Bewerbungen nur noch in HotSpots

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Kaeptn_Chaos
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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 24. Okt 2017, 20:12

Danke.

Das ist aber nicht so mega abweichend.
:lah:

Knaecke77
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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon Knaecke77 » Mi 25. Okt 2017, 07:27

Ergänzend:
Der Krankenstand, der auch als Indikator für eine Überbelastung gilt, erreicht in NRW einen Höchstwert: 12,3 Prozent der Bundespolizisten erscheinen aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Arbeit. 2013 waren es 10 Prozent. Nur die Direktionen Pirna an der sächsisch-tschechischen Grenze und in Berlin kommen auf größere Krankheits-Ausfälle.
https://www.derwesten.de/politik/230-00 ... 80028.html

Natürlich können viele Faktoren schuld an steigenden Krankenständen sein, unfreiwillige Abordnungen werden ihr Scherflein aber dazu beitragen, dass die Zahl der Krankentage kontinuierlich steigt.

Um einer schon bestehenden Überforderung des Personals entgegenzuwirken, müssen bei den anstehenden Koalitionsgesprächen die Einstellungsermächtigungen für den Zoll kräftig erhöht werden.
Dies setzt natürlich voraus, dass Ausbildungsstandorte ausgebaut bzw. neue aufgebaut werden.

Man darf gespannt sein, wie es mit dem Standort Sigmaringen weitergeht. Auch hier hört man widersprüchliches. :lupe:

SWD
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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon SWD » Mi 25. Okt 2017, 09:45

Selbst wenn die Einstellungszahlen nach oben gehen sollten, von wo soll all das Personal kommen? Die Ausbildungsstätten sind am Limit, teilweise stapeln sich Anwärter in den Räumen, da die Lehrenden auch mal krank sind oder auf Weiterbildung ect. sind.

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon Knaecke77 » Mi 25. Okt 2017, 10:29

SWD hat geschrieben:
Mi 25. Okt 2017, 09:45
Selbst wenn die Einstellungszahlen nach oben gehen sollten, von wo soll all das Personal kommen? Die Ausbildungsstätten sind am Limit, teilweise stapeln sich Anwärter in den Räumen, da die Lehrenden auch mal krank sind oder auf Weiterbildung ect. sind.
Dann muss man bei der Aus- und Fortbildung eben mal endlich Nägel mit Köpfen machen. Das Problem ist, dass bei Standortfragen meist die BImA mit im Boot sitzt. :polizei10:
Für die Lehrenden muss auch ein attraktives Lehrumfeld geschaffen werden. Dies scheint momentan nicht der Fall zu sein.

Ob dem Problem mit Einsetzung von Kommissionen abgeholfen werden kann, da habe ich so meine Zweifel.... :buhu:

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon SPC » Mi 25. Okt 2017, 17:28

SWD hat geschrieben:
Mi 25. Okt 2017, 09:45
Selbst wenn die Einstellungszahlen nach oben gehen sollten, von wo soll all das Personal kommen? Die Ausbildungsstätten sind am Limit, teilweise stapeln sich Anwärter in den Räumen, da die Lehrenden auch mal krank sind oder auf Weiterbildung ect. sind.
Bewerbungen gibt es genug.

Gemeint hast du wahrscheinlich eher das was du im zweiten Satz geschrieben hast und da gebe ich dir völlig recht. Z. B. die WG`s in Münster Gremmendorf sind, wenn überhaupt, suboptimal. Kollegen berichten von Fahrtzeiten von um die 30 Minuten zur Hochschule. Mit dem Auto wohlgemerkt. Auch wenn das natürlich irgendwo noch Motzen auf höherem Niveau ist....

Seitens der Lehrverwaltung wurde auch schon gemunkelt das in 2018 500 AnwärterInnen, bzw. 2019 bis zu 600 AnwärterInnen ihr GS antreten sollen...Dann würde mehr mit Großvorlesungen gearbeitet werden etc. Quantiät = Qualität?

Jahr(zehnt)e lange, falsche/ungenügende/verfehlte/nennt es wie ihr wollt Personalpolitik wird sich nicht in ein paar Jährchen wieder gerade biegen lassen.

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon SWD » Do 26. Okt 2017, 22:49

Hallo, wenn man sich das Ganze mal durchliest, dann stellt sich mir die Frage:
Wenn die Hot-Spots so einen Bedarf an Personal haben, warum wird nicht ein kompletter Ausbildungsjahrgang dafür verwendet? Somit hat man diese Baustelle vorläufig geschlossen! Ich weiß, dass das nicht sehr attraktiv wirkt, aber diese Personalflickerei bringt es doch auch nicht! Es haben sich 150 Kollegen für die HotSpots gemeldet, das ist definitiv zu wenig! Jetzt möchte man den anderen Kollegen ins Gewissen reden sich doch noch mal zu bewerben, aber ob das Wirkung zeigt, abzuwarten! Das Konzept „ aus der Region, für die Region“ das habe ich letztes und dieses Jahr nicht einmal von der Ausbildungsleitung vernommen, warum wohl? Es kann anscheinend leider nicht für jeden garantiert werden! Ich finde, es muss jetzt Nägeln mit Köpfen gemacht werden! Die Landespolizeien haben es teilweise verstanden: höhere Besoldungsstufe nach der Ausbildung (A8 mD), freie Heilfürsorge( ca. 200 € p.M. gespart) und man kann sich bei einer guten Abschlussnote auch noch den Dienstort aussuchen, sofern dort der Dienstposten frei ist!!! Warum nicht beim Zoll???? Das nenne ich ein attraktives Programm, audit Familie ist was für Familienmütter -und Väter, nichts für junge Nachwuchskräfte die was beim Zoll erleben wollen! Aber man sucht für den Zoll die eierlegende Wollmilchsau, bezahlen möchte man aber nur den Hilfsarbeiter (A6 m.D)! Eigentlich Schade, die BZV könnte da viel mehr machen. Versteht mich bitte nicht falsch, der Zoll ist ein guter Arbeitgeber, aber andere Behörden schnappen und die guten Leute vor der Nase weg, weil sie gute Argumente haben. Sie suchen halt kein Robin Hood im Blätterwald oder den Bundesadlerauge.

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon Silly » Fr 27. Okt 2017, 07:12

:applaus:

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon 2fast4u » Fr 27. Okt 2017, 08:56

Wenn du einem Verhungernden eine reichliche Mahlzeit hinstellst, geht das eher nicht gut. Du musst langsam anfangen und dich steigern.
Ähnlich verhält es sich mit den Hotspots. Wenn du einen Jahrgang (wieviele sind das, 1000 Leute mD und gD zusammen?) jetzt an eine handvoll Ämter ausschüttest haben die Stammbeamten nichts anderes zu tun als zu "babysitten" und der Tagesbetrieb würde noch mehr zum Erliegen kommen.

Und die Infrastruktur muss ja auch da sein. Selbst wenn 100 Stellen vakant sind, hält ja niemand der wirtschaftlich denkt soviele Arbeitsplätze vor, für den Fall, dass SWD eine Idee hat.

A6m Bund ist teilweise mehr als A8m Land. Wenn man hier das Einstiegsamt angehoben hat, finde ich das sehr gut und richtig und auch die freie Heilfürsorge ist ein Argument. Aber wer zum Zoll möchte, geht auch zum Zoll. Und mal ehrlich, wer aus unserer Bewerberzielgruppe, welche ja auch gleichzeitig die der Polizeien ist, guckt auf solche Details? Ein paar Wenige vielleicht, die schon eine Familie zu versorgen haben.

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon Vykyn » Fr 27. Okt 2017, 10:42

Nach meiner Meinung kann man solche HotSpots nicht wirklich befüttern mit mehr Personal, denn irgendwann ist die Grenze des Personals die dahin wollen, oder es ertragen, erreicht.
Ich würde die HotSpots eher "auflösen" indem man gewisse Bereiche die möglich sind (Fracht, Fachbereiche z.B.) dezentralisieren. Denn wenn man nicht alles auf den HotSpot konzentriert, brauch man auch weniger Personal. Was spricht dagegen gewisse Bereiche auf andere HZA`s zu verteilen? Es gibt Bezirke die z.B. keinen Flughafen haben, da wäre es möglich Fachbereiche unterzubringen.
Auch das die meiste internationale Fracht in FFM ankommt, wieso nicht auch auf Kleinflughäfen verteilen?

Wenn man es etwas besser verteilt, wird man auf die Fläche auch besser Personal finden, und die Möglichkeit Heimatnah einen DP besetzen zu können macht den Zoll attraktiver für Nachwuchs.

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon 2fast4u » Fr 27. Okt 2017, 11:25

Die Hotspots sind so ziemlich alles Ämter bei denen kein Personal an anderer Stelle die Arbeit übernehmen kann.
Beschauen finden nunmal dort statt wo die Ware ist. Gleiches gilt für Durchleuchtungen usw.
Und ein Versandverfahren lässt sich auch eher schwer an einem anderen Ort, als dem an dem sich die Ware befindet, eröffnen.
Man könnte sicherlich drüber nachdenken die Vorprüfung der Abfertigungen zum freien Verkehr an anderer Stelle durchzuführen, wie es die ehemaligen Grenzzollämter an der polnischen Grenze für HH Hafen machen (oder machten?).
Aber das wars.

Und die Idee Ware auf mehrere Flughäfen zu verteilen bringst du dann DHL, UPS und deren Mitbewerbern bei, ja? Und dann auch bitte dem mündigen Bürger, der für sein Paket nicht mehr 4,99€, sondern 14,99€ zahlen soll.

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon SWD » Fr 27. Okt 2017, 11:30

2fast4u hat geschrieben:
Fr 27. Okt 2017, 08:56
Wenn du einem Verhungernden eine reichliche Mahlzeit hinstellst, geht das eher nicht gut. Du musst langsam anfangen und dich steigern.
Ähnlich verhält es sich mit den Hotspots. Wenn du einen Jahrgang (wieviele sind das, 1000 Leute mD und gD zusammen?) jetzt an eine handvoll Ämter ausschüttest haben die Stammbeamten nichts anderes zu tun als zu "babysitten" und der Tagesbetrieb würde noch mehr zum Erliegen kommen.

Und die Infrastruktur muss ja auch da sein. Selbst wenn 100 Stellen vakant sind, hält ja niemand der wirtschaftlich denkt soviele Arbeitsplätze vor, für den Fall, dass SWD eine Idee hat.

A6m Bund ist teilweise mehr als A8m Land. Wenn man hier das Einstiegsamt angehoben hat, finde ich das sehr gut und richtig und auch die freie Heilfürsorge ist ein Argument. Aber wer zum Zoll möchte, geht auch zum Zoll. Und mal ehrlich, wer aus unserer Bewerberzielgruppe, welche ja auch gleichzeitig die der Polizeien ist, guckt auf solche Details? Ein paar Wenige vielleicht, die schon eine Familie zu versorgen haben.
Ok, so kann man die Situation auch sehen. Kurz zum Bewerberkreis: Die jungen Leute bewerben sich beim Zoll, da sie draußen die grün weißen Fahrzeuge sehen und die Beamten in Dienstkleidung und Waffe! Da sagen die sich, dass will ich auch. Spätestens nachdem die Stellenbekanntgabe für die Nachwuchskräfte im AL durch ist fängt das große Jammern an, es geht auch so weit das die jungen Kollegen sogar kündigen und woanders hin gehen! „ Das hatten wir bei uns teilweise gehabt. („Das stellt meine persönliche Meinung dar.“)

2. Das die Länder teilweise schlechter besolden als der Bund, das ist klar! Aber wenn ich mir meine PKV Beiträge zu ca. 90% sparen kann, dann rechnet es sich auch auf die Besoldung um. Somit kann ein A8er Landesbeamter durchaus um die 250 Euro mehr in der Tasche haben als ein A6 Bundesbeamter. Aber das gilt leider nicht für alle Landesbeamten. Spätestens wenn man A8 Bund ist, hat mehr in der Tasche, aber zum Anfang ist es halt schon attraktiv.

Ok, trotzdem vielen Dank für deine Sicht der Dinge, ich lerne immer gerne dazu. :zustimm:

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon Muaythai » Fr 27. Okt 2017, 16:10

@SWD

Besser kann man es nicht schreiben. Die jungen Leute nehmen den Zoll als Vollzugsbehörde war und nicht als Einahmeverwaltung.

Hoffen wir auf eine Reform beim Zoll (Vollzug weg vom Rest)

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon MICHI » Fr 27. Okt 2017, 17:21


SWD hat geschrieben:Kurz zum Bewerberkreis: Die jungen Leute bewerben sich beim Zoll, da sie draußen die grün weißen Fahrzeuge sehen und die Beamten in Dienstkleidung und Waffe! Da sagen die sich, dass will ich auch.
Dann fehlt es offenbar an Einigem.

Für "Räuber und Gendarm" gibt es andere Behörden.
Gruß
MICHI


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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon SPC » Fr 27. Okt 2017, 18:35

MICHI hat geschrieben:
Fr 27. Okt 2017, 17:21
SWD hat geschrieben:Kurz zum Bewerberkreis: Die jungen Leute bewerben sich beim Zoll, da sie draußen die grün weißen Fahrzeuge sehen und die Beamten in Dienstkleidung und Waffe! Da sagen die sich, dass will ich auch.
Dann fehlt es offenbar an Einigem.

Für "Räuber und Gendarm" gibt es andere Behörden.
Aha?

Ist es nicht so das Zolls Dinge können/dürfen die andere Behörden nicht können/dürfen und anders herum? Soll tatsächlich Menschen geben die sich damit befassen und dann feststellen: Die "Räuber uind Gendarm" Aufgaben des Zolls sind ihnen lieber als die "Räuber und Gendarm" Aufgaben anderer Behörden?...
Muaythai hat geschrieben:
Fr 27. Okt 2017, 16:10
@SWD

Besser kann man es nicht schreiben. Die jungen Leute nehmen den Zoll als Vollzugsbehörde war und nicht als Einahmeverwaltung.

Hoffen wir auf eine Reform beim Zoll (Vollzug weg vom Rest)
Hm, mein derzeitiger Eindruck ist da ein anderer...zumindest für das aktuelle GS/H1.

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Re: Bewerbungen nur noch in HotSpots

Beitragvon ostkev » Fr 27. Okt 2017, 18:44

also dort, wo es noch die klassische Konstellation "Schmuggler-Zöllner" gibt, da fühlt man sich schon manchmal wie bei "Räuber und Gendarm" :ja:

Und die unzähligen TV-Dokumentationen der letzten Jahre haben diese Außendarstellung des Zolls auch befördert. Da kann man den Bewerbern am wenigsten vorwerfen, dies dann auch von ihrer zukünftigen Tätigkeit zu erwarten.


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