Ermittlungen bei der FIU

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Knaecke77 » Fr 24. Jul 2020, 08:42

Cologne hat geschrieben:
Do 23. Jul 2020, 14:51
Knaecke77 hat geschrieben:
Di 21. Jul 2020, 07:04
Die Frage ist ja, ob es aufgrund des enorm gestiegenen Hinweisaufkommens auch beim BKA zu diesen massiven Problemen gekommen wäre oder dies besonderer zollinterner Abläufe geschuldet ist?! :gruebel:
Das weiß man nicht,
man hat es seit Einführung der KLP nicht geschafft Qualitätsstandards für einfachste Abläufe festzulegen.

Daher kann es sein, dass bei Dienststelle A beim Zoll der Vorgang X rein rechnerisch zwei Stunden Bearbeitungszet hat, und ein gleicher Vorgang bei Dienststelle B 10 Minuten.
Da nirgendwo festgehalten wird wie der Vorgang zu erledigen ist. sind beide Bearbeitungszeiten gängige Praxis. Die 10 Minuten sind typisch für die Personalverschleissdienststellen, also die Dienststellen mit unzureichender Personalausstattung. Hierzu könnte nach bisherigem Kenntnisstand auch die FIU gehören.
Ich glaube nicht, dass das BKA so arbeitet.
Dies würde m.E. eine glasklare Stellenbeschreibung notwendindig machen, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Cologne » Fr 24. Jul 2020, 21:11

Knaecke77 hat geschrieben:
Fr 24. Jul 2020, 08:42
Dies würde m.E. eine glasklare Stellenbeschreibung notwendindig machen, damit man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.
Vielleicht in einem zweiten Schritt, zunächst würde eine Mindestanforderung reichen. Alles weitere entwickelt sich

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Knaecke77 » Mo 27. Jul 2020, 09:24

Christof Schulte Der oberste Geldwäsche-Bekämpfer gerät unter Druck

Der Chef der Financial Intelligence Unit gerät nach der Razzia in seinem Amt in Erklärungsnot. Oppositionspolitiker fordern personelle Konsequenzen.
Volker Votsmeier

Behördenkenner bescheinigen dem 49-Jährigen, seit seinem Amtsantritt viel Positives bei der FIU bewirkt zu haben. Quelle: obs/Generalzolldirektion/LKA Sachsen
Christof Schulte

Behördenkenner bescheinigen dem 49-Jährigen, seit seinem Amtsantritt viel Positives bei der FIU bewirkt zu haben.

Köln Christof Schulte ist es gewohnt, dass auf seine Behörde geschimpft wird. Der Leiter der Financial Intelligence Unit (FIU) gilt als Deutschlands oberster Geldwäsche-Bekämpfer. Immer wieder muss er sich anhören, dass sein Behörde zu langsam und zu ineffizient arbeitet. Mit der Aufgabe, die Geldströme aus illegalen Machenschaften einzudämmen, sei sie offenbar überfordert, unkten Kritiker.

Dann kam es schlimmer: Die Staatsanwaltschaft Osnabrück stattete Schultes Behörde einen Besuch ab. Der Verdacht ist ungeheuerlich: Einzelne Mitarbeiter der FIU sollen womöglich zwischen Mitte 2018 und Anfang 2020 acht Geldwäscheverdachtsmeldungen nicht vorschriftsmäßig an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet haben.

Dabei gehe es um Konten bei drei deutschen Banken, über die 1,7 Millionen Euro nach Afrika geflossen sein sollen. Die Ermittler konnten offenbar nicht mehr eingreifen.

Die Angriffe von Oppositionspolitikern zielen direkt oder indirekt auf Schulte. Der Finanzexperte der Linken-Bundestagsfraktion, Fabio De Masi, wünscht sich gar personelle Konsequenzen: „Ich würde dem Leiter der FIU empfehlen, die Koffer zu packen.“ Lisa Paus von der Grünen fordert von FIU-Verantwortlichen, alle Karten auf den Tisch zu legen: „Ein Sonderbericht zu den Hintergründen an den Finanzausschuss ist das Mindeste.“

Es ist tatsächlich ein außergewöhnlicher Vorgang, dass Staatsanwälte gegen Staatsdiener ermitteln, zumal die FIU selbst den Auftrag hat, Kriminalität zu bekämpfen. Die FIU bemüht sich um Schadensbegrenzung. „Uns ist eine zügige und gründliche Aufklärung sehr wichtig. Die FIU wird sich aktiv daran beteiligen“, betonte ein Sprecher.

Erhöhung auf 400 Mitarbeiter

Schulte selbst war bei der Durchsuchung gar nicht vor Ort – er ist im Urlaub. Eigentlich, so berichten Behördenkenner, habe der 49-Jährige seit seinem Amtsantritt am 1. August 2018 bereits viel Positives bei der FIU bewirkt. Inzwischen sei die Behörde viel besser organisiert. Umso ärgerlicher, dass nun durch die Durchsuchung wieder der Eindruck entstehe, Schultes Behörde arbeite unzuverlässig.

Seit der Verlagerung der FIU zum Zoll wurde der mit Fachaufgaben betraute Personalbestand der FIU von 165 auf 400 Arbeitskräfte erhöht. Ein weitere Ausbau auf 475 Mitarbeiter ist geplant. Ob Schulte allerdings noch lange Chef der FIU bleibt, ist ungewiss: Schulte hat sich auf eine Stelle als Abteilungsleiter beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz beworben. Dort würde er nach B6 besoldet. Als Chef der FIU verdient er deutlich weniger.
https://www.handelsblatt.com/politik/de ... wGb6tC-ap4


Vielleicht würde auch eine dezentrale Aufstellung der FIU Sinn ergeben, dann wäre der Pool möglicher Bewerber vermutlich etwas größer. :gruebel:

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon fmaster2000 » Mi 29. Jul 2020, 19:49

Ein Grund warum bei FIU das Ein oder Andere nicht funktioniert ist, da es eine dezentrale Einheit war bzw ist. Wie üblich bei Zoll herrschen örtlich immer wieder gewisse Hausmeinungen. Ist zwar an sich nicht schlimm, jedoch bei so einer wichtigen und medialen stark vertretenen Aufgabe nicht sinnvoll.

Daher muss es zentral gesteuert werden. Somit sind auch die Dienstwege deutlich kürzer und es herrscht eine einheitliche Hierarchie.

Zum Thema Bewerber: Wenn man Geld in die Sache reinsteckt und jedem FIU Beamten 300- 400 Euro mehr gewährt, und siehe da, wie schnell die Bewerbungen einfliegen.

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Knaecke77 » Do 30. Jul 2020, 10:44

fmaster2000 hat geschrieben:
Mi 29. Jul 2020, 19:49


Zum Thema Bewerber: Wenn man Geld in die Sache reinsteckt und jedem FIU Beamten 300- 400 Euro mehr gewährt, und siehe da, wie schnell die Bewerbungen einfliegen.
Tja vermutlich. Manchmal lockt man Interessenten aber nicht nur mit Geld. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre mit Vorgesetzten, die mit ihren Mitarbeitern wertschätzend umgehen und/oder die Einführung der 35 Std-Woche für diesen Arbeitsbereich etc. etc.

Träumen darf man ja ab und an. :pfeif:

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon fmaster2000 » Do 30. Jul 2020, 12:46

Knaecke77 hat geschrieben:
Do 30. Jul 2020, 10:44
fmaster2000 hat geschrieben:
Mi 29. Jul 2020, 19:49


Zum Thema Bewerber: Wenn man Geld in die Sache reinsteckt und jedem FIU Beamten 300- 400 Euro mehr gewährt, und siehe da, wie schnell die Bewerbungen einfliegen.
Tja vermutlich. Manchmal lockt man Interessenten aber nicht nur mit Geld. Eine angenehme Arbeitsatmosphäre mit Vorgesetzten, die mit ihren Mitarbeitern wertschätzend umgehen und/oder die Einführung der 35 Std-Woche für diesen Arbeitsbereich etc. etc.

Träumen darf man ja ab und an. :pfeif:
Wertschätzung ist mir persönlich egal. Ich geh Arbeiten um Geld zu verdienen.

Wenn man aber wie immer so weiter macht, dann wird man weder geeignete Bewerber finden noch wird sich die Lage verändern.

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Cologne » Do 30. Jul 2020, 18:50

Knaecke77 hat geschrieben:
Do 30. Jul 2020, 10:44
.... und/oder die Einführung der 35 Std-Woche für diesen Arbeitsbereich etc. etc.

Träumen darf man ja ab und an. :pfeif:
Der ist gut, 35 Stunden Woche :) :) :)
Wahrscheinlich für die SGe die auf Grund der Corona Restirktionen nicht so richtig arbeiten können.
Die die noch arbeiten(können) kriegen dafür eine 50 Stunden Woche, als wertschätzendes Signal, dass sie gebraucht werden :polizei1: :) :polizei1:

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Knaecke77 » Do 30. Jul 2020, 19:52

Na ja, auch das wird sich irgendwann wieder normalisieren. Unabhängig davon würde ich mir von unseren Gewerkschaften etwas mehr "Kreativität" bei künftigen Tarifverhandlungen wünschen.

Gerne hätte ich als Arbeitnehmer und Gewerkschaftsmitglied die Auswahl statt einer Besoldungserhöhung, mehr Urlaub oder eine geringere Wochenarbeitszeit zu erhalten.

Die Bahngewerkschaften haben zusammen mit der Bahn wegweisende Abschlüsse erzielt.

Mir ist allerdings bewusst, dass die kommende Tarifrunde sehr schwierig werden.

Sorry für OT...

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Silly » Fr 31. Jul 2020, 07:19

Traurig ist nur, dass die Versäumnisse der "Chefetage" wieder auf dem Rücken der kleinen ausgetragen wird!

Der Chef der Truppe bewirbt sich weg und wird dann auch noch befördert! Wobei der auch nur ein Spielball der Politik war!

Leider wird sich aber nicht ändern! Dazu müsste man erstmal im BMF und in der GZD aufräumen!

Zoll schafft sich selbst ab, wenn es so weiter geht!

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon fmaster2000 » Sa 1. Aug 2020, 12:16

Ich muss ehrlich sagen, dass diese 1-2 % was wir als Gehaltserhöhung alle 2-3 Jahre erhalten, nicht attraktiv genug ist.

Vielmehr sollte jedem Beamten mindestens 60% Beihilfe, 39 Stundenwoche und Homeoffice zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ein Vereinfachtes Aufstiegsverfahren etc.

Somit kann man seine Mitarbeiter motivieten. Nicht mit 50 Euro Brutto mehr.

Da käme es zu dem ein oder anderen Skandal nicht.

Hier liegt natürlich der Zug bei den Gewerkschaften. Leider bis jetzt sehr enttäuschend

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Cologne » Di 4. Aug 2020, 06:37

Bitte hört mit dem Träumen auf, 220.000.000.000 Euro an Hilfen müssen refinanziert werden.
Bedeutet Nullrunden oder maximal Inflationsausgleich, was derzeit identisch ist.

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon unbekannte » Di 4. Aug 2020, 07:24

Ich verzichte gerne auf eine Erhöhung, dafür sollte die derzeitige wöchentliche Arbeitszeit mit den Tarifbeschäftigten gleichgeschaltet werden.

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon Vollzugsbub » Di 4. Aug 2020, 18:07

unbekannte hat geschrieben:
Di 4. Aug 2020, 07:24
Ich verzichte gerne auf eine Erhöhung, dafür sollte die derzeitige wöchentliche Arbeitszeit mit den Tarifbeschäftigten gleichgeschaltet werden.
:zustimm: :zustimm:
es gibt viele fettnäpfchen, so viele das sie für alle reichen............

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Re: Ermittlungen bei der FIU

Beitragvon fmaster2000 » Di 4. Aug 2020, 19:33

unbekannte hat geschrieben:
Di 4. Aug 2020, 07:24
Ich verzichte gerne auf eine Erhöhung, dafür sollte die derzeitige wöchentliche Arbeitszeit mit den Tarifbeschäftigten gleichgeschaltet werden.

Wäre ich auch dafür.


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