Realistische Einschätzung

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Stan123
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Realistische Einschätzung

Beitragvon Stan123 » Fr 4. Sep 2020, 19:56

Hallo,

vorweg, mir ist bewusst, dass es ähnliche Threads und Themen schon gibt. Allerdings sind die teils auch schon älter und ich wollte nach aktuellen Einschätzungen fragen.
Mir ist auch bewusst, dass ich hier keine verbindlichen Aussagen erwarten kann.

- Hat die Bundespolizei die selben Ärzte wie die jeweilige Landespolizei?
- Wie hoch stehen die Chancen für Heimatnahe Verwendung?
Habe hier schon gelesen, dass der Flughafen in Frankfurt immer Personal sucht, das wäre bei mir relativ heimatnah.
- Wie realistisch ist es die Chance zu bekommen, vom mittleren Dienst in den gehobenen Dienst aufzusteigen?
Gibt es das oft? Stehen die Chancen immer gut, wenn man es möchte?

Ich habe auch schon versucht mehrere Einstellungsberater zu kontaktieren, aber komischerweise vormittags niemanden erreicht..

Vielen Dank schonmal, der Thread wird hoffentlich nicht geschlossen.

Fra88
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Re: Realistische Einschätzung

Beitragvon Fra88 » Sa 5. Sep 2020, 16:10

1. Natürlich hat die Bundespolizei nicht die selben Ärzte wie die Landespolizeien. Jede Behörde stellt ihr eigenes Personal an bzw. stellt Vertragsärzte an.

2. Eine heimatnahe Verwendung ist bei bestimmten Wohnorten nahezu sicher, bei anderen meist erst nach vielen Jahren möglich. Wenn du aus dem Großraum Frankfurt, Berlin, Düsseldorf oder München kommst sind die Chancen sehr gut. Für die Regionen München, Frankfurt, Rhein-Ruhr, Stuttgart und evtl. zukünftig Berlin (BER-Airport) gibt es schon bei einer Einstellungszusage Sonderprogramme, in denen dir eine Verwendung dort zugesagt wird. Du kannst diese Zusage am Ende der Ausbildung aber auch widerrufen, wenn du in einem Praktikum festgestellt hast, dass dir doch etwas anderes vorschwebt. Derzeit verteilt die Bundespolizei am Ausbildungsende Personal wieder in ganz Deutschland. Schwerpunkte bleiben aber immer München und Frankfurt, die viel Personal fressen. Wo wieviel Bedarf (nach Meinung des Präsidiums) in 2 oder 3 Jahren besteht ist jetzt noch nicht abzuschätzen. Du hast aber die Möglichkeit, dich nach Zuteilung deiner Erstverwendung auf andere Dienststellen zu bewerben. Ganz grob kann man sagen, dass es leichter ist, in den Süden Deutschlands zu kommen als in den Norden. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. Man kann auch Glück haben und direkt nach der Ausbildung nach Puttgarden auf Fehmarn kommen (wenn man das denn möchte).

3. Du kannst dich nach Vollendung der dreijährigen Probezeit nach Ende der Ausbildung für den Aufstieg in den gehobenen Dienst bewerben. Das bedeutet, dass du dann nochmal das Studium in Lübeck und Brühl absolvierst, allerdings bekommst du währenddessen deine vollen Bezüge aus dem mittleren Dienst. Ob du für den Aufstieg zugelassen wirst, entscheidet deine Beurteilung sowie deine Bewertung in einem Testverfahren. Prinzipiell sind die Chancen in den gehobenen Dienst zu kommen aber ganz gut wenn die Motivation da ist. Ein begrenzter Aufstieg in den gehobenen Dienst ist auch ab dem 40. Lebensjahr noch möglich. Der Lehrgang hierfür dauert nur sechs Monate und man hat anschließend Zugang zu einem Teil der Dienstposten des gehobenen Dienstes. Wie gesagt, wenn du nicht in jedes Fettnäpfchen trittst und entsprechendes Engagement zeigst, ist das immer möglich. Ob man das dann in einer späteren Lebensphase auch möchte ist dann eine andere Frage und sehr individuell.

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WhiskyCharlie
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Re: Realistische Einschätzung

Beitragvon WhiskyCharlie » Sa 5. Sep 2020, 16:58

Moin,

zu Punkt 3. man kann auch vor dem 40. Lebensjahr den verkürzten Aufstieg absolvieren.

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Stan123
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Re: Realistische Einschätzung

Beitragvon Stan123 » So 6. Sep 2020, 15:43

@Fra88

Vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort.
Also kann man sagen, dass man auch wenn man den mittleren Dienst absolviert, sehr gute Chancen hat noch für den Aufstieg in den gehobenen Dienst zu kommen? Wenn man das denn möchte. Oder ist das ähnlich wie mit den Berufssoldaten, dass es eben nur sehr wenige schaffen.

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Re: Realistische Einschätzung

Beitragvon Holger73 » Mo 7. Sep 2020, 22:15

Stan123 hat geschrieben:
So 6. Sep 2020, 15:43
...

Also kann man sagen, dass man auch wenn man den mittleren Dienst absolviert, sehr gute Chancen hat noch für den Aufstieg in den gehobenen Dienst zu kommen? Wenn man das denn möchte. Oder ist das ähnlich wie mit den Berufssoldaten, dass es eben nur sehr wenige schaffen.
Es als sehr gute Chancen zu bezeichnen ist etwas gewagt, es kommt immer auf die "aufschichtungsfähigen Stellen" drauf an.
Zur Zeit ist es so gehandhabt, dass sich die Interessenten auf eine aufschichtungsfähige Stelle bewerben können, darauf ihr EAV machen und bei bestehen auf den Aufstiegslehrgang/ Studium gehen.
Es war vor einiger Zeit noch entspannter den Aufstieg zu machen (von der Stellenvoraussetzung her), mittlerweile hat man die Voraussetzungen etwas angezogen.

Solltest du die Ausbildung mD noch nicht gemacht haben, sind das aber ungelegte Eier für dich.
ICH empfehle jedem immer den gD zu versuchen, man hat in der Behörde hinterher die besseren Möglichkeiten zu Entfaltung.

Grüße Holger
"Das Problem, ob Denken ohne Sprache möglich sei, ist immer noch umstritten. Dagegen wird die Tatsache, daß Sprache ohne Denken durchaus möglich ist, täglich tausendfach bewiesen."

(Kohlmayer)


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