Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

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Shorty1985
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Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Shorty1985 » Do 25. Mai 2017, 16:25

Hallo Leute.

Ich wollte mich mal erkundigen, welche Meinung ihr zum Thema Einbindung des Zolls in den Anti-Terror-Kampf habt.

Ich bin der Meinung, dass es seitens des Zolls nicht ausreicht, zu versuchen den Terrorismus nur mittels Geldwäschekontrollen zu unterbinden oder einzudämmen.

Man sollte doch wohl drüber nachdenken, in akuten Bedrohungslagen, die Vollzugsdienst zur Unterstützung der Landespolizei und der Bundespolizei hinzuzuziehen.
Selbstverständlich ist es sinnvoll und auch ein absolutes Muss diese Kollegen für solche Fälle auszubilden und natürlich auch auszustatten.
Sowas geht nicht von heute auf morgen, sondern bedarf einiger Vorlaufzeit.

Da aber der sogenannte Alarmplan-Zollverwaltung besteht und auch jeder Zeit ausgerufen werden könnte, halte ich es für notwendig, die Vollzugsbeamten des Zolls dahingehend auszubilden und materiell auszustatten.
Dann als Unterstützung bezüglich Straßensperren, PKW Kontrollen und generell beim Amoklagen einzusetzen.

Wir sind gut ausgebildet und sind immerhin ca. 14.000 bewaffnete Kräfte, die man bei solch einer Lage mit in Fahndungsmaßnahmen einbinden kann.

Ich rede natürlich nicht von Zugriffen wie es die Spezialeinheiten tun, sondern von reiner Unterstüzungsarbeit.....MANPOWER.
In Zeiten, wo bei allen Vollzugsbehörden Personal eingespart wurde (angeblich wird ja jetzt wieder aufgestockt und fleißig eingestellt), sollten alle Vollzugsbeamten so gut es geht zusammenarbeiten.

Weiterhin hoffe ich, dass es bald bundesweit die Eilzuständigkeit für Zollvollzugsbeamte gibt.
Es würde unsere Maßnahmen und die Zusammenarbeit mit LaPo oder BuPo vereinfachen.


Was sagt ihr dazu?

Beste Grüße und schon mal ein schönes Wochenende

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon MICHI » Do 25. Mai 2017, 16:41

Zoll ist Zoll, mit seinen Aufgaben; die Polizei hat ihre Aufgaben. Deshalb meine Meinung, "Schuster bleib bei deinen Leisten"

Alleine die nicht vorhandenen Ausbildungen, theoretischer und praktischer Art, sprechen eigentlich schon für sich.

Verfehlte Personalpolitik darf nicht dazu führen, andere Behörden mit ins Boot zu holen.

Ich habe manchmal das Gefühl, einige Zöllner wären zu gerne Polizei
Gruß
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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Ivolution » Do 25. Mai 2017, 17:53

Ich bin ganz deiner Meinung, jedoch finde ich die aktuelle Ausrüstung gar nicht mal so schlecht.
Die KEGs haben eine MP5 zur Verfügung sowie schwere Schutzwesten. Hier hätte ich den Vorschlag gebracht, dass die MP5 eigentlich immer mitgeführt werden sollte und nicht nur bei bestimmten Lagen, so wie es bei den Polizeien üblich ist. Dafür müsste natürlich ein etwas besserer Behälter in die Fahrzeuge eingebaut werden, da man die MP5 nach aktuellem Stand nicht im Fahrzeug lassen darf, wenn man dies verlässt - was bei den aktuellen Behältern für die Waffe auch richtig ist.
Das wäre ein Punkt in meinen Augen, den man definitiv angehen könnte.

Und klar, der Zoll ist Zoll und Polizei ist Polizei. Dennoch kann auch der Zoll bei einer Streife durch die Stadt in Terrorsituationen kommen. Und nur weil man bei der Bekämpfung vom Terrorismus effektiver helfen möchte, muss man noch lange nicht den Wunsch haben ein Polizist zu sein, lieber @MICHI. Die Polizei kann ruhig all ihre Aufgaben behalten, aber wenn es um Leib und Leben geht, wollen wir uns da echt noch streiten, ob ein Zöllner lieber Polizist wäre?

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon 2fast4u » Do 25. Mai 2017, 17:57

Shorty, du sagst auf der einen Seite, dass wir gut ausgebildet sind, auf der anderen Seite forderst du aber eine angemessene Ausbildung ein. Ja was denn nun?
Ich glaube das was wir können sollen, können wir bereits.

In meinem Bereich gibt und gab es zu der Thematik Gespräche und die anderen Vollzugsbehörden sind recht gut im Bilde was wir an Personal und Einsatzmitteln haben und wie wir einsetzbar sind. Im Fall der Fälle wird der Alarmplan ausgerufen und unsere Verbindungsbeamten fahren zum Lagezentrum und lenken von dort Personal und Material (im Sinne des Führers vor Ort) um Polizeikräfte nicht unnötig zu binden.

Wenn es irgendwo "brennt" und für Absperrungen oder Kontrollstellen im Umfeld einer Ad-hoc-Lage Personal gebraucht wird, sehr gerne.
Ansonsten sehe ich es da wie Michi, hätte ich Polizist werden wollen, wäre ich zur Polizei gegangen.

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Re: RE: Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon MICHI » Do 25. Mai 2017, 19:15

Ivolution hat geschrieben:@MICHI. Die Polizei kann ruhig all ihre Aufgaben behalten, aber wenn es um Leib und Leben geht, wollen wir uns da echt noch streiten, ob ein Zöllner lieber Polizist wäre?
Um irgendwelche Aufgaben, die man sich nicht nehmen lassen wolle, geht es überhaupt nicht und warum sollte man sich streiten?

Es wurde nach der Meinung der User gefragt und die habe ich mir über Jahre aus unzähligen Postings gebildet.

Im übrigen, wie bist ja auch schon erwähnt, wäre der Zoll im Terrorfall sowieso mit eingebunden, aber eben nur im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Gruß
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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon andreas2044 » Do 25. Mai 2017, 20:46

Eine Eilzuständigkeit in ganz Deutschland wäre erstmal wichtig!!

Bevor dies nicht umgesetzt ist sollten wir uns um den Rest nicht sorgen :polizei2: .

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Re: RE: Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon MICHI » Do 25. Mai 2017, 22:07

andreas2044 hat geschrieben:Eine Eilzuständigkeit in ganz Deutschland wäre erstmal wichtig!!

Bevor dies nicht umgesetzt ist sollten wir uns um den Rest nicht sorgen :polizei2: .
viewtopic.php?t=36437

Und das Thema dann bitte weiterhin nur dort.
Gruß
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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Knaecke77 » Fr 26. Mai 2017, 07:03

MICHI hat geschrieben:Zoll ist Zoll, mit seinen Aufgaben; die Polizei hat ihre Aufgaben. Deshalb meine Meinung, "Schuster bleib bei deinen Leisten"

Alleine die nicht vorhandenen Ausbildungen, theoretischer und praktischer Art, sprechen eigentlich schon für sich.

Verfehlte Personalpolitik darf nicht dazu führen, andere Behörden mit ins Boot zu holen.

Ich habe manchmal das Gefühl, einige Zöllner wären zu gerne Polizei Bild
Die fehlende Ausbildung , theoretischer und praktischer Art, hatte die Politik nicht daran gehindert, den Verein in den 1970/80ern zur Fahndung nach den RAF-Terroristen einzusetzen.

Der Zoll wurde mit MP 5 oder G3 ausgerüstet.

Als die Politik dann (leider) die Grenzkontrollen einstampfte, wurden diese Fähigkeiten der Zollverwaltung ohne Not genommen.
Seitdem hält die Selbstfindungsphase bei der Verwaltung an. Dass ständige hin und her der " Tauben-" und "Falkenfraktion" innerhalb des BMFs verhindert eine klare Ausrichtung und Ausrüstung des Vollzugszweigs der Zollverwaltung.

Wir sprechen hier nicht von Einsätzen des Zolls in den "Hotspots". Dass ist und bleibt alleinige Sache der Polizei.

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Harkov » Fr 26. Mai 2017, 08:09

Knaecke77 hat geschrieben:
Die fehlende Ausbildung , theoretischer und praktischer Art, hatte die Politik nicht daran gehindert, den Verein in den 1970/80ern zur Fahndung nach den RAF-Terroristen einzusetzen.

Der Zoll wurde mit MP 5 oder G3 ausgerüstet.
Das ist dann aber jetzt auch 40 Jahre her und ich darf daran erinnern, dass genug Leute damals liegen geblieben sind. Ich möchte es der Politik in diesem Bereich auch nicht zuleicht machen Mannstärken herzuzaubern, weil man Zöllner jetzt heranzieht.
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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon vladdi » Fr 26. Mai 2017, 09:00

Nein


Die Frage war, ob der Zoll in Anti Terror eingebunden werden soll

Nein


Jedoch ist der Zoll mit seinen Aufgaben Geldwäsche, Warenschmuggel, etc. in den Aufgaben auch natürlich nicht nur gegen OK sondern auch Terrorismus ein wichtiger Teil der Sicherheitsstruktur in Deutschland

Übrigens, wenn es brennt dann lösche ich auch - jedoch werden wir nicht in die Feuerbekämpfung mit eingebunden
Oder Erste Hilfe und Rettungsdienst.

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Knaecke77 » Fr 26. Mai 2017, 09:46

Harkov hat geschrieben:
Das ist dann aber jetzt auch 40 Jahre her und ich darf daran erinnern, dass genug Leute damals liegen geblieben sind. Ich möchte es der Politik in diesem Bereich auch nicht zuleicht machen Mannstärken herzuzaubern, weil man Zöllner jetzt heranzieht.
Leider ja. Um nicht falsch verstanden zu werden:
Der Zoll ist auch ja auch kein "Lückenbüßer" der Polizei.
Politiker haben die Polizeien des Bundes und der Länder, aber auch die Zollverwaltung kaputt gespart. Dieser Fehler wird erst nach und nach korrigiert und es wird dauern, bis die ausgedünnten Reihen wieder einigermaßen geschlossen sind.

Es macht deshalb meiner Überzeugung nach Sinn, die Fähigkeiten benachbarter Behörden in Anspruch zu nehmen.

Gar nicht nachvollziehen kann ich allerdings, dass insbesondere mein Brötchengeber, nicht einsehen will, dass die Verwaltung dringend Nachrüsten muss.

Dieser Wunsch aus den Reihen des Vollzugsbereichs kollidiert regelmäßig mit dem von der Büroetage innerhalb des BMFs verordneten Selbstbild (besser Trugbild) der Verwaltung als servilen Dienstleister.

Ich sehe Nachholbedarf bei Ausrüstung, aber auch in den Bereichen waffenlose Selbstverteidigung und HVT.

Hier würde ich mir wünschen, dass praxisgerecht(er) trainiert werden würde.

Mag anderswo der Fall sein, glauben kann ich es allerdings nicht....das Gestöhne und Gejammere einiger weniger sollte nicht der Maßstab für das Zolltraining sein :nein:

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon vladdi » Fr 26. Mai 2017, 10:43

Kaputt gespart ist das eine
Das andere ist, dass immer mehr Beamte nicht mehr auf der Straße Dienst tun, sondern im administrativen Verwaltungsdienst (Wasserkopf) verwendet werden (bunte Torten malen). Die Selbstverwaltung ist mittlerweile größer als der Anteil an Sicherheit.
Dafür muss man aber jetzt nicht, versuchen andere Behörden wie dem Zoll die Aufgaben auf zu drücken. Vor der eigenen Haustüre kehren und die eigene Sicherheitsstruktur stärken, verbessern, anpassen, reformieren.
Der Zoll hat auch seine eigene wichtige Aufgabe und sollte seine Ressourcen für seine Aufgabe nutzen. Ich denke dort gibt es auch noch sehr viel zu tun und zu optimieren. Es ist ja nicht so, dass die Fehler nur bei der Polizei gemacht worden bei der behördlichen Struktur, Aufbau und dem kaputt sparen.

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Ivolution » Fr 26. Mai 2017, 11:02

Zuchtbulle hat geschrieben:Geht das auch ohne eine Abwertung?
Auch Ordnungsämter(z. B. Stadtpolizei) hat Schusswaffenträger!
Das ist aber nicht der Normalfall. Zumal nicht jede Stadt eine Stadtpolizei hat.
Aber gut, wenn du es so willst, packt den Stadtpolizisten halt auch eine MP5 in das Fahrzeug. Mehr verlange ich ja auch nicht. Mir ist es nur wichtig, dass schwerere Geschütze als die P30 für den Ernstfall immer zur Verfügung stehen.

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 26. Mai 2017, 15:00

Wenn ihr entsprechend ausgebildet und ausgerüstet seid und man sich durch einheitliche Übungen und Vorschriftenlage auf einen Level gebracht, gerne.

(Die, für die das alles nur ein Spaß ist oder eine Gelegenheit, sich über andere BOS zu beömmeln, sind bei sowas ja eh nicht über Funk erreichbar.)
:lah:

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Re: Zoll in den Anti-Terror-Kampf mit einbinden

Beitragvon Controller » Fr 26. Mai 2017, 15:36

Die fehlende Ausbildung , theoretischer und praktischer Art, hatte die Politik nicht daran gehindert, den Verein in den 1970/80ern zur Fahndung nach den RAF-Terroristen einzusetzen.
Knäcke, ich würde diese Vergleiche lassen, denn es könnte jemand daran erinnern, dass die RAF munter in PLO Lager reiste, um zu trainieren und später in der DDR ein und aus ..... trotz des Zolls :/

Vladdi, dein Geschwätz von bunte Torten malen, zeigt, dass du nichts von administrativer Tätigkeit und den Folgen/Verknüpfungen mit Personal/FEM usw verstehst.

Zum "Kaputtsparen"

Nach RAF und Ostblock, war eine relativ "ruhige" Zeit, niemand konnte die heutige Situation absehen und vernünftigerweise den damaligen Personalkörper über Jahre hinweg finanzieren. Das wäre politisch nicht durchsetzbar gewesen. Das sollte man mal nicht vergessen!

edit Buchstabendreher in PLO geändert
Zuletzt geändert von Controller am Fr 26. Mai 2017, 19:22, insgesamt 1-mal geändert.
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)


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