Kiffer in Ruhe lassen?

Rund um das Thema Drogen....
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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon Kulinka » So 11. Jan 2015, 23:35

Niemand hier zieht eine rote Linie, das kann nur der Gesetzgeber, wie du selbst richtig sagst. In einigen Staaten dieser Welt hat der Gesetzgeber Cannabis vor die rote Linie gestellt, neben andere Drogen wie Alkohol, Tabak, Kaffee, Melisse usw. Die Etymologie des Wortes Droge enthüllt übrigens auch seine Definition, Droge ist im eigentlichen Sinne eine getrocknete und in der Regel pflanzliche Substanz. Im weiteren Sinne erfasst der Begriff heute zusätzlich alles, was geeignet ist, sich zu berauschen, trotzdem passt auch Kamillentee noch in die Bedeutungsmenge.

piotrnds, deine Ausführungen passen nicht wirklich in diesen Thread, es geht hier ja gar nicht darum, wie toll oder uncool es wäre, Cannabis zu legalisieren. Es geht um Fragestellungen wie die, was eine hypothetische Legalisierung für Folgen hätte, nach dem Motto: Würde die Polizei entlastet und könnte dringendere Aufgaben erledigen, würde sich vielleicht der Fokus der Polizeiarbeit so wie in Colorado produktiv verschieben? Was wären die Folgen für die polizeiliche Arbeit im Straßenverkehr, gäbe es mehr bekiffte Fahrer? Wenn solche und ähnliche Fragen nicht Thema bleiben, wäre ich eher für eine Schließung.

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon cancer91 » So 11. Jan 2015, 23:41

Ghostrider1 hat geschrieben:
Können wir doch gleich mit frei geben. Bissel XTC am Freitag und alles ist gut. WO waren da die Nutzer Cancer & Co? Fehlten da die Argumente?

Wieso THC freigeben und XTC nicht?

auf Seite 8 habe ich dazu bereits geschrieben :polizei2:
cancer91 hat geschrieben:
Ghostrider1 hat geschrieben:[...] Ich hatte damals (ja ich war auch mal in der freien Wirtschaft) einen Kollegen, der hat das Zeug genommen. Nie ist etwas passiert. Der Mann war gesund und hat fleißig gearbeitet. XTC freigeben?

[...]
Bei derartigen Drogen ist das Risiko einer lebensgefährlichen Überdosis viel höher, weil sich evtl jemand gleich meherere Pillen einwirft.
Genauso wie sich die Frage nach einer Legalisierung von Heroin aus dem gleichen Grund nicht stellt. Zudem ist da die Gefahr einer Ansteckung mit gefährlichen Krankheiten durch verunreinigte Spritzen gegeben.

Diese Risikofaktoren fallen beim Konsum eines Jointes weitgehend weg.
Außerdem besteht bei Cannabis nicht die Gefahr, dass beim Herstellungsprozess irgendjemand aus Versehen die falsche Chemikalie reinmischt, man muss die Blüte ja nur ernten und trocknen.
Darüberhinaus bringt Cannabis einen großen medizinischen Nutzen mit sich, hilft z.B. als Schalfmittel, Schmerzmittel, Arthrose- oder Multple Sklerose-Medikament, etc.


Edit: habe den Text etwas ergänzt
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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon Ghostrider1 » Mo 12. Jan 2015, 01:10

Cancer, bei XTC besteht also der Gefahr, dass man zu viele Pillen einwirft. Aber das einer zu oft THC konsumiert, die Gefahr besteht nicht.
Interessante Theorie
Cancer, es geht mir nicht um den medizinischen Nutzen. Da ist THC bereits freigegeben.
Zuletzt geändert von Ghostrider1 am Mo 12. Jan 2015, 01:11, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon DonFalcone » Mo 12. Jan 2015, 01:10

Cannabis wurde auch schon mit Blei bedampft um die Gewinnspannen zu maximieren.
Alles was hier bei Cannabis aufgeführt wird, könnte man genauso auf Opium ummünzen....

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon Controller » Mo 12. Jan 2015, 02:10

jupp

der Ausdruck "Panschen" entstand, als man Wasser :polizei10: irgendwie streckte :polizei3:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon cancer91 » Mo 12. Jan 2015, 15:35

Ghostrider, es geht mir um die akute Überdosis, sozusagen der Goldene Schuss.
Bei XTC besteht die Gefahr, dass sich zB beim Weggehn/Raven o.Ä. jemand überschätzt und gleich 3-4 Pillen einschmeißt.
Ich habe zumindest noch nie gehört, dass jemand an einem Joint gestorben ist. Einen Kreislaufzusammenbruch bekommt man mit Cannabis auch nur sehr schwer.


Offiziell gibt es die medizinische Freigabe aber man muss dafür fast schon mit einem Bein im Grab stehen. Und wenn man zum erlesenen Kreis gehört, hat man bzw. die zuständige Apotheke einen Haufen Papierkram und obendrein ist es sündhaft teuer.
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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon Kulinka » Mo 12. Jan 2015, 19:26

könnte man genauso auf Opium ummünzen....
Nein. Weder in der Zusammensetzung noch in der Wirkung auch nur annähernd vergleichbar. Grob zusammengefasst: Opium wirkt ganz direkt auf das ZNS, Cannabis nicht. Was Cannabis in zwanzig Jahren Hardcorekonsum aus dir macht, übertrifft Opium locker in sechs bis zwölf Monaten. Hinzu kommt die ständige Gefahr der Überdosierung. Schlechter Vergleich.

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon DonFalcone » Mo 12. Jan 2015, 21:53

:pfeif: Wollte auch mal Äpfel mit Birnen vergleichen! ;D

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon piotrnds » Di 13. Jan 2015, 20:07

[quote="atdsvl91"]Sind bestimmt auch kaum PVB hier vertreten, die schonmal Drogentote hatten./quote]

Ja, Drogentote: 74.000 Menschen in Deutschland pro Jahr (!!!) an Alkohol... Ich möchte hier wirklich nicht eine Droge der anderen bevorzugen, sondern lediglich mal daran erinnern, dass das, was von denen, die stolz berichten, einen Hanfkonsumenten in den Knast gebracht zu haben, nach Feierabend gern konsumiert wird, ohne einen schlechten Gedanken, mehr Tote pro Jahr fordert als alle illegalen Drogen zusammen. Es nervt mich schlichtweg, wenn hier nicht substanz- sondern vorurteilbasiert diskutiert wird.

(Nicht an den zitierten gerichtet) Ich werde mich hier nun ausklinken, da einige hier scheinbar "Lebenserfahrung" über Fakten stellen. Mit manchen Personen kann man einfach nicht diskutieren. Wenn ihr gegen eine Legalisierung seid, ist das eure Sache - aber ich brauche mir hier nicht sagen lassen, wenn ich versuche, halbwegs wissenschaftlich zu argumentieren, ich würde mich auf eine Seite schlagen, nur, weil einige User berufsblind zu sein scheinen.

Der Polizeipräsident von Münster ist meiner Meinung, das zeigt mir, dass ich damit auch in Fachkreisen nicht allein dastehe.

Ich finde es geradezu weltfremd, wenn ich daran denke, wie unterbesetzt die deutsche Polizei ist, zu fordern, man möge sich doch nun auch noch um jede Kleinigkeit kümmern, die eh nicht verhindert werden kann. Egal, was im Gesetz steht - es interessiert keinen, der kiffen möchte. Wer unter Drogen - ob Alkohol oder Cannabis - Auto fährt, hat meiner Meinung nach ein Problem und sollte keinen Führerschein mehr haben dürfen, aber die Verfolgung von Konsumenten, die niemandem schaden, halte ich für ein Relikt aus alten Zeiten, das nicht allzu lange Bestand haben dürfte.

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon vladdi » Di 13. Jan 2015, 21:56

Menschen sterben.
Es gibt auch Menschen, die auf Grund von Drogenkonsum sterben.
Das ist für mich jedoch kein Argument gegen Cannabis.
Zumal Menschen an Heroin-, Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch bessere Chancen haben zu sterben, als an Cannabismissbrauch. Wobei der Missbrauch jeglicher Stoffe und Dinge ungesund ist, sogar zu viel Sport kann ungesund sein. Wenn wir Drogen und Rauschstoffe in der Gesellschaft zu lassen und akzeptieren, wie Rauchen oder Alkohol, dann ist die Ausgrenzung von Cannbis falsch. Wie ich schon sagte berauschen sich schon die Urvölker. Es scheint also ein menschliches Bedürfnis zu sein sich zu berauschen. Das kann man gut finden oder nicht. Prävention und Missbrauchshilfe sollten dann auch Teil des Staates sein, aber die Ausgrenzung einer verhältnismäßig harmlosen Rauschdroge ist nicht angebracht und die Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten wird dem nicht gerecht.

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon DocSnuggles » Mo 19. Jan 2015, 09:17

piotrnds hat geschrieben:Ich finde es geradezu weltfremd, wenn ich daran denke, wie unterbesetzt die deutsche Polizei ist, zu fordern, man möge sich doch nun auch noch um jede Kleinigkeit kümmern, die eh nicht verhindert werden kann.
Körperverletzungen, Ladiendiebstähle u.ä. könne im Regefall auch nicht verhindert warden. Desgleichen Owis wie unangeschnallt Fahren oder auch FoF. Sollen wir die Bearbeitung davon auch einstallen?
piotrnds hat geschrieben:Egal, was im Gesetz steht - es interessiert keinen, der kiffen möchte.
Die Leute in den o.g. Beispielen auch nicht.
"Oft ist "kritisch" eine gute Eigenschaft, manchmal aber auch ein Synonym für "keine Ahnung, aber für alles eine Meinung"."
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Re: AW: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon vladdi » Mo 19. Jan 2015, 10:28

Mag stimmen.... natürlich darf man auch über die Strafbarkeit / Verwaltungsunrecht anderer Taten diskutieren... aber was haben den andere Themen mit der Fragestellung Cannabis zu tun?

Anschnallpflicht: meiner Meinung nach sollten die Bußgelder rauf, speziell bei nicht Sicherung von Kindern.

Die Rechtsprechung im Bereich KV Delikte ist mir zu schwach und zu langwierig.

Schwarzfahren sollte als Owi runtergestuft werden.

Und so gibt es zig Themen. Hier war jetzt das Thema Cannabis legalisieren bzw Kiffer in Ruhe lassen.

Solange der Besitz eine Straftat ist dürfen wir die Kiffer nicht in Ruhe lassen.
Aber nicht jeder 'Furzanhaftung' muss Besitz sein.. ein bisschen Augenmaß tut dem einen oder anderen ganz gut.

Kein Argument gegen die Legalisierung ist, dass Kiffer Fahrzeuge führen könnten - ist und bleibt ganz klar verboten.

Auch kein Gegenargument ist, dass das gefährlich ist, solange andere (gefährlichere Drogen) legal sind.

Die Cannabispolitik muss sich der modernen Gesellschaft anpassen (oder der alten Gesellschaft, wenn man mal den Rausch der Urvölker betrachtet).

Einziges Argument gegen Cannabis ist die persönliche Abneigung und der Drang diese Meinung anderen aufzwingen zu wollen.
Bisher gab es dafür eine demokratische Mehrheit.
Ich hoffe künftig auf mehr Toleranz.

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon 1957 » Mo 19. Jan 2015, 10:48

da gehe ich mit , vladdi.

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Re: AW: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon RafaelGomez » Mo 19. Jan 2015, 11:44

vladdi hat geschrieben: Einziges Argument gegen Cannabis ist die persönliche Abneigung und der Drang diese Meinung anderen aufzwingen zu wollen.
Bisher gab es dafür eine demokratische Mehrheit.
Ich hoffe künftig auf mehr Toleranz.
Ich meine, es schon geschrieben zu haben, wiederhole es aber gern nochmals: Die 'Gesellschaft' braucht nicht mehr, sondern eher weniger Rauschmittel. Alkohol zurückzudrängen wird ein langwieriger Prozess sein, bei Zigaretten geht's ja schon den vernünftigen Weg, wenn ich die Restriktionen vor 30 Jahren und heute vergleiche. Wobei Nikotin zwar Sucht/Gewöhnung, aber weniger 'Rausch' beinhaltet.

Vielleicht bin ich beruflich negativ geprägt, aber nach meiner Ansicht ist alles, was den Menschen in seiner Steuerungsfähigkeit beeinflusst, 'schlecht'. Also ist weniger in der Hinsicht mehr.

Gruß

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Re: Kiffer in Ruhe lassen?

Beitragvon Controller » Mo 19. Jan 2015, 15:34

Um mal einen Gedanken fortzuführen:

Freiheit ist immer provokant ....... :pfeif:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)


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