Erfahrungsbericht EAV g.D. 2.Teil Lübeck

Informationen zur Einstellung und Ausbildung der Bundespolizei!

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muffmuffmuffy
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Erfahrungsbericht EAV g.D. 2.Teil Lübeck

Beitragvon muffmuffmuffy » Fr 17. Jan 2014, 14:00

Hallo alle miteinander,

ich hatte im Dezember das Vergnügen zum 2. Teil des Auswahlverfahrens für den gehobenen Dienst nach Lübeck eingeladen worden zu sein und da bisher noch niemand dazu einen Erfahrungsbericht geschrieben hat, dachte ich, ich könnte den fleißigen Postern hier mal was zurückgeben.

Bei der Ankunft in der Liegenschaft Falkenberg bekommt man vom netten Pförtner alles ausgehändigt, was man für die 2 Tage (sofern man nicht nach dem Sporttest nach Hause geschickt wird) braucht. Die Unterkünfte sind recht leicht zu finden und erst einmal auf der Stube angekommen, konnte ich mich im Gebäude 2 über eine eigene (große) Stube mit Bad und Dusche freuen. Da war der doch recht lange Anreisetag erst einmal gerettet. Bei der Lapo Hamburg gibt es nämlich nur Mehrmannstuben für die Kandidaten und da war das Einzelzimmer bei der Bpol purer Luxus :polizei1:

Essentechnisch muss man sich keine Sorgen machen, also Mamis Lunchpakete können zu Hause gelassen werden. Direkt gegenüber vom Gelände gibt es einige Supermärkte (Famila, Aldi) und einen Görtz Outlet (für Frauen, die sich a weng ablenken wollen :polizei2: )

Am 2. Tag ging es auch schon frühs los (7.30 Uhr). Oben im Dachgeschoss von Gebäude 1 angekommen trödelten auch langsam alle anderen Mitstreiter und Mitstreiterinnen ein. 4 Jungs und noch ein anderes Mädel, also summa summarum waren wir zu sechst. Der Vormittag sollte sich recht entspannt gestalten. Wir bekamen vom netten Betreuer eine Einweisung zum heutigen Tagesablauf und Unmengen an Papierkram, das unterschrieben werden musste. Um 8.30 Uhr wurden wir vor dem Gebäude von einem Bulli abgeholt, der uns dann zu der anderen Liegenschaft in Lübeck fuhr. Dort angekommen begaben wir uns in….Trommelwirbel…. die sagenumwobene Kleiderkammer. Es folgte die Anprobe der Dienstbekleidung. Ich kann euch sagen, dass es mir zumindest (und ich glaube, da ging es dem Rest nicht anders) sehr viel Spaß gemacht hat! Die Leute dort sind sehr nett und es spornt einen für die kommenden 1,5 Tage noch einmal ungemein an :zustimm: Da wir nur 6 waren, ging auch dieser Teil recht zügig über die Bühne. Von unserem Betreuer hatten wir am Morgen erfahren, dass die Hälfte (!) der Bewerber nicht angereist ist. Zurück in der Liegenschaft Falkenberg hatten wir erst einmal Verschnaufpause bis zum Sporttest (ca. 16 Uhr).

Für das Essen kann man sich in der Kantine Essenkarten am Automaten holen und diese mit einem Betrag aufladen. Das gewünschte Essen kann dann ganz einfach mit der Karte an einem weiteren Automaten vorbestellt werden.

Auf der Stube habe ich dann noch 2 h geschlafen und dann ging es zur Sporthalle. Dort war auch schon alles aufgebaut und es ging direkt nach dem Umziehen los. Ein Hinweis: Bei dem Sporttest sind zwei oder drei Prüfer dabei und 2 Leute der Auswahlkomission, bei denen man am nächsten Tag das Gespräch hat. Also solltet ihr ein wenig Biss zeigen (am besten auch haben, sonst ist man dort glaube ich falsch). Jemand meinte zum Prüfer, nach dem der Mindestwert beim Standweitsprung um einen cm verpasst wurde, dass es doch jetzt eh keinen Sinn mehr habe weiterzumachen und die nicht bestandene Mindestanforderung auszugleichen. Der Prüfer musste gut zureden, dass derjenige weitermacht. Und so etwas vor der Auswahlkommission…nicht schlecht :applaus: Merke: So bitte nicht! :/

Mit dem Kastenbumerangtest ging es los und alle bis auf einen Bewerber müssen die Halle verlassen (wegen Technik abschauen). Da gibt es nicht viel zuzusagen. Die erforderlichen Werte sind bekannt und der Testablauf auch. Mit meiner Technik habe ich es auf 15,9 Sek gebracht. Da war ich auch ganz stolz drauf ;D

Standweitsprung kam als nächstes. 2 Versuche und der Absprung erfolgt von einer Matte. Auch nicht besonders spektakulär. Alle bis auf einen haben hier die Mindestanforderung erfüllt.

Liegestütze. Hier wird es schon spannender. Es wird eine Lichtschranke aufgebaut, die die Zeit misst und die Anzahl eurer Liegestütze. Sie ist gnadenlos. Auf euren Händen liegt eine Bodenmatte, damit wohl gewährleistet ist, dass eure Hände in einer Linie zu eurem Körper liegen und nicht nach innen gedreht sind. Damit bei mir die Lichtschranke auslöst, musste ich mit der Nase auf diese Bodenmatte kommen. Also ca. 5 cm über dem Boden. Ein paar Liegestütz wurden nicht gewertet, da ich nicht weit genug runter bin. Übt Liegestütze, denn das kann bei manchen ein böses Erwachen geben. Bei uns haben aber alle die Mindestanforderung erfüllt.

Als letztes kam der 12-Minuten-Lauf. Es wird in einem Rechteck gelaufen, welches natürlich zum Abbremsen an den Ecken führt. Lieber einen Bogen laufen, als zu doll vor einer Ecke abzubremsen, das kostet nur unnötig viel Kraft. Zwei sind leider bei uns nicht weit genug gekommen.

Danach wird das Ergebnis verkündet. 2 Mitstreiter haben bei uns den Sporttest leider nicht bestanden und konnten auch nicht erfüllte Mindestanforderungen nicht mehr ausgleichen und mussten abreisen.
Eine Sache möchte ich noch zum Sporttest hinzufügen. Viele wissen das nicht: Man kann beim Sporttest nur bestehen oder nicht bestehen. Man kann somit nicht für das Auswahlverfahren extra Punkte sammeln. Die Punkte sind nur „intern“ für den Sporttest, damit ausgerechnet werden kann, ob der Bewerber die Mindestpunktzahl am Ende aller Übungen erreicht hat. Das ist in Hamburg z.B. ebenfalls so!

Dann hieß es nur noch duschen und noch ein bisschen mit den verbliebenen Bewerbern über den kommenden Tag reden. Schlafen fiel bei mir leider aus, da ich zu nervös bzgl. des kommenden Tages war.

Der 3. Tag wurde erst einmal mit Kofferpacken begonnen, da das Zimmer geräumt sein muss, wenn man sich auf den Weg zum Interview macht. Wir haben uns alle pünktlich wieder im Dachgeschoss von Gebäude 1 eingefunden und durften erst einmal unsere Namensschilder basteln. Dann gab es wieder eine kurze Einweisung über den Ablauf des Vormittags von unserem Betreuer. Die Gruppendiskussion sollte komplett zusammen (wir waren ja nur 4) stattfinden.

Dann ging es auch schon los. Wir sahen uns 6 Herren der Auswahlkommission gegenüber, zum Großteil alle aus dem höheren Dienst. Vor uns lag ein Zettel mit drei Auswahlthemen. Der kurze Teil (höchstens eine Minute) in dem wir uns darüber unterhielten, welches Thema wir nehmen, floss auch schon in die Beurteilung mit ein. Aber es waren alle drei sehr allgemeine Themen, über die man gut reden konnte.
Problematisch wurde es, als wir feststellten, dass keiner von uns eine Uhr besaß und wir uns unbedingt an die Vorgabe der 20 Minuten Redezeit halten sollten. Es blieb uns nichts anderes übrig als zu schätzen und dann gemeinsam einen Abschluss zu finden. Fasst am Ende nochmal alles zusammen und gebt selber ein kurzes Statement zu eurer Meinung…und denkt daran eine Uhr umzubinden :polizei2:

Dann wurden wir hinausgeschickt und hatten kurz 5 Minuten Verschnaufpause.

Die Vorbereitungszeit für den Vortrag belief sich auf 10 Minuten. In einem Raum findet man alles was das Herz begehrt. Folien für den Overheadprojektor, Stifte, Zettel, Eddings für das Flipchart usw.. Ich habe mich für die Folienvariante entschieden und eine komplette Folie vollgeschrieben. Auch hier konnte man aus drei Themen wählen. Nach der Vorbereitungszeit wird man wieder in den Raum mit der Auswahlkommission zurückgeführt und hat die Chance sich in den nächsten genau 5 Minuten (und das Ganze immer noch ohne Uhr ;-( ) vor den 3 Herren zu beweisen. +/- eine Minute ist wohl gar nicht gerne gesehen…dementsprechend bin ich auch, was das Zeitmanagement angeht, ein wenig ins Schwitzen gekommen. Nichtsdestotrotz habe ich auch meine Angstdisziplin überstanden und wurde wieder hinausgeschickt :polizei1:

Als ich dann zum Interview wieder hineingerufen wurde, stand neben mir eine gute alte Schulkarte mit Europa abgebildet. Das hat mir schon einmal Mut gemacht, Geographie lag mir immer sehr. Alle (jetzt nur noch drei) Herren hatten ihren Part. Der eine fragte mich allerlei Sachen über Allgemeinbildung, Politik und Gesellschaft sowie (da ich schon eine Zeit lang Jura studiert habe und den Herren das nicht entgangen ist) über den deutschen Rechtsstaat und Inhalte meines Studiums. Es kann nie schaden, sich mit der Geschichte der Bundespolizei zu befassen…aber da verrate ich niemandem etwas neues mit. Der nächste Herr spielte mit mir ein Rollenspiel. Hier geht es nur darum zu erfahren, wie man in welcher Situation reagieren würde. Das ist nicht weiter tragisch. Versucht nur so genau wie möglich zu antworten und nichts auszulassen. Es passiert schnell, dass man Sachen weglässt, weil man sie für zu offensichtlich hält. Das letzte Themengebiet war dann mein Lebenslauf, meine Beweggründe für die Umorientierung vom Studium zur Bundespolizei usw.. Das Interview hat alles in allem vielleicht 60 Minuten gedauert, somit wurde man doch auf Herz und Nieren geprüft.
Dann hieß es noch einmal den Raum verlassen und dann draußen gespannt abwarten.

Letztendlich hat es bei mir für eine Direktzusage und jetzt im Januar für die Polizeidiensttauglichkeit gereicht ;D ;D Zwei Bewerber haben eine Zusage für den mittleren Dienst und für einen anderen hat es leider nicht gereicht.

Ich hoffe, ihr könnt was mit dem Erfahrungsbericht anfangen und mitnehmen.
Wenn Fragen da sind, immer her damit, was ich beantworten kann und darf, beantworte ich gerne!

Wünsche euch viel Glück :polizei7:

Jessie

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EAV 2 g.D. Lübeck Erfahrungsbericht

Beitragvon vierzehn » Fr 27. Nov 2015, 09:17

Hallo zusammen,
ich dachte ein aktueller Erfahrungsbericht für den g.D. wäre für manche hilfreich.
Viel hat sich zu dem bereits geposteten nicht verändert. Trotzdem nochmal für euch:

Den ersten Teil des EAV hatte ich Mitte September in Swisttal. Unsere Tests wurden korrigiert, während wir unsere Aufsätze schrieben. Jene, die den "Intelligenztest" nicht bestanden, bekamen die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Bewerbungsprozess für den m.D. weiterzumachen.
Die Aufsätze gingen dann zur Korrektur nach Lübeck. Auch hier bestand die Möglichkeit des Nichtbestehens, aber die Möglichkeit, im m.D. weiterzumachen.
Zwei Monate später bekam ich dann endlich die Einladung zum Sporttest für den g.D. in Lübeck.
Ich hatte genau 14 Tage Zeit bis zum EAV 2!

Ich bin bereits einen Tag eher angereist und kann es nur jedem empfehlen, der eine weite Anreise hat !
Mein Zimmer war sehr groß mit eigenem Bad. Es gab jede Menge Stauraum, man kann es sich also (später) durchaus ein bisschen heimisch machen.
Handtücher, Klopapier und Bettwäsche sind vor Ort. Sogar eine Reinigungsdame kam.

Gegenüber der Liegenschaft sind Lidl, Aldi, Rossmann und sogar diverse Bekleidungsgeschäfte vertreten.
Nehmt euch etwas Spannendes zu lesen mit, oder habt genug Datenvolumen auf eurem Handy. So ein Abend bzw Vormittag kann lang werden.
Mahlzeiten können für kleines Geld in der Liegenschaft eingenommen werden.

Der erste Testtag begann um 14 Uhr, es wurden zunächst erstmal alle Formalitäten geklärt. Wir hatten nochmal etwa 30 Minuten Leerlauf, die allgemeine Anspannung war mittlerweile spürbar.
Dann, um 15:30 Uhr, ging es endlich los.
Wir wurden eingewiesen und bekamen etwa zehn Minuten um uns aufzuwärmen. Nutzt sie ! Eure Muskulatur wird es euch danken.

Ich denke die Struktur ist klar:
1. Kasten-Bumerang-Test
2. Weitsprung
3. Liegestützen
4. Laufen
Achtung ! Beim K-B-Test wird gezielt der Purzelbaum gefordert, keine Judorolle.
Das böse Erwachen kam bei meiner Gruppe tatsächlich beim Angstgegner Weitsprung. Einige der Jungs scheiterten auch beim Laufen.
10/12 kamen weiter - 4/6 Jungs - 6/6 Mädchen.
Die Ausgeschiedenen mussten NICHT sofort abreisen, sondern durften die Nacht bleiben!
Heilfroh und völlig fertig ging es dann frisch geduscht (sofern ihr eine Stube bezieht) auf den Lübecker Weihnachtsmarkt. Natürlich nicht sehr lang, denn der nächste Tag sollte um 7:30 Uhr beginnen.

7:15 Uhr - schnell noch das Bett abziehen und die Stube räumen. Wir fanden uns alle wieder in größter Nervosität zusammen.
Da wir zu zehnt waren, wurden wir in zwei Gruppen à 5 Personen eingeteilt.
Es gab demnach auch zwei Prüfungskommissionen.
Um 8 Uhr begann das eigentliche AC.
Jede Gruppe musste selbstständig einen Zeitplan zusammenstellen, wer wann vorträgt. In dieser Reihenfolge werden auch die Interviews gehalten.
Zunächst wurde eine Gruppendiskussion zu einem politischen Thema geführt, bei der die jeweilige Kommission euch genau beobachtet. Sprecht laut und deutlich!
Gleich im Anschluss durften wir blind eine DIN A3 Karte wählen, auf der drei Themen standen. Zu einem dieser Themen wird dann ein fünfminütiger Einzelvortrag gehalten.
Basierend auf den erstellten Zeitplan wurden wir im 10-Minutentakt in einen Vorbereitungsraum (Vorbereitungszeit 20 min.) geschickt.
Nach den Vorträgen war also der größte Teil schon geschafft ! Da war es maximal 9:30 Uhr. Denn das längste am AC ist tatsächlich die Wartezeit bis zum eigenen Interview.

Im Interview fragen die Prüfer vor allem das Allgemeinwissen ab. Fangt mit der Vorbereitung am Besten vorgestern an.
Dazu wurden noch einige Fragen zur BPol, als auch zu persönlichen Dingen gestellt.
Warum wollt ihr zur BPol ?
Was unterscheidet die BPol von anderen Polizeien ? Gängige Fragen halt.
Das AC haben 9/10 bestanden, 8/9 sind gut geeignet und haben eine Direktzusage erhalten.
Ich darf mich ebenfalls über ein "gut geeignet" freuen und hoffe natürlich, dass der Arzt keinen Einwand hat.

Hoffentlich war es ein guter Einblick.
Allen Mitbewerben viel Erfolg !

LG,

Kathrin


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