte, und meiner Meinung nach aufregendste Test. Ihr müsst vor ein Gremium, welches aus 3 Beamten besteht. Als erster Part ist ein Rollenspiel gedacht. Ihr müsst euch in die Lage eines Beamten versetzen und (ohne Gesetzeskenntnisse) versuchen die Situation zu schlichten. Das Spiel dauerte bei mir aber nur 2-3 Minuten, was vollkommen ausreichte! :zustimm:

Als letztes das Gespräch; hier solltet ihr eure Motivation erklären, einiges an Grundwissen zu den Aufgaben und dem Aufbau der Brandenburger Polizei parat haben, und außerdem über euren Werdegang sprechen (bzw. mutmaßen) können. Einige Informationen zu derzeitigen politischen Themen erwiesen sich auch als sinnvoll. (All das wird euch aber am Vortag von einer Beamtin noch einmal genau erklärt)
Ich würde euch empfehlen sich vorher vielleicht ein zwei Tips für ein gutes Bewerbungsgespräch durchzulesen, dann kommt man ohne große Probleme durch das Gespräch. Die Polizisten halfen mir sogar hier und da auf die Sprünge, wenn ich grade mal ein wenig auf dem Schlauch stand. :) :polizei10:


Wenn ihr das Gespräch gemeistert habt (mir wurde gesagt, dass die Durchfallquote beim Gespräch am niedrigsten ist), seid ihr fertig mit eurem Auswahlverfahren! Dann müsst ihr auf euren Ranglistenplatz warten. :polizei3:



Alles in allem war der Test eine tolle, aber auch sehr anstrengende Erfahrung. Ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Man kam schnell mit den Mitbewerbern ins Gespräch, da alle das selbe Ziel hatten. Die Beamten hielten sich bei den Tests zwar strikt an die Vorgaben, waren aber dennoch nett und man hatte den Eindruck, dass sie einem helfen wollten durchzukommen. :)


Ich hoffe, dass der geschilderte Ablauf vielleicht dem einen oder anderen Bewerber einige Fragen beantwortet, oder vielleicht sogar Ängste genommen hat. Die Informationen, welche euch eventuell zum (besseren) Bestehen (zum Beispiel beim psychologischen Test; welcher Test wofür ist, wie er ausgewertet wird und welche Ergebnisse verlangt werden) verhelfen würden behalte ich hier mal für mich, da die Tests sonst ihre Wirkung verfehlen würden. (Sorry ^^ :frown: )

Auch wenn es schwer zu glauben ist - nach dem Test kann ich eindeutig sagen, dass alle Aufregung absolut nichts bringt. Jeder Test sieht schlimmer aus, als er ist. :) (Vorbereiten sollte ihr euch trotzdem :polizei3: )


Grüße,

Vinc

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