die dose im supermarkt

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die dose im supermarkt

Beitragvon gast2000 » Mo 29. Dez 2008, 23:09

a nimmt eine dose limo aus dem regal im supermarkt, öffnet sie, schüttet den inhalt in eine ecke und legt die dose in den pfandautomaten. den bon löst er an der kasse ein. bevor der den supermarkt verlassen kann, wird er von der polizei aufgehalten, die der geschaftsführer gerufen hat, der alles über die sicherungskamera verfolgt hat.

wie ist die rechtslage?

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Beitragvon Ex-Cop-geloescht » Mo 29. Dez 2008, 23:47

edit.
Don't drink and write. Jedenfalls nicht das was ich schrieb.
Hätte besser nix geschrieben mit meinen Promillen.
Hatte einen anderen Ablauf im Kopf als was die Aufgabe war.

Hat eine Parallele zu den gefälschten Pfandaufklebern, und mit denen dann der Flaschenpfand eingelöst wird. Weiß aber nimmer den StGB-Artikel dazu.
Zuletzt geändert von Ex-Cop-geloescht am Di 30. Dez 2008, 21:09, insgesamt 1-mal geändert.
Auf eigenen Wunsch am 10.03.2009 gelöscht.

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Beitragvon _Mephisto_ » Mo 29. Dez 2008, 23:48

Ich würde eher sagen
- Sachbeschädigung, durch das öffnen und wegkippen
- Betrug, durch das erschlichene Pfandgeld

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Beitragvon Blue-Skye » Mo 29. Dez 2008, 23:53

Er will ja nicht wie ein Eigentümer über die Dose verfügen. Daher ist eine Aneignungsabsicht zu verneinen.

Zudem befindet sich meines Erachtens die Dose noch im Gewahrsamsbereich (oder auch noch im gelockerten Gewahrsam) des Ladenbesitzers.

Sachbeschädigung würde sich in meinen Augen anbieten.
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Beitragvon chenowth » Mo 29. Dez 2008, 23:53

Wäre das nicht sachbeschädigung ?der inhalt der dose ist unbrauchbar sprich dem geschäft entsteht ein finanzieller schaden.doch das geschäft wurde nach obiger angabe nicht verlassen.

oder ist es so einfach wie EX-Cop schreibt?

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Beitragvon sebb_55 » Mo 29. Dez 2008, 23:55

Bei Diebstahl müsste ja die Absicht vorhanden sein, das Objekt sich oder jemand anderem anzueignen.
Das dürfte hier ja eigentlich nicht gegeben sein (das Pfantgeld zählt ja nicht zum eigentlichen Objekt ,oder doch?)

Falls ich mich da irre, bin ich für jede Kritik dankbar :)

Grüße
Sebastian


EDIT: oha, etwas verspätet :D

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Beitragvon Blue-Skye » Di 30. Dez 2008, 00:02

Mhh, wobei ich mir noch einmal die Aneignungsabsicht überlegen muss. Nur ein Eigentümer kann eine Dose öffnen und damit machen was er will. Da er dies auch tut, will er wie ein Eigentümer darüber verfügen. Also vielleicht doch Aneignungsabsicht? :gruebel:

Aber ich bin trotzdem noch für die Sachbeschädigung, da er den Laden mit der Dose ja nicht verlassen hat, bzw. wollte.
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Beitragvon chenowth » Di 30. Dez 2008, 00:03

Naja die dose ist ja im verkaufspreis enthalten also wenn sie aus dem markt entwendet wird diebstahl ganz klar .das metall wird ja nur in geld gewechselt .bleibt ja trotzdem ein wert.

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Beitragvon _Mephisto_ » Di 30. Dez 2008, 00:05

Der SV beschränkt sich aber nicht nur auf das aufmachen und wegkippen,
er löst ja dazu noch den Pfand ein.
Von daher, wie ich oben schon schrieb, auch Betrug (o.ä.).

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Beitragvon Blue-Skye » Di 30. Dez 2008, 00:10

Ja _Mephisto_, Betrug dürfte auch mit drinn stecken.

Er spiegelt eine falsche Tatsache wieder. Er tut so, als wenn er seine Dose in den Automaten stellt und erregt dadurch einen Irrtum. Er bekommt für die Dose Geld. Er schädigt also das Vermögen des Ladenbesitzer und verschafft sich dadurch einen rechtswidrigen Vermögensvorteil.

Könnte durchgehen.
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Beitragvon _Mephisto_ » Di 30. Dez 2008, 00:16

Einfach die beiden Delikte zur Anzeige bringen und sehen was die Staatsanwaltschaft macht. 8)

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Beitragvon Seidi » Di 30. Dez 2008, 00:41

Sachbeschädigung ist durch das Öffnen und Entleeren gegeben, der in der Dose verkörperte Wert (Pfandwert) soll mittels des Kassenbons ausgezahlt werden...eine Täuschungshandlung (A gibt sich als Verfügungsberechtigter über den Pfandwert aus) findet also statt. Der Getäuschte Kassierer gestattet aufgrund des Irrtums eine Vermögensverfügung durch aktives Handeln (auszahlen des Pfandgeldes) und aus dieser Verfügung entsteht dem Geschäftsfüherer ein Vermögensschaden. Er ist somit als Geschädigter anzusehen (Dreiecksbetrug). Vorsatz ist durch die gezielte Handlung des A gegeben. Der Betrug ist mit Auszahlung des Geldes beendet und wäre beim Verlassen des Landens vollendet...weiterhin wäre noch die Geringwertigkeit der Sache zu beachten. Erfordernis eines Strafantrages.

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Beitragvon bigbuddha » Di 30. Dez 2008, 10:11

Ich hab da irgendwie Schwierigkeiten mit der Täuschungshandlung...er stellt ja wirklich eine "pfandberechtigte" Dose in den Automaten. OK, es ist nicht seine Dose, aber wird DADURCH jemand getäuscht?

Die Sachbeschädigung dürfte ja relativ klar vorliegen...
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Beitragvon very » Di 30. Dez 2008, 10:16

nein. deshalb werf ich mal den 263a in den raum.
"In den Krimis wird aber nicht gezeigt, dass man vielen Schutzpolizisten die Arbeit bei der Kripo als Sanktion androhen könnte.
Für weitere Fragen diesbezüglich bitte auch die Suchfunktion nutzen."

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Beitragvon bigbuddha » Di 30. Dez 2008, 12:05

Hm...Computerbetrug, OK, isn Automat. Aber worunter genau subsumierst du da? Daten werden ja hier keine verwendet...obwohl, die auf der Dose - quasi :polizei13:
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