Zollgeschichten von damals - Grenze, RAF und blaue Dünste

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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Zollgeschichten von damals - Grenze, RAF und blaue Dünste

Beitragvon zoellner » Fr 14. Mär 2008, 10:46

Tag Kollegen,

der Zoll ist ja schon alt und einige Kollegen auch. Ihr habt doch sicher einiges zu erzählen.

:arrow: Geschichten aus der RAF-Zeit,
:arrow: die SOKO Blauer Dunst
:arrow: Erlebnisse an der innerdeutschen Grenze auf beiden Seiten
:arrow: Geschichten vom DDR-Zoll
:arrow: vielleicht ja sogar welche vom Zollgrenzschutz
:arrow: sonstiges....

Lasst die Jungen dran teilhaben und die Alten sich erinnern.

Dann haut mal in die Tasten, ich bin gespannt.

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Beitragvon Citoyen » Fr 14. Mär 2008, 13:02

Da bin ich auch mal gespannt.....
Dieses Thema interessiert mich sehr, da ich in einem Grenzgebiet aufgewachsen bin und auch so meine Erfahrungen und Erinnerungen mit/an Zöllner habe.
Ich fand´s als Kind immer ganz toll die "Fliege" , so wurde bei uns die Mobile Zollkontrolle genannt, im Wald aufzustöbern.

Ich kann ja selber, aus eigener Erfahrung keine alten Zöllnergeschichten erzählen.

Jedoch...
Mein mittlerweile seid 20 Jahren verstorbener Onkel war Amtmann beim Zoll.
Als Onkelchen aus der Krigsgefangenschaft kam(einer der Letzen), suchte der Zoll
Kriegs- Veteranen. Damals benötigte der Zoll wohl Leute, die mit der Waffe, und den damit verbundenen Gebrauch(und den Folgen) umgehen konnten. Männer die auch in heftigen Situationen die Nerven behielten. Und zu guter letzt, Männer die auch bereit waren bei mickrigsten Gehalt diesen damals schlecht bezahlten, äußerst gefährlichen und unbeliebten Job zu machen.
Mein Onkel tat Dienst im NL-Be-De Dreiländereck.
Die Deutschen schmuggelten nach dem Krieg was das Zeug hält.
Da fuhren welche mit dicken Amischlitten durch die Gegend, die höchstens 10 Liter Sprit
fassten. Der Rest wurde mit Kaffee aufgefüllt. :D
Es gibt im Grenzgebiet noch viele Familien, die durch den damaligen Schmuggel den Grundstein ihres jetzigen Wohlstands gelegt haben.
Richtig heftig wurde es aber dann, wenn ein solcher Schmuggler, oder direkt die ganze Bande, gestellt wurde.
Man stelle sich das mal vor.....mitten im Venn und die Beamten meistens in der Unterzahl.
Ganze Banden haben sich auf diesen"Transfer" spezialisiert.
Schießereien mit Schmugglern waren(so mein Onkel) anfangs an der Tagesordnung.
Tagelanges Ausharren im Versteck(ohne Ablösung) war für Zöllner damals anscheinend normal. Deshalb rekrutierte man anscheinend, in den Anfängen des Zolls gerne ehemalige Soldaten.
So wie mein Onkel erzählte, haben damals viele Zöllner an der Gesamtdeutschen Grenze ihr Leben gelassen.

Ich weiß natürlich nicht , ob mein Onkel da nicht auch ein wenig "Seemannsgarn" gesponnen hat. Ich denke aber, das es sich damals so abgespielt hat.
Vielleicht gibt es ja den Einen oder Anderen, der meinen kleinen Beitrag bestätigen, oder ihn als "Räuberpistole" dementieren kann. ?
Eine spitze Zunge ist in vielen Ländern schon unerlaubter Waffenbesitz.

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Beitragvon Apollo » Fr 14. Mär 2008, 13:08

Es wurde sogar mit Panzern geschmuggelt:

http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=071130015
"All gave some, some gave all"

In Xanadu schuf Kubla Khan
Ein prunkvolles Vergnügungsschloss.
Wo Alph, der heil´ge Strom, durchfloss,
die tiefen Höhlen, unendlich groß,
hinab zum dunklen Ozean.


A Message to Humanity

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Beitragvon Gast » So 20. Apr 2008, 11:15

Mich würde das auch sehr interesseieren, vor allem:

:arrow: Was waren denn die genauen Aufgaben des Zolls an der innerdeutschen Grenze? Die hat doch so gut wie nie jemand überquert, außer halt den Bundesdeutschen, die aus dem Urlaub zurückkamen.

:arrow: War der Zoll auch in West-Berlin an der Mauer stationiert oder war es den bundesdeutschen Behörden verboten, in Berlin, das nach alliierter Auffassung nicht zu Bundesrepublik Deutschland gehörte, dort zu operieren?

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Beitragvon zoellner » So 20. Apr 2008, 22:42

[quote=""Tweek""]Mich würde das auch sehr interesseieren, vor allem:

:arrow: Was waren denn die genauen Aufgaben des Zolls an der innerdeutschen Grenze? Die hat doch so gut wie nie jemand überquert, außer halt den Bundesdeutschen, die aus dem Urlaub zurückkamen.

:arrow: War der Zoll auch in West-Berlin an der Mauer stationiert oder war es den bundesdeutschen Behörden verboten, in Berlin, das nach alliierter Auffassung nicht zu Bundesrepublik Deutschland gehörte, dort zu operieren?[/quote]

Was ich dir sagen kann, auch wenn ich damals noch nicht dabei war, ist:

:arrow: Vorgeschobener Beobachtungsposten der NATO, sprich Meldung über jedes Ereignis machen das auf der anderen Seite passierte. Jedes militärfahrzeug, jede Streife oder Grenzdurchbruch oder -versuch weitermelden. Ansonsten wurde an den Grenzübergängen das Interzonenabkommen durchgesetzt und LKW auf dem Weg nach West-Berlin verplombt. Na und der ein oder andere Osturlauber hat schon damals gerne Zigaretten oder ähnliches mitgebracht.

:arrow: der Zoll hat zusammen mit der Berliner Polizei und den Alliierten die Mauer bestreift. Zollrechtlich gesehen war West-Berlin auch BRD

An der innerdeutschen Grenze wurde zuerst der Zoll aufgestellt, da es den BGS in der Form gab es erst ab dem 16.03.1951. Da man keine Eskalation wollte und eine Wiederbewaffnung der Bundesrepublik mit Militär erst 1956 stattfand behalfen sich die Alliierten mit der zivilen Zollverwaltung

Aber bitte.... Zollverteranen... (Amitiger, Jörg12 und Co) erzählt mal. :wink:

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Beitragvon amitiger24 » Mi 23. Apr 2008, 09:17

Neben den erwähnten Gründen handelte es sich bei der "Grenze zur DDR" ja um eine Verbrauchsteuergrenze, da nach westlicher Auffassung die DDR zwar zum deutschen Zollgebiet gehörte (mit der EU waren wir noch nicht ganz so weit) jedoch nicht zum Steuergebiet.
Aus diesem Grunde war es ja auch zB möglich, in den intershops günstig für Westgeld einzukaufen.

Auch in Westberlin war der Zoll natürlich vertreten. Generell gab es natürlich die Problematik, das der Zölner im Streifendienst an der Grenze keine Schmuggler feststellen konnte, sondern da höchstens Beobachtungen machte und weitermeldete. An den Grenzübergängen wiederum waren letztlich all die Zollamtlichen Formalitäten zu erledigen, die auch bei einer "normalen" Einreise fällig gewesen sind.
Hinzu kommt noch das Transitabkommen. Demnach waren zB LKW, die im Transit nach von und nach Berlin (West) unterwegs waren, ordnungsgemäß zu verschließen. Soll heißen: Raumverschluß, aber nicht so wischi/waschi, wie das heutzutage manchmal üblich ist... War z.B. keine verschlußsichere Schnur im Einsatz, oder eine Öse an der Plane nicht durchgezogen, selbige gar beschädigt, oder womöglich bei Kofferaufbauten/ Tankern etc. eine Ladeöffnung nicht verplombt, so führte das zu erheblichen Problemen. "Verstoß gegen das Transitabkommen" nannte sich so etwas, denn schließlich waren wir, also die "Organe der BRD" ständig nur darum bemüht, "Kontrabande" in den Arbeiter- und Bauernstaat einzuschmuggeln und die Bürger dort mit unseren Hetzpropagandaschriften und sonst zersetzendem Material zu durchseuchen. :D
Heute lacht man darüber, aber damals wurden z.B. in Helmstedt Autobahn tausende von LKW abgefertigt, und der Kollege, der das verbockt hatte, kriegte natürlich kein Lob dafür...
Manchmal sollte man lieber schweigen und sich dem Verdacht der Inkompetenz aussetzen, als durch Reden diesen Verdacht zu erhärten...

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Beitragvon amitiger24 » Di 17. Jun 2008, 12:16

unter folgendem link klick
findet man eine Menge interessante Dinge zur Zollgeschichte...
bin selbst noch nicht fertig mit dem Lesen, rege aber alle Mitleser ausdrücklich an, ebenfalls geeignete links hier zu posten
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Beitragvon NathalieFfm » Fr 25. Jul 2008, 16:35

Mein Dad ist auch seit über 36 Jahren beim Zoll....... bevor er zur Zollfahndung kam war er an der Grenze Nordhessen/Thüringen... er hat mir viele Sachen erzählt...Winter war am schlimmsten gewesen...es wäre so kalt gewesen und dunkel... oder die Schicht an Silvester oder Weihnachten war beschissen.... aber zum Glück war immer der Hund dabei gewesen...es gab bei ihm eigentlich nie einen Zwischenfall am Zaun.... also viel zutun hatten manche wirklich nun nicht....
Die Hundewettkämpfe waren aber immer toll gewesen....ich glaube es gibt auch gar keine Wettkämpfe mehr oder??
Naja die Zeit vergeht und es ändert sich sehr viel........

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Beitragvon amitiger24 » Di 29. Jul 2008, 10:48

Tja, die "Zeit am Zaun"... wie auch sonst generell die gute alte Fußstreife. Für manchen jungen heute schwer vorstellbar, wie langsam man von A nach B kommen kann, dafür sieht man aber was. "Die Kutte darf keine Falten schlagen" war damals der Richtwert für ein vernünftiges Streifentempo. Gemeint war der graue Umhang, der aussah wie ein Einmannzelt...
Ich selbt hatte ja den Vorzug, meinen GAD im Hamburger Hafen verrichten zu können. Aber auch der kann mitten in der Nacht recht einsam sein...
Sylvester wiedertum war später eine unserer Lieblingsschichten, die wurden bereits ein Jahr im Voraus vergeben. Hintewrgrund war der, das unsere Dienststelle in der Nähe der Landungsbrücken lag, wo sich zu Sylvester zig-tausende Hamburger zum Feiern einfinden. Da war man dann im Dienst mittendrin und auch dabei.

Übrigens, sowohl GAD, als auch Feiertagsschichten und sogar Hundewettkämpfe gibt es immer noch. Nur da, wo meine "alte" Dienststelle war, da stehen heute nur noch ein paar Fahnenmasten...
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Beitragvon Gast » Di 29. Jul 2008, 14:28

Im Eingangspost wird nach RAF-Geschichten gefragt. Mir persönlich erschließt sich zunächst kein Zusammenhang zwischen Zoll, der ja Zölle und Bundessteuern eintreibt und den grenzüberschreitenden Warenverkehr überwacht, und der terroristischen RAF, die wohl eher von Polizei und Bundesgrenzschutz bekämpft wurde. Kann da vielleicht einer von den "alten Hasen" etwas Genaueres schreiben?

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Beitragvon zoellner » Di 29. Jul 2008, 22:26

Zu RAF Zeit gab es die MZVE (Mobile Zollverstärkungseinheit)
kuck mal hier: http://www.copzone.de/phpbb3/viewtopic. ... 67&start=0
MZVE=MobileZollVerstärkungsEinheit stammt meines Wissens aus Zeiten der Baader-Meinhof-Problematik. Hierbei mussten insbesondere Einheiten von der Grenze zur DDR an der Westgrenze aushelfen.
Da Christan Klar, Baader und Monhaupt aus Südbaden kamen, trieben die sich z.B. auch oft da an der CH Grenze rum. So fand man damals Waffendepos, bei Hausdurchsuchungen Skizzen mit Schlechwegen in die Schweiz.
Ebenso an der Westgrenze zu Holland und Belgien um ihnen die Fluchtwegen zu erschweren.

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Beitragvon Knaecke77 » Mi 30. Jul 2008, 09:17

[quote=""Tweek""]Im Eingangspost wird nach RAF-Geschichten gefragt. Mir persönlich erschließt sich zunächst kein Zusammenhang zwischen Zoll, der ja Zölle und Bundessteuern eintreibt und den grenzüberschreitenden Warenverkehr überwacht, und der terroristischen RAF, die wohl eher von Polizei und Bundesgrenzschutz bekämpft wurde. Kann da vielleicht einer von den "alten Hasen" etwas Genaueres schreiben?[/quote]

Du vergisst bei deiner Aufzählung von Zollaufgaben, dass es früher auch Aufgabe des Zolls war (und es auch heute noch an der D-CH Grenze der Fall ist) an Grenzübergängen als Übertragene Aufgabe des BGS (damals), heute BPOLI, die Kontrolle des grenzüberschreitenden Personenverkehrs zu gewährleisten (meist an kleineren Grenzübergängen), sprich Passkontrolle und ggf. Überprüfung im Fahndungsregister.

Ältere Kollegen haben mir erzählt, das sie zur Hochzeit der RAF alleine(!!) an Wald-und Wiesengrenzübergängen stationiert waren und dort auf RAF-Leute gewartet haben, vielleicht noch in Begleitung eines Zollhundes. Eigensicherung war wohl damals noch ein Fremdwort :/
Das ganze natürlich zu Fuß.

Und wie Zöllner richtig schreibt, war auch insbesondere Südbaden für die RAF kein unbekannter Fleck auf der Landkarte . In Singen hat es 1977 eine Schießerei zwischen RAF-Leuten und der Polizei gegeben

http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Sonnenberg

http://de.wikipedia.org/wiki/Verena_Becker
Servare cives maior est virtus patriae patri

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Allein aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und
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Beitragvon amitiger24 » Mi 30. Jul 2008, 20:31

Eigensicherung war wohl damals noch ein Fremdwort
Man kannte das Wort durchaus, es gibt Fotos von dem, was man heute "ETr" nennt aus meiner Lehrgangszeit. Und Abtasten, L-Stellung etc. gabs auch damals schon. Aber mehr an den Schulen und "im Prinzip" als im Real-Streifendienst.
Da war es eher üblich, gern mal unbewaffnet, ohne jegliche Einsatzmittel im Gelände zu stehen. Und der Hund ersetzte Eigensicherungsmäßig den Kollegen (so der Hund vorhanden war)

Zum Thema "RAF": Einer der Top-Terroristen, Christian Klar soll sich damals gern im Raum HH aufgehalten haben. Und so kam es dann, das eines tages die Meldung durchkam, er sei im Freihafen... Wat nu? Kontrollieren? Festnehmen? Befugniss?
Mir ist nur noch bekannt, das Vorgesetzte empfahlen "lieber nix gesehen zu haben" und sich zurückzuhalten. Und, das er jedenfalls nicht im hafen angetroffen oder gar festgenommen worden wäre.
Und an noch eines erinnere ich mich. Rufbereitschaft, und das als Angehöriger einer Reisendenabfertigung an einem kleinen Freihafengrenzübergang. Um welche Terroristische Lage es genau ging, ist mir nicht mehr erinnerlich, jedenfalls wurden wir alle verdonnert, jederzeit bei der Funkzentrale zu hinterlassen, wo wir ggf. telefonisch erreichbar seien, damit man uns schnellstens in den Dienst holen könne. Handys gabs nämlich damals noch nicht...
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Beitragvon zoellner » Mi 30. Jul 2008, 21:14

Her mit den Fotos!

Hattet ihr am Freihafenübergang auch Befugnisse des BGS?

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Beitragvon amitiger24 » Mi 30. Jul 2008, 21:25

Die Fotos sind im Keller, schwarz/weiß und aúf Papier... das dauert!

GrePo machte und amcht in HH immer noch die Wasserschutzpolizei. Damals wurden "eigentlich" auch alle anderen Pol-Befugnisse verneint, selbst VdT Diebstahl oder KV fielen nach Ansicht der lieben Vorgesetzten unter das Steuergeheimnis. Aber eine Kontrollbefugnis hätten wir ja in jedem Falle gehabt, und die Herren (und Damen) aus der BM-Szene galten nicht unbedingt als zimperlich, dafür aber gut gerüstet. Möglicherweise fürchtete man eher, das man bei Herrn Klar eine VuB-Anzeige wegen Verstoß gegen Waffen- und Sprengstoffvorschriften hätte machen müssen. Incl. der dann völlig legalen Folgemaßnahmen...
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