Zoll überlastet

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon ostkev » Sa 12. Aug 2017, 09:55

Knaecke77 hat geschrieben:... die momentane Blockade von A8 nach A9 ...
Es ist keine Blockade sondern das erreichte Ziel - die Ausschöpfung der Obergrenze!

Das es derzeit für einige nicht weitergeht, liegt zum einen daran, dass nicht gleichzeitig alle "Vorarbeiter" sein können und zum anderen an der verformten Alterspyramide.

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Skorpion69
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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Skorpion69 » Sa 12. Aug 2017, 09:56

Es ist erstaunlich, wie die Fragen des Eingangsamts und der Stellenobergrenzen (natürlich nur im mittleren Dienst) in fast jedem Thema untergebracht werden, als wären sie die Lösung aller Probleme - und nicht nur eine Frage persönlicher Unzufriedenheit.
Jeden weiteren Kommentar zu diesen Fragen werde ich in diesem Thread ab sofort kommentarlos entfernen, denn sie haben hier nichts zu suchen :motz:

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Cologne » Sa 12. Aug 2017, 13:08

Anbei mal ein paar Zahlen, die den mengenmäßigen Aufgabenzuwachs verdeutlichen.

2016
163 Binnenzollämtern 2.494 AK
91 Grenzzollämtern 2.436 AK
Gesamt: 4930 AK
Abfertigung freier Verkehr: 70,5 Mio
Versandverfahren: 7,2 Mio
Gesamt 77,7 Mio Abfertigungen


2010
180 Binnenzollämtern 2.673 AK
93 Grenzzollämtern 2.341 AK
Gesamt: 5014 AK
Abfertigung freier Verkehr: 48,4 Mio
Versandverfahren: 7,6 Mio
Gesamt: 56 Mio Abfertigungen


Quelle:
http://www.zoll.de/DE/Service/Publikati ... l?nn=19350

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Knaecke77 » So 13. Aug 2017, 09:17

Cologne hat geschrieben:Anbei mal ein paar Zahlen, die den mengenmäßigen Aufgabenzuwachs verdeutlichen.
Man darf gespannt sein, wie das erst sein wird, wenn GB aus der EU ausgetreten sein wird. :pfeif:

Von der FKS werden seitens der Gewerkschaften zum wiederholten Male verstärkte Kontrollen im Bau- und Sicherheitsgewerbe gefordert.

Die Notwendigkeit sehe auch ich. Die Frage ist allerdings, wer nach den Prüfungen die Ermittlungsverfahren durchführen soll?

Ich empfehle den Gewerkschaften sich an das BMF zu wenden und die Besetzung der offenen Stellen einzufordern.
Von den zusätzlichen Stellen die wegen des
Mindestlohns hinzukommen sollten ganz zu schweigen. :polizei10:

P.S. Einen alten Baum verpflanzt man nicht..... ;D

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Cologne » So 13. Aug 2017, 10:59

Knaecke77 hat geschrieben: Man darf gespannt sein, wie das erst sein wird, wenn GB aus der EU ausgetreten sein wird. :pfeif:
Man weiß natürlich nicht wie sich Warenströme entwickeln wenn GB aus der EU austritt, aber insgesamt dürfte dass einen Zuwachs an Abfertigungen um die 7-12% ausmachen.
http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-u ... -der-eu-27
http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-u ... -der-eu-27

Das ist nur ungefähr doppelt so viel wie die normale jährliche Steigerungsrate im Durchschnitt der letzten 7 Jahre.

Es wäre ja auch alles kein Problem wenn man der eigenen KLR vertrauen würde, aber anstatt rechtzeitig zu reagieren hat man noch 2010 seitens der damaligen BFD'en dem BMF ohne erkennbaren Widerstand die jährliche Planstelleneinsparung präsentiert. Jetzt sind natürlich nicht besetzte eingesammelte Planstellen keine mit AK besetzte Dienstposten, aber trotzdem ein Signal in die falsche Richtung und der Beleg, dass die eigene KLR als Controllinginstrument überhaupt keine Rolle spielte.
Knaecke77 hat geschrieben: Die Frage ist allerdings, wer nach den Prüfungen die Ermittlungsverfahren durchführen soll?
Die Frage stellt sich in der Abfertigung auch. Kontrollen und Ermittlungen sind personalaufwändig.
Wird nichts kontrolliert fällt nichts auf und die Welt ist in Ordnung :)

LG

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon J12 » So 13. Aug 2017, 11:55

Im Herbst soll es dem Vernehmen nach eine Beschäftigtenbefragung in der ZV geben.
Dort kann sich dann Jede/r äußern, wo der Schuh drückt.
Der Präsident der GZD hatte auch bereits angekündigt, dass es nach der BT-Wahl organisatorische und strukturelle Veränderungen geben wird. Möglicherweise wird ein Gesamtpaket unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Befragung zu schnüren sein.

Aber an einer Stelle dürften sich wohl alle einig sein: nur eine wesentliche Aufstockung der Dienstpostenanzahl, insbesondere bei den Ortsbehörden, sowie eine Steigerung der Ausbildungsressourcen beim BWZ wird nachhaltig die Funktionsfähigkeit der ZV sicherstellen können. Und das kostet nunmal Geld. Angesichts der wirtschaftlichen Lage und sprudelnder Steuereinnahmen in Deutschland dürfte dies derzeit allerdings kein unüberwindbares Problem darstellen.
Allerdings muss zunächst einmal das Problembewusstsein bei den (Haushalts-) Politikern geschärft werden.
Hinweis:
Die von mir geposteten Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung i.S. des Art. 5 GG und der Nr. 3 der hiesigen Forumsregeln dar.

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon ostkev » So 13. Aug 2017, 12:13

J12 hat geschrieben:Im Herbst soll es dem Vernehmen nach eine Beschäftigtenbefragung in der ZV geben.
Dort kann sich dann Jede/r äußern, wo der Schuh drückt.
Der Präsident der GZD hatte auch bereits angekündigt, dass es nach der BT-Wahl organisatorische und strukturelle Veränderungen geben wird. Möglicherweise wird ein Gesamtpaket unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Befragung zu schnüren sein.

Aber an einer Stelle dürften sich wohl alle einig sein: nur eine wesentliche Aufstockung der Dienstpostenanzahl, insbesondere bei den Ortsbehörden, sowie eine Steigerung der Ausbildungsressourcen beim BWZ wird nachhaltig die Funktionsfähigkeit der ZV sicherstellen können. Und das kostet nunmal Geld. Angesichts der wirtschaftlichen Lage und sprudelnder Steuereinnahmen in Deutschland dürfte dies derzeit allerdings kein unüberwindbares Problem darstellen.
Allerdings muss zunächst einmal das Problembewusstsein bei den (Haushalts-) Politikern geschärft werden.
Unser Laden wird vermutlich nie mehr zur Ruhe kommen. Ein gefühltes viertel Jahrhundert befinden wir uns jetzt im Umwandlungsmodus. Eine Reform jagte die andere und kaum eine wurde richtig zu Ende gebracht bzw. abgeschlossen.
"organisatorische und strukturelle Veränderungen"
Was haben wir in den letzten Jahren/Jahrzehnten nicht alles erlebt?
Aus vielen OFDen wurden wenige BFDen - jetzt nur noch eine GZD.
Verantwortungen wurden auf- und abgeschichtet. Grenzen fielen weg, Aufgabenbereiche kamen über Nacht hinzu.
Allein in unserem Arbeitsbereich wechselten die Strukturen und Bezeichnungen immer schneller ... aus MKG und FKS wurde SG C mit zig KEen. Die FKS erst mit der Prävention und P/E dazugeschustert, dann wieder herausgerissen und in SG E aufgelöst. SG C- Zöllner(Röntgentechnik) sind mittlerweile fester Bestandeil bei der Absicherung von Staatsbesuchen und politischen Großereignissen.
Der letzte Clou ist die taggenaue Erstellung von Statistiken, die zum Hauptziel der Basisarbeit im SG C erkoren wurde. Insbesondere die Farbe der Fahrzeuge, in denen man etwas feststellt, darf bei der Erfassung der Daten nie fehlen!

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollzähligkeit und darf gern fortgesetzt werden!

Manchmal möchte ich einfach nur noch in Ruhe meiner eigentlichen Aufgabenstellung nachgehen dürfen.

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon J12 » Mo 14. Aug 2017, 18:53

Siehe hier zur AG „Zukunftskonzept Aus- und Fortbildung in der Zollverwaltung“ :
http://www.bdz.eu/medien/nachrichten/de ... ieren.html

Mal gucken, was in 10 Jahren an Ergebnissen umgesetzt wurde.
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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Cologne » Di 15. Aug 2017, 22:15

Villeicht sollte man für manche Bereiche eine durchgehende Bündelung von A6-A9 und A9 bis A13 oder A11 bis A13 ermöglichen. Das würde dem Wegbewerben zumindest einen Anreiz nehmen.

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon SWD » Di 15. Aug 2017, 22:45

Cologne hat geschrieben:Villeicht sollte man für manche Bereiche eine durchgehende Bündelung von A6-A9 und A9 bis A13 oder A11 bis A13 ermöglichen. Das würde dem Wegbewerben zumindest einen Anreiz nehmen.
Auch wenn diese Bündelung recht utopisch ist, wer entscheidet welches SG diese Bündelung genehmigt bekommt und welche nicht?
Bsp: B bekommt es und G nicht, warum die Einen und die Anderen nicht? Das gibt nur Neid und Mistgunst!!! Entweder alle oder keiner. Von daher befürchte ich, so etwas dauert bestimmt noch seeeeeeehr lange.
Noch eins. So lange es genügend Bewerber gibt die die Anwärterstellen besetzen, so lange bleibt die jetzige Regelung auch, sind doch genügend da.
-meine persönliche Meinung-

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Cologne » Mi 16. Aug 2017, 00:31

Der Post bezog sich auf den von J12 verlinkten Beitrag. :hallo:

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon grenzwertig » Mi 16. Aug 2017, 07:29

Seit gestern haben insgesamt 29 HZÄ Stellen ausgeschrieben. Ein grober Überschlag ergibt eine hohe 3-stellige Zahl. Die Spitzenreiter schlagen mit 194 bzw 105 offenen Stellen zu Buche.

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Cologne » Sa 19. Aug 2017, 18:30

grenzwertig hat geschrieben:Die Spitzenreiter schlagen mit 194 bzw 105 offenen Stellen zu Buche.
Und das sind bei weitem noch nicht alle freien Stellen ;D

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon Zolli1 » Di 22. Aug 2017, 09:26

@Cologne:

in den Ausschreibungen sind ja nur Dienstposten aufgeführt, die wirklich unbesetzt sind.


Sofern der vorherige Inhaber sich erfolgreich auf eine Stellenausschreibung beworben hat, und die 6 Monate bis zur endgültigen Versetzung an die neue Dst. noch nicht rum sind, muss der alte Dp. ja noch freigehalten werden.

Solche Dienstposten sind ja in den Ausschreibungen nicht enthalten.

Von daher gehe ich ganz stark davon aus, dass an den jeweiligen Ämtern der wirkliche Personalfehl noch ein bissl höher ist, als er in der Ausschreibung sich darstellt.
Wer der Meinung ist, dass Vorgesetzte beim Zoll führen können, ist auch der Meinung, dass Zitronenfalter Zitronen falten können.

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Re: Zoll überlastet

Beitragvon frodo_beutlin » Di 22. Aug 2017, 09:39

es ist defintiv so, dass es nicht alle unbesetzten Dp. sind ... vermutlich liegt die Priorität auf bestimmten Bereichen, sodass man die Ausschreibung bestimmter Stellen unterlassen hat ...

es haben auch nicht alle Dienststellen A9m Dp. ausgeschrieben - obwohl defintiv vorhanden und unbesetzt


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