Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Hier könnt Ihr Vor-und Nachteile von Ausrüstung diskutieren, Neuanschaffungen ankündigen oder Verbesserungsvorschläge einbringen

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DerLima
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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon DerLima » Fr 8. Nov 2013, 18:19

der kanadier hat geschrieben:vllt stehe ich auf dem Schlauch :
Wann kann ich ein Schulterholster tragen, aber kein normales (verdecktes) Hüftholster ?
Ne Lage Kleidung vom Verdecken brauch ich immer, da kann ich ein Zivilholster nehmen

Und es gibt noch andere Methoden, Trooper hat hier mal ein IWB Holster vorgestellt. Dann lieber sowas als ein Schulterholster.
Das IWB Holster von 5.11 finde ich wirklich gut. Leider gibt es das nicht für mein Waffenmodell...
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ChrisC
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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon ChrisC » Fr 8. Nov 2013, 19:12

der kanadier hat geschrieben:vllt stehe ich auf dem Schlauch :
Wann kann ich ein Schulterholster tragen, aber kein normales (verdecktes) Hüftholster ?
Ne Lage Kleidung vom Verdecken brauch ich immer, da kann ich ein Zivilholster nehmen

Und es gibt noch andere Methoden, Trooper hat hier mal ein IWB Holster vorgestellt. Dann lieber sowas als ein Schulterholster.
Ein Gürtelholster, auch eines zum verdeckten tragen, braucht immer einen stabilen Gürtel um es dran zu hängen, IWB- und Paddle-Holster brauchen zumindest einen stabilen Hosenbund. Es gibt aber auch Kleidung bei der ich das nicht habe.

Erfordert es die Lage, dass z.B. ein Trainingsanzug getragen werden muss, oder bei Frauen einen Rock oder ein Kleid, dann habe ich keinen stabilen Hosenbund oder Gürtel. Oder ich muss bei großer Kälte lange draußen stehen und habe, weil es das Umfeld erfordert einen langen Wintermantel an. Den bekomme ich nicht so schnell auf, dass ich einigermaßen zügig an ein Gürtelholster komme, aber den oberen Teil eines Mantels öffnen um an ein Schulterholster zu kommen geht schon.

Keine Frage, das Schulterholster ist ein Ausrüstungsgegenstand für spezielle Einsatzlagen, aber es generell abzulehnen ist falsch.

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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon hey98765 » Fr 8. Nov 2013, 20:25

Challenger hat geschrieben:
hellbert hat geschrieben:Fakt ist, dass die Industrie mit Wechsel-Stegen, Platten und und und eine Vielzahl von sicheren Möglichkeiten bietet, eine Waffe zu tragen.
Wobei da allerdings auch viel Schrott dabei ist. So hat sich bspw. die Polizei Hessen eigens einen längeren Steg mit Gelenk anfertigen lassen, der außer viel zu kosten eigentlich zu nichts gut ist. Kein Wunder, daß neben mir auch viele andere die Trageweise kurz bevorzugen. Seit der Abschaffung der schweren Schutzwesten ist die lange Trageweise noch sinnloser. Die Waffe mittels Beinholster noch weiter unten zu positionieren erschließt sich mir nicht und ich habe hier auch noch keine schlüssigen Argumente dafür gelesen (ausgenommen dem Verletzungsrisiko für Kradfahrer).

Ein weiteres Argument gibt es dazu schon und es wurde, wenn ich mich nicht täusche, auch schon genannt:
Bei einigen Kollegen drückt das Hüftholster, aufgrund des mittlerweile hohen Gewichtes der Waffe und der sonstigen Einsatzmittel am Gürtel, auf den Hüftknochen. Gerade in langen Einsätzen / Streifen ist dies mehr als unangenehm. Diese Erfahrung mache ich selbst immer wieder. Darum nutze ich in entsprechenden Einsätzen immer das bereitgestellte Beinholster.

Hier ist es, wie aber auch schon genannt, wichtig, dass dieses nicht am Knie "herumhängt / -schlackert", sondern relativ weit oben sitzt. In dieser Trageweise ist dann auch eine schnelle Verfolgung zu Fuß ohne Probleme möglich.
Auch das Überwinden von Hindernissen (Zäune, etc.) ist mit einem Beinholster kein Problem (ebenfalls bereits zig Mal gemacht). Dass man das zuvor natürlich schon einmal gemacht haben sollte ist auch klar. Hier darf aber nicht vergessen werden, dass grundsätzlich alles erst einmal geübt werden muss. Auch mit einem Hüftholster kann ich beim Überwinden (z. B. eines Zaunes) hängen bleiben.


Insgesamt bin ich der Meinung, dass man den Beamten einfach verschiedene Varianten (z. B. Modulares System von Safariland) zur Verfügung stellen sollte. Jeder soll sich dann seinen Favoriten heraussuchen und diesen nutzen können. Eine Variante die jeden zu 100%ig befriedigt gibt es nicht. Dazu sind die Kollegen durch ihre Wünsche, Körperformen, etc. einfach zu unterschiedlich.
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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon Challenger » Sa 9. Nov 2013, 12:04

hey98765 hat geschrieben:Bei einigen Kollegen drückt das Hüftholster, aufgrund des mittlerweile hohen Gewichtes der Waffe und der sonstigen Einsatzmittel am Gürtel, auf den Hüftknochen.
Ich weiß nicht, aber was sollen da Kolleginnen erst sagen? Ich kann es ehrlich gesagt auch nicht sonderlich gut nachvollziehen, da ich das Problem weder hatte, nach habe. Aber oft hilft auch die kritische Betrachtungsweise bezüglich der Trageweise des Gürtels und die Anzahl/Positionierung der daran angebrachten Ausrüstungsgegenstände.

Bei uns gilt zudem: die P30 ist leichter als die vorherige P6.
hey98765 hat geschrieben:Insgesamt bin ich der Meinung, dass man den Beamten einfach verschiedene Varianten (z. B. Modulares System von Safariland) zur Verfügung stellen sollte.
Theoretisch vielleicht gut gemeint. In der Praxis jedoch kaum umsetzbar, wenn man bei der Aus- und Fortbildung auf einem Nenner basierende Standards (ein)halten möchte. Aber vor allem dürfte es am Trainingsstand der einzelnen Beamten und dem Willen scheitern, sich mit solchen Themen ernsthaft und kontinuierlich - auch über die Dienstzeit hinaus - auseinander zu setzen.
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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon vladdi » So 10. Nov 2013, 08:02

Challenger hat geschrieben:
hey98765 hat geschrieben:Insgesamt bin ich der Meinung, dass man den Beamten einfach verschiedene Varianten (z. B. Modulares System von Safariland) zur Verfügung stellen sollte.
Theoretisch vielleicht gut gemeint. In der Praxis jedoch kaum umsetzbar, wenn man bei der Aus- und Fortbildung auf einem Nenner basierende Standards (ein)halten möchte. Aber vor allem dürfte es am Trainingsstand der einzelnen Beamten und dem Willen scheitern, sich mit solchen Themen ernsthaft und kontinuierlich - auch über die Dienstzeit hinaus - auseinander zu setzen.
Hallo,

ich bin mir ziemlich sicher, dass die Ausbilder ihre Ausbildung an FEM und schießen so gestalten könnten, dass dort ein modulares System vorgestellt würde, praktisch ausprobiert würde und jeder Polizeianwärter eine für sich passende Lösung findet und dennoch Einsatztraining, Schießtraining, etc auf einem Standard geschult wird.
Was ändert sich denn an Taktikt, Schießfingerdisziplin, Mündungskontrolle, Handhabung, etc ob die Waffe kurz, mittel, lang am Gürtel getragen wird oder im Beinholster?

Ich geh neben der der Forderung von oben nach einem modularen Holster noch einen Schritt weiter und sage, dass bei vielen FEM der Polizei mehrere verschiedene Modelle beschafft werden müssten und der Beamte individuell die Einsatzmittel wählt, mit denen er selber am besten klarkommt.

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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon Trooper » So 10. Nov 2013, 10:32

Was ändert sich denn an Taktikt, Schießfingerdisziplin, Mündungskontrolle, Handhabung, etc ob die Waffe kurz, mittel, lang am Gürtel getragen wird oder im Beinholster?
Ziehvorgang und Schutz gegen Fremdzugriff... zum Beispiel.

Prinzipell finde ich deinen Gedankengang nicht verkehrt, weil ich (wie jeder "gearhead") selber natürlich gerne meine maßgeschneiderte Ausrüstung zusammenstellen würde. In der Praxis sehe ich das Problem (abgesehen von den höheren Kosten), daß eine derartige individualisierte Ausstattung beim Anwender ein sehr hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, Fachwissen, Erfahrung, Gewissenhaftigkeit und Trainingsehrlichkeit voraussetzt. Mehr, als der durchschnittliche Schutzmann bereit ist, sich anzueignen und aufrechtzuerhalten.
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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon hey98765 » Di 12. Nov 2013, 19:06

Ich stimme vladdi zu. Jeder sollte (aus einer gewissen Auswahl) sich seine Ausrüstung zusammenstellen können. Dass dies zu höheren Kosten führt ist meines Erachtens auch für die Polizeiführung das entsprechende Kriterium, dass es nicht eingeführt wird. Man darf hier schließlich nicht nur die höheren Erstausstattungskosten, sondern auch ggf. höheren Folgekosten (Wartung, Reparatur, Ersatz) nicht vergessen. Plötzlich kann ich nicht mehr z. B. 20.000 Stück Holster von einer Marke und Typ, sondern müsste 3 Verschiedene bestellen.

Durch ein modulares System könnten die Beamten auch mit der Zeit ggf. ihre Ausrüstung umstellen, wenn die sich aufgrund anderer Anforderungen (Körperveränderung - z. B. Gewichtszu- / -abnahme oder Schichtbeamter wechselt zu Einsatzeinheit, etc.) ändert.


Das Argument von Trooper, dass ggf. in sehr wenigen Teilbereichen das Training etwas anders notwendig wäre, ist natürlich richtig. Das kann aber aus meiner Sicht bei den entsprechenden Trainings berücksichtigt werden. Dazu sind die Trainer sicherlich in der Lage.
Das Einzige was vereinzelt vorkommen könnte wäre, dass einzelne Beamte ständig ihre Ausrüstung wechseln und somit kein festes, einstudiertes, sicheres Handhabungssystem haben.
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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon cosmic » Mi 13. Nov 2013, 15:30

In NRW kann ich mich über die zur Verfügung stehenden Einsatzmittel nicht beschweren. Es sind nicht alles die bestmöglichen und neuesten Spitzenprodukte, aber alles ist sehr gut brauchbar.
Es kommt halt immer auf die eigene Erwartungshaltung an. Ich kann mich beschweren, dass mein Dienstherr jetzt nicht drei komplett verschiedene Holster der neuesten Generation aus dem Copshop zur Auswahl stellt. Ich kann aber anerkennen, dass mir mein Dienstherr ein sehr robustes Sicherheitsholster zur Verfügung stellt, an dem ich verschieden lange Stege montieren kann, um so die für mich angenehmere Trageweise an meinem ebenfalls zur Verfügung gestellten Koppelsystem herauszufinden. Oder er gibt mir auch nun auch noch die Möglichkeit, ein Oberschenkelholster zu tragen, wenn es denn sein muss. Während woanders die aus ausrangierten Restbeständen anderer BL aufgekaufte Plempe in ein Lederholster mit Riemen und Druckknopf verstaut wird!

Was die Trageweise oder Einstellungen vom Holster angeht, stehen zumindest in meiner Behörde die Schießtrainer und der Gerödelwart höchstselbst zur Verfügung.

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Re: Neues Waffenholster bei der Polizei NRW?!

Beitragvon Challenger » Fr 15. Nov 2013, 10:46

Trooper hat geschrieben:In der Praxis sehe ich das Problem (abgesehen von den höheren Kosten), daß eine derartige individualisierte Ausstattung beim Anwender ein sehr hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, Fachwissen, Erfahrung, Gewissenhaftigkeit und Trainingsehrlichkeit voraussetzt. Mehr, als der durchschnittliche Schutzmann bereit ist, sich anzueignen und aufrechtzuerhalten.
Genau darauf wollte ich hinaus! Du hast es allerdings besser auf den Punkt gebracht.
Challenger


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