Frage zu Informationsveranstaltung

Auswahlverfahren und Ausbildung
Joni
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Frage zu Informationsveranstaltung

Beitragvon Joni » Mi 4. Jan 2017, 17:55

Guten Abend,
hätte mal eine Frage zu den Informationsveranstaltungen, die die Einstellungsberatung anbietet. Inwiefern wird da auch auf das Auswahlverfahren eingegangen? Werden die Aufgabentypen näher beschrieben, als auf der Homepage der Polizei Hamburg? Empfandet ihr es als hilfreich bzgl. des EAV's?

Ich bin am überlegen, ob ich da mal hingehe, hab allerdings mehrere 100km Strecke. Würde mich über Erfahrungsberichte, auch per PN, freuen.

Vielen Dank.

LG
Joni

VanDan
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Re: Frage zu Informationsveranstaltung

Beitragvon VanDan » Do 5. Jan 2017, 12:03

Ruf doch einfach mal beim Einstellungsberater an. Dann kannst Du die genaue Themen erfragen :)
Viel Erfolg Dir!!
Dum spiro, spero

lik.eitall
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Re: Frage zu Informationsveranstaltung

Beitragvon lik.eitall » Do 5. Jan 2017, 21:21

Ich glaube, die lange Anreise kannst du dir sparen. Es gibt Literatur (z.B. Hesse/Schrader), die dir bei der Vorbereitung helfen. Den Sporttest entnimmst du der Homepage der Polizei HH. Ob es am Ende reicht, liegt an dir. Vorbereitung ist alles. Ich hab mich sechs Wochen lang (v.a. auf den Sporttest) vorbereitet und es hat mehr als gereicht. Das lässt sich immer so einfach sagen, wenn man den Test bereits hinter sich hat, aber ich war auch mal in deiner Situation. Es ist nur halb so schlimm. Sei gut vorbereitet und am Tag des Tests ausgeschlafen. Dann sollte es eigentlich keine Probleme geben. :pfeif:

_David_
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Re: Frage zu Informationsveranstaltung

Beitragvon _David_ » So 5. Feb 2017, 20:09

Da höre ich mich selbst vor einem Jahr heraus! Weil ich genau weiß was Du denkst bzw. welche Fragen Dir im Kopf rumschwirren möchte ich Dir gerne von meinem Einstellungstest erzählen.
Also allgemein erstmal kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen: Es ist alles halb so wild.
Den ersten Tag des Einstellungstests habe ich Anfang Juni 2016 absolviert, ist also noch recht aktuell. Beworben habe ich mich für den LAII mit Studienbeginn 10/2017.

Der erste Tag war an einem Donnerstag (wurde natürlich von der Schule befreit), 7.30 sollte ich mich in der Akademie der Polizei in der Carl-Cohn-Straße, Block 3, einfinden. Die beiden Beamten am Eingang beschrieben mir sehr freundlich den Weg zur Einstellungsstelle.
Etwa 7.20 war ich dann angekommen und wurde zunächst in das Wartezimmer verwiesen, wo sich bereits etwa 20 Mitbewerber befanden. Die Aufregung war sehr groß, was sich über den Tag sogar noch steigerte. Etwa 7.50 kamen dann zwei Beamte von der Einstellungsstelle und stellten sich kurz vor. Anschließend teilten sie die Gruppe der Bewerber (ca. 35 - 40) in zwei Gruppen und prüften so gleichzeitig die Anwesenheit.
Als dies erledigt war, wurde kurz der Tagesablauf erläutert - zunächst ein Diktat, dann der kognitive Leistungstest und schließlich gegen Mittag die sportliche Leistungsüberprüfung.

Die Beiden verließen den Raum und kamen gegen 8.00 Uhr zurück und holten jeweils eine Bewerbergruppe in einen seperaten Raum. Hier wurde bereits professionell vorbereitet: Es gab Namensschilder an jedem Platz und zwischen den einzelnen Plätzen war - soweit möglich - ein freier Platz. Die Taschen wurden alle vorne auf/ unter einem Tisch abgelegt und jeder Bewerber setzte sich auf den ihm zugewiesenen Platz.
Jetzt erläuterte der freundliche Herr von der Einstellungsstelle das Vorgehen: Wir bekamen ein dreiseitiges Lückendiktat. Dieses wurde mittels einer CD automatisch abgespielt, wobei erst der gesamte Satz vorgelesen wurde und danach nochmal etwas langsamer mit kurzen Pausen nach jeder Lücke. Insgesamt dauerte das Diktat etwa 45 Minuten. Auch Kommasetzung wurde abgefragt, indem man die vorgegebenen Kommata an der richtigen Stelle im Satz einkreisen musste. Abgefragt wurden klassische Wörter wie "Portemonnaie" oder "S-Bahn-Baustelle", jedoch gibt es drei verschiedene Varianten des Diktats, also müssen diese Wörter nicht zwingend auch bei Dir vorkommen.

Es folgte eine Pause, ca. 30 Minuten, in welcher ich rausging um mir das Gelände der Akademie anzusehen. Sehr schön war einer Übung zuzusehen, wo die Bereitschaftspolizei gegen Störer vorging, welche eine Sitzblockade errichtet hatten.

Danach kamen die beiden bekannten Beamten wieder in den Warteraum und verkündeten die Namen derer, die die Mindestanforderungen im Diktat (ich glaube es waren 22 Fehler) nicht geschafft hatten, also in Punkten weniger als 4 erreicht hatten. Bereits an dieser Stelle raste mein Herz, doch scheinbar hatte ich es geschafft, denn mein Name fiel nicht. Meine Gruppe hatte bis dato 3 Leute verloren.
Nach einer weiteren Pause, in welcher den einzelnen ausgeschiedenen Bewerbern noch einmal in Einzelgesprächen genau erklärt wurde, weshalb sie es nicht geschafft hatten, ging es dann zum kognitiven Test.

Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube dieser ging 90 Minuten am Stück. Hierbei bekamen wir einen ganzen Stapel an Zetteln, auf denen die Aufgabenstellung genau erklärt war. Es waren Aufgaben zum mathematischen, logischen, abstrakten und räumlichen Denken. Diese reichten von Zahlenreihen die erschlossen wurden mussten, über Begriffspaare, welche gefunden werden mussten bis hin zu in Kleinteile zerschnittene geometrische Figuren, die erkannt werden mussten. Zum Schluss wurde auch das Erinnerungsvermögen getestet, indem man kurz eine Minute Zeit hatte sich einen Ausschnitt eines Stadtplanes einzuprägen und anschließend bestimmte Gebäude aus dem Gedächtnis markieren musste.

Danach folgte eine lange Pause von etwa 60 - 90 Minuten, die im Warteraum oder auch draußen verbracht werden konnte. Anschließend wurden wieder die Bewerber mit einer unzureichenden Punktzahl aussortiert, wobei ich wieder extrem aufgeregt war. Aber auch dieses Mal hatte ich es anscheinend geschafft!
Es folgte der Sporttest. Gegessen hatte ich zum Glück in der vorherigen Pause, sodass mein Magen nicht allzu schwer war. Der Sportlehrer holte unsere nun stark dezimierte Gruppe ab und führte uns zur Sporthalle. Diese war sehr schön, komplett mit Glaswänden und einer 200 Meter Tartanbahn, es war einfach göttlich darauf Laufen zu dürfen!

Es fing an mit dem Wendelauf, fuhr fort mit dem Kasten-Boomerang-Lauf und endete schließlich mit dem Cooper-Test. Die erreichten Zeiten wurden laut gesagt und man hatte die Möglichkeit einen zweiten Versuch auszuführen. Beim Cooper-Test habe ich alles gegeben und etwa 3.300 Meter erreicht, meine persönliche Bestleistung, denn hier ging es um meinen langjährigen Traum und meine Zukunft!

Nach dem Sporttest duschte ich und fand mich zusammen mit meinen Mitbewerbern im Warteraum ein. Irgendwann kamen die beiden Beamten vom Beginn und riefen nach und nach Bewerber auf. Irgendwann realisierten wir, dass der Aufruf des Namens nichts gutes war, denn die aufgerufenen Personen kamen teilweise mit Tränen zurück und verließen die Akademie mit ihren Sachen. Das waren die schlimmsten zwei Stunden die ich jemals in meinem Leben warten musste. Aber zum Schluss blieb ich mit 5 Mitbewerbern übrig und wir wurden in einen extra Raum gebeten. Hier wurde uns unsere Punktzahl genannt und die Einladung zum Vorstellungsgespräch + Rollenspiel überreicht.
Die Punkte setzten sich wie folgt zusammen:

Diktat x2
kognitiver Leistungstest x4
Sporttest x1

Sodass man insgesamt 63 Punkte erreichen konnte, die Höchstpunktzahl in unserer Gruppe war jedoch 42. Jetzt konnten wir die Akademie verlassen, es war etwa 15.50 Uhr.
"Aber der Punkt ist nicht der, wie hart einer zuschlagen kann ... Es zählt bloß, wie viele Schläge man einstecken kann und ob man trotzdem weitermacht."


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