Steigerung Attraktivität Zoll mD

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Cologne » Sa 16. Mär 2019, 10:46

Knaecke77 hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 08:02

Die angeblich "herausgehobene Stellung" als ZAI ist in meinen Augen eine "künstliche Barriere" die lediglich dafür da ist, die geringe Anzahl von Dienstposten in A9/A9Z irgendwie rechtfertigen zu können.

Da gibt es keine künstliche Barriere. Bei 40% Dienstposten in A9mD, und somit dem größten Block im mD, kann rechnerisch jede(r) ZAI werden.

LG

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Knaecke77 » Sa 16. Mär 2019, 11:29

2fast4u hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 10:03
Knaecke77 hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 08:02
Wir sprechen hier ja von A9(mD) zu A12 bzw. A13(gD)!

Es macht doch wohl schon einen gehörigen Unterschied, ob ich als Hauptsekretär oder als Amtmann pensioniert werde. :pfeif:
Knaecke77 hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 09:41
Dem besseren Schulabschluss wird doch mit einer höheren Besoldung / Pension des gD Rechnung getragen.
Entweder kann ich dir nicht folgen, oder du drehst dich argumentativ im Kreis.
Zur Klarstellung:
Dem gD sei die im Vergleich zum mD höhere Bezahlung/Pension gegönnt. Was ich nicht gelten lassen kann, ist das Argument, dass auch im gD nicht alle das Endamt erreichen würden. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, insofern erachte ich dieses Argument für nicht statthaft.

Das Besoldungsniveau im mD ist wesentlich geringer als im gD. Insofern sollte ein Pensionierung in A9 Standart sein. Schon alleine aus sozialen Erwägungen.

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon RafaelGomez » Sa 16. Mär 2019, 11:39

Knaecke77 hat geschrieben: Das Besoldungsniveau im mD ist wesentlich geringer als im gD. Insofern sollte ein Pensionierung in A9 Standart sein. Schon alleine aus sozialen Erwägungen.
Mit der Argumentation sollte auch jeder gD mit A13 in Pension gehen...

Beförderungen aus sozialen Erwägungen sind sicher nicht mit Art. 33 GG kompatibel.

Gruß

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Knaecke77 » Sa 16. Mär 2019, 11:47

Cologne hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 10:46
Knaecke77 hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 08:02

Die angeblich "herausgehobene Stellung" als ZAI ist in meinen Augen eine "künstliche Barriere" die lediglich dafür da ist, die geringe Anzahl von Dienstposten in A9/A9Z irgendwie rechtfertigen zu können.

Da gibt es keine künstliche Barriere. Bei 40% Dienstposten in A9mD, und somit dem größten Block im mD, kann rechnerisch jede(r) ZAI werden.

LG
Wir drehen uns im Kreise. Dies setzt voraus, dass sich Mitarbeiter bundesweit auf freie Stellen im Bundesgebiet bewerben würden.

Wer Familie /Wohneigentum hat, wird wegen der doch übersichtlichen Besoldungssteigerung von A8 nach A9 keinen Umzug in Erwägung ziehen, der dazu führen würde, dass die Familie zurück bleiben muss. Bis auf wenige Ausnahmen habe zumindest ich so was auch noch nie erlebt....(bei Junggesellen).

Dies wird auch dem Anspruch der Verwaltung nicht gerecht, die sich ja die Vereinbarung von Familie und Beruf auf die Fahne geschrieben hat.

Wir brauchen örtliche Lösungen: .Hier im Süden kommen wir mit einer Grenze von 40% schon lange nicht mehr weiter.

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Cologne » Sa 16. Mär 2019, 12:47

Knaecke77 hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 11:47


Wir drehen uns im Kreise. Dies setzt voraus, dass sich Mitarbeiter bundesweit auf freie Stellen im Bundesgebiet bewerben würden.

Wer Familie /Wohneigentum hat, wird wegen der doch übersichtlichen Besoldungssteigerung von A8 nach A9 keinen Umzug in Erwägung ziehen, der dazu führen würde, dass die Familie zurück bleiben muss. Bis auf wenige Ausnahmen habe zumindest ich so was auch noch nie erlebt....(bei Junggesellen).

Dies wird auch dem Anspruch der Verwaltung nicht gerecht, die sich ja die Vereinbarung von Familie und Beruf auf die Fahne geschrieben hat.

Wir brauchen örtliche Lösungen: .Hier im Süden kommen wir mit einer Grenze von 40% schon lange nicht mehr weiter.
Ihr seid im Süden nicht alleine.
Bei den überalterten ehemaligen Grenz-HZÄ siehts auch übel aus.
In den Ballungsräumen kloppen die Beschäftigten doppelt bis dreifach rein.
Dafür kann man hier mit Mitte 30 A9 sein.
Die Aufstockung auf 50% bringt ein bißchen Luft.
Eine Aufstockung ohne Obergrenzen führt auch nur dazu, dass alle schon in jungen Jahren A9 werden.

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon J12 » So 17. Mär 2019, 00:31

Knaecke77 hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 11:29

Zur Klarstellung:
Dem gD sei die im Vergleich zum mD höhere Bezahlung/Pension gegönnt. Was ich nicht gelten lassen kann, ist das Argument, dass auch im gD nicht alle das Endamt erreichen würden. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, insofern erachte ich dieses Argument für nicht statthaft.
:gruebel:
Im gD und hD können -ebenso wie im mD- nicht alle aufgrund der Quotierung, unterschiedlicher Leistungen und Biografien sowie eigenen Lebensplanungen das Endamt erreichen! Was willst du daran nicht gelten lassen? Und wer ist der Apfel und wer die Birne?
Auch im gD und hD gibt es Menschen, die aufgrund ihrer Bodenständigkeit und/oder Familienverbundenheit nicht für einen besser dotierten Posten von A nach B umziehen wollen. Dies ist bei Bundesbeamten eben so.
Knaecke77 hat geschrieben:
Sa 16. Mär 2019, 11:47

Wer Familie /Wohneigentum hat, wird wegen der doch übersichtlichen Besoldungssteigerung von A8 nach A9 keinen Umzug in Erwägung ziehen, der dazu führen würde, dass die Familie zurück bleiben muss. Bis auf wenige Ausnahmen habe zumindest ich so was auch noch nie erlebt....(bei Junggesellen).
Dies wird auch dem Anspruch der Verwaltung nicht gerecht, die sich ja die Vereinbarung von Familie und Beruf auf die Fahne geschrieben hat.
Wir brauchen örtliche Lösungen: .Hier im Süden kommen wir mit einer Grenze von 40% schon lange nicht mehr weiter.
Machst du hier Gewerkschaftspolitik oder argumentierst du aus Eigennutz? :gruebel:

Geht es dir vornehmlich um dich, rate ich dir, den Aufstieg in den gD zu machen, sofern deine Beurteilungen dies hergeben.

Es ist aus meiner Sicht sicherlich vieles richtig, was du schreibst. Doch so langsam knabbern deine gebetsmühlenartigen Argumentationen in diesem Forum m.E. an deiner Reputation.

Ja, es ist auch richtig, dass es verschiedene Beamtenlaufbahnen mit unterschiedlichen Dotierungen gibt.
Die Schienen für diese Laufbahnen haben wir Beamte und Beamtinnen uns alle selbst gelegt, in dem wir in der Schule mal mehr oder mal weniger aufgepasst , einen Haupt-, Real- oder gymnasialen Schulabschluss hingelegt oder den "richtigen" Studiengang an der Uni erfolgreich abgeschlossen haben. Es sind intellektuell und besoldungstechnisch eben nicht alle gleich. Insofern gibt es eben verschiedenfarbige "Äpfel".

Aber man kann diese Schienen, z.B. durch einen Aufstieg -ggf. auch über mehrere Laufbahnen hinweg- ausbauen. Oder es kommt zukünftig zu der von einigen Gewerkschaften für den Zoll geforderten Durchlässigkeit der Laufbahnen (z.B. mD bis zur Endstufe A11). Aber dies müsste dann für alle Bundesbeamten und - beamtinnen gelten. Und schwupps, sind wir bei der Frage der Finanzierbarkeit und ggf. auch der Angemessenheit bzw. Gerechtigkeit.

Zum Abschluss meines Posts noch ein Hinweis:
Der Zoll als Arbeitgeber setzt sich mit verschiedenen Instrumenten (z.B. Telearbeit, flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, Teilzeit, Eltern-Kind-Zimmer) für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Man achte aber auf die Reihenfolge der Nomen.
Link:https://www.zoll.de/DE/Der-Zoll/Beruf-u ... _node.html
Logischerweise gibt es die o.g. Instrumente nicht in jedem Einsatzbereich in der vollen Bandbreite.
Zitat: "Die umfangreiche Gesamtauditierung umfasst die Generalzolldirektion und die Hauptzollämter und Zollfahndungsämter."
Hinweis:
Die von mir geposteten Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung i.S. des Art. 5 GG und der Nr. 3 der hiesigen Forumsregeln dar.

Nachwuchswerbung des Zolls:
https://www.talent-im-einsatz.de/DTIEWe ... _node.html

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon ostkev » So 17. Mär 2019, 10:29

J12 hat geschrieben:
So 17. Mär 2019, 00:31

Der Zoll als Arbeitgeber setzt sich mit verschiedenen Instrumenten (z.B. Telearbeit, flexible Arbeitszeiten, mobiles Arbeiten, Teilzeit, Eltern-Kind-Zimmer) für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Man achte aber auf die Reihenfolge der Nomen.
Link:https://www.zoll.de/DE/Der-Zoll/Beruf-u ... _node.html
Logischerweise gibt es die o.g. Instrumente nicht in jedem Einsatzbereich in der vollen Bandbreite.
Zitat: "Die umfangreiche Gesamtauditierung umfasst die Generalzolldirektion und die Hauptzollämter und Zollfahndungsämter."
:applaus:

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Knaecke77 » Mo 18. Mär 2019, 07:29

J12 hat geschrieben:
So 17. Mär 2019, 00:31

Machst du hier Gewerkschaftspolitik oder argumentierst du aus Eigennutz? :gruebel:

Geht es dir vornehmlich um dich, rate ich dir, den Aufstieg in den gD zu machen, sofern deine Beurteilungen dies hergeben.

Es ist aus meiner Sicht sicherlich vieles richtig, was du schreibst. Doch so langsam knabbern deine gebetsmühlenartigen Argumentationen in diesem Forum m.E. an deiner Reputation.

Ja, es ist auch richtig, dass es verschiedene Beamtenlaufbahnen mit unterschiedlichen Dotierungen gibt.
Die Schienen für diese Laufbahnen haben wir Beamte und Beamtinnen uns alle selbst gelegt, in dem wir in der Schule mal mehr oder mal weniger aufgepasst , einen Haupt-, Real- oder gymnasialen Schulabschluss hingelegt oder den "richtigen" Studiengang an der Uni erfolgreich abgeschlossen haben. Es sind intellektuell und besoldungstechnisch eben nicht alle gleich. Insofern gibt es eben verschiedenfarbige "Äpfel".

Aber man kann diese Schienen, z.B. durch einen Aufstieg -ggf. auch über mehrere Laufbahnen hinweg- ausbauen. Oder es kommt zukünftig zu der von einigen Gewerkschaften für den Zoll geforderten Durchlässigkeit der Laufbahnen (z.B. mD bis zur Endstufe A11). Aber dies müsste dann für alle Bundesbeamten und - beamtinnen gelten. Und schwupps, sind wir bei der Frage der Finanzierbarkeit und ggf. auch der Angemessenheit bzw. Gerechtigkeit.
Vorab, ich bin nicht nur im Forum in dieser Sache aktiv, sondern habe den Berufsstand des Zöllners auch schon bei den zuständigen Bundestagsabgeordneten in Erinnerung gerufen und hoffe, dass die Interessenvertretungen den Abgeordneten mittels gewerkschaftlicher Lobbyarbeit ebenfalls in den Ohren liegen um für uns ein Maximum rauszuholen!

Klar, die Schienen habe ich mir selbst gelegt. Sollte mich das daran hindern, im Rahmen meiner geringen Möglichkeiten für Verbesserungen einzutreten?

Ich habe hier einige Beispiele vorgebracht, was man tun könnte, wenn man den wollte. Letztendlich hat ja auch der Dienstherr etwas davon, wenn er über motivierte NWK und Beschäftigte verfügt. :ja:

Ich kann dir aber zusichern, dass ich versuchen werde, etwas objektiver an die Sache heranzugehen.
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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Sauerkraut » Mo 18. Mär 2019, 09:53

Wir sehen derzeit einen großen Vorgang - Wenn unserer Sonne irgendwann der Energieträger droht auszugehen, dann wird sie sich auch aufblähen - ein roter Riese wird entstehen.

Ceta, Jespa, Europa-Asien-Ozeanien Handelsabkommen - internationale Vereinbarungen die einen umfangreichen Abbau von Zöllen beinhalten. Auch Marokko hat seine Zollformalitäten digitalisiert.

In der Schweiz heisst es "DaziT" - Wie wirkt sich DaziT auf den Personalbedarf aus?
DaziT führt in den betroffenen Bereichen zu einer Produktivitätssteigerung von schätzungsweise 20 Prozent. Ein Grossteil dieser Einsparungen soll für die Steigerung der Sicherheit an der Grenze eingesetzt werden. Der restliche Teil soll nach der vollständigen Umsetzung von DaziT dank Produktivitätssteigerung abgebaut werden. Der Personalabbau soll grundsätzlich über natürliche Fluktuationen erfolgen. Innerhalb der Verwaltung soll DaziT zu schlankeren und effizienteren Prozessen führen.
Fundiertes Zollwissen lässt sich nur intern aus dem Personalbestand der EZV sicherstellen.

Treffen diese Zahlen nur annähernd auf alle anderen Zollverwaltungen der EU auch zu - dann braucht der deutsche Zoll mind. 6.000 Beschäftigte weniger als bisher...

Das im August 2017 in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (Onlinezugangsgesetz) sieht vor, dass bis 2022 Bund, Länder und Kommunen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland über Verwaltungsportale auch digital anbieten. Notwendig ist das entsprechende Personal. In vielen Behörden und Verwaltungen fehlt es am Gesamtkonzept einer Personalstrategie.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) - aber auch die Bundeswehr - haben dazu bereits entsprechende Attraktivitätsprogramme vorgelegt.

P.S. Derzeit fehlen dem Zoll bereits 9.093 Leute - wie viele werden 2020-2025 fehlen?

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Sammelzoellner » Mo 18. Mär 2019, 19:05

Sauerkraut hat geschrieben:
Mo 18. Mär 2019, 09:53
die Bundeswehr - haben dazu bereits entsprechende Attraktivitätsprogramme vorgelegt.
P.S. Derzeit fehlen dem Zoll bereits 9.093 Leute - wie viele werden 2020-2025 fehlen?
Der Bundeswehr bleibt auch ungelerntes Personal fern. Deshalb zahlen die auch ungelernten Mannschaftlern Verpflichtungsprämien. Der Zoll hat hingegen in keiner Laufbahngruppe Nachwuchsmangel.

Die Bundeswehr ist ein riesiger Selbstbedienungsladen geworden und deshalb als Vorbild in jeder Hinsicht untauglich.

Ich vergaß: Überall ist es ja viel besser als beim Zoll.

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Cologne » Mo 18. Mär 2019, 19:21

Sauerkraut hat geschrieben:
Mo 18. Mär 2019, 09:53
Treffen diese Zahlen nur annähernd auf alle anderen Zollverwaltungen der EU auch zu - dann braucht der deutsche Zoll mind. 6.000 Beschäftigte weniger als bisher...
Keine Angst! Die Zahlen treffen nicht zu.
P.S. Derzeit fehlen dem Zoll bereits 9.093 Leute - wie viele werden 2020-2025 fehlen?
Kommt drauf an wie weit man die FKS noch "aufbläht".

Man bräuchte die Zöllner nur der EU zu unterstellen und alles würde gut.
Schwarzarbeitsbekämpfung bliebe natürlich eine nationalstaatliche Angelegenheit :pfeif:

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon ZI_HB » Mo 18. Mär 2019, 19:41

Sammelzoellner hat geschrieben:
Mo 18. Mär 2019, 19:05
Die Bundeswehr ist ein riesiger Selbstbedienungsladen geworden und deshalb als Vorbild in jeder Hinsicht untauglich.
Das ist so nicht richtig. In Sachen Personalplanung gibt die BW mit einem mehr als viermal so großen Personalkörper als der Zoll ihn hat, ein deutlich besseres Bild ab als wir. Wenn du da eingestellt wirst, weisst du genau, was du nach Ende deiner Laufbahnausbildung machst. Dazu ist unser Laden nicht in der Lage.

Andererseits wechselt man grundsätzlich nur dann den Dienstposten, wenn man es selbst will, und wird nicht ständig gewechselt...

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Sammelzoellner » Mo 18. Mär 2019, 21:06

ZI_HB hat geschrieben:
Mo 18. Mär 2019, 19:41
Das ist so nicht richtig. In Sachen Personalplanung gibt die BW mit einem mehr als viermal so großen Personalkörper als der Zoll ihn hat, ein deutlich besseres Bild ab als wir. Wenn du da eingestellt wirst, weisst du genau, was du nach Ende deiner Laufbahnausbildung machst. Dazu ist unser Laden nicht in der Lage.

Andererseits wechselt man grundsätzlich nur dann den Dienstposten, wenn man es selbst will, und wird nicht ständig gewechselt...
Wenn du eingestellt wirst, als was denn? Kannst in der militärischen BW überhaupt nicht direkt eingestellt werden als Berufsoldat. Grundsätzlich warst du da vorher jahrelang schon Soldat auf Zeit. Es steht zu Anfang nicht einmal fest, ob du in deiner Verwendung in x-Jahren Berufssoldat werden kannst oder in deiner Verwendung / Teilstreitkraft ein Platz für dich ist. Das, was auf jeden Fall bei Zeitsoldaten feststeht, ist das Dienstzeitende. Wenn du Pech hast, dann bist du nach deiner Feldwebelausbildung Panzerführer ohne Panzer.

Kann bei der BW gut sein, dass wenn du ein Mangel-ATN hast, die Personaler auf dich zukommen und dir ne 5 oder 6 stellige Präme zahlen, wenn du BS wirst. Kann aber auch sein, falls du keinen Mangel-ATN hast, dass es dann Dienstzeitende ist.

Das Personalwesen bei der Bundeswehr ist eine einzige Katastrophe. Der Zoll ist da grundsätzlich verlässlicher.

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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Knaecke77 » Do 21. Mär 2019, 12:27

So lautete die zentrale Forderung von Jörg Radek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei für die Bundespolizei, an Minister Seehofer am 10. Januar 2019.

Bundespolizistinnen und Bundespolizisten und Zollbeamtinnen und Zollbeamte haben mehr zum Sparkurs der Bundesregierung beigetragen als jede andere Berufsgruppe:

Erhöhung der Wochenarbeitszeit OHNE Ausgleich
Erhöhung der Lebensarbeitszeit OHNE Ausgleich für besondere Belastungen
STREICHUNG der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage
Der damalige bayerische Ministerpräsident und heutige Bundesinnenminister hat 2010 der Polizei in Bayern eine besondere Wertschätzung entgegen gebracht.
Dank seines Lösungsansatzes wurde die Polizeizulage von einer Stellenzulage in eine „Amtszulage (Zulage für besondere Berufsgruppen)“ umgewandelt und damit wieder ruhegehaltsfähig gemacht.
Dieser starke Schritt wäre auch für die Bundespolizei und den Zoll ein konkretes Zeichen der Wertschätzung. Denn: Amtszulagen sind auch beim Bund weiterhin ruhegehaltsfähig (§ 42 Absatz 2 BBesG), nur Stellenzulagen für Polizei- und Zollbeamte nicht (mehr).
Darin besteht eine ideale Gelegenheit, einer verbalen Wertschätzung eine ganz konkrete Verbesserung für die Beamtinnen und Beamten folgen zu lassen.
http://www.gdp-zoll.de/2019/03/bayern-l ... oll/print/
:ja:

Sauerkraut
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Re: Steigerung Attraktivität Zoll mD

Beitragvon Sauerkraut » Do 21. Mär 2019, 14:13

Die Zukunft des Zolls - hängt von seiner Attraktivität ab - dazu gehören mitunter auch Veränderungen im Laufbahnrecht, wie z.B. die zweigeteilte Laufbahn.
Sicherlich gibt es auch Kritik - wie ein Artikel im Jura-Magazin verdeutlicht (Auch in rechtlicher Hinsicht erscheint die Einführung der Zweigeteilten Laufbahn bedenklich) - so der Rechnungshof. Wer die Zeilen genauer liest - erkennt worum es im Grunde aber wirklich geht.

In Baden-Württemberg will die SPD ihr Regierungsprogramm 2016-2021 konsequent umsetzen:
Sicher in Baden-Württemberg – Polizeiarbeit stärken
Garant für die hohe Sicherheit im Land ist unsere Polizei mit ihren Beschäftigten, die Tag für Tag Außergewöhnliches leisten. Gleichzeitig befinden sich die Bedrohungen für unsere Sicherheit im Wandel. Ob neue Formen der Kriminalität oder der Bedarf an personalintensiven Großeinsätzen – unsere Polizei steht vor ständig neuen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund haben wir eine umfangreiche Polizeistrukturreform durchgeführt und unsere Polizei zukunftsfähig aufgestellt. Wir haben zwölf leistungsfähige Regionalpräsidien geschaffen, Hierarchien verschlankt und Kompetenzen gebündelt. Wir haben neue Stellen geschaffen, mehr Beamtinnen und Beamte für den Polizeidienst bereitgestellt, eine Einstellungsoffensive für die Jahre 2017 und 2018 auf den Weg gebracht und intensiv in die technische Ausstattung investiert. Wir wollen diesen Weg der Modernisierung von technischen Voraussetzungen kontinuierlich fortsetzen. Wir unterstützen eine bedarfsorientierte Beschaffung der Einsatz-, Kriminal- und Verkehrstechnik sowie eine Verstetigung der dafür erforderlichen Finanzmittel.

Auch in Zukunft werden wir die Entwicklungsstrukturen innerhalb der Polizei weiter verbessern. Wir haben einen ersten Einstieg in die zweigeteilte Laufbahn geschafft, der nun kontinuierlich fortgesetzt wird. Um das Ziel mit der nächsten Legislaturperiode abzuschließen, sollen ab 2018 nur noch Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte für den gehobenen Dienst ausgebildet werden.

Unser Ziel ist es, die zweigeteilte Laufbahn bis zum Jahr 2021 vollständig umzusetzen.
Schon heute haben mehrere Bundesländer A8 als Eingangsamt bei der Polizei. Um die "Attraktivität" weiter zu verbessern, werden weitere Bundesländer die zweigeteilte Laufbahn einführen. Vielleicht mag es für einige "Sinn" machen, am althergebrachten System festzuhalten - doch dann wäre Europa heute noch ein Traum. Und auch Europa verändert sich - Änderungen die Regeln erfordern.
GdP Digit@l Nr. 30/2015
Zweigeteilte Laufbahn, ein MUSS für die Polizei
Es gehört zu einer gerechten Bewertung des Polizeiberufes, dass dieser entsprechend seiner verantwortungsvollen Tätigkeit dem gehobenen und höheren Dienst zugeordnet wird. So kann man das Ergebnis der Kienbaumstudie zusammenfassen. Diese Studie ist zwar schon in die Jahre gekommen, aber dennoch haben ihre Ergebnisse heute mehr denn je Bestand.

Wer studierfähige junge Menschen in den mittleren Dienst einstellt und ihnen vorgaukelt, dass sie Ruck Zuck im gehobenen Dienst sind, der sagt schlicht die Unwahrheit.
Wer meint, dass der Realschüler keine Chance mehr habe, zeigt deutlich, dass er sich nicht ernsthaft mit diesem Thema auseinander gesetzt hat. So wie vor Jahren zwar Kollegen (Kolleginnen gab es da noch nicht) mit Hauptschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung eingestellt wurden, war der mittlere Bildungsabschluss doch Voraussetzung.

Deshalb gab es den ABL. Mit diesem Lehrgang musste vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn der mittlere Bildungsabschluss erworben werden. Wer diesen Lehrgang nicht bestanden hat, musste wieder gehen.
Gerade in der heutigen Zeit, in der wir um die Besten der besten Schulabgänger in einem sehr starken Konkurrenzkampf stehen, sollte man sich etwas Vernünftiges einfallen lassen.
Der Gang über die Hochschule wird somit zur Voraussetzung und führt dann in Folge wie bei anderen Berufsgruppen im öffentlichen Dienst auch zum Eingangsamt A12, oder warum fängt ein Lehrer, der ein gleichgelagertes Studium hinter sich gebracht hat, in A12 an und ein Polizist/ eine Polizistin nicht.

Utopie? Nein der Gesetzgeber hat gezeigt, dass es bei den Lehrern geht!

Den mittleren Dienst abschaffen, das Eingangsamt in A12 und Spitzenfunktionen in A13 oder dem höheren Dienst und das Problem der Stellenbewertung wäre vom Grunde her behoben.
Und was passiert mit denen, die bereits bei der Polizei sind, jedoch im mittleren Dienst sich befinden? Diese werden nach einem zeitlich befristeten Programm übergeführt. Das Programm muss so zeitlich befristet sein, dass alle Kolleginnen und Kollegen in den gehobenen Dienst überführt werden können. Doch dies sind dann Einzelheiten, die man klären kann, wenn das Datum feststeht, ab wann nur noch in den gehobenen Dienst eingestellt wird.
Die Polizei hat eine kleine, aber längst überfällige gerechte Bewertung erfahren, in dem man die Chefs und deren Stellvertreter in die B-Besoldung gebracht hat. Das war richtig und wichtig, aber nun muss dieser Weg weitergegangen werden und die gesamte Polizei gerecht bewertet werden.
Deshalb fordern wir die Zweigeteilte Laufbahn mit dem Gang über die Hochschule und dann das Eingangsamt A12.

Spätestens die Aussage eines ehemaligen russischen Staatsmannes zwingt uns förmlich dazu, Reformen und Veränderungen anzugehen, um die Sicherheit unseres Staates nicht zu gefährden.



Rüdiger Seidenspinner


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