Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Hier könnt Ihr Vor-und Nachteile von Ausrüstung diskutieren, Neuanschaffungen ankündigen oder Verbesserungsvorschläge einbringen

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winz
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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon winz » Mi 31. Aug 2016, 20:59

ChrischanM hat geschrieben:
winz hat geschrieben:
Gute Sache.
dir fehlt Gauze (Kerlix, Responder Gauze oder so..)
Vielen Dank! Viel mehr soll es aber nicht werden. Das System hat sich bisher bewährt. Tasche aufmachen und dir kommen die Handschuhe entgegen. Schwups, angezogen.

Danach dann TQ, Schere und Bandage genutzt. Ging soweit Super.

Brühe war der Versuch das TQ Fähnchen mit nem Kuli zu beschriften. Absoluter Müll, hab im Stress und beim Aufdrücken den Kuli kaputtgemacht. Also werde ich noch nen Filzstift reintun.
(Platz in der Tasche ist noch, darf nur dieses Ausmaß nicht überschreiten. Bin kein CFR oder so und habe noch genug anderen Kram der mit muss ;) )

Weiterhin hätte ich gerne sowas wie ein Chestseal. Allerdings habe ich da das Problem, das das viel zu groß ist um es der persönlichen Ausrüstung hinzuzufügen und auch zu kompliziert.
(Unser Rettungsassi hat sowas in seinem Rucksack und kann auch damit umgehen)

Ich hatte Panzertape, von einem vorbeikommenden Verkehrsbetriebe-Fahrzeug, genutzt, um den Lungeneinstich zu tapen.
(Ging super. Danach konnte er wieder mit uns quatschen und klang nicht mehr wie ne Dampflok im Gebirge)

Sowas als ca. 15cm vorgeschnittene Streifen, quasi "abreißfertig" zum Aufkleben wären geil. Habe da zur Zeit nen Versuch am laufen wie ich das Panzertape so vorgefertigt transportieren kann.
(ohne es Außen auf den Holsterkorpus zu kleben) :D

Grüße

Schneide Dir fürs Seal ne Rolle Frischhalte Folie zu. Oder Besorg Dir abgelaufene Defibrillations Elektroden.
Das TQ brauchst Du innerhalb Deutschlands nicht zu beschriften. Die Zeit wird vom Krankenhaus bei der Leitstelle ermittelt (falls überhaupt relevant )

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon vladdi » Mi 31. Aug 2016, 21:03

@Winz
Schön für dich, und Verletzte in deiner Nähe, dass du Rettungssanitäter bist

Ich bin das nicht!
Mit den Begriffen, die du verwendest, kann ich gar nichts anfangen.

Ansonsten schrieb ich ja, wie mein Standpunkt ist. Und keiner der Polizisten in meiner Nähe hat ein (sichtbares) Erste Hilfe Pack (oder ist ausgebildeter Sanitäter). Den Blutgruppenpatch gibt es, die private Taschenlampe in wenigen Fällen; private Handschuhe bei sehr vielen.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon springer » Mi 31. Aug 2016, 21:09

winz hat geschrieben:Das TQ brauchst Du innerhalb Deutschlands nicht zu beschriften. Die Zeit wird vom Krankenhaus bei der Leitstelle ermittelt (falls überhaupt relevant )
Aha. Und wenn ich es dann doch mal in einer Lage einsetze, wo das nicht funktioniert?

Amoklage, Täter bekämpft, Objekt nicht gesichert. Einem Verletzten (verletzten Kollegen) wird ein TQ angelegt, und es wird weiter durchsucht. Die Lage läuft schon eine zeitlang, der Verletzte ist bewusstlos und wird evakuiert. In der Notaufnahme fragen sie dann bei der Leitstelle nach, wann das TQ angelegt wurde, und die Leitstelle fragt "Hää, welches TQ"

Geiler Rat - wurde uns genau andersrum beigebracht. Durch Erste-Hilfe-Ausbilder und zwar vor dem Hintergrund Amok.
Zuletzt geändert von springer am Mi 31. Aug 2016, 21:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Deep Blue » Mi 31. Aug 2016, 21:17

Coco...Ich würde es weniger "minimalistisch", als lageangepasst nennen. :zustimm:

Der Kontext dieser inzwischen entfachten (trotzdem angenehmen) Diskussion ist doch gerade, dass es toll wäre, wenn man etwas weiter denkt und wir wissen alle, dass "Material", das dienstlich zur Verfügung steht, nicht immer das beste ist. Auch finde ich super, dass sich einige Leute Gedanken über die Erstversorgung und die persönliche Ausrüstung machen. Dafür Daumen hoch.

Allerdings muss man doch strikt abgrenzen, wo die Beschränkungen der sinnvollen Möglichkeiten sind. Natürlich wäre es toll, wenn man einen kompletten RTW mit sich rumschleppen könnte, um jeden in jeder Situation optimal ärztlich zu versorgen. Natürlich wäre es toll, wenn wir Nachtkampffähigkeit hätten und jeder ein entsprechendes Visir und/oder Nachtsichtgerät bei sich tragen würde. Und natürlich wäre es auch toll, wenn wir alle theoretischen Lagen waffentechnisch perfekt ausgestattet sein würden mit Scharfschützengewehr (G82) für Großlagen und Entfernung, mit Maschinengewehr für Terrorszenarien mit kriegsähnlichen Zuständen oder Handgranaten für Zielpersonen hinter einer Deckung. Auch wäre ein 40 KG schwerer Türöffner super, mit dem man alle Türen aufbekommt.

Aber jetzt mal ganz ehrlich...wir sind Polizisten. Ich persönlich bin im WWD. Und dort ist es angedacht, lageangepasst den ersten Angriff zu meistern, um die nötigsten Erstmaßnahmen abzudecken. Die Spezialisten kommen später. Sei es der RTW, die SE oder die Munbeseitiger. Mal weg von der Theorie auf die Praxis bezogen...im WWD ist man NICHT dafür ausgebildet, weiterführende Maßnahmen in der ärtzlichen Versorgung durchzuführen (und damit meine ich nicht, das Zudrücken einer Schusswunde) und man bekommt auch nicht das dafür vorgesehende Material dienstlich geliefert. Weil eben das Prinzip ein anderes ist.

Das soll nicht bedeuten, dass man sich individuell seine persönliche Ausrüstung auf sich zusammenstellen soll oder mal etwas privat investieren, was man für sinnvoll hält. Bei mir ist es z.B. ganz Banal eine Bifi in der Einsatztasche für Hundebegegnungen. Aber das Material sollte nicht die Handlungskompetenz übersteigen. Denn dadurch passieren Fehler.

Die Polizei hat einen bestimmten Auftrag. Genau so wie die Feuerwehr oder die Sanitäter. Und in jeder dieser Branchen gibt es dann für weiterführende Maßnahmen die spezialisierten Kräfte. Durchbrechen wir als Polizisten jetzt mal die ärztliche Kompetenz, so sehe ich da wirklich Schwierigkeiten, wenn Jemand ohne ausreichende Ausbildung und/oder Befugnis, einen personellen Schaden anrichtet.

Auch wenn das dienstlich gelieferte Material nicht immer das Nonplusultra ist (ich glaube, das kennen wir alle), so gibt es aber strikte Einsatzgrundsätze für die Anwendungsgebiete.

Nochmal: Ich finde es toll, wenn man sich darüber Gedanken macht und hier und da eine Kleinigkeit in seiner persönlichen Ausrüstung erweitert. Diese Ausrüstung sollte allerdings zu den Einsatzgrundsätzen passen und nicht die eigene Anwendungskompetenz übersteigen. Nicht umsonst gibt es auf den Streifenwagen keine EKGs oder Schilder der EHUs. Und das würde auch nicht passieren, wenn es genug Platz dafür gäbe.
Lasst doch jede Einheit machen, wofür sie gedacht ist. Im WWD ist die erste Hilfe absolut angebracht. Für weitere Maßnahmen sind andere Leute zuständig. Bringt die Rettungskette nicht mit spezialisiertem Material durcheinander. Eine falsche Anwednung von Material, an dem man nicht genügend ausgebildet ist, zieht Probleme nach sich. Nicht umsonst gibt es im Bereich der notärztlichen Rettung eine intensive und längere Ausbildung an Grundsätzen des Einsatz und am Material.

So...schonwieder viel zu viel geschrieben. Tut mir Leid. :/ Dieses Thema ist mir persönlich nur wichtig, da ich die Auswirkungen dieser taktischen Notfallmaterialien wirklich gut kenne und weiß, dass diese auch Schaden anrichten können, wenn man sie nicht richtig einsetzt.
Seht das nur als Denkanstoß, nicht als das absolute Rechthaben. Nur deckt die polizeiliche Ausbildung der Erstversorgung nunmal nicht die Dinge ab, um handlungssicher damit umzugehen.

Trotzdem freue ich mich auf eine gesittete Diskussion darüber. Denn nur so kann man diese Dinge thematisieren und für die Mitleser und gerade angehende PVBs anregen, ihre eigenen Gedanken auf alle Seiten der Sache zu lenken. :zustimm:

Edit: Hab mir meinen Beitrag gerade durchgelesen und diverse Tippfehler bemerkt. Nehmts mir nicht übel, dass ich die einfach mal so stehen lasse aus Faulheit. :polizei3:
Zuletzt geändert von Deep Blue am Mi 31. Aug 2016, 21:26, insgesamt 3-mal geändert.
Das heißt "Thread" und nicht "Fred"!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fred

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon springer » Mi 31. Aug 2016, 21:19

:zustimm: :bindafür:

Ist ein leidiges Problem im Streifendienst, dass etliche Sachen eigentlich von Spezialisten gemacht werden sollten, der Streifendienst aber als erstes vor Ort ist und handeln muss. Aber eben im Rahmen seiner Möglichkeiten.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon ChrischanM » Mi 31. Aug 2016, 21:22

Jo. Das mit der Zeit auf dem TQ ist meiner Meinung nach sehr wichtig.

Wurde bei uns viel Wert drauf gelegt, sich die Zeit durch dreimaliges lautes Aufsagen erstens zu merken und zweitens damit zu bewirken, dass man sie draufschreibt.
(Nebeneffekt: Kollegen hören es teilweise mit, und wären auch auskunftsfähig) :lupe:

Weiß auch nicht was das Führungs- und Lagezentrum auf Nachfrage antworten sollte. Die müssten im Endeffekt auch nur bei der eingesetzten Streife nachfragen, was da nun los war...

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon winz » Mi 31. Aug 2016, 21:30

vladdi hat geschrieben:@Winz
Schön für dich, und Verletzte in deiner Nähe, dass du Rettungssanitäter bist

Bin ich nicht, bin Notfallsanitäter

Ich bin das nicht!
Mit den Begriffen, die du verwendest, kann ich gar nichts anfangen.

Glaube ich, da war aber eine Rettungssanitäterin...

Ansonsten schrieb ich ja, wie mein Standpunkt ist. Und keiner der Polizisten in meiner Nähe hat ein (sichtbares) Erste Hilfe Pack (oder ist ausgebildeter Sanitäter). Den Blutgruppenpatch gibt es, die private Taschenlampe in wenigen Fällen; private Handschuhe bei sehr vielen.
Sichtbare haben hier auch wenige.. aber unsichtbare:-)
Das Blutgruppenpatch bringt nichts, aber das Thema ist ja durch.
Spezielle IFAK s (Erste Hilfe Packs) sind nicht für Sanitäter gedacht, sondern für Qualifizierte Ersthelfer..
Der Kollege hat ja hier schon schöne Fotos gepostet

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon winz » Mi 31. Aug 2016, 21:32

ChrischanM hat geschrieben:Jo. Das mit der Zeit auf dem TQ ist meiner Meinung nach sehr wichtig.

Wurde bei uns viel Wert drauf gelegt, sich die Zeit durch dreimaliges lautes Aufsagen erstens zu merken und zweitens damit zu bewirken, dass man sie draufschreibt.
(Nebeneffekt: Kollegen hören es teilweise mit, und wären auch auskunftsfähig) :lupe:

Weiß auch nicht was das Führungs- und Lagezentrum auf Nachfrage antworten sollte. Die müssten im Endeffekt auch nur bei der eingesetzten Streife nachfragen, was da nun los war...

Die Rettungsleitstelle nimmt die Zeit der RTW Alarmierung + 10 Minuten

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon matzeman » Mi 31. Aug 2016, 21:39

[quote="coco_loco"][quote="winz"]


Ich sehe das total anders. Mit dem Material aus dem Erste-Hilfe-Kasten kann man eine ganze Menge machen, wenn man sich mal damit beschäftigt.
Und ja, bei Amoklagen kommt kein RTW mit rein, wenn der Täter noch rumrennt. ABER da versorgen wir auch keine Verletzten, Prio hat das Eliminieren des Täters!
Ansonsten halte ich Kriegsszenarien für abwegig.
quote]
Klar kann man mit nem Erste Hilfe Kasten ne Menge machen. Wenn man ihn dabei hat...
Verletzte werden nicht versorgt.?Du hilfst dir nicht selbst? Dafür sind kleine MedKits /Ifaks originär gedacht.
Was sind Kriegsszenarien? Armeen die in 10000er stärke gegeneinander Kämpfen?
Die Zeiten sind vorbei-

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon coco_loco » Mi 31. Aug 2016, 21:41

Beim Amok hat die Eliminierung des Täters Priotität. Und nicht die Vesorgung von Wunden. Ich behaupte, dass man in so einer Stresssituation ohnehin kein Pflaster aufgeklebt bekommt.
"Every fairy tale needs a good old-fashioned villain" - Moriarty.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon springer » Mi 31. Aug 2016, 21:44

winz hat geschrieben:Die Rettungsleitstelle nimmt die Zeit der RTW Alarmierung + 10 Minuten
Bei einer Amoklage, wo der Bewusstlose verletzte ein paar Stunden, nachdem das alles los ging, in der NA landet.

Ist nicht wirklich durchdacht, uU sogar scheißgefährlich. Das funktioniert nach einem Verkehrsunfall, aber bei einer Amoklage oder einem Anschlag nur bedingt.

Zumal EH keine Priorität hat, und das TQ mit Sicherheit deutlich nach der Alarmierung angelegt wird.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 31. Aug 2016, 21:45

Bei Amok und sich in Bewegung befindlichen Täter wäre meine erste Prio auch nicht, Verletzte zu versorgen. Sollte ich selbst der Verletzte sein, google ich mir erstmal, was ein TQ ist und notiere die Uhrzeit, falls die Lst in der ENR eine RüFra auf WVL hat. Wegen der NB im FLR mit dem L GE.
:lah:

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon matzeman » Mi 31. Aug 2016, 21:47

coco_loco hat geschrieben:Beim Amok hat die Eliminierung des Täters Priotität. Und nicht die Vesorgung von Wunden. Ich behaupte, dass man in so einer Stresssituation ohnehin kein Pflaster aufgeklebt bekommt.
What? Wenn du angeschossen oder sonstwie ernsthaft verletzt irgendwo rumliegst hilfst du dir nicht selbst (wenn möglich)? Wir reden nicht von Pflaster aufkleben.
Zuletzt geändert von matzeman am Mi 31. Aug 2016, 21:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon winz » Mi 31. Aug 2016, 21:48

Leute , wisst Ihr überhaupt, was rote, gelbe und grüne Zone ist, und was man da so macht?
Wisst Ihr wie eine lebensbedrohliche Blutung am Oberschenkel abläuft, und wann man daran verblutet ist?Und was man dann mit einem Verbandpäckchen groß erreichen kann?

Bei mindestens 1* NEIN:

Wenn man keine Ahnung hat....

Ich bringe das Oben stehende ca. 2000 Beamten im Jahr bei.

Klaus M.
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Re: Persönliche Erste Hilfe Ausrüstung?

Beitragvon Klaus M. » Mi 31. Aug 2016, 21:50

coco_loco hat geschrieben: Und ja, bei Amoklagen kommt kein RTW mit rein, wenn der Täter noch rumrennt. ABER da versorgen wir auch keine Verletzten, Prio hat das Eliminieren des Täters!
Und was ist, wenn Du selber der/die Verletzte bist und die Prio auf dem Eliminieren des Täters liegt?
Ich seh' das Mitführen von geeigneter Ausrüstung wie gesagt primär erstmal ganz egoistisch und erweitere das dann im zweiten Schritt auf Kollegen und im dritten Schritt dann auf Dritte.
ChrischanM hat geschrieben: Weiterhin hätte ich gerne sowas wie ein Chestseal. Allerdings habe ich da das Problem, das das viel zu groß ist um es der persönlichen Ausrüstung hinzuzufügen und auch zu kompliziert.

Sowas als ca. 15cm vorgeschnittene Streifen, quasi "abreißfertig" zum Aufkleben wären geil.
Ich habe mir sagen lassen, dass diese durchsichtigen Versandklebetaschen in A5 oder A6 ganz gut funktionieren. Das ist zwar alles andere als steril, aber das ist Panzertape auch nicht.
Selber habe ich das bisher nur mit Kunstblut ausprobiert, aber ein befreundeter Arzt hat das bei einem Notfall/Unfall ausser Dienst auch schon "live" angewendet, weil professionelles Material fehlte und eine positive Rückmeldung gegeben. Hier geht's ja wirklich nur darum, das Eindringen von Luft für einen begrenzten Zeitraum zu verhindern oder zu reduzieren, das ist keine Raketenwissenschaft. Die Hand auf der Wunde, die hier schon mehrfach angesprochen wurde, hilft da genauso wie bei der starken Blutung. Aber sie bindet halt Kräfte bzw. ist bei der Selbstversorgung nur bei Bewusstsein und ausreichender Mobilität möglich.

Eine bessere (und günstigere) aber nicht ganz so kompakte Alternative sind sogar noch die von winz angesprochenen Defi Elektroden.


Ganz generell:

Auch wenn ich ein Befürworter der persönlichen Weiterbildung (auch ausserhalb des Dienstes) bin und es gutheiße, wenn sich der Einzelne im Rahmen seiner Fähigkeiten dann auch entsprechend ausstattet, teile ich die Argumentation natürlich, dass Ausrüstung ohne Ausbildung wenig bis gar nichts bringt.

Wer kein Interesse oder keine Möglichkeit für/an solche/n Weiterbildungen hat, den kann und wird keiner zwingen. Bis der Dienstherr die Ausbildung auf das entsprechende Niveau bringt, wird es sicherlich noch eine geraume Weile oder bis zur Ewigkeit dauern, so dass es absehbar kaum einen diesbezüglichen Zwang geben wird.

Wer den Nutzen für sich erkennt und das Interesse mitbringt, dem kann man nur empfehlen, zuerst eine fundierte (Grundlagen-)Ausbildung im Bereich der taktischen Verwundetenversorgung zu suchen und sich erst auf Grundlage der dort gelernten Fertigkeiten und der dort gemachten Erfahrungen ein erweitertes Erste Hilfe Kit zusammenzustellen. Umgekehrt wird das meistens nix bzw. ist evtl. rausgeschmissenes Geld.

Fundierte Grundlagenausbildung bedeutet dabei, lieber weniger zu lernen, das dann aber richtig.
Dafür muss man auch keine Wochen investieren, das geht an 1-2 Tagen für eine grundlegende Handlungskompetenz, die dann allerdings auch regelmässig aufgefrischt werden sollte. So wie alles andere, was man mal erlernt hat, eben auch...


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