Bertelsmann Studie Rentenkassen

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Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Matze1981 » Mo 11. Mär 2013, 13:34

Hallo,

die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie hervorgebracht in der es heißt, dass das Rentensystem u. A. nur dann zukunftsfähig bleibt, wenn man Beamte und Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung mit einbezieht.

Ich fände es gut, wenn das Rentensystem stabilisiert wird, aber es bedeutet auch einen heftigen Einschnitt in die Altersvorsorge für Beamte und Selbständige. Deshalb meine Frage:

Für all jene, die bis jetzt Beamte auf Lebenszeit sind, unterliegt das derzeitige System, auch in Bezug auf die Beihilfeversicherung der Besitzstandswahrung?

Gruß, Matze

Quelle:

http://www.welt.de/newsticker/news3/art ... ungen.html

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Othaler » Mo 11. Mär 2013, 16:43

Für Beamte gelten die althergebrachten Regeln des Berufsbeamtentums, dazu zählt auch die Alimentationspflicht des Dienstherren. Somit stellt sich die Frage der gesetzlichen RV, meiner Meinung nach, nicht. Selbst wenn sich das System ändern sollte, müsste der Dienstherr später Aufschläge bis zum Erreichen der amtsangemessenen Alimentation zahlen.

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Matze1981 » Mo 11. Mär 2013, 18:13

Ok, die Frage ist -wenn auch theoretisch- :

Besitzstand ja oder nein?

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Trooper » Mo 11. Mär 2013, 19:26

Es haben schon mehrere Stimmen aus der Politik dazu angemerkt, daß das tatsächlich ein Verlustgeschäft für die Rentenkassen wäre, weil die zusätzlichen Einzahlungen durch die Beamten später natürlich auch zusätzliche Rentenempfänger bedeuten würden, und weil Beamte statistisch gesehen länger leben als der nicht verbeamtete Durchschnittsrentner.

Wenn es tatsächlich irgendwann so eine Änderung hin zu einer Bürgerversicherung inklusive Beamte und Selbständige gibt, dann wird es wohl eher so laufen, daß ab einem bestimmten Stichtag die Neueinstellungen nach den neuen Regelungen besoldet und versichert werden, und die "Altbestände" Besitzstandswahrung genießen. Als mein Bundesland von freier Heilfürsorge auf Beihilfe umgesattelt hat, lief das genauso.
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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Knaecke77 » Di 12. Mär 2013, 17:51

Trooper hat geschrieben:
Wenn es tatsächlich irgendwann so eine Änderung hin zu einer Bürgerversicherung inklusive Beamte und Selbständige gibt, dann wird es wohl eher so laufen, daß ab einem bestimmten Stichtag die Neueinstellungen nach den neuen Regelungen besoldet und versichert werden, und die "Altbestände" Besitzstandswahrung genießen. Als mein Bundesland von freier Heilfürsorge auf Beihilfe umgesattelt hat, lief das genauso.
Nur das würde auch Sinn machen.....wenn ich auch von einer "Bürgerversicherung" so gar nichts halte.

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Vollzugsbub » Di 12. Mär 2013, 18:33

Jedes Jahr zur Frühlingszeit machen solche Studien die Runde.

So langsam sollte es jeder unterbelichtete Volks und Betriebswirtschaftler
kapieren, dass das Renten und Pensionsprinzip nicht vergleichbar ist.

Die Rente beruht auf dem Generationenprinzip = heutige Arbeitnehmer
finanzieren den heutigen Rentner. Die Pension beruht auf dem Alimentationsprinzip =
Vater Staat sorgt in diesem Falle für das Auskommen der Pensionäre.

Wenn man als politische Elite gegen Mindestlöhne oponiert und
Minijobs fördert, und wenn man die Rentenkassen bis zum Gehtnichtmehr mit Fremdleistungen
belastet und Leuten Renten gewährt, die nie Beiträge eingezahlt haben, darf man
sich nicht wundern, wenn das Rentensystem vor dem Kollaps steht.

Mfg.
es gibt viele fettnäpfchen, so viele das sie für alle reichen............

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Cologne » Di 12. Mär 2013, 19:36

Zitat hat geschrieben:Hallo,

die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie hervorgebracht in der es heißt, dass das Rentensystem u. A. nur dann zukunftsfähig bleibt, wenn man Beamte und Selbständige in die gesetzliche Rentenversicherung mit einbezieht.

Ich fände es gut, wenn das Rentensystem stabilisiert wird, aber es bedeutet auch einen heftigen Einschnitt in die Altersvorsorge für Beamte und Selbständige. Deshalb meine Frage:
Das Rentensystem ist meiner Meinung nach nicht zukunftsfähig. Ob Beamte und Selbstständige mit einzahlen würden oder nicht. Es traut sich nur noch keiner die Wahrheit zu sagen.
Die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung belaufen sich jetzt schon auf mehr als 80.000.000.000 € (80 Milliarden).
Das kann für die Zukunft nur bedeuten Grundsicherung für alle plus Zuschläge je nach Lebensarbeitszeit. Ob das Alimentationsprinzip dann noch haltbar ist... wer weiß.

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Matze1981 » Di 12. Mär 2013, 20:00

Ok, aber leider konnte mir noch niemand meine Frage beantworten.

Handelt es sich bei den derzeitigen Regelungen um Besitzstand oder kann das auch nachträglich, für jetzige Beamte, abgeschafft werden?

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon Knaecke77 » Di 12. Mär 2013, 20:14

Matze1981 hat geschrieben:Ok, aber leider konnte mir noch niemand meine Frage beantworten.

Handelt es sich bei den derzeitigen Regelungen um Besitzstand oder kann das auch nachträglich, für jetzige Beamte, abgeschafft werden?
Die Beamtenversorgung hat keine Ewigkeitsgarantie.....wenn sich entsprechende politische Mehrheiten finden würden, kann die jetztige Rechtslage auch geändert werden. Vollkommen unabhängig davon wenn jemand eingestellt wurde.

Der Gesetzgeber hat in der Vergangenheit schon zahlreiche Änderung in der Beamtenversorgung vorgenommen. Allerdings wurde das System nie grundlegend in Frage gestellt.

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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon DerLima » Mi 13. Mär 2013, 06:35

Bisher galt (nach meiner Kenntnis) in solcherart Änderungen immer die Besitzstandswahrung.
Was nicht bedeutet, dass es nicht auch mal anders laufen kann.
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Re: Bertelsmann Studie Rentenkassen

Beitragvon shuffle » Mi 13. Mär 2013, 10:06

Sollen sie uns die Bruttos um 10 % erhöhen, uns mit den erhöhten Bruttos nachversichern und eine Zusatzversorgungskasse aufziehen, dann hab ich damit wenig Probs! Wird allerdings teuer, v. a. die Nachversicherung!
Was mich allerdings stutzig macht, wenn sich ein derart neoliberaler Thinktank wie die Bertelsmänner um die Erhaltung des umlagefinanzierten Rentensystems sorgen und eine Bürgerversicherung fordern, dann schrillen bei mir die Alarmglocken, da muß irgendetwas anderes dahinterstecken! Möglicherweise will man so den Einstieg in eine staatliche Grundsicherung und (verpflichtender) privater Vorsorge vorbereiten, so daß man Banken, Versicherungen und den Kapitalmärkten ganz allgemein, frisches Geld zutreibt (die haben es nötig)!
Mal ganz davon abgesehen, daß solche Studien sowieso sehr zweifelhaft sind, oder wer meint, daß es im Jahre 1913 (Deutschland hatte noch einen Kaiser, in Bayern war der Prinzregent grade mal ein Jahr tot und unser Nachbarland war das Kaiserreich Österreich-Ungarn) viel Sinn gemacht hätte, sich um die Rentenbeiträge im Jahre 1945 Gedanken zu machen....
Welche Annahmen legen die Herren und Damen Studiosi (meistens sind es solche, die an solchen Studien arbeiten) da zugrunde? Solche Langzeitstudien haben doch meistens ganz andere Hintergründe, dabei gehts eigentlich nie wirklich um die Zukunft sondern ganz knallhart um die Durchsetzung von Interessen in der Gegenwart!


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