Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

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Harkov
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Harkov » So 28. Jun 2015, 22:14

Informatiker/Hacker sind eher Freiberufler, ob man da mit dem Beamtenstatus recht punkten kann, wage ich zu bezweifeln.
Du meinst, steuerfreies Einkommen und ein dunkles Kellerzimmer mit RedBull und Pizza würden solche Leute vorziehen :polizei3:
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon cancer91 » So 28. Jun 2015, 22:49

Harkov hat geschrieben:
Informatiker/Hacker sind eher Freiberufler, ob man da mit dem Beamtenstatus recht punkten kann, wage ich zu bezweifeln.
Du meinst, steuerfreies Einkommen und ein dunkles Kellerzimmer mit RedBull und Pizza würden solche Leute vorziehen :polizei3:
Das World-of-Warcraft-Abonnement nicht vergessen :polizei2:

Nein, aber Informatiker haben in der freien Arbeitswelt zur Zeit beste Chancen und verdienen gutes Geld. Die lassen sich nur mit einer Arbeitsplatzgarantie+Pension nicht so leicht locken.
Zumindest bei mir früher hieß es, dass man im öffentlichen Dienst zwar weniger verdient als in der freien Wirtschaft aber auch besser versorgt ist. Dieses Argument fällt bei den Spitzenleuten eben weg.
Bones65 hat geschrieben:Was hat denn die Bundeswehr mit Geldwäsche zu tun?
Und warum ist der Beamtenstatus hinderlich, derartig gelagerte Delikte zu klären?

:gruebel:
OT :Ich habe Sicherheitsorgane allgemein und Bundeswehr in Klammern geschrieben, weil die ja auch in Sachen Cyber-Sicherheit hinterhinkt. Ich meine letztens mal gelesen zu haben, dass die Bundeswehr die Leute, die in der Cyberabteilung hinter PCs arbeiten wollen, genauso mustert wie einen zukünftigen Fallschirmjäger. Aber da ich das gerade nicht verifizieren kann, bin ich da nicht 100% sicher.
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon MICHI » Mo 29. Jun 2015, 07:35

Polizeibezug bei diversen Beträgen?

Was hat das Thema mit Uli Hoeneß oder Hackern zu tun?
Gruß
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Diag » Mo 29. Jun 2015, 11:12

checker88 hat geschrieben: Gleiches gilt auch im Bereich der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung. Hier gibt es Schätzungen von Experten, die sogar davon ausgehen, dass die schwarz erwirtschafteten Gelder eine enorme Wichtigkeit für die Wirtschaft haben.
Inwiefern? Hast Du da evtl. ne Quelle?

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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Challenger » Mo 29. Jun 2015, 13:17

Es ist mir schleierhaft, wie Schwarzarbeit dem Staat nutzen bringen soll. Wobei Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung hier auch nicht das Thema ist, sondern Geldwäsche im großen Stil.
Diag hat geschrieben:Dabei sind das die ganz großen Straftaten, die mitunter BtM, Terror, Menschenhandel, ... ermöglichen.
Treffend auf den Punkt gebracht!

Solange man kriminell erwirtschaftetes Geld ungestört legalisieren kann (und nur so hat die organisierte Kriminalität auch letztlich etwas von diesem Vermögen!), bietet dies den besten Nährboden, um kriminelle Strukturen auf- und auszubauen.
Zuletzt geändert von Challenger am Mo 29. Jun 2015, 13:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Diag » Mo 29. Jun 2015, 13:24

Die beiden Straftaten sind idR Begleiterscheinungen. Umgekehrt findet man bei diesen beiden oft auch Hinweise auf die Geldwäsche.

Nur doof, wenn nirgendwo 1+1 zusammen gezählt werden (was aber auch mitunter am Arbeitsaufkommen liegen kann).

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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Controller » Mo 29. Jun 2015, 15:24

kriminell erwirtschaftetes Geld ungestört legalisieren kann
das macht der Schwarzarbeiter aber auch.

Er legalisiert sein kriminell erwirtschaftetes Geld und "pumpt" es in den Wirtschaftskreislauf. :gruebel:
Hier gibt es Schätzungen von Experten, die sogar davon ausgehen, dass die schwarz erwirtschafteten Gelder eine enorme Wichtigkeit für die Wirtschaft haben.

Vlt meint checker88 dies in der Art.

Falls das Blödsinn ist :polizei10: .....überlesen und vergessen ! :ja:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon cancer91 » Mo 29. Jun 2015, 18:10

MICHI hat geschrieben:Polizeibezug bei diversen Beträgen?

Was hat das Thema mit Uli Hoeneß oder Hackern zu tun?
Das habe ich im ersten Post kurz erläutert.
Der Thread handelt von Geldwäsche. Daraufhin habe ich geschrieben, dass im Internet gut Geld gewaschen werden kann, z.B. durch Liberty Reserve o.Ä.

Daraufhin kam ich zum Thema "Hacker":
Die Polizei hierzulande hat der Internetkriminalität, in meinen Augen, noch relativ wenig entgegenzusetzen. Auf der einen Seite, weil die Server weltweit verstreut stehen, aber in den letzten Jahren wurde es auch versäumt, frühzeitig in IT-Spezialisten (umgs: Hacker) zu investieren.
Das Internet ist ja in weiten Teilen noch ein rechtsfreier Raum. Bsp. Urherberrechtsverletzungen, allemöglichen Betrügereien wie Abofallen etc.
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Diag » Mo 29. Jun 2015, 18:24

Genau. Gegen Abofallen passiert nichts. :nein:

Hat trotzdem nichts mit Geldwäsche zu tun.

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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon cancer91 » Mo 29. Jun 2015, 18:50

Diag hat geschrieben:Genau. Gegen Abofallen passiert nichts. :nein:

Hat trotzdem nichts mit Geldwäsche zu tun.
1.) Habe ich wo geschrieben ? Ich habe geschrieben "wenig". Wenn es dich interessiert, kannst du ja mal googeln. Das ist leider offtopic, ich habe es nur so ausführlich geschrieben, um meinen Gedankengang für MICHI zu verdeutlichen.

2.) BKA warnt vor Geldwäsche im Internet. Ist zwar aus dem Jahre 2011, aber das dürfte heute auch noch aktuell sein.
http://www.zeit.de/digital/internet/201 ... minalitaet

Da man diesem Treiben kaum Herr wurde, ging man den Weg des Verbietens von Pre-Paid-Karten.
Jetzt muss man fast immer für den Einkauf selbst bei kleinsten Summen Konto- oder Kreditkartendaten angeben. Das eröffnet Betrügern in Sachen phishing neue Möglichkeiten und anonyme online-Währungen (wie Bargeld in der realen Welt ) existieren nach wie vor noch...
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Challenger » Mo 29. Jun 2015, 22:17

Controller hat geschrieben:
kriminell erwirtschaftetes Geld ungestört legalisieren kann
das macht der Schwarzarbeiter aber auch.

Er legalisiert sein kriminell erwirtschaftetes Geld und "pumpt" es in den Wirtschaftskreislauf. :gruebel:
Das ist wohl indirekt richtig (das kriminelle daran wird wohl das Vorbeiwirtschaften am Staat sein, weil ja eine gewisse Leistung dafür erbracht wurde; leider kenne ich mich darin auch nicht so gut aus). Allerdings gehört der einzelne für sich betrachtet in der Regel nicht kriminellen Netzwerken an, deren Hintermänner das Kapital wiederum über kriminelle Strukturen erwirtschaftet haben, und "wäscht" in Millionenhöhe! Und der kleine Schwarzarbeiter lebt auch in größerer Gefahr erwischt zu werden, als die organisierten Clans.

Und das ist nicht nur das Ungerechte daran, sondern zeigt auch klar die Schwerpunktsetzung in der Kriminalitätsbekämpfung hierzulande.
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon 1-14-20-9 » Di 8. Mär 2016, 07:11

Harkov hat geschrieben:Challenger:

. Doch was soll der Durchschnittsbürger zum Thema Umsatzsteuerkarussel beitragen :)

Das ist ein hochgradig komplexer Bereich, der sich m.M.n nur jenen erschließt die damit zu tun haben und ich wage mich mal gaaanz weit aus dem Fenster- der den 0815 Schutzmann auch nicht so tangiert.
Im Prinzip beschäftigt sich Otto Normalbürger schon mit Straftaten wie Umsatzsteuerkarussel oder Cum Ex- Geschäften, aber wenn Papa Staat schon 11 Jahre benötigt, um wie im Fall der Cum Ex Geschäfte die Gesetzeslücken zu schliessen, dann fragt sich Otto Normalbürger oder vielleicht auch der 0815 Schutzmann ob das mit Absicht so lange gedauert hat oder ob niemand einen Plan von dem hat, was er tut.
Grundsätzlich gehe ich schon davon aus, das die entsprechenden Ausschüsse wissen was Sie tun, also bleibt nur noch der Vorsatz übrig.

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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon RobMetal » Di 8. Mär 2016, 11:15

Ich bin IT-Spezialist bei einer großen Wirtschaftsprüfungsfrima also steige ich hier mal ein.

Internet-Kriminalität ist auch für die Leute, die Firmen davor schützen ein Geschäft. Und diese Seite des Geschäfts finde ich wesentlich angenehmer. Von der Polizei hört und sieht man insgesamt wenig, hier und da nehmen LKAs/BKA mal Darknet-Marktplätze hoch oder verfolgt Urheberrechtsverletzungen, mit freundlicher Unterstützung der Urheberverbände. Für die Polizei in diesem Bereich selbst zu arbeiten ist tatsächlich wenig attraktiv, das passiert eher im Rahmen von Beauftragungen als Dienstleister für klar definierte Aufgaben/Projekte, z.B. auch im Bereich Forensik. Das ist für den Dienstleister dann natürlich sehr lukrativ, da es in diesem Bereich durch die Nötigen Überprüfungen und Zertifizierungen wenig Konkurrenz gibt. Dass man so Geld spart gegenüber hypothetischen hochbezahlten IT-Angestellten kann ich mir nicht vorstellen. Dass in einer Behörde akzeptiert würde, dass jemand deutlich mehr als sein disziplinarischer Vorgesetzter verdient aber ebenso, also bleibt das dann halt auch so.

Im militärischen Bereich gibt es ein NATO-Kompetenz-Zentrum für das Thema an einem denkbar unattraktiven Standort, und ansonsten kocht jedes Land sein eigens Süppchen, wobei die USA klar dominieren und alle Angst vor den Russen haben, wo Hacker-Delikte schon im zivilen Bereich alltäglich sind.

Geldwäsche ist für den Staat, in dem sie passiert, ein Vorteil. Egal ob in großen Staaten, Kanalinseln, Schweiz, Vatikan, Karibik oder sonstwo. Dass das Thema in der Politik keine große Aufmerksamkeit genießt ist offensichtlich, dass Straftäter mit immensen Profiten ziemlich sanft angefasst werden und dass in bestimmten Kreisen Steuerhinterziehung ein Kavaliersdelikt ist und fast schon zum guten Ton gehört ebenso. Die Gesetzeslage verschärft sich immer weiter, auch durch die EU, aber genauso schnell erfindet die Finanzwirtschaft neue Produkte und Dienstleistungen. Katz- und Maus also.

Und Geldwäsche durch Cryptowährungen zu verhindern ist eine Sisyphos-Aufgabe selbst für jemanden mit den Kapazitäten der NSA. Hier ist das Volumen aber augenscheinlich eher gering.

Langfristig wird ein Bargeldverbot das Ziel sein, da bin ich mir relativ sicher. Erst dann werden Cryptowährungen richtig interessant für OK oder auch einfach nur für den Handwerker, der sich jedes Wochenende was dazu verdient.
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Trooper » Di 8. Mär 2016, 17:43

RobMetal hat geschrieben:
Langfristig wird ein Bargeldverbot das Ziel sein, da bin ich mir relativ sicher. Erst dann werden Cryptowährungen richtig interessant für OK oder auch einfach nur für den Handwerker, der sich jedes Wochenende was dazu verdient.
Das stimmt. Dahinter dürfte aber nicht in erster Linie der Wunsch nach Unterbindung von Geldwäsche stecken, sondern die Anwendung von Negativzinsen auf möglichst große Teile der Geldmenge. Kann ja nicht angehen, daß der asoziale Sparer sein Vermögen dem Wirtschaftskreislauf entzieht, anstatt durch hemmungslosen Konsum die Wirtschaft anzukurbeln und den Fiskus ordentlich zu fördern.
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Re: Geldwäsche - Deutsche Gesetzlage unzureichend?

Beitragvon Buford T. Justice » Di 8. Mär 2016, 18:17

... oder um die Menschen ins Betongold zu drängen, welches sich auf etwaige Sozialversicherungsleistungen anrechnen lässt oder den Steuerzahler wehrlos gegenüber Grundsteuererhöhungen und immobilienbezogenen Umlagen macht.

Schade, dass man an dieses Thema einfach keinen Polizeibezug geflickt kriegt :polizei3:
:applaus:


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