Bei den Zöllnern geht die Angst um

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon grenzwertig » Di 1. Nov 2011, 10:16

Joerg1980 hat geschrieben:Wow so ein Wasserglas hätte ich auch gern mal :-) Ja nur bin ich kein WV Beamter sondern ein wasch echter Zollbeamter im mittleren Grenzzolldienst :-) Einerseits wird im HVT immer gepredigt nur zu 2t und blablabla aber dort gehts auch plötzlich alleine, man muss sich halt nur einschliessen :-)

Naja egal wer mal http://www.blick.ch/news/ausland/wir-st ... gen-184828 liest und sich die Kommentare der Schweizer durchliest dem wird noch mehr der Kamm schwellen.
Ich hab wohl schon so fast alles an der Grenze gemacht, was es gibt (GAD, RV, WV) und kann dir sagen: auch die Kollegen des WV sind waschechte Zollbeamte im einfachen, mittleren und gehobenen Dienst. Die Waffenträgereigenschaft führt bei manchen teilweise zu einem seltsamen Eliteverständnis. :gruebel: Und glaub mir, im GAD oder jetzt bei der KEG hat man nur einen sehr kleinen Horizont von dem, was der Zoll tatsächlich ist. :lupe:
Wenn du es mal wagst, über diesen Horizont zu blicken, klappt´s evt. auch mit dem Wasserglas! :polizei7:

Ganz interessant für den ein oder anderen ist diese Übersicht im INTRANET. Hieraus geht hervor, welche EU- Länder ab welchem Betrag die MWSt. erstatten.

Das in einer CH- Zeitung die Kommentare nicht unbedingt für den DE- Zoll sprechen, ist doch wohl klar. Und das sind auch genau die Reaktionen, die du wahrscheinlich tagtäglich am eigenen Leib erfährst, oder? Also, wen wunderts?

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon Joerg1980 » Di 1. Nov 2011, 10:35

Ich hab schon drüber rausgeschaut. Ich war auch mal im RV und sonstwo :-) Jetz im Moment mache ich WV im RV und bin aber bei der KEG. Was für ein Wortspiel :-) Naja ich bereite mich mal weiter auf meine erste Auslandsverwendung vor, dann werden wir mal schauen was ausserhalb vom Tellerrand so geht :-)

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon Kauz » Mi 2. Nov 2011, 19:45

J12 hat geschrieben:@Joerg1980:

Danke für deine Schilderung der Umstände. Du kannst also den Zeitungsbericht vollumfänglich bestätigen?
Joerg1980 hat geschrieben: Man sitzt also 8h alleine da drinnen in Dienstkleidung ohne Waffe. Ohne Waffe deswegen weil das ja Kosten verursacht. Beginn an der Dienstelle aufrüsten mit dem DKfz zur anderen Dienstelle fahren. Also heisst es lieber gleich nun haben se sich mal nicht so es passiert doch nix. Dienstbeginn also direkt dort.
Was sagt euer BfE M.W. und der PR dazu?

Zusätzlich müsste noch die Frage gestellt werden, was der BAD dazu sagt ...
In einer so gut aufgestellten Verwaltung mit vollumfänglich kompetenten Führungskräften liegt doch die Vermutung nahe, dass der Leiter gesundheitliche Probleme hat wenn er seine Untergebenen so einsetzt :stupid:

Und auch ein BFE kann bei unbotmäßigem Verhalten schon mal für längere Zeit seine Federn bei Stromsteuern oder anderen Betätigungsfeldern platt sitzen wenn zufällig gerade dort die Ziele gefährdet sind.

Ist in der Gegend nicht auch ein kleines Reh aus dem gleichen Stall wie der BFE gelandet?

Zum PR schreib ich mal lieber ..... :buhu:

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon zoellner » Mi 2. Nov 2011, 20:51

Der ÖPR des HZA Singen ist verdammt gut und engagiert. Das wird von den allermeisten Kollegen dort so gesehen und sogar auf HPR-Ebene anerkannt. Obwohl es ein Ver.di-ÖPR ist!

An ihm liegt es ganz bestimmt nicht.

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon Ami-Go » Do 3. Nov 2011, 08:35

@ Zöllner: nicht obwohl, sondern weil es ein ver.di-öPR ist :-))

Im Ernst: Das wird die Kollegen im öPR in Singen mit Sicherheit freuen. Und so weit ich weiß arbeiten gerade in Singen die in der Dienststelle vertretenen Gewerkschaften gut zusammen.


@ all: Wie ist denn der aktuelle Stand?

Viel ergibt sich aus dem ursprünglich eingestellten Presseartikel. Wie ich gehört habe gab es inzwischen mindestens einen Bericht im Radio (SWR1 ?), weitere ziehen evtl. nach? Wenn jemand so eine Sendung hört/gehört hat/evtl. eine Aufnahme hat, wäre das vielleicht ganz interessant vom Inhalt etwas zu erfahren oder gar die Aufnahme zu bekommen.

Der Personalrat hat dem Dienststellenleiter mehrfach mitgeteilt, dass die 1-Mann-Besetzung... sorry... 1-Personen-Besetzung nicht mitgetragen wird. Die Sicherheitsbedenken wurden so viel ich weiß ausführlich dargelegt.
Der örtliche Personalrat hat die Kollegenschaft schriftlich darüber informiert, dass der Personalrat die 1-Personen-Besetzung auf gar keinen Fall miträgt. Darüber hinaus hat ver.di die Bundestagsabgeordneten aus den Wahlkreisen, die an der Grenze entlang liegen, angeschrieben und die Situation geschildert. Andere Gewerkschaften haben ebenfalls durch Veröffentlichungen bzw. Anschreiben an die Amtsleitung dargestellt, dass die 1-Personen-Besetzung nicht mitgetragen wird/nicht in Ordnung ist.

Ich glaube, das Thema zergliedert sich momentan in zwei Teile: einserseits Sinn und Un-Sinn der Mwst.-Rückerstattung und damit die Ausfuhrbescheinigungen. Andererseits -und aus meiner Sicht viel, viel wichtiger- der Sicherheitsaspekt: Kolleginnen und Kollegen, die jahrelang darauf gedrillt und trainiert wurden, immer und unter allen Umständen zu zweit zu agieren, sollen jetzt auf einmal alleine irgendwo an einem kleinen Grenzübergang Dienst tun. Es könne ja nichts passieren, weil sie ja "nur Serviceleistungen" erbringen... Meine Meinung hierzu: der Spitzbube, der einen "Grünen" sieht, wird mit Sicherheit denken:"Ach, der erbringt ja nur Service, dann tue ich dem jetzt nichts..." (falls nicht bemerkt: das war Ironie ;-) )


So, genug für heute

Es grüßt -ganz speziell die Kolleginnen und Kollegen in Singen

Der Ami-Go

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon Knaecke77 » Fr 4. Nov 2011, 15:59

Das leidige Thema wurde selbst vom Deutschlandfunk aufgefriffen! (MP3 Audio-Mitschnitt)

ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/11/03/dlf_20111103_1424_11cbdd17.mp3

Andreas Gallus ist Personalratsvorsitzender / Verdi-Vertrauensmann des örtlichen Personalrats beim HZA Singen.

Deutlich wird bei diesem Mitschnitt auf jeden Fall eines. Der beständige Personalabbau hinterlässt langsam aber sicher deutliche Spuren.
Der Nachwuchs wird an die Flughäfen oder sonst wo hin geschickt und hier gibt’s langsam immer mehr „graue Dienststellen“.

Die Aufgaben werden aber nicht weniger. Gleichzeitig wird weiterhin kein zusätzliches Personal eingestellt werden. Eine ungute Entwicklung.

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon zoellner » So 13. Nov 2011, 17:53

Scheinbar haben die Bürger doch nicht so eine schlechte Meinung vom Zoll. Da viel mir ein Schreiben eines Bürgers in die Hände, der den HZA Vorsteher mal so richtig "die Leviten" ließt und sein Schreiben gleich an die zuständige BFD und das BMF weitergeleitet hat.

klick zum Schreiben

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon iwoneblacku » So 13. Nov 2011, 18:00

Tja... man kann sprachlos sein und etwas machen oder sprachlos sein und nur sitzen und nichts tun. Wenn wir nichts machen ändert sich gar nichts...
Aber ich mache mir auch meine Gedanken bezüglich des Familiendarlehen Baufinanzierung.

Spam gelöscht von Polli :zunge:
Zuletzt geändert von iwoneblacku am Do 15. Dez 2011, 17:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon grenzwertig » So 13. Nov 2011, 18:39

zoellner hat geschrieben:Scheinbar haben die Bürger doch nicht so eine schlechte Meinung vom Zoll. Da viel mir ein Schreiben eines Bürgers in die Hände, der den HZA Vorsteher mal so richtig "die Leviten" ließt und sein Schreiben gleich an die zuständige BFD und das BMF weitergeleitet hat.

klick zum Schreiben
Zunächst mal @Zoellner:

Stichwort "Datenschutz":
hast du das Einverständnis des Herrn B. eingeholt, dass sein Schreiben im www durch dich (ohne Anonymisierung) veröffentlicht wird? Könnte mir vorstellen, dass der gute Herr nicht sonderlich begeistert ist, dass seine persönlichen Daten nun für Jedermann verfügbar sind.

Ansonsten kann man dem Verfasser fast nur zustimmen. Allerdings muß man ihm in folgendem Punkt widersprechen:

das Problem unserer Verwaltung ist u.a. eben genau die Tatsache, dass die mittlere Führungsebene, welcher Herr Kohlschreiber angehört, nicht "klein" angefangen hat, wie es Herr B. in seinem Schreiben offenbar meint. Keiner des hD hat jemals im Vollzugsbereich an der Basis/ am Zollamt gearbeitet, so wie es bei der Polizei üblich ist. Daher ist diesen Personen eben auch nicht klar, was sie mit solchen Regelungen anrichten, welche Risiken so etwas birgt.
Insbesondere der Vorsteher des HZA hat sich in seiner Vergangenheit eher mit dem Aufbau von zollspezifischen IT- Systemen beschäftigt, bevor er auf die Beschäftigten des HZA losgelassen wurde. :buhu:

Die andere Alternative wäre, dass es der Führung sch...egal ist und das Personal, dass bei diesen Tätigkeiten überwiegend dem mD angehört, als Kanonenfutter sieht. Aber das möchte ich hier nicht unterstellen, sondern gehe zugunsten des Herrn Kohlschreiber davon aus, aus Unwissenheit zu handeln. :polizei13:

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon zoellner » So 13. Nov 2011, 19:15

Danke persönliche Daten wurden entfernt.

Gast

Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon Gast » Mo 14. Nov 2011, 00:14

-----------------------------
Zuletzt geändert von Gast am Mi 29. Feb 2012, 21:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon grenzwertig » Mo 14. Nov 2011, 10:32

arsec hat geschrieben:
grenzwertig hat geschrieben:Keiner des hD hat jemals im Vollzugsbereich an der Basis/ am Zollamt gearbeitet, so wie es bei der Polizei üblich ist.
Die Aussage stimmt in zweifacher Hinsicht nicht.

1. Du vergisst die Aufsteiger im h.D. welche aus dem m.D (nicht viele, ich gebe es zu) oder g.D.
(schon etwas mehr) kommen. Das Problem ist, dass den meisten Kollegen das subjektive
Gefühl einen Streich spielt. An den meisten Dienststellen kennt man nur seine 4-5 etc.
Sachgebietsleiter(innen) bzw. die Leitung und verallgemeinert dann auf die restlichen
Dienststellen in der ganzen Republik. Glaub mir, es gibt mehr als Du denkst.

2. Warum sollte jemand von der Polizei im h.D. beim Zollamt arbeiten sollen ? ;D Spaß bei Seite.
Schau mal wie oft bei der Polizei über die Vorgesetzten des h.D. gemeckert wird.
(Realitätsfremd, juristische Quereinsteiger, Goldfasane (allein bei Copzone 33 Treffer /1 auch
von mir), Er/Sie es ist HWS =Hiltrup-Wahnsinnig (Anm. Polizei-Führungsakademie ist in
Hiltrup), TGGG =Tausche Gehirn gegen Gold(stern) oder so ähnlich, etc..)

Unabhängig hiervon würde ich Dir einer Änderung des Auswahlverfahrens beim Zoll auch für den h.D. , wie auch eine zwingende Umstellung der "Einführungswochen" der neuen Kollegen zustimmen.
Natürlich war meine Ausführung bezüglich deines Punktes 1 sind tatsächlich etwas zu allgemein gefasst. Ich gelobe Besserung. :flehan:

Wobei ich (trotz des korrekterweise festgestellten eingeschränkten Horizontes :zustimm: ) meine, dass selbst die Aufsteiger des gD in den seltensten Fällen aus den Bereichen kommen, die hier in Rede stehen. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass im Vollzugsdienst hauptsächlich der mD tätig ist (ausgenommen Fahndung) kann dies nachvollzogen werden.
Und solche extremen Karrieren, die den Weg mD -> hD beschreiben, sind sehr rar. Eine davon kenne ich und ich glaube, demjenigen hat es nicht geschadet, mal an der Grenze Dienst verrichtet zu haben. So jemand kann dann auch die Ängste und Nöte der "kleinen" Beamten wesentlich besser und aus eigener Erfahrung nachvollziehen.

Das aber die Angehörigkeit an eine so hohe Stufe des Beamtentums auch mit entsprechenden Veränderungen der Sichtweisen etc. einhergeht, ist wohl auch klar.

Ich kenne aber von der Polizei deutlich mehr Beispiele dafür, dass sich die mittlere Führungsebene sprich "Goldfasane" mit den Belangen der Kollegen vor Ort beschäftigen. So sind bei jedem Großanlass (1. Mai, Castor, etc.) Angehörige dieser Riege vertreten, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen, sei es als PvD oder auch nur als Beobachter.

Wäre halt schön gewesen, dass sich ein Herr Kohlschreiber mal zu den Kollegen gesellt, die tagtäglich diesen Stempelterror über sich ergehen lassen müssen. Dann hätte er einen Einblick bekommen, wie konfliktbeladen diese Situationen oft sind, vorausgesetzt, man stempelt eben nicht einfach nur ab sondern kontrolliert auch vorschriftsmäßig min. 30% der angemeldeten Waren. Allerdings reicht meistens auch schon die einfache Frage nach dem Ausweis, um den Unmut des Gegenübers zu spüren.
Ich bin mir fast sicher, dass die Entscheidung für ein solches Abfertigungsmodell dann nicht so gefallen wäre.

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon Knaecke77 » Di 15. Nov 2011, 18:03

Neues aus Singen:

Singen
15.11.2011 .
Hauptzollamt Singen entsorgt kontaminierte Akten
Beamte in kompletter Schutzkleidung im Einsatz – manche nach SÜDKURIER-Informationen nicht freiwillig
Das Hauptzollamt Singen, das für die Grenze zur Schweiz zwischen Waldshut und Konstanz zuständig ist, kommt derzeit aus den Schlagzeilen nicht heraus: Nach dem Ärger einiger Zöllner, die zu gewissen Zeiten nur noch einzeln Dienst schieben sollen und sich dann auf das Abstempeln von grünen Ausfuhrzetteln beschränken müssen, sind es nun verschimmelte Akten, die für Aufsehen sorgen. Derzeit zieht das Hauptzollamt von seinem alten Sitz schräg gegenüber des Singener Hauptbahnhofs in den Hegau Tower, einem großem Bürokomplex. Dabei wurde festgestellt, dass einige Kisten kontaminiert waren – an und für sich nicht außergewöhnlich.
Direkt neben dem alten Gebäude spielten sich gestern beängstigende Szenen ab: Ein gutes Dutzend Menschen in weißen Schutzanzügen, mit Mundschutz und Handschuhen packte Akten von einer Kiste in die andere um oder säuberte Ordner in der Einfahrt vor den Garagen. Offensichtlich handelte es sich dabei um die verschimmelten Akten. Einige Passanten beobachten das Geschehen leicht irritiert und Kopf schüttelnd. Ein paar suchten sofort das Weite, da sie nicht wussten, was sich dort vor ihren Augen abspielte. „Die Akten sind mit Pilzen kontaminiert, da Feuchtigkeit in die Kisten gelangt ist“, erklärt auf Anfrage dieser Zeitung Robert Helfrich von der Pressestelle des Hauptzollamts. Er ist davon überzeugt, dass die veranlassten Vorsichtsmaßnahmen ausreichend seien.
Die Beamten in Schutzkleidung, die beim Hauptzollamt Singen angestellt sind, dürfen laut offizieller Anweisung zu ihrer Tätigkeit keine Stellung nehmen. Die Stimmung vor Ort ist gereizt, die Beamten wirken verunsichert und gehen sofort in verbale Abwehrhaltung.
Dieser Zeitung liegen Informationen vor, nach denen offenbar nicht alle Beamten freiwillig bei der Reinigungsaktion mitmachten. Aufgrund einer eventuellen gesundheitlichen Gefährung durch den Schimmel sei die Tätigkeit auf maximal zwei Stunden täglich angesetzt worden. Helfrich hält dem entgegen: „Man kann niemanden zwingen, diese Arbeit zu machen.“
Hauptzollamtsleiter Udo Kohlschreiber ließ über seine Pressestelle ausrichten, dass ein Beamter mit Asthma von diesem Dienst befreit wurde. „Die übrigen Kollegen befolgen nur die Weisungen“, so Helfrich. Vor der Reinigungs- und Aussortieraktion hatte es laut Helfrich eine Rücksprache mit dem berufärztlichen Dienst und dem Sicherheitsbeauftragten der Zollbehörde gegeben, um die Beamten nicht in Gefahr zu bringen. Eine Fremdfirma zur Reinigung oder Entsorung der Akten sei nicht in Frage gekommen, „da es sich hier um Steuergeheimnisse handelt“.

http://www.suedkurier.de/region/kreis-k ... 58,5226160

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon zoellner » Di 15. Nov 2011, 22:12

Knaecke77 hat geschrieben:... Vor der Reinigungs- und Aussortieraktion hatte es laut Helfrich eine Rücksprache mit dem berufärztlichen Dienst und dem Sicherheitsbeauftragten der Zollbehörde gegeben, um die Beamten nicht in Gefahr zu bringen. Eine Fremdfirma zur Reinigung oder Entsorung der Akten sei nicht in Frage gekommen, „da es sich hier um Steuergeheimnisse handelt“.

http://www.suedkurier.de/region/kreis-k ... 58,5226160
Na ja, ich mein wenn BAD und Sicherheitsbeauftragter vorab gefragt wurden, kann man zumindest schonmal keine Nachlässigkeit unterstellen. Schutzkleidung ist zudem auch ausreichend vorhanden. Vollschutzanzug unter Pressluft ist ja nun nicht notwendig.

Die Sache mit dem "Steuergeheimnis" ist aber auch albern, denn alte Akten und Unterlangen, werden auch durch "Reisswolf" vernichtet und nicht von Beamten im Hof verbrannt... :gruebel:

Ich denk da ist viel Panikmache bei, weil der Südkurier am HZA grad nen Aufhänger hat.

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Re: Bei den Zöllnern geht die Angst um

Beitragvon Ami-Go » Mi 16. Nov 2011, 07:13

Naja, ich könnte mir vorstellen, dass da schon ein bissl mehr dahinter steckt. Gerade wenn so betont wird, dass keiner gezwungen wird, die Arbeit zu machen. Wie die Gerüchteküche sagt, ist das mit der Freiwilligkeit so eine Sache... Von einem Gewerkschaftskollegen höre ich eine etwas andere Version, aber das ist zugegeben Hörensagen.

nachdenklich

der Ami-Go


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