Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Hier könnt Ihr Vor-und Nachteile von Ausrüstung diskutieren, Neuanschaffungen ankündigen oder Verbesserungsvorschläge einbringen

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Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Kontusion » Di 30. Aug 2016, 16:59

Hallo Zusammen,

ich habe jetzt mehrere Kollegen kennengelernt, die im Dienst privat angeschafftes Erste Hilfe Material dabei haben. Das reicht von einem Tourniquet am Holster über eine kleine Tasche mit Verbandsmaterial bis zu einem im Streifenwagen mitgeführten kleinen Notfallrucksack inkl. Intubationsmaterial (bei entsprechender Ausbildung).

Habt ihr selbst auch etwas in der Richtung dabei bzw. wird bei euch dienstlich mehr gestellt als der DIN Kasten im PKW?
Was haltet ihr an Ausrüstung für sinnvoll?

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon MICHI » Di 30. Aug 2016, 17:02

http://www.copzone.de/phpbb3/viewtopic.php?t=60595

Das ergab die Suchfunktion. Dürfte eigentlich aufschlussreich genug sein, um nicht erneut diskutiert zu werden.
Bzw. hätte man auch dort fragen können.
Gruß
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Klaus M.
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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Klaus M. » Di 30. Aug 2016, 18:06

Naja, der Thread ist fast 5 1/2 Jahre alt, was auf dem Gebiet der taktischen Medizin aktuell 'ne kleine Ewigkeit bedeutet.

Zudem sind da Diskussionsstil und vertretene Ansichten... ähmja, nunja. :gruebel:

Meinst Du wirklich, das Ding wieder neu aufzuwärmen ist echt besser, als einen aktuellen Thread zu diesem Thema zu öffnen?

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon zulu » Di 30. Aug 2016, 23:57

Die Ansichten haben sich nicht geändert. Die deutsche Polizei ist ca. 10-15 Jahre langsamer als "der Markt" oder ausländische Behörden.

Bei uns führen sie nun Tourniquets dienstlich ein. Noch 2011 waren die als "der allerletzte Amidreck" verschrien. So kanns gehen.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon coco_loco » Mi 31. Aug 2016, 00:06

Ich muss sagen, dass man es mit der Ersten Hilfe auch übertreiben kann. Ich bin selbst Sani und habe in der Hundertschaft eine Weste mit mir rungetragen (über der KSA und dem Blouson), sodass ich aussah wie das Michelin-Männchen. Nur Weste und Inhalt wogen nahezu 7 kg!

Und was habe ich davon gebraucht? Pflaster, Schmerztabletten und Fenestil.

Ich arbeite in einer Großstadt, in der vielerorts Rettungswachen sind. Niemals würde ich in die Verlegenheit einer Intubation kommen. Dafür müsste man auch regelmäßig üben, in der Anästhesie unter ruhigen Bedingungen mit Muskelrelaxanz ist das eben anders als auf der Straße. Das finde ich unnötig. Auf dem Land... nunja. Kann man machen. Man kann sich aber auch aufs Wesentliche konzentrieren und einfach mal so wiederbeleben, wie mans im EH-Kurs lernt. Das geht gut.

Ich überlege gerade, mir ein kleines Päckchen zuzulegen. Weniger fürs Gegenüber, mehr für mich oder Kollegen. Es gibt doch diese abgepackten von der Bundeswehr, z.T. abgelaufen. 20 Stück für 15 Euro.
Dann hörte ich neulich von so einem Set der israelischen Armee. Mal angucken. Viele tragen so ein Täschchen am Holster. Auch mal gucken.

Man braucht Pflaster und Verbände. Damit kannste alles machen. Der Rest ist nur Ballast. Wir sind halt Polizei und keine eierlegenden Wollmilchsäue, die bei der Anzeigenaufnahme noch ne Wunde nähen und Verbrennungen behandeln.
"Every fairy tale needs a good old-fashioned villain" - Moriarty.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon matzeman » Mi 31. Aug 2016, 00:36

Ich habe ein Beineinschub der mit: TQ,Quickclot,Isarelbandage,Kerlix, Rettungsdecke und Handschuhen bestückt ist.
http://www.zentauron.de/de/Shop/Medicta ... 0Einschub/

An meinem Einsatzkoppel (den ich auch Privat beim Schiesstraining nutze) habe ich noch ein HSGI M3T mit 2XTQ, Kerlix, 2XQuickclot, 2xIsraelbandage (groß&klein), Chestseal, Handschuhe,Rettungsdecke-
http://www.highspeedgear.com/hsgi/m3t-12M3T0.html

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Close1086 » Mi 31. Aug 2016, 03:28

Hmmm,

so einiges wäre manchmal ne Überlegung wert.
Unsere Kfz-Ausrüster waren ja sogar so schlau, dass sie den Verbandskasten raus haben, dass der Funk reinpasst....haben aber keinen mehr reingelegt. Da stehst natürlich blöd da, wenn du vorm RTW am Unfallort bist und ein Beteiligter mal n Pflaster oder nen kleinen Verband braucht.

Aber in unseren Autos sind zumindest dienstl. gelieferte Beatmungsbeutel drin und das ist schon mal ganz gut.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon vladdi » Mi 31. Aug 2016, 08:02

Ich will ja ungerne jaulen... aber mein Gürtel ist schon 'fett' genug. Und das macht Rücken.
Ich tendiere schon dazu die Taschenlampe abzunehmen.. nur anderseits ist Licht nicht unwichtig, so dass die Lampe wohl dran bleibt.

Auch wenn ein Erste Hilfe Set nicht viel wiegt, was soll ich damit?
Pflaster, Rettungsdecke und so Zeug ist im Erste Hilfe Kasten im Fahrzeug. Der RTW ist in kurzer Zeit vor Ort. Neben der Ersten Hilfe müssen noch andere Dinge passieren (Absichern der Unfallstelle).
Einweghandschuhe habe ich dabei. Das muss reichen.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Klaus M. » Mi 31. Aug 2016, 09:26

Natürlich ist der Gürtel fett. Schliesslich nimmt man Waffe, Schutzweste und andere FEM wie selbstverständlich mit.

Und klar sollte das genauso in die Überlegungen mit einbezogen werden wie der Umstand, dass wir in Deutschland in einem der Länder mit der bestausgebauten Rettungskette leben und echte Hilfe meist nur Minuten entfernt ist. Das "meist" ist da halt das Problem und man sollte sich zumindest bewusst darüber Gedanken machen, was man tut und was man lässt.

Zuerst einmal, wofür bzw. wogegen man etwas unternehmen können will:
Im polizeilichen Umfeld lassen sich durchaus Szenarien vorstellen, in denen der Rettungsdienst nicht innerhalb weniger Minuten zur Hilfe kommen kann. Das mag an der Verkehrssituation - auch z.B. in besonderen Lagen - liegen, oder in einer Amok-Lage o.ä. (ich zerre jetzt extra nicht das Active Shooter Terrorszenario zur Argumentation herbei), aber auch schon der Verkehrsunfall an einem nicht ganz so gut erreichbaren Ort könnte schon dazuzählen.
Ja, solche Fälle sind in Deutschland selten. Gut. Das ist der SWG mit Schussabgabe aber auch und dennoch packt jeder jeden Tag die Waffe in's Holster, zieht die Schutzweste an und schnallt sich nach Möglichkeit beim Einsteigen in ein Fahrzeug an.

Die Frage ist auch, für wen man das ganze mitführt: primär für sich selbst und den/die Kollegen?
Oder "für jeden". Letzteres ist IMHO nur ein netter Beifang, der Grund sich Gedanken um ein miniaturisiertes IFAK zu machen ist ehrlich gesagt ein ganz egoistischer: Wie kann ich mir in so einer o.a. Lage selber helfen und die fehlenden Minuten überbrücken, bis mich Profis erreichen und weiter versorgen können?

Insofern ist zu überlegen, was man denn überhaupt mit welchem Ziel mit sich führt, wenn man wenig Platz hat und die Zeit für die ausreichende Ausbildung am Material knapp ist. Insofern könnte man sich auf die wichtigsten Dinger konzenztrieren und die Erfahrung aus Ländern und Einsatzzenarien mit deutlich höheren Wahrscheinlichkeiten des Beschossenwerdens gibt es recht gute und umfangreiche Erfahrungen, was die "großen Killer" sind:

- Massiver Blutverlust durch penetrierende Wunden
- Massiver Blutverlust durch Amputationen
- Ersticken durch Spannungspneumothorax

Zusätzlich kann eine parallel stattfindende Auskühlung des Körpers zu einer deutlichen Verringerung der Überlebenschancen beitragen (Beeinträchtigung der Blutgerinnung, etc.).

Ausgehend von der Annahme, das in Deutschland grundsätzlich und für die allermeisten Fälle eine gut ausgebaute Rettungskette zur Verfügung steht, kann man seine medizinische Ausrüstung und Zusatzausbildung über das Niveau der Ersten Hilfe hinaus also auf die paar denkbaren Extremfälle beschränken, in denen man sich selbst und Dritten nicht mit "normalen" Mitteln helfen kann und in denen Hilfe von Leuten, die es richtig können eben doch nicht innerhalb von wenigen Minuten verfügbar ist sondern vielleicht zweistellige Minutenfristen beansprucht oder im dümmsten Fall bis zu einer Stunde, während man innerhalb von wenigen Minuten bewusstlos und dann ausgeblutet ist.

Die kompakteste Version eines IFAK für die Nutzung in Deutschland würde damit neben zwei, drei Satz Nitrilhandschuhen z.B. "nur":

- einen modernen Druckverband (OALES, Israeli Bandage, letztendlich Geschmacks- und Glaubenssache),

- eine Abdeckmöglichkeit gegen einen Pneumothorax (sog. Chestseal, das muss kein Ventil zum Ablassen der Luft besitzen, in Deutschland reicht es bei früher Applikation, wenn man verhindert, dass weitere Luft in den Pleuraspalt hinein kommt),

- eine Rettungsdecke

und, sofern der Platz dafür noch reicht

- ein Tourniquet (auch da ist die Modellwahl wieder ein bisschen Glaubensfrage, wobei das CAT von der Applikation her ein wenig die Nase vorn hat. Aber aus Platzgründen kann man auch z.B. ein SWAT-T TQ wählen und kann das dann vielleicht in 5-10% der sowieso schon unwahrscheinlichen Fälle, dass man es benötigt, nicht effektiv einsetzen. Aber ein nicht ganz optimales TQ ist immer noch besser als eins, das man nicht mitführt, wenn man es dringend braucht. Und auch ein nicht perfekt sitzendes TQ verschafft einem noch ein paar zusätzliche Minuten bis die Profis kommen).

Last not Least: So ein Ambu LifeKey ist so winzig, dass der dann auch grade noch dazupasst.

In Summe passt das alles z.B. in eine Beintasche, kleine Gürteltasche, in eine Tasche auf der Schutzweste oder wo sich sonst evtl. noch ein Plätzchen findet und wiegt alles zusammen keine 400 Gramm (Israeli Bdg.: 130g oder OALES Bdg.: 100g, SWAT-T: 95g, Rettungsdecke: 60g, SAM Chest Seal: 65g, LifeKey: 10g). Und zur Not führt man es halt verteilt am Körper mit, wo Platz ist. Das ist sicher nicht optimal, aber besser als nichts dabei zu haben, wenn man es braucht.

Die dafür notwendige Ausbildung kann sich auf die paar Fälle beschränken, die über die normale Erste Hilfe nicht abgedeckt sind und in denen der Rettungsdienst nicht innerhalb von Minuten vor Ort ist: Schweres Trauma durch Amputation oder Stich- und Schussverletzungen mit massivem Volumenverlust, Spannungspneumothorax durch Stich- oder Schussverletzungen und (evtl. damit verbundener) Hypothermie. Statistisch gesehen hat man sich damit noch einmal effektiv gegen die größten Gefahren im Dienst vorbereitet, die schnell töten können.

Und nachdem man ganz egoistisch erstmal an sich selbst gedacht und vorbereitet hat, kann man im Zweifelsfall sogar noch Kollegen oder Dritten helfen...

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Deep Blue » Mi 31. Aug 2016, 11:24

Nehmts mir nicht übel Leute, aber ich sehe hier einen großen Kritikbedarf!

Die Dinge, die hier als Mannausrüstung vorgestellt werden, benötigen teilweise eine intensive Kenntnis und Ausbildung! Die weiter oben verlinkten Beineinschübe sind nicht umsonst für das Militär entwickelt und erfordern gänzlich andere Einsatzszenarien als bei der Polizei!

Wer von euch hat eine intensive, sich ständig wiederholende und vor allem zertifizierte Ausbildung an diesem Material?

Ich kenne mich sehr gut mit diesem Zeug aus, da ich dieses in meiner 12 jährigen Militärlaufbahn in Afghanistan angewandt habe. Und genau deswegen weiß ich, was man damit alles falsch machen kann und was für eine Ausbildung da erforderlich ist!

Nehmen wir mal das Teufelszeug "Quikclot"...ihr wisst schon, dass das einen großen Schaden anrichten kann und nur, aber wirklich auch nur, für den absoluten Notfall gedacht ist, als First Medic im Feuergefecht Jemanden aus der Schusslinie zu bringen, um dann feldmäßig weiterbehandelt zu werden? Sowas ist mit viel Risiko verbunden und nur nötig, wenn innerhalb einer gewissen Zeit keine reguläre Versorgung stattfinden kann. Und dieses Szenario wird man in Deutschland NIE haben!!! Selbst wenn die Rettung eine Stunde dauert ist es ratsamer, die Wunde auszubandagieren und abzudrücken. Ganz zu schweigen davon, dass es wohl nur sehr selten zu einem Verletzungsbild kommt, für das dieses Zeug wirklich gedacht ist. Das wurde entwickelt, um Jemanden für eine bestimmte Zeit am Leben zu halten, undzwar ohne Rücksicht auf Verluste! Querschnittslähmung, geistige und körperliche Behinderung, sowie Amputationen sind hier zweitrangig. Es geht um reines stumpfes Überleben, wenn eh schon alles zu spät ist. FINGER WEG DAVON!!!

Ich muss an dieser Stelle einfach ermahnen, dass hier nicht leichtsinnig irgendwelches Material genutzt wird, nur um wie Rambo rumzulaufen oder weil einige glauben, sie befänden sich im Krieg in Feindesland und müssten eine komplette survival Notausrüstung mitgühren. 90% von dem Zeug ist völliger Quatsch, wenn innerhalb einer ausreichender Zeit die Rettung eintrifft. Und das ist in Deutschland eine gute Zeit.

Und wo soll das enden? Laien, die mit Profiausrüsrung ohne ausreichende Ausbildung hantieren...vielleicht noch ein "fast", Geräte für einen Luftröhrenschnitt oder ein Ventil für einen kollabierenden Lungenflügel nach einem Durchschuss? Leute! Finger weg davon!

Und auch Finger weg vom Quikclot! Was hier harmlos erscheint, impliziert eine große Gefahr! Ich habe erlebt, wie ein Bein amputiert werden musste, weil dort dieses Zeug reingestopft wurde. In der Notsituation ging es aber nur ums Überleben und war gerechtfertigt. Hier im Inland wäre alles mit der Rettung kein Thema gewesen!

Gegen ein Erste-Hilfe-Set spricht überhaupt nichts, das ist sogar schon sinnvoll. Aber bitte bitte lasst die Finger von taktischen militärischen Medic Material. Dieses erfordert nicht umsonst eine intensive mehrwöchige Ausbildung, die jedes Jahr neu zertifiziert werden muss!!!!
Zuletzt geändert von Deep Blue am Mi 31. Aug 2016, 11:32, insgesamt 1-mal geändert.
Das heißt "Thread" und nicht "Fred"!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fred

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon vladdi » Mi 31. Aug 2016, 11:28

Was haben wir denn?

VU
Verbandspack aus dem Streifenwagen
Gegen die richtig ernsthaften Verletzungen sind wir eh machtlos

Schuss- oder Stichverletzung
Kann man, zur Not, auch einfach mit der Hand zudrücken. Wird bei den allermeisten auch mehr bringen, als ein schlechter Druckverband am Bauch
Jedoch ist auch der Streifenwagen, mit Verbandskasten, nicht zu weit weg.

Kreislauf- oder sonstiger Zusammenbruch, Herzinfarkt oder sowas
- was soll ich da mit dem Erste Hilfe Kasten?

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Deep Blue » Mi 31. Aug 2016, 11:36

Genau so ist es!

Wobei ich es ka an sich löblich finde, sich über dieses Thema Gedanken zu machen. Aber es gibt nunmal eine Grenze, die nicht überschritten werden sollte, da es u.U. im Endeffekt mehr Schaden gibt.

Und machen wir uns auch mal nichts vor...die "regelmäßige" Sanitätsausbilung als absolute Basis haut doch nichtmal hin. Darauf dollte man seine Energie verwenden, um da fit zu sein, anstatt an komplexen Survivalsituationen mit taktischem Gerät zu arbeiten. Viele sind doch schon mit einer HLW überfordert.
Das heißt "Thread" und nicht "Fred"!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fred

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Holger73 » Mi 31. Aug 2016, 11:43

Ich stimme Deep Blue zu, manche Anwendungsszenarien sind eher unwahrscheinlich.
Für mich reicht eine Binde mit Kompresse, das Ambu LiveKey sowie 2x Einweghandschuhe aus.
Ein wenig vermisse ich das gute alte Dreieckstuch aus Stoff, damit konnte man viel erreichen.

Zum Thema Erste Hilfe an sich, alle 3 Jahre eine Fortbildung ist zu wenig um mit "anspruchsvolleren" Equipment umgehen zu können.

Grüße Holger
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

(Kohlmayer)

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Klaus M. » Mi 31. Aug 2016, 11:53

Deep Blue hat geschrieben:Nehmts mir nicht übel Leute, aber ich sehe hier einen großen Kritikbedarf!

Tief durchatmen, Ruhe bewahren.

Du schiesst mit Deinem Beitrag ein klitzekleinwenig über das Ziel hinaus.

Hier hat niemand propagiert, dass jeder mit Quickclot rumlaufen soll (das bereits seit Jahren nicht mehr Stand der Technik ist, das meinte ich unter anderem mit der Bemerkung, dass sich im Bereich der taktischen Medizin in 5 Jahren eine Menge tut). Du erwähnst es sogar zweimal...
Stand der Technik ist Combat Gauze, die mit gerinnungsfördernden Substanzen beschichtet ist, aber bei der Wundrevision nicht so viele Probleme macht wie Pulver oder Beutel.
Ich habe mit Blick auf die deutsche Rettungskette (auch unter besonderen Umständen) aber nicht ohne Grund solche Optionen weggelassen. Da sollte ein entsprechender Druckverband oder eben ein TQ ausreichend zusätzliche Zeit bis zum Eintreffen von Hilfe verschaffen.

Auch hat keiner davon gesprochen, dass man einfach irgendwelches Zeug ohne dazugehörige Ausbildung mit sich rumschleppt. Jeder sollte wissen, dass jeder Ausrüstungsgegenstand entsprechende Ausbildung benötigt.

Und von Tracheotomie hat erst recht niemand geredet.

/edit: Doch, Eingangsbeitrag und Beitrag #5. Sorry... :flehan:
Kurzum: Erachte ich ausbildungsseitig nicht für sinnvoll und nicht für notwendig.

Welche Szenarien im polizeilichen Bereich in Europa zwar nicht hochwahrscheinlich, aber möglich sind, haben uns die letzten beiden Jahre eindrucksvoll gezeigt. Da muss man sich nicht drauf einstellen, kann es aber - sogar ohne den gigantischen Aufwand, den Du hier versuchst herbeizukonstruieren.

Der Gebrauch der von mir aufgeführten Hilfsmittel ist einfach zu erlernen (in Stunden, nicht in Wochen...) und die Fertigkeit mit vertretbarer Handlungssicherheit recht einfach aufrechtzuerhalten. Ja, dann ist man immer noch kein Arzt, das ist aber auch gar nicht das Ziel. Es geht nur darum, den Ersthelfer für bestimmte Situationen etwas besser auszustatten. Genau dafür sind die Dinger nämlich gedacht.

Natürlich kann man auch weiter rumrennen wie bisher.
Man braucht auch kein zweites oder drittes Magazin.
Oder gar eine Schutzweste höherer Schutzklasse oder einen Helm.
vladdi hat geschrieben: Gegen die richtig ernsthaften Verletzungen sind wir eh machtlos
Oder man geht mit der Einstellung an die Sache. Auch legitim.
vladdi hat geschrieben: Kreislauf- oder sonstiger Zusammenbruch, Herzinfarkt oder sowas
- was soll ich da mit dem Erste Hilfe Kasten?
Ein kleinwenig bessere medizinische Basisausbildung z.B. - Stichwort Hypothermie, Rettungsdecke...

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Ucpho » Mi 31. Aug 2016, 12:42

Zu besserer Ausrüstung gehört auch eine bessere Ausbildung. Wer sich hier privat weiter ausrüsten möchte, soll sich bitte auch darum kümmern, dass er deutlich mehr als nur einen jährlichen Erste-Hife-Kurs zur Auffrischung macht.

Es bringt nichts, die tollsten Materialien mitzuschleppen, wenn im Ernstfall unnötige Zeit vergeht, um das Material zu suchen, aufzumachen und dann zu überlegen. ;)
Zuletzt geändert von Ucpho am So 16. Apr 2017, 11:51, insgesamt 1-mal geändert.


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