Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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J12
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Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon J12 » So 27. Sep 2015, 12:02

Hallo,

ich habe diesen Thread eröffnet, damit die abgeordneten Kolleginnen und Kollegen hier ihre Erfahrungen im Zuge der Abordnung zur BPOL im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik posten können.

Den Freiwilligen wünsche viel Erfolg und neue Eindrücke.

J12
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Meisterschreiber
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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon Meisterschreiber » Di 29. Sep 2015, 21:36

Bekommen die dann auch eine richtige Polizei Uniform oder wie helfen die dann überhaupt ? Gibt es dazu einen Beitrag hier im Forum ?

Gruß
- Polizei Hamburg, schriftliche Prüfung 15.05.2018

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master2000
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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon master2000 » Di 29. Sep 2015, 22:16

warum Polizei uniform?
ganz normal die Zoll-Dienstkleidung und die dazu gehörige Austattung.. P30 Rsg etc.

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon bistechteinsupertyp » Di 29. Sep 2015, 22:16

Dienst wird in gewohnter Zolldienstkleidung verrichtet.

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon bistechteinsupertyp » Mi 14. Okt 2015, 21:00

Wir verrichten Dienst in 12.5h Schichten.
Tätigkeiten sind u.a. die Bewachung, Begleitung, Transport und Durchsuchung der Flüchtlinge. Die Kollegen haben uns gut aufgenommen. Es werden keine Unterschiede zwischen Polizisten und Zöllner gemacht. Jeder macht alles wie es anfällt und es werden meistens gemischte Teams gebildet. Die Stimmung ist gut und jeder erfüllt seinen Soll und auch mehr.

Wermutstropfen ist die Entfernung der Unterkunft zur Dienststelle.
Es sind ca 50km pro Strecke zu fahren wobei dann ein großer Teil der Fahrzeit in der Rosenheimer Innenstadt verbracht wird. Das sorgt dann schonmal für einen 14-14,5h Tag.

Ich bereue es aber in keinster Weise mich freiwillig gemeldet zu haben und ich glaube die Kollegen der BPol sind auch froh uns vor Ort zu haben.

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon thwittich » Do 15. Okt 2015, 21:06

Erstmal vielen Dank, dass Du Dich freiwillig für die Aktion gemeldet hast!

Auch vielen Dank für die Rückmeldung hier!

Ich habe einige Fragen, vielleicht findest Du Zeit diese zu beantworten:

1. Hast Du einen Dienstwagen von Deiner Dienststelle zur Verfügung gestellt bekommen..? Falls nicht, besorge Dir mal den BMF-Erlass zu der Verstärkungsthematik.

2. Wurde Deine Unterbringung für den kompletten Abordnungszeitraum durch die BPol geregelt, oder lediglich für die ersten 4 Wochen..?

3. Wurdest Du informiert, dass das Trennungsgeld lediglich die ersten 3 Monate steuerfrei ist..?

4. Ist Dein Impfstatus vor der Abordnung für Dich und Deine Familie "gechecket" worden..?

Viel Spass in Bayern..

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon bistechteinsupertyp » Fr 16. Okt 2015, 13:01

1.
Einen Dienstwagen haben wir bekommen.
Allerdings ist es untersagt, jegliche Privatfahrten damit zu unternehmen, dazu gehört auch Einkaufen und sogar die Familienheimfahrten.

2.
Angeblich sollen die Unterkünfte bis zum Ende der Abordnungen so bestehen bleiben. Aber wie das mit spontanen Änderungen so läuft, wissen wir ja alle.

3. Darüber wurden wir nicht informiert. Zur Zeit ist nicht einmal klar, wer unsere Reisekosten etc bearbeiten und abrechnen wird. Dies ist noch in der Klärung.

4. Ist gecheckt und aufgefrischt worden. Allerdings nur für uns und nicht für die Familie. Ersteres einzufädeln war nicht ganz einfach und erforderte ein hohes Maß an Eigeninitiative. Die Impfungen wurden dann am letzten Tag vor Beginn des Abordnungszeitraum durchgeführt.

Vielen Dank, auch für die Tipps.

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon thwittich » Fr 16. Okt 2015, 23:39

bistechteinsupertyp hat geschrieben:1.
Einen Dienstwagen haben wir bekommen.
Allerdings ist es untersagt, jegliche Privatfahrten damit zu unternehmen, dazu gehört auch Einkaufen und sogar die Familienheimfahrten.
Der Inhalt des zweiten Satzes sollte sich eigentlich von selbst verstehen..

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass nicht alle abordnenden Stellen (HZÄ) ihren Verstärkern einen Dienstwagen zur Verfügung stellen.

Du/Ihr hast/habt den Dienstwagen also für die Fahrten von der Unterkunft zum Dienstort und zurück gestellt bekommen? (Daher die Frage, bzw. Anspielung auf den BMF-Erlass.)

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon bistechteinsupertyp » Di 27. Okt 2015, 21:05

Was soll ich mit einem Dienst-Kfz, wenn dann nicht mehr, bei Ablehnung der Benutzung von ÖPNV, nach Hause komme? Weil ich besagtes Dienst-Kfz dazu nicht verwenden darf?
Die Antwort darauf konnte mir nicht gegeben werden, weshalb mir per Abordnung ausdrücklich gestattet wurde, die Dienstantrittsreise mit dem Privat-Kfz durchzuführen. (zwecks Reisekostenabrechnung)

Soweit ich weiß, muss niemand die Fahrt zur Dienststelle privat durchführen, dafür wurde wohl gesorgt.

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon Knaecke77 » Fr 30. Okt 2015, 18:03

Abordnungen: BDZ macht sich vor Ort ein Bild von den Arbeitsbedingungen

Die Beschäftigten äußerten unisono, dass sie die Arbeit vor Ort – bedingt auch durch die 12,5-Stunden-Schichten – als anstrengend empfinden, aber ihren Dienst gern verrichten. Die Kolleginnen und Kollegen schilderten die anfänglichen Schwierigkeiten zum Beispiel bei der Anwendung der unterschiedlichen hauptzollamtsspezifischen Regelungen zur Benutzung der Dienst-Kfz, an deren Stelle mittlerweile Verfügungen mit verbesserten Vorschriften getreten sind.

Darüber hinaus wurde die Problematik angesprochen, dass es für die Anweisung der entsprechenden Zulagen und des Trennungsgelds noch keine eindeutigen Zuständigkeitsregelungen bei Zoll oder Bundespolizei gibt. So werde bei entsprechenden Anfragen von der Bundespolizei an den Zoll und umgekehrt verwiesen. Diese und weitere Probleme oder Fragen ließen sich mit einem Koordinator vor Ort klären lassen, wie sie der BDZ fordert.
http://www.bdz.eu/medien/nachrichten/de ... ungen.html

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon Beteiligter » Sa 28. Nov 2015, 10:54

Hallo. Hier mal meine persönlichen Erfahrungen als "älterer Kollege" bzgl. der Abordnung zur Unterstützung der Bundespolizei:

Denke man muss eingestehen, dass es eine ungewöhnliche Situation für alle Beteiligten war. Somit war auch noch nicht alles zu Beginn der Abordnungen im Oktober geklärt. Mittlerweile sind aber viele Dinge Erlass -oder Verfügungsmäßig geklärt. Erst vor kurzem wurde das mit der Aufwandsentschädigung geregelt sowie, dass die zum BAMF abgeordneten Kollegen/innen weiter die Polizeizulage bekommen (wenn schon vorher erhalten). Die Aufwandsentschädigung ist an das Trennungsgeldgesetz (oder Verordnung :polizei13: ) gekoppelt. Ebenso ist geklärt, dass die Abrechnung der Forderungen über die für das jeweilige HZA zuständige Service Center abzurechnen sind. Auch das Verfahren bzgl. des Dienstsportes und dem Schießen soll "flexibel gehandhabt" werden. Es gibt einen Fragekatalog in welchem viele gängigen Fragen gestellt und beantwortet wurden. Alle diese die Abordnung zur BuPol betreffenden Verfügungen und Erlasse müssten den betroffenen Kollegen/innen zur Verfügung stehen. Mir liegen sie vor.

Die Tätigkeit selbst teilt sich hauptsächlich in körperliche Durchsuchungen von Flüchtlingen und Durchsuchungen deren Gepäckes auf. Aber auch Tätigkeiten bei der Erfassung der Flüchtlinge und übernahme der "Fast ID" sind unsere Aufgaben. Ebenso werden Gruppen von Flüchtlingen zum BAMF begleitet. Daher auch Berührungspunkte zu diesen Kollegen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen/innen der BuPol läuft, meiner Meinung nach, sehr gut. Klar ist jedoch, wie man in den Wald reinruft so schallt es wieder raus. Auch diese Kollegen/innen machen einen guten Job und sind auch personell mal an ihren Grenzen. Auf die Hilfe durch uns sind sie jedoch sehr froh. Zu einzelnen Problemen wird es aber immer mal kommen. Es ist ja nicht jeder jeden Tag gleich gelaunt und das Personal der BuPol ist meistens nur für eine Woche da und wir für mehrere Monate. Somit muss sich oft auf neue Leute eingestellt werden. Jedoch habe ich persönlich nur gute Erfahrungen gemacht.

Persönliches Fazit als freiwilliger Zöllner: Bisher super Kolleginnen und Kollegen aller beteiligten Behörden kennengelernt. Aber auch die Gespräche mit den Flüchtlingen (oft in vielen zusammengestückelten Sprachen) sind sehr interessant. Abwechslungsreiche Tätigkeiten, wertvolle Erfahrung. Bis jetzt würde ich es wieder tun....

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon RafaelGomez » Sa 28. Nov 2015, 11:27

Danke für die umfängliche Beschreibung. Scheint ja, wie erwartet, gut und ohne Berührungsängste, zu funktionieren.

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon Knaecke77 » Fr 8. Jan 2016, 12:45

Wie darf man den das verstehen?
Gabriel sagte, die SPD habe es durchgesetzt, dass bei der Bundespolizei 3000 zusätzliche Stelle geschaffen worden seien. Doch müssten die erst ausgebildet werden. Deshalb plädiere er dafür, "schnell aus der Zollverwaltung Polizeibeamte zu gewinnen". Der Bund müsse dabei den Ländern helfen. Er fügte an: "Brutale Straftaten wie die in der Silvesternacht in Köln zeigen doch: Es fehlt nicht an Gesetzen, sondern an Polizisten."
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Polit ... sten-.html

Aus Zöllner wird Bundespolizist :polizei13:

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon Cologne » Fr 8. Jan 2016, 18:33

Der Herr Minister sollte sich erst einmal informieren wie viele Zollvollzugskräfte abkömmlich sind.
Größere, möglich freisetzbare Kontingente finden sich nur in der FKS, und teilweise auf den großen Flughäfen.
Und hier auch nur, wenn man wahrzunehmende Aufgaben sträflich vernachlässigt.
Fahndungs- oder KEV-Beamte sind wohl kaum verfügbar.

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Re: Erfahrungen im Rahmen der Abordnung zur BPOL

Beitragvon grenzwertig » Fr 8. Jan 2016, 22:03

Der Herr Minister sollte sich mal informieren, wo man denn tatsächlich Polizeibeamte findet... Beim Zoll jedenfalls (noch) nicht.


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