Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

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Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon brechti_bw » Mo 13. Apr 2015, 23:32

Person driftet mit seinem Pkw (Kreisverkehr) mehrfach, sodass letztendlich ca. 10 lange Driftspuren, nahezu über die gesamte Länge (ca. 50 Meter) entstehen. Würdet ihr in diesem Fall eine Verdachtsanzeige (hier: Sachbeschädigung - bedingter Vorsatz) vorlegen?

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon Controller » Mo 13. Apr 2015, 23:56

auf die Schnelle:

Substanzschädigung ??
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 14. Apr 2015, 07:02

Du meinst 10 m Breite und 40 m Länge?

Wenn die derart gestaltet sind, dass das die charakteristische glatte Gummifläche geworden ist, die nur durch aufwändige Reinigung oder Tiefbauarbeiten zu entfernen sind? Ja.

Wenn der Kreisverkehr im öVR ist und dadurch eine gewisse Glätte entsteht, könnte man auch über einen 315 b nachdenken.

Erstaunlicherweise habe ich für beide Varianten keine Rechtsprechung gefunden.

Vermutlich fiedeln die meisten Kollegen das mit einem VG nach § 29 StVO ab. :lach:
:lah:

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon 1957 » Di 14. Apr 2015, 11:49

driftspuren entstehen an der grenze der Beherrschbarkeit eines fahrzeuges. eine unvorhergesehene situation kann dann schwerwiegende folgen haben. insofern könnte man auf den gedanken kommen, dem fahrzeugführer auch eine unangepasste geschwindigkeit vorzuwerfen. hat bei mir vor gericht schon mal geklappt.

das mit der sachbeschädigung erscheint mir auch etwas sehr weit hergeholt.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon malfragen » Di 14. Apr 2015, 12:11

Eine Sachbeschädigung der strasse halte ich auch für kaum möglich.
Das die strasse durch solche reifenabriebspuren glatter oder rutschiger wird ist wohl ausgeschlossen.
Bei dragsterrennen oder viertel meile wird durch das durchdrehen der Räder grip am start aufgebaut.
Bei strassenreperaturstellen wird zb. an fugen auch eine gummiartige masse aufgebracht.
Wenn ein LKW mit auflieger einen engen kreisverkehr passiert kann man auch beobachten das das letze rad der hinterachse abriebspuren hinterlässt.
Bin kein polizist, war nur meine Meinung. :hallo:
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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon 1957 » Di 14. Apr 2015, 12:20

fahrspuren auf der fahrbahn sind in den seltesten fällen ein aufrieb ( von den reifen) . gummiaufrieb ist meist kaum zu sehen und bleibt nicht lange. die hartnäckigen Brems- und Fahrspuren sind in der regel durch reibungshitze verursachte auschwitzungen teer- bzw. ölhaltiger verbindungen aus dem fahrbahnbelag. je älter eine fahrbahndecke, um so weniger material zum ausschwitzen.
auf beton wird nix ausgeschwitzt, da gibts dann richtige gummispuren.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon wolfi71 » Di 14. Apr 2015, 12:24

wenn der aber nachweislich den Driftwinkel beherrscht, dann fällt man mit der unangepassten Geschwindigkeit auf die Nase. Das einzige wäre evtl, dass der im Kreisverkehr mehrfach rum fuhr, das könnte man ihm anlasten und evtl eine Geräuschbelästigung.

Ist es eigentlich irgendwo verboten ein bisschen um die Kurve zu driften, so lange man in seinem Bereich der Fahrbahn ist? Dass es Dummheit ist, das steht auf einem anderen Blatt.

Andererseits hat der Depp da sicher reichlich Geld auf die Straße gelegt in Form von Gummi. Aber das wird ihn nicht tankgieren.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon malfragen » Di 14. Apr 2015, 12:29

@ 1957.

Ja das stimmt so absolut.
Dann wäre es doch in dem fall eher eine Verschmutzung der strasse.
Die strasse ist nicht dauerhaft geschädigt dadurch.
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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon Ghostrider1 » Di 21. Apr 2015, 10:31

Die Frage ist, wie weit wurde der Belag beschädigt?
Wenn durch die Hitze der Asphalt ausschwitzt und erneuert werden muss, dann würde ich definitiv eine Sachbeschädigung anziehen. Wird die Fahrbahnmarkierung runter radiert, dann ebenfalls. Driften ist ein vorsätzliches Verhalten. Man driftet nicht zufällig im gesamten Kreisverkehr. Wer was anderes behauptet, sollte mal in sich gehen, wie oft er Leute im gesamten Kreisverkehr hat driften sehen. Ich noch nie und ich fahre schon ein paar Jahre.

Straßenbauamt ranholen die sollen die Sache prüfen. Falls es nur Gummi ist, dann bekommt er die Reinigungskosten übergezogen + OWi.


@KC
315b benötigt aber eine konktete Gefahr. Schmiert einer bei Nässe wegen dem Belag ab, wäre es möglich.

@malfragen
Seit wann vergleicht man Dragsterrennen mit dem öffentlichen Straßenverkehr?
Zu deiner Fugengeschichte. Das ist der Schrecken aller Motorradfahrer!! Diese Fugen sind nämlich derartig rutschig, dass man bei Schräglage (Kurvenfahrt) richtige Probleme bekommen kann. Von daher ist deine Aussage, dass der Asphalt nicht rutschiger wird, doch sehr mit Vorsicht zu betrachten.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon 1957 » Di 21. Apr 2015, 11:15

das ausschwitzen des "asphalts" ist ein natürlicher vorgang. derartige fahrbahnbeläge verlieren mit der zeit die entsprechenden anteile, ohne ihn ihrer funktionsfähigkeit beeinträchtigt zu werden.
eine substanzverletzung sehe ich da nicht.

darüber hinaus erfordert eine sachbeschädigung vorsatz ( und zwar den zur beschädigung) den sehe ich auch nicht.

und wenn wg. jeder drift - bremsspur das straßenbauamt rausgeholt wird, dann hätte wir und die straßenpfleger nichts anderes mehr zu tun.

"die kirche im dorf lassen" ist da wohl die richtige metapher.

für mich: erwischt, verwarngeld (einzelfallabhängig) , ende der chose.
Zuletzt geändert von 1957 am Di 21. Apr 2015, 11:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon Ghostrider1 » Di 21. Apr 2015, 11:46

Sehe ich schon. Wer absichtlich "radiert" nimmt die Beschädigung billigend in Kauf.

Ich behaupte mal ganz steil, dass weder du noch ich Experten im Straßenbau sind. Es ist daher mühsig darüber zu diskutieren, ob oder ob nicht.

Letztlich prüft die zuständige Behörde (Kreisstraßenbauamt oder wie auch immer). Stellen die fest, dass der Belag derart beschädigt ist, das er erneuert werden muss, liegt m.M.n. ein Anfangsverdacht der Sachbeschädigung vor.

Edit: Rechtschreibung
Zuletzt geändert von Ghostrider1 am Di 21. Apr 2015, 12:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon 1957 » Di 21. Apr 2015, 11:56

wir reden hier von fahrspuren auf der fahrbahn. nicht von fahrbahnverformungen oder beschädigungen der decke. wenn du zur feststellung der möglichkeit einer "beschädigung" bereits experten benötigst, möchtest du dem drifter schon bedingten vorsatz unterstellen? ansonsten hatte sich meine ergänzung mit deinem beitrag überschnitten.

das nenn ich mal "kriminalisierung".
gehen da bei euch in sachsen die "uhren anders" ? niemals nicht käme ich auf den gedanken, wg. einer driftspur oder ähnlichem eine strafanzeige vorzulegen. auf diese idee ist in den letzten 40 jahren auch keiner meiner kollegen gekommen. nehmt ihr eigentlich auch unfälle auf, wenn einer so eine spur legt? hoffentlich gibt eure sta in einem solchen falle von derartiger "übereifrigkeit" auch mal eine entsprechende rückmeldung.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon Ghostrider1 » Di 21. Apr 2015, 12:46

?
Äpfel und Birnen, was den Unfall angeht. Weißt du aber selber.

Also so wie ich das gelesen habe, hat der nicht nur eine Spur hingelegt, der hat den Kreis "ausgemalt"
Und wenn du richtig liest, dann unterstelle ich nicht sofort. Steht das irgendwo?

Kommt aber im Rücklauf der Behörde, dass der Belag derartig überhitzt und beschädigt wurde, dass er gewechselt werden muss, dann haben wir eine Beschädigung vorliegen. Wenn der Belag nur verschmutzt wurde, bekommt er fürs Driften die Owi übergezogen.

Bilder haben wir nicht vorliegen, um es auch nur annähernd zu beurteilen.

Edit:
Wörter korrigiert ( HTC ersetzt die Wörter wenn man nicht aufpasst )
Zuletzt geändert von Ghostrider1 am Di 21. Apr 2015, 16:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon malfragen » Di 21. Apr 2015, 13:40

Stimmt, mein vergleich -dragsterrennen und Straßenverkehr- der hinkt ein wenig.
Aber durch driften eine strasse so zu beschädigen, das der belag erneuert werden muss kann ich mir nicht vorstellen.

Zum thema rutschig.
Diese fugendichtungen sind wirklich schlimm, vorallem bei Nässe.
Habe auch 125er gefahren und das mitbekommen.

Bei mir am Land war aber das größte problem die bauern.
Die fahren mit dem traktor aus dem acker und ziehen eine schlammspur mit auf die strasse, das eine wahre pracht ist.
Das ist mal rutschig.
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Re: Mutwillig herbeigeführte Driftspuren - Sachbeschädigung?

Beitragvon MICHI » Di 21. Apr 2015, 17:12

Malfragen, bleibe mal bitte mit deinen Beiträgen beim direkten Thema. Es kommt häufiger bei dir vor,dass deine Beträge eigentlich nicht zum Thema passen. Absicht möchte ich dir bisher aber noch nicht unterstellen.
Gruß
MICHI


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