Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Hier könnt Ihr Vor-und Nachteile von Ausrüstung diskutieren, Neuanschaffungen ankündigen oder Verbesserungsvorschläge einbringen

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Holger73
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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon Holger73 » Fr 13. Apr 2018, 14:14

Controller hat geschrieben:
Do 12. Apr 2018, 15:24
das seh ich anders.
Im Gedränge z.B der Fanmeilen o.ä. . siehst du von den Lettern "POLIZEI" mal gar nichts, ne weiße Mütze ist da eher auszumachen.
Und ist das Gedränge nicht ganz so dicht erkennt man immer noch viel viel besser die weißen Mützen, als einen Aufdruck auf Brust oder Rücken oder ein putziges Ärmelwappen.

Grundsätzlich bin ich da eher bei 1957 und K_C.
Es sei dir auch unbenommen.
Ich spreche hier auch nur von meinen eigenen Erfahrungen.
Kurzer Abriß: Castor, WM, zig Demos und Fußballeinsätze sowie diverse Volksfeste in mehreren Großstädten... nicht ganz 8 Jahre Verbandserfahrung.
Wir haben NIE die Dienstmützen aufgehabt (weiß oder grün seinerzeit), wenn es ganz förmlich sein sollte, dann das Barett.
Der Helm hat mir mehr als einmal den Arsch gerettet( Flaschen- und Steinbewurf) aber zur Erkennbarkeit hat er MIR nichts begetragen.
Eine ständige aktualisierte Lageinfo und Funkkontakt ist wesentlich hilfreicher... aber zurück zum Thema.

Eine Warnwirkung der Weste, eine gute Erkennbarkeit benötige ich eigentlich nur, wenn ich es mit Objekten zu tun bekomme, welche mich schlichtweg "wegpumpen", also alles was maschinell angetrieben wird, Fahrzeuge jedweder Art.
In Demos habe ich dieses Problem eher weniger.
Weiter sollte man beachte mit welchem Ziel so ein Fahrzeug oder ein anderes Objekt in Bewegung gesetzt wird. Nach den vermehrten Einsatz von KFZ zu terroristischen Zwecken sollte man diesen Gedanken einfach mal in Hinterkopf behalten.
Im StVk geht es darum nicht übersehen zu werden, die Intention der Fahrzeugführer ist es heile von A nach B zu kommen, somit Erkennbarbeit unsererseits sehr vorteilhaft. Soweit sind wir uns einig.

Objekte bei Großveranstaltungen (auch Fußball subsummiere ich jetzt mal darunter) werden ziemlich oft mit einer anderen Zielrichung in Bewegung gesetzt... Erkennbarkeit kann somit auch nach hinten losgehen.
Habe ich den Knitterfreien auf und bin "erkennbar" habe ich auch schon eine Schutzwirkung und die Schaltzentrale ist save.
Neonweste ohne Helm... ich will es mir garnicht ausmalen.

Einzig bei Volksfesten kann ich micht mit Neon anfreunden... zu einem großen Prozentsatz wollen die Leute dort Spaß haben.

Kurzer Exkurs zu der Trefferwirkung auf die Weste... wer von euch trägt die Traumaplatten in den Einschubtaschen?
Wenn nicht braucht ihr euch kaum Gedanken über ein Weitermachen bilden... ihr werdet zu 80% ausgenockt werden.
Allein der Schmerzimpuls dürfte von den Wenigsten "wegzuatmen" sein. Auch Semi- oder Vollkontaktsportarten bereiten nicht darauf vor.
Der Einschlag erfolgt mit einer ganz anderen Geschwindigkeit auf einen zentrierten Punkt. Habe dabei nicht das nötige Adrenalien als Schmerzblocker im Körper werde ich kalt erwischt. Von der Körperspannung in Stressmomenten will ich garnicht reden. Aber ausgenockt ist immer noch besser als hinüber.

Grüße Holger
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

(Kohlmayer)

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon Controller » Fr 13. Apr 2018, 14:49

Holger mit meinem obigen Zitat meinte ich eigentlich die Erkennbarkeit durch den Bürger im Gedränge, der die Polizei braucht und deswegen sucht, deswegen hab ich auch Mützen geschrieben
und nicht den behelmten Kollegen im Streefight. :polizei3:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon vladdi » Fr 13. Apr 2018, 15:06

Ich bin seit einigen Jahren im Gewusel. Für mich ist es wichtig zu erkennen, ob und wo Polizisten stehen. Dazu kann ich sagen, dass es in blau und mit dunklen Helmen deutlich schwerer ist.
Funk ist toll, jedoch sind benachbarte Kräfte nicht unbedingt auf dem gleichen Kanal und weiterhin reicht die verbale Info (wir stehen an der Treppe) nicht unbedingt, sondern man muss sehen, wo wer steht.


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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon xxx14xxx » Fr 13. Apr 2018, 16:44

vladdi hat geschrieben:Ich bin seit einigen Jahren im Gewusel. Für mich ist es wichtig zu erkennen, ob und wo Polizisten stehen. Dazu kann ich sagen, dass es in blau und mit dunklen Helmen deutlich schwerer ist.
Funk ist toll, jedoch sind benachbarte Kräfte nicht unbedingt auf dem gleichen Kanal und weiterhin reicht die verbale Info (wir stehen an der Treppe) nicht unbedingt, sondern man muss sehen, wo wer steht.
Ganz klares kommunikatives Problem. Zu Beginn meiner Dienstzeit gab es über Funk nur wenig Geschwafel und dafür kurze prägnante Meldungen, vor allem von Standorten.
Heutzutage ist es eher Taxifunk und jeder meint noch schnell ne Geschichte zum Besten geben zu wollen.
Aber das ist auch der Handygeneration geschuldet, die ganz oft ohne nicht weiß wo sie gerade ist :-)

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon vladdi » Fr 13. Apr 2018, 16:56

Toller Beitrag, trifft aber nicht das was ich ansprach.

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon Peppermintpete » Fr 13. Apr 2018, 23:58

Warum wird hier gerade eigentlich bezüglich der Weste so stark auf EHu gesetzt?

Erstens dürfte die weste nicht mit KSA vereinbar sein und

Zweitens ist der überwiegende Teil der Polizei doch wohl unbestritten der Streifendienst. Dementsprechend dürfte dies doch auch die erste und überwiegende Zielgruppe sein...
:keks:

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon vladdi » Sa 14. Apr 2018, 06:04

Sorry, mir ging es nicht um die EHu ansich, sondern um Erkennbarkeit. Tatsächlich verrennt sich das aber jetzt aber etwas.

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon Soensch » Sa 14. Apr 2018, 15:30

Ist ganz schön ins OT geraten hier aber sind schon alles Punkte, die ihre Berechtigung haben.

Mit der Aussagen "In Niedersachsen legt die Politik wert auf eine bürgernahe Polizei" wollte ich nicht sagen, dass ich das schlecht finde. Ganz im Gegenteil. Auch in Niedersachsen setzen die Hundertschaften recht spät den Helm auf, bei uns gibt es im WaWe kein Reizgas, geschweige denn in Hundertschaften. Angewendet auf die neue Weste oder die generelle Diskussion um neue FEM würde ich mir einfach wünschen, dass man sich mal darauf konzentriert was wichtiger ist (meiner Meinung nach).
Wir leben in einer Zeit, in der Attentäter mit LKW und Sprinter in Menschenmengen fahren, Leute mit einer Axt losstürmen, PVB die Waffe entrissen wird wie in Bayern, immer mehr Messerangriffe folgen, wie nun wieder 2x in HH geschehen. Die Gesellschaft verroht (gefühlt), der Respekt vor Polizei schwindet (ja, nicht bei allen), die Menschen bewaffnen sich selbst aus Angst vor dem Fremden oder es entwickelt sich eine Reichsbürgerszene, die die Grundwerte der Gesellschaft ablehnt.
Es wird soviel Schutzausstattung beschafft in Bundesländern, dass die FuStW teilweise mit stärkeren Federn ausgestattet werden und die Beamten teilweise niemanden mehr transportieren können, da der A4 sonst zu schwer ist.
Die BFEen in HH erhalten Sturmgewehre, es werden Survivor R beschafft, Schleswig Holstein rüstet die Beamten mit zusätzlichem Stichschutz aus, Body Cams werden besorgt und ich habe das Gefühl, dass man in NI einfach nur die Sorge hat, Polizei könnte zu grimmig aussehen und die Bürger würden in Hannover vor Angst weglaufen, wenn sie uns sehen.
Bedeutet also, wenn ich in Hannover am HBF einen Bundespolizisten mit Überziehweste (mit 10.000 Patches bis hin zu Blutgruppen) und Oberschenkelholster sehen, laufe ich panisch auf den Vorplatz und bin erstmal beruhigt, wenn ich in der Herschelstraße einen Beamten mit Hemd und ohne Oberschenkelholster sehe?
Das ergibt für mich keinen Sinn....


Wir haben weiß Gott andere Probleme als uns Gedanken um martialisches Auftreten zu machen.
Kein Oberschenkelholster? Gut, dann beschaff doch wenigstens ein Holster, was etwas abgesetzt nach unten von der Hüfte sitzt.
Es muss unbedingt neon an die Weste? Okay, dann bedenke doch bitte alle Bereiche der polizeilichen Arbeit und schaffe eine OPTION, den Klett anzubringen oder abzumachen, wie in Rheinland Pfalz (meine ich zumindest).

Ich finde es schade zu sehen, wie ein Nachbarland aus unserem Nordverbund sich aktiv Gedanken macht und man in Niedersachsen all das nicht als Anlass sieht dort anzuknüpfen, nachdem wieder ellenlange Versprechungen während den Wahlen gemacht wurden.

Schleswig-Holstein:

- führt neue Westen mit Schnittschutz ein
- erkennt aus einer Studie, dass Hüftholster gesundheitsschädlich sein können und Hüftfehlstellungen verursachen und BIETET den Beamten die OPTION ein Oberschenkelholster zu erwerben, da man hier sagt " wir haben andere Sorgen, als das subjektive Empfinden des Bürgers. Wir müssen unsere Beamten ausstatten, gesund erhalten, denn nur so können wir den Bürger angemessen beschützen"
- on Top wird das Weihnachtsgeld wieder eingeführt
- und im DUZ ist man an vorderster Stelle während NI vorletzter ist

Jedes Bundesland hat mit seinen Nörgelein zu kämpfen und ich beneide weiß Gott nicht Kollegen aus Berlin aber es sind die kleinen Dinge, von denen man sich wünscht, dass sich mehr Gedanken um die Beamten gemacht wird, als darum wie der Bürger die Kleidung empfinden könnte. :/

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon 1957 » Sa 14. Apr 2018, 16:43

Das ist mir jetzt ein bisschen zu einfach.
Polizei ist für den Bürger da. Auch für die "Kunden".
Martialisches Erscheinungsbild mag in bestimmten Lagen sinnvoll sein, diese aber sind eher was für geschlossene Verbände - BPH und Spezialkräfte.

Der Wachdienst hingegen braucht eine solche Barriere grundsätzlich nicht. Hier geht es auch um "auf den anderen zugehen" und Vertrauen schaffen.
Dabei ist die Erscheinung von Bedeutung.
Ein "schnittiges" und zweckdienliches Aussehen? Ja. Kriegerlike und waffenstarrend ? Eher nein.

Das gilt im übrigen auch für die ein oder andere Leitungsebene, die unsere Kollegen und Kolleginnen mit großtmöglichen Körperschutz, MP und übergezogener Riesigwarnweste auf Patrouille schickt. Eher eine Lachnummer als eindrucksvoll oder vertrauenerweckend.

Respekt, Anerkennung und Einsatzerfolg wird in erster Linie durch ein "ordentliches" (Kleidung), entschlossenes, furchtloses und konsequentes EInschreiten erlangt.

Insofern sollte das Augenmerk doch eher auf das Handeln gerichtet sein. Das kommt hierbei zu kurz.

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon Controller » Sa 14. Apr 2018, 16:54

1957: :zustimm:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon Trooper » Sa 14. Apr 2018, 17:20

"Kriegerlike" wäre nach meinen Maßstäben Flecktarn, Kampfmittelweste mit 20 Magazinen und maskiert/tarngeschminkt. Wie man das mit derjenigen taktischen Ausrüstung hinkriegen will, über die wir gerade reden, ist mir schleierhaft. Auch mit ein paar Patches dran.

Man darf nicht vergessen, daß herkömmliche Uniformvarianten historisch nicht auf objektive Zwecktauglichkeit ausgelegt gewesen sind, sondern sich im Grunde alle irgendwie vom "guten Dienstanzug" herleiten... der wiederum quasi eine amtliche Version der repräsentativen Kleidung des gehobenen Bürgertums gewesen ist.

Es ist nur gut, daß diese alten Zöpfe langsam abgeschnitten werden.

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon ThorstenCologne » Sa 14. Apr 2018, 17:59

Meiner Meinung nach sind wir Bürger da insofern "schlicht" gestrickt als dass wir uns sagen, soll die Polizei mal selbst überlegen, was an Ausrüstung gebraucht wird, Hauptsache die Polizei funktioniert.
So war es der Mehrzahl der Münsteraner bei dem (vermientes Gebiet in der Begriffswahl) "Vorfall" letztes Wochende furchtbar egal, wie die Polizeikräfte, die wegen der angekündigten Demo in der Stadt waren, ausgerüstet waren, sondern es kam nur darauf an, das genug Polizistinnen und Polizisten da waren um die Lage in den Griff zu bekommen oder für jeden subjektiv das Gefühl besteht, die Polizei hat oder bekommt die Lage wieder in den Griff.
Wegen der tatsächlichen oder gefühlten Änderung der Sicherheitslage (kann ich nicht beurteilen) ist das Thema Ausstattung der Polizei natürlich wieder auf der Tagesordnung.

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Sa 14. Apr 2018, 22:36

Trooper, weil ich zwei BD mit Plattenträger und MP 5 auf den Weihnachtsmarkt schicke, erweise ich der nationalen Sicherheit nicht zwingend einen Gefallen. Vermutlich ist das der Hintergedanke von 1957.

Ich brauche im WuW kein Oberschenkelholster. Auch nicht im B7 oder 3er. Die meisten, die es tragen, verfolgen da ein anderes Ziel. Gleichwohl begrüße ich, dass wir die Wahl haben.

Die Zeiten, die ich auf Erkennbarkeit zwingend angewiesen bin überwiegen solche, in denen ich das nicht bin. Insofern wäre auch mein Tip an Andre, die Weste einfach anzulegen - und nur in dem Fall abzulegen, in dem sie nicht benötigt wird. Machen in NRW wenige, weil die Weste Markenzeichen von VD und PASt ist - scheinbar lässt man sich lieber den Popo anfahren, bevor man als uncool gilt.
Ich trage aus Überzeugung bei gegebenen Anlässen weiße Mütze. Aus Überzeugung bei gegebenen Anlässen Warnweste.
Ich habe mal eine spannende 'Tarnung vor Wirkung' Episode gehabt. Seitdem weiß ich, dass Schutzmann einfach nie erfolgreich verdeckt arbeiten wird. Selbst unsere ET sind semiprofessionell, solange sie weiter die dienstlich gelieferten Haix, Bauchtasche und Jack Wolfskin tragen.
Wir haben alle unsere Bestimmung. Nie werden wir als Schutzmann 100 % abdecken. Weder körperlich, rechtlich noch taktisch. Da wir aber dennoch notwendigerweise alle im Verkehr rumspringen, halte ich vorgegebene Erkennbarkeit für so verkehrt nicht.
:lah:

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon JKM » So 15. Apr 2018, 00:11

Ich möchte mich dem Käptn da anschließen.

Auch wenn ich weiß, dass es Gelegenheiten gibt, bei denen man auch als Schutzmann einfach möglichst spät erkannt werden will, bin ich doch überrascht, wie viel Wert einige hier auf "verdecktes" Arbeiten durch den Streifendienst legen. Ich denke doch, dass die Situationen, bei denen Erkennbarkeit wichtig ist, überwiegen.

Die Argumentation, neonfarbene Westen würden nur höhere Polizeipräsenz vortäuschen und es gäbe keine Probleme der Erkennbarkeit verwundert mich bei einigen ziemlich. Mit der Argumentation bräuchten wir keine Uniformen und keine blau-silbernen Autos, um es mal überspitzt auszudrücken. Denn die haben wir, damit sowohl das Gegenüber als auch der hilfesuchende Bürger uns erkennt. Und die verschiedenen blauen Uniformmodelle haben halt den Nachteil, dass sie sich heutzutage im Staßenbild nicht so deutlich absetzen, wie damals die grüne Uniform. Aus diesem Grund werden ja auch bei Großveranstaltungen mittlerweile zum Teil Warnwesten getragen, obwohl die Streifen sich da nicht im Straßenverkehr bewegen.
Und auch die weiße Mütze geht in die gleich Richtung. Sowohl bei der normalen Fußstreife in einer Innenstadt als auch bei Großveranstaltungen ist man schlicht und ergreifend besser erkennbar und wird von den Bürgern besser wahrgenommen, als z. B ohne Mütze, mit blauer Mütze oder mit Basecap.

Ich persönlich hatte schon Situationen, bei denen ich im Einsatz Schwierigkeiten hatte, Kollegen unter vielen Menschen schnell zu erkennen. Und gerade in dynamischen Situationen ist auch nicht immer Zeit, das jeder ständig seine Situation über Funk bekannt gibt (sowohl im Einzeldienst, als auch in Großlagen).

Zu neonfarbenen Elementen auf der Weste: Ich finde es auch nicht schlimm, wenn die Schutzweste diese nicht hat und man sich bei Bedarf die Warnweste überzieht - lebe dann allerdings auch damit, dass ich die Taschen der Schutzweste dann nicht oder nur schlecht nutzen kann. Ich frage mich allerdings, ob die Kollegen in den Niederlanden und z. B. bei einigen Behörden in GB, die (teilweise) neonfarbene Schutzwesten nutzen, so viel schlechter beim Täter Fangen sind, als wir in Deutschland.

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Re: Meinungen zur neuen Überziehweste in Niedersachsen

Beitragvon vladdi » So 15. Apr 2018, 08:11

Trooper hat in dem Punkt Recht, dass die Einsatz–/ Streifenkleidung funktional(er) werden/sein muss. Erinnert euch an senffarbene Tuchhose und Jacke.
Der arbeitende Schutzmann muss wetterfest, schweissabweisend und erkennbar gekleidet sein. OSH oder Pfeffer an der Weste mal außen vor, muss er beweglich sein, ins Auto ein— und aussteigen können, seinen Rücken schonen und die Ausrüstung unterbringen können.
Dazu gehört meiner Auffassung nach eine dunkle, schmutzabweisende Hose und Grundoberbekleidung und zur Erkennbarkeit deutliche Polizei—Schriftzüge und Neon.
(SE geht, aus bestimmten Gründen, von dunkel weg. Zu überlegen, ob das auch für Streifencops greift. Jedoch muss SE seine eigene Farbe und Erkennbarkeit behalten. )

Mal ein Blick in das Taktikbuch sagt uns, das uniformierte Kräfte gar nicht verdeckt eingesetzt werden / arbeiten — sondern gedeckt.
Bei aller Motivation den Täter zu überraschen sollte das nicht vergessen werden.

Für repräsentative Anlässe kann der gute Dienstanzug noch schicker werden.


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