Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

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Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Freeman12349 » Di 25. Okt 2011, 19:13

Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Sonnenschein macht Geräte unbrauchbar - Mysteriöse Phantomrufe blockieren Frequenzen

Fällt ein Gerät aus, funktioniert auch der Notknopf zum Herbeirufen von Hilfe nicht

Das neue Funksystem hat die Hansestadt bereits 53 Millionen Euro gekostet

Bislang gilt der 53 Millionen Euro teure Digitalfunk als Vorzeigeprojekt der Hamburger Innenbehörde. Das könnte sich jedoch bald ändern. Denn nach Informationen der "Welt" weist das seit 2004 geplante, aber bis heute nicht hamburgweit eingeführte neue System gravierende Schwächen auf. Die Bedienelemente der Funkgeräte der Polizei leiden unter einer Art Sonnenbrand. Sobald die Sonne stärker scheint, kann es vorkommen, dass das Display am Hörer des Funkgerätes ausfällt. Das Funkgerät selbst funktioniert zwar weiter. Doch die Beamten können es nicht mehr bedienen. "Funken ist dann unmöglich, selbst der Notrufknopf, der benutzt wird, wenn es zu einer kritischen Situation kommt und dringend Verstärkung gebraucht wird, löst in diesem Fall nicht mehr aus, weil er Teil des Bedienhörers ist", erläutert ein Beamter.

Das zweite Problem ist kaum weniger gravierend. Es werden immer wieder Phantomrufe ausgelöst. Digitalfunkgeräte der Polizei schalten sich wie von Geisterhand ein und gehen auf Sendung. Die Folge: Sie blockieren die Funkrufgruppe. Auch in diesem Fall können Peterwagenbesatzungen nicht mehr funken. Allerdings funktioniert bei dieser Blockierung zumindest der Notrufknopf. "Es gab Fälle, in denen das Gerät eines abgestellten Funkstreifenwagens eine ganze Nacht lang auf Sendung war und damit den Funkverkehr störte", so der Beamte. "Es ist erst einmal schwierig, den Verursacher zu finden. Dann muss jemand hinfahren und das Gerät abstellen."

Günter Krebs, Projektleiter Digitalfunk, bestätigt beide Probleme. "Ja es gibt sie", sagt er. "Beides sind Probleme, die beseitigt werden müssen." Daran arbeiteten die Polizei und der Hersteller mit Hochdruck. Bislang allerdings vergebens. Beim "Sonnenbrandproblem" ist man der Ursache auf der Spur. Es hat bereits vielfältige Versuche gegeben. Unter anderem wurden Funkgeräte in einen Backofen gesteckt. Das Ergebnis: Das Gerät schmilzt, funktioniert aber noch. "Es ist offensichtlich eine Mischung aus Sonne und Wärme, die den Ausfall verursacht", so Krebs. Je heller und wärmer es werde, desto eher trete der Fehler auf. "Wir hatten Glück, dass dieser Sommer nicht besonders sonnig war. Trotzdem kam es etwa 50 Mal zu derartigen Ausfällen", so der Insider. "Das Fatale ist, dass man erst den Ausfall des Bedienteils bemerkt, wenn man funken will. Dann kann es im Ernstfall zu spät sein."

Noch komplexer ist laut Krebs das Problem der Phantomrufe, das bundesweit existiert. Netzbetreiber und die zuständige Bundesanstalt suchen den Fehler. Bislang ebenfalls erfolglos. "Das Gerät springt von sich aus an und schaltet sich nach zwei Minuten wieder ab", sagt Krebs. "Manchmal schaltet es sich nach dem Abschalten sofort wieder an." Krebs beteuert, dass es sich um Einzelfälle handle. "Sie sind nervig, aber angesichts der Vorteile vertretbar." Die Funkabdeckung habe sich wesentlich verbessert. "Deswegen werden wir die Nachteile zunächst hinnehmen, aber vom Hersteller eine Lösung einfordern", so Krebs. Vorwürfen, dass die Geräte auch billig eingekaufte, nicht optimale Bauteile enthielten, widerspricht er.

Anders sieht das Joachim Lenders, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. "Jetzt zeigt sich, dass wir den hochwertigsten und nicht den ökonomischsten Anbieter gebraucht hätten", sagt er. "Hier geht es um einen der Kernbereich für die Sicherheit der Kollegen. Da darf null Risiko hingenommen werden." Komme keine schnelle Lösung, müsse man den Digitalfunk "abschalten".
Quelle: welt.de

Hat mit den Problemen schon jemand Erfahrungen gemacht?
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon ruckizucki » Di 25. Okt 2011, 19:27

Ja.

Der Phantomruf trat bei uns auch auf (Ba-Wü). Nach Netzoptimierungen nicht mehr.

Zu der Wärme/Lichtbestrahlung der Digitalfunkgeräte: Es soll eine Charge gewesen sein, bei welcher sich bei ungünstigen Zusammentreffens von Sonnen- und Wärmeeinstrahlung das HBC unmerklich und gering verzogen hat und so zu der Fehlfunktion geführt hat. Ist mittlerweile bei uns nicht mehr aufgetreten.

Und der Herr der DPolG sollte sich einmal die Vergaberichtlinien zu Gemüte führen und weniger sein Unwissen öffentlich zur Schau tragen:

Öffentliche Haushalte sind ab einer bestimmten Summe einer Anschaffung gezwungen, diese auszuschreiben, ggf. europaweit. Und den Zuschlag bekommt nicht jener, der dem Auftraggeber in den Kram passt, sondern der günstigste Anbieter. Und das zwingend.
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Landsknecht » Di 25. Okt 2011, 22:25

ruckizucki hat geschrieben:Ja.

Der Phantomruf trat bei uns auch auf (Ba-Wü). Nach Netzoptimierungen nicht mehr.

Zu der Wärme/Lichtbestrahlung der Digitalfunkgeräte: Es soll eine Charge gewesen sein, bei welcher sich bei ungünstigen Zusammentreffens von Sonnen- und Wärmeeinstrahlung das HBC unmerklich und gering verzogen hat und so zu der Fehlfunktion geführt hat. Ist mittlerweile bei uns nicht mehr aufgetreten.

Und der Herr der DPolG sollte sich einmal die Vergaberichtlinien zu Gemüte führen und weniger sein Unwissen öffentlich zur Schau tragen:

Öffentliche Haushalte sind ab einer bestimmten Summe einer Anschaffung gezwungen, diese auszuschreiben, ggf. europaweit. Und den Zuschlag bekommt nicht jener, der dem Auftraggeber in den Kram passt, sondern der günstigste Anbieter. Und das zwingend.
Nett geschrieben, aber falsch. Die ausschreibende Behörde legt in der Ausschreibung eine Gewichtung der Beurteilungskriterien fest. Hier können auch Ausschlußkriterien definiert werden, die dazu führen das ein Bieter abgewiesen bzw. sein Gebot nicht berücksichtigt wird, egal, wie billig sein Angebot war. Somit kann der Auftraggeber sehr wohl steuern, wohin die Reise geht.

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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Landsknecht » Di 25. Okt 2011, 22:30

Freeman12349 hat geschrieben:Hat mit den Problemen schon jemand Erfahrungen gemacht?
Die beschriebenen Probleme scheinen ausschließlich bei Sepura-Endgeräten aufzutreten. Ich habe dergleichen bei uns noch nicht erlebt. Das heißt aber nicht daß wir keine Probleme hätten ;-)

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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon ruckizucki » Mi 26. Okt 2011, 07:34

Landsknecht hat geschrieben:Nett geschrieben, aber falsch. Die ausschreibende Behörde legt in der Ausschreibung eine Gewichtung der Beurteilungskriterien fest. Hier können auch Ausschlußkriterien definiert werden, die dazu führen das ein Bieter abgewiesen bzw. sein Gebot nicht berücksichtigt wird, egal, wie billig sein Angebot war. Somit kann der Auftraggeber sehr wohl steuern, wohin die Reise geht.
Das ist korrekt. Natürlich erstellt die ausschreibende Behörde eine Ausschreibungsunterlage, welche auf Grund ihrer Anforderungen den Bieterkreis naturgemäß einengt.

Eine Ausschreibung aber so auf einen Bieter zu formulieren, dass andere, gleichwertige Bieter nicht zum Zuge kommen können, ist nicht statthaft (z.B. "wir wollen unbedingt BMW-Streifenwagen, also schreiben wir die Ausschreibung so, dass die anderen gar nicht ausgewählt werden können...)

Dann können die unterlegenen Bieter vor der Vergabekammer gegen die Vergabe klagen. Und das zu Recht.

Der Mensch aus der Stadt HH hat ja selbst angegeben, dass sich die Sepura- und die Motorolageräte vom Leistungsumfang her nichts schenken. Also wäre eine Vergabe - bei anscheinend höherem Preis - an Motorola nicht statthaft gewesen.

Und das meinte ich.
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Challenger » Mi 26. Okt 2011, 13:34

In Hessen werden die Endgeräte von Motorola kommen (zumindest die portablen). Welche wurden in HH und Ba-Wü angeschafft?
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Freeman12349 » Mi 26. Okt 2011, 14:14

HH hat mWn Geräte von Sepura.
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon _Mephisto_ » Mi 26. Okt 2011, 14:35

Wir haben die Digitalfunkgeräte von Motorola.
Nach einem Jahr Test ist mir keins der genannten Probleme aufgefallen.
Auch wenn sie in der Sonne liegen funktionieren sie einwandfrei, von Phantomrufen hab ich noch nie gehört, höchstens Kollegen die aus Versehen auf den Notrufknopf drücken, immer wieder lustig :D
Auch hat sich noch nie ein Gerät aufgehangen, geht 12 h am Stück.
Und wenn eins ausfallen sollte: Würde ein Analogfunkgerät ausfallen, könnte man damit genau so wenig Hilfe rufen :polizei4:
Einzig und allein ist halt die Netzstruktur noch nicht so weit ausgebaut.
Vielleicht hätte sich Hamburg lieber mal bei Thüringen was abschauen sollen. :zunge:

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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon ruckizucki » Mi 26. Okt 2011, 15:41

Challenger hat geschrieben:In Hessen werden die Endgeräte von Motorola kommen (zumindest die portablen). Welche wurden in HH und Ba-Wü angeschafft?
Ba-Wü: Sepura.
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Challenger » Mi 26. Okt 2011, 15:45

@Mephisto:

Ich nehme mal an, Du sprichst für Thüringen!? Welchen Gerätetyp nutzt ihr und wie gestaltet sich die Bedienbarkeit?
Bei uns heißt es, die Nutzer müßten wegen der Komplexität der Menüführung am Gerät beschult werden... :polizei10:
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Landsknecht » Mi 26. Okt 2011, 20:29

ruckizucki hat geschrieben:Eine Ausschreibung aber so auf einen Bieter zu formulieren, dass andere, gleichwertige Bieter nicht zum Zuge kommen können, ist nicht statthaft ......Dann können die unterlegenen Bieter vor der Vergabekammer gegen die Vergabe klagen. Und das zu Recht.
Grau ist alle Theorie. In der freien Wildbahn sieht die Sache ganz anders aus, wie die Vergabepraxis zeigt. Ich sage es gerne nochmal: der Preis ist nur einer von vielen Faktoren und kommt erst dann zum Tragen, wenn zwei wertungsgleiche Gebote vorliegen. Die Festlegung der Beurteilungskriterien entscheidet also im Grunde im Vorfeld über den Gewinner. Jeder Bieter bekommt die Gewichtung bereits mit den Ausschreibungsunterlagen mitgeteilt, kann sich also ausrechnen, wie die Erfolgsaussichten sind.

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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon Landsknecht » Mi 26. Okt 2011, 20:43

Challenger hat geschrieben:@Mephisto:

Ich nehme mal an, Du sprichst für Thüringen!? Welchen Gerätetyp nutzt ihr und wie gestaltet sich die Bedienbarkeit?
Bei uns heißt es, die Nutzer müßten wegen der Komplexität der Menüführung am Gerät beschult werden... :polizei10:
Hessen hat HRT und MRT bei Motorola bestellt, die HRT kann jeder ohne Schulung bedienen, der schon mal ein Motorola- oder Nokia-Mobiltelefon in der Hand hatte. Das gilt auch für die MRT, wenn die Orginalbedienteile zum Einsatz kommen, bei einer kombinierten Migrationslösung wie V+D oder Raven oder Carls ist eine Schulung schon angebracht. Die Tarnfunkgeräte haben eh kein Display, daher ist ne Schulung hier wichtig.

Ungeachtet dessen liefert M auch Schulungsunterlagen, CBT-Software und Lehrgänge mit. Aber mach Dir Dein eigenes Bild und sag uns bei Gelegenheit, wie Du klargekommen bist.

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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon MICHI » Mi 26. Okt 2011, 22:20

_Mephisto_ hat geschrieben: Vielleicht hätte sich Hamburg lieber mal bei Thüringen was abschauen sollen. :zunge:
da brauchen wir uns nichts abschauen, da die in dem artikel angebrachten beispiele "hitze" schon einige zeit zurück liegen und bis dato nicht wieder aufgetaucht sind.

auch wurde in dem artikel völlig überzogen; man könne keine hilfe rufen und keinen notruf absetzen.

neben dem fahzeugerät befinden sich zwei handfunkgeräte auf dem fahrzeug bzw. je eines am mann, mit dem man jederzeit notruf senden kann.

bei der masse an funkgeräten, die wir ausgeleifert bekommen haben, kann schon mal das eine oder andere defekt sein,
und leider stellt man dieses in den meisten fällen erst in der praxis fest.

mal etwas zum "phantomfunk", der offenbar in der sache bündelfunk selbst liegt.
da die sendende funkstelle im display angezeigt wird, ist der störenfried eigentlich schnell zu finden und das gerät kann ggf. ausgeschaltet werden.

da die sepura-geräte bei uns immer wieder updates erhalten, auch um die bedienbarkeit an die bedürfnisse der kollegen anzupassen, wird es immer weniger probleme technischer hinsicht geben, wobei ein großteil der kritik in den eigenen reihen aus bedienfehlern resultiert.

und was die netzabdeckung bei uns angeht, bin ich persönlich allen unkenrufen im vorwege zum trotz, angenehm überrascht.
im fahrzeug bisher noch keinerlei funklöcher festgestellt, mit den handfunkgeräten treten vereinzelnd leistungsschwankungen auf, und das an orten, die auch im analogfunk probleme bereiteten.

vorige woche durfte ich im rahmen eines einsatzes einmal wieder analogen funk hören.....grottig!!
Gruß
MICHI


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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon ruckizucki » Do 27. Okt 2011, 08:15

Landsknecht hat geschrieben:Grau ist alle Theorie. In der freien Wildbahn sieht die Sache ganz anders aus, wie die Vergabepraxis zeigt. Ich sage es gerne nochmal: der Preis ist nur einer von vielen Faktoren und kommt erst dann zum Tragen, wenn zwei wertungsgleiche Gebote vorliegen. Die Festlegung der Beurteilungskriterien entscheidet also im Grunde im Vorfeld über den Gewinner. Jeder Bieter bekommt die Gewichtung bereits mit den Ausschreibungsunterlagen mitgeteilt, kann sich also ausrechnen, wie die Erfolgsaussichten sind.
Wenn das alles so easy-peasy ist wie du schreibst, kann ich mich mit der Erstellung der aktuellen Ausschreibungsunterlagen ja entspannt zurücklehnen.

:polizei2:
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Re: Gravierende Pannen beim neuen Digitalfunk der Polizei

Beitragvon cosmic » Do 27. Okt 2011, 21:51

Was allgeimeines zur "Digifunk-Berichterstattung":

" 'Der Digitalfunk' ist voller gravierneder Pleiten und peinlicher Pannen!"

Dieser Satz scheint mir in Stein gemeiselt. Beim Digitalfunk kann nichts gutes bei rumkommen, weil nichts gutes dabei rumkommen darf, so habe ich manchmal den Eindruck. Jede Kinderkrankheit, die zu erwarten war, wird reflexartig zu einem "graviernden Problem" oder zu einer "massiven Störung" aufgebauscht. Regelmäßig wird noch mal auf "das einzigste Land, in dem es neben Deutschland noch keinen Digitalfunk gibt" hingewiesen: Albanien!!!! (Wahlweise auch: Afghanistian! Oder war es Armenien?) Alle anderen Länder haben ja schließlich "schon seit Jahren" Digitalfunk, "flächendeckend!" Wird zumindest behauptet, um das Prädikat "Peinlich!" verleihen zu können. Das bei der Ausschreibung nicht alles glatt gelaufen ist, weiß ich selber, und das sich einige Politiker nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben, als es um die Finanzierung ging, auch.

In den eignen Reihen wird auch mal gerne was durcheinander geworfen: "Die blauen Uniformen sind total unnötig, da soll man das Geld lieber für den Digitalfunk ausgeben, der kommt ja noch immer noch lange nicht, sollte doch schon zur Fußball-WM 2004 (sic!), oder so, soweit sein!" hörte ich tatsächlich mal. Der freundliche Hinweis, dass man sich über die fortschreitene Umstellung im Intranet informieren könnte, anstatt alles nachzuplappern; und das man (festhalten!) tatsächlich bald in blau digital funkt, wurde notorisch überhört. (Das zum Thema "innerdienstliche Informationsgewinnung" setzt aber vorraus, dass man vor dem Dienstrechner hockend auch mal entsprechende Seiten anklickt, und nach der erfolgten Dienstplanung nicht sofort das Fratzenbuch öffnet....grmmmpf!)

Ich bin kein Träumer, dass es gerade in der Anfangsphase Probleme geben wird, liegt auf der Hand. Wie sagte ein Bekannter, seines Zeichens freiwilliger Feuerlöscher, passend: "Der Digitalfunk, hör mir auf, mag ja für euch bei der Polizei ne gute Sache sein, aber für uns Freizeitfunker ist das doch schon ne Nummer zu kompliziert!"


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