Rosenheim / Gifhorn

Erfahrungsberichte, Probleme und Verbesserungsvorschläge...

Moderatoren: abi, supporter, Holger73, abi, supporter, Holger73

Benutzeravatar
Herr-Jemine
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 2037
Registriert: Fr 25. Mär 2005, 00:00
Wohnort: Köln

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Herr-Jemine » Mo 30. Apr 2007, 11:45

da man so viel pauschalisiertes darüber liest:

liebe kollegen aus gifhorn und rosenheim: lasst euch doch mal bitte etwas genauer zu eurem einsatzwert und eurer einsatzbelastung aus!

so wäre es für mich zB mal interessant, was rosenheim denn so für schwerpunkte beackert, wo doch die grenze komplett bei der BY LaPo liegt.
problemfans bzw -vereine (fussball) sind mir dort ebenso nicht bekannt.
worin liegt euer täglich brot? s-bahn-streifen? präsenz am bahnhof zeigen? flughafenunterstützung?

selbiges gilt für gifhorn: woher kommt die genannte doppelte pro-kopf-belastung ggü. dem standort uelzen? wo und was sind die schwerpunkte im bereich WOB, BS und H? was ist euer täglich brot? welche problemvereine habt ihr?

zieht doch evtl auch mal vergleiche zu benachbarten standorten.

Benutzeravatar
Herr-Jemine
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 2037
Registriert: Fr 25. Mär 2005, 00:00
Wohnort: Köln

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Herr-Jemine » Mo 30. Apr 2007, 12:14

auch hier (aus dem reform III thread) als kleiner hintergrund:

[quote=""Herr-Jemine""]http://www.gdp-bundespolizei.de/?p=369
Kritisch bewertet Scheuring die Pläne, den Bundespolizeistandort Rosenheim aufgeben zu wollen. „Die Expertenrunde um Schäuble hat dafür keinerlei polizeifachliche Gründe erkennen können und eine Auflösung Rosenheims auch nicht vorgeschlagen im Gegenteil”, so der GdP-Vorsitzende. „Parteipolitisches Kalkül kann aber keine Relevanz für die Aufstellung der Bundespolizei haben.”
Ist diese Aussage belastbar? Von wem stammt die?
Heisst das, Schäuble hat quasi eigenmächtig die Vorschläge abgeändert?
Vorab war zu hören, es würden 2 Abteilungen geschlossen: Duderstadt sowie eine aus Süd: entweder Deggendorf oder Bayreuth.
Wie kommt dann eine solche Änderung plötzlich zustande?[/quote]

http://www.copzone.de/phpbb3/viewtopic. ... 708#349708

preag
Cadet
Cadet
Beiträge: 5
Registriert: Di 12. Dez 2006, 00:00

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon preag » Mo 30. Apr 2007, 13:20

Herr-jemine: "selbiges gilt für gifhorn: woher kommt die genannte doppelte pro-kopf-belastung ggü. dem standort uelzen? wo und was sind die schwerpunkte im bereich WOB, BS und H? was ist euer täglich brot? welche problemvereine habt ihr?"



mfg

preag
Zuletzt geändert von preag am Do 3. Mai 2007, 06:51, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Herr-Jemine
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 2037
Registriert: Fr 25. Mär 2005, 00:00
Wohnort: Köln

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Herr-Jemine » Mo 30. Apr 2007, 13:37

also habt ihr in gifhorn fussballeinsätze und einzeldienstunterstützung.
wie sieht es mit demos aus? §11-einsätze?

was du bisher genannt hast, ist nicht grad super viel und fiele eher in die zuständigkeit einer MKÜ. grad die einzeldienstunterstützung kann doch keine rechtfertigung für eine E-Hu sein.

fährt uelzen denn dieselben vereins-einsätze, oder wo treiben die sich rum? vor ein paar jahren kam mir mal zu ohren, man würde viel s-bahn streife in HH fahren.

grundsätzlich finde ich die idee von dislozierten hundertschaften ja eh nicht schlecht, wäre also einsatztaktisch schon für einen verbleib der 1./- in gifhorn. ebenso wie für 1 Hu im ruhrgebiet anstatt einer (oder 2) weiteren in STA. man wäre einfach schneller da, auch wenn es sich nur um 1 stunde fahrtzeit pro strecke unterscheidet (wie bei uelzen - gifhorn mit 58km auch).

H-E-N-N-I
Constable
Constable
Beiträge: 84
Registriert: Fr 23. Apr 2004, 00:00
Wohnort: SCHLESWIG-HOLSTEIN
Kontaktdaten:

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon H-E-N-N-I » Mo 30. Apr 2007, 14:48

[quote=""Herr-Jemine""]also habt ihr in gifhorn fussballeinsätze und einzeldienstunterstützung.
wie sieht es mit demos aus? §11-einsätze?

was du bisher genannt hast, ist nicht grad super viel und fiele eher in die zuständigkeit einer MKÜ. grad die einzeldienstunterstützung kann doch keine rechtfertigung für eine E-Hu sein.[/quote]

Dazu kann ich nur sagen, dass diese Einzeldienstunterstützung auch bei uns in RZ unser Hauptaufgabenfeld in der Woche geworden ist! Natürlich wird dann am WE auch noch Fussballeinsätze gefahren, Dienstfrei wird nur noch angeordnet und kann kaum noch vom PVB selbst heplant werden.

preag
Cadet
Cadet
Beiträge: 5
Registriert: Di 12. Dez 2006, 00:00

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon preag » Mo 30. Apr 2007, 20:09

hi herr-jemine

schreib mir deine email-adresse per privater nachricht. genaue zahlen setze ich nicht in ein öffentliches forum. ;-)))

mfg

preag

Jupp01
Police Officer
Police Officer
Beiträge: 132
Registriert: So 30. Jul 2006, 00:00

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Jupp01 » Mi 2. Mai 2007, 16:02

Moin Herr-Jemine.

was sind den die Schwerpunkte der STA EHu`s? Wie oft unterstützt Deine EHu. die Länder und wie oft bist Du dabei? Wir wollen ja schließlich mehr PVB auf die Straße bringen! Also Abbau der vielen unnützen Bearbeiter und Sachbearbeiter Stellen! Vielleicht müssen wir noch etwas nachbessern und STA in Frage stellen! Gifhorn hat noch sehr viele BKA-Einsätze - in ganz Deutschland! Ach ja, die Länder fordern uns auch an: Waren jetzt erst in Rostock nach §11 ! Die Ausbildung der Bundespolizei bezieht sich doch Schwerpunktmäßig auf den Einzeldienst - Dann werden doch das auch unsere Einsatzgebiete sein! Ich glaube Herr-Jemine möchte, wie sein AbtFhr. Werbung für den Standort STA machen! Warum wird hier eigentlich versucht, sich Gegenseitig den Rank abzulaufen?

Benutzeravatar
Herr-Jemine
Deputy Inspector
Deputy Inspector
Beiträge: 2037
Registriert: Fr 25. Mär 2005, 00:00
Wohnort: Köln

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Herr-Jemine » Mi 2. Mai 2007, 16:23

falsch interpretiert, jupp! nichts liegt mir ferner, auch weil man für STA keine werbung machen muss.

ich finde es selbst merkwürdig, warum es auf einmal rosenheim und gifhorn sein sollen. mit beiden abteilungen hab ich wenig zu tun, daher interessehalber die nachfrage. auch, weil hier gesagt wurde, man habe in GF doppelt so viele einsatzstunden wie in UE. das sind immer so vereinzelte pauschalaussagen...

die letzten offiziellen zahlen, die ich noch im kopf habe, sind von 2005, als meine hundertschaft bei 85% einsatzstunden lag.der anteil einzeldienstunterstützung war da recht gering, dafür wird ja hier meist per abordnung unterstützt, was ja nun auch vorbei ist.
schwerpunkt sind fussballeinsätze, dazu kommen recht viele demos.
im rahmen der zugbegleitung trifft man als augustiner öfter mal die kollegen aus UE, wenn´s richtung norden geht. gifhorner hab ich nur einmal in rostock 2006 gesehen.

zu mir selbst: der BAT fährt mit ab 1 zug ohne 1 gruppe.

Ostfrees
Cadet
Cadet
Beiträge: 11
Registriert: Do 15. Feb 2007, 00:00

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Ostfrees » Do 3. Mai 2007, 23:19

Ich finde die Maßnahme Rosenheim und Gifhorn aufzulösen wieder einmal sehr komisch. Vor allem, wenn Duderstadt wieder stehen bleibt. War damels schonm komisch, als bei der Reform II Gifhorn und Goslar aufgelöst wurden und Duderstadt als der baufälligste Standort stehen blieb.
Gifhorn wurde erst wieder auf gemacht, und jetzt wieder zu????????

Man muss nicht alles vefrstehen. Vielleicht fehlt mir auch der Horizont als MD.

wessy
Police Officer
Police Officer
Beiträge: 141
Registriert: So 22. Okt 2006, 00:00
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Rosenheim bleibt bestehen...aber...

Beitragvon wessy » Sa 5. Mai 2007, 18:35

Rosenheim bleibt bestehen - aber die anfänglich große Freude entpuppt sich schnell als eine Kompromisslösung, die sicher nicht allen gerecht wird:

Es wird nicht alles so bleiben, wie es derzeit ist... :cry:

- unter Vorbehalt folgende Änderungen -

- ZSIuk bleibt (evtl. sogar verstärkt) in Rosenheim
- Die Bereichswerkstatt (eine von 8 bundesweit) kommt nach Rosenheim
- eine Hundertschaft (MKÜ Süd Direktion Bayern) kommt in den Standort
- das Revier Rosenheim (Ableger der BPOLI Freyung) wird sicherlich ein gute Stärke erhalten und wird aufgrund der Enge am Bahnhof auch in der Abteilung untergebracht.
- so gibt es für einige PVB auch eine gute Chance vor Ort bleiben zu können, aber sicherlich nicht für alle... . :/

Gruß

WESSY
Nichts ist so,
wie es scheint.
Was ist es aber dann,
was wir sehen?!

PILBUTT
Police Officer
Police Officer
Beiträge: 114
Registriert: Sa 1. Jul 2006, 00:00

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon PILBUTT » Sa 5. Mai 2007, 19:32

eigentlich ist es doch egal welcher standort aufgelöst wird...es sind überall leute die trauern und welche die glücklich sind....ich hätte es für sinnvoll gefunden uelzen und ratzeburg aufzulösen und zu einer großabteilung im raum hamburg zusammenzulegen....alles andere ist doch quatsch es werden aus den beiden abteilunegn immer mehr pvb nach hh fl oder sonst wo abgeordnet aber beide standorte haben einen riesen wasserkopf der meistens nur mist mit seinen leuten macht...1 großabteilung kann doch auch alles abdecken...und für die leute auf der strasse ist es auch mal besser wenn eine hu 3 züge und 90 pvb hat anstatt 3 züge und 40 pvb...sost ist es ja fast in rz

Benutzeravatar
Bodo
Corporal
Corporal
Beiträge: 314
Registriert: Sa 17. Jul 2004, 00:00
Wohnort: CUXland an der Nordsee

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Bodo » Mi 16. Mai 2007, 10:45

Quelle: http://www.ovb-online.de/news/bayern/ba ... 87446.html

Stoiber will Bundespolizeistandort Rosenheim teilweise retten


Rosenheim - Die bayerische Staatsregierung will die von der Auflösung bedrohten Bundespolizei-Standorte Rosenheim und Schwandorf zumindest teilweise retten. Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte am Montag vor Beginn einer CSU-Vorstandssitzung in Rosenheim, er habe Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) deutlich gemacht, dass er eine komplette Auflösung keinesfalls akzeptieren werde.

"Da muss eindeutig eine Kompensation da sein." Stoibers designierter Nachfolger, Innenminister Günther Beckstein sagte: "Alles werden wir nicht halten können." Man sei in den Verhandlungen über Rosenheim aber auf einem "ganz ordentlichen Weg".

Als Ausgleich für die geplante Schließung des Standortes mit mehr als 600 Mitarbeitern will Stoiber unter anderem eine eigene Polizeiinspektion, den Verbleib der Informations- und Kommunikationsstelle sowie einer Hundertschaft Polizeibeamter in Rosenheim sichern. Außerdem solle die Kfz-Werkstatt der Polizei in Rosenheim ausgebaut werden. Damit könnten 30 bis 40 Arbeitsplätze von München nach Rosenheim verlegt werden. Die Bundespolizei solle auch verstärkt in der Schleierfahndung eingesetzt werden, sagte Stoiber nach der Vorstandssitzung.

Er sei optimistisch, mit Schäuble zu einer Einigung zu kommen. Es werde noch weiter verhandelt, versicherte Stoiber rund 20 Angehörigen und Mitarbeitern der Bundespolizei, die am Rande der Vorstandssitzung für den Erhalt ihres Standortes demonstrierten.
Beckstein sagte, er habe am Montagmorgen mit Schäuble über Rosenheim telefoniert. Für die rund 100 zivilen Beschäftigten hoffe man auf eine positive Lösung. Schwierig sei es aber bei den Beamten und im Bereich von Teilzeitstellen. "Aber wir sind auf dem Weg, dass wir Etliches halten können."

Nach den Plänen des Bundesinnenministeriums sollen das Bundespolizeiamt in Schwandorf in der Oberpfalz sowie die auf Katastrophenschutz spezialisierte Bundespolizeiabteilung im oberbayerischen Rosenheim geschlossen werden. Die Bundespolizei ist aus dem früheren Bundesgrenzschutz hervorgegangen.

Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte das Eingreifen der Staatsregierung in die Polizeireform als rein politisch motiviert. Nach Monaten der Tatenlosigkeit sei jetzt ein "Wahlkreissponsoring angelaufen, das nach polizeifachlichen Gründen gar nicht erst fragt." Dies sei "Stimmenfänger-Populismus" und werde weder der Bundespolizei noch den betroffenen Menschen gerecht. Wenn sich die Staatsregierung mit den Reformfolgen befasse, dann müsse sie das im Ganzen tun.



dpa/lby

14.05.2007 16:32 Uhr

Benutzeravatar
Bodo
Corporal
Corporal
Beiträge: 314
Registriert: Sa 17. Jul 2004, 00:00
Wohnort: CUXland an der Nordsee

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Bodo » Mi 16. Mai 2007, 10:58

Quelle:http://www.ovb-online.de/news/landkreis ... 87686.html

«Die Arbeit liegt doch vor der Haustür»


Rosenheim - Es war ein ereignisreiches Wochenende für die Beamten der Rosenheimer Bundespolizei: Ein Einsatzzug brach mit Absperrgittern nach Heiligendamm auf, wo im Juni der G8-Gipfel stattfindet. Andere Kollegen sorgten dafür, dass sich beim brisanten Revierschlager in Dortmund Borussen- und Schalke-Fans nicht die Köpfe einschlugen.

Und ein weiterer Zug sorgte beim Zweitliga-Krimi in Unterhaching (gegen Fürth) dafür, dass alles im Rahmen blieb: Einsatz-Alltag für die bewährte Rosenheimer Truppe. Nicht zum Alltag gehörte allerdings der «Einsatz» gestern Vormittag im vollen Saal des Gasthofs Höhensteiger im Rosenheimer Stadtteil Westerndorf St. Peter. Als «Pressekonferenz» mit Jörg Radek von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelika Graf angekündigt, entwickelte sich die Veranstaltung eher zur großen Protestversammlung. Sie war Ausdruck der Existenzängste und Wechselbäder der Gefühle, die Betroffene und ihre Angehörigen umtreibt, seit bekannt wurde, dass die Bundespolizei-Abteilung Rosenheim als einzige in ganz Deutschland geschlossen werden soll.

«Werden wir hier nicht groß verschaukelt?», brachte ein Beamter unter tosendem Applaus auf den Punkt, was viele im Saal fühlten. Das Berliner Innenministerium nannte bis heute weder Gründe für die Schließung des Standorts Rosenheim noch nahm es Stellung zum 460-Stellen-Plan, den Bundesinnenminister Schäuble anbot (wir berichteten) - für die Bundespolizisten ein unerträglicher Schwebezustand. «Die hochkochenden Emotionen sind Ausdruck der mangelnden Transparenz in dem Verfahren», kritisierte gestern auch die Rosenheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Graf. Sie sei stocksauer: «So darf ein Ministerium mit seinen Abgeordneten und Beschäftigten nicht umspringen.» In einem «Ranking» habe Rosenheim Platz drei von elf Abteilungen belegt, nichts habe auf diese Entscheidung hingedeutet. Deshalb will sich die SPD-Landesgruppe nicht mit einem Kompromiss abspeisen lassen, der sich als «Mogelpackung» erweisen könne. In einer Resolution fordert die SPD eindeutig, den Abteilungsstandort zu erhalten.

Jörg Radek, Mitglied im Bundesvorstand der GdP, fasste gestern noch einmal zusammen, was unsere Zeitung schon mehrmals berichtete: «Alle Schäuble-Vorgaben zur Abwicklung der Reform sprechen für eine Bereitschaftspolizeiliche Abteilung in Rosenheim.»

Die Expertengruppe um Schäuble habe festgestellt, dass Rosenheim günstig zum Einsatzschwerpunkt München liegt. Radek: «Es hat deshalb keinen Sinn, Bereitschaftspolizisten des Bundes von Rosenheim hunderte Kilometer entfernt an andere ungünstigere Standorte zu verpflanzen, wenn deren Arbeit quasi vor der Tür liegt. Eine Auflösung der Abteilung in Rosenheim ist grober polizeilicher Unfug.»

Jedem Minister stünde es zwar frei, gegen einen Expertenrat zu entscheiden. Dann sei das allerdings eine rein politische und keine polizeifachliche Entscheidung mehr. Ein Zukunftsmodell wäre, die bayerischen Bundespolizei-Einheiten an mehreren Standorten zu belassen - unter Führung eines gemeinsamen Stabes. So blieben die Bereitschaftspolizeikräfte des Bundes weiter in Rosenheim. Radek: «Sie könnten sich auf Deggendorf und Rosenheim gleichmäßig verteilen.» Für Rosenheim käme dann auch der Verbleib der Technischen Hundertschaft in Frage: «Dies würde enorme Steuermittel sparen, da keine Verlegung und kein Neubau in Deggendorf nötig wäre.»

Kritisch sieht das GdP-Bundesvorstandsmitglied indessen den 460-Stellen-Kompromiss, den er als «unzureichend und vernebelnd» bezeichnete. Roland Schmidt, Vorsitzender des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit der Oberbayern-SPD, befürchtet sogar, die von Schäuble zugesagte 100 Mann starke neue Bundeseinheit zur Grenzüberwachung könne 100 bayerischen Schleierfahndern den Job kosten. Eine Vermutung, die Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein gestern im Gespräch mit der OVB-Redaktion aber als völlig unbegründet zurückwies.

Benutzeravatar
Bodo
Corporal
Corporal
Beiträge: 314
Registriert: Sa 17. Jul 2004, 00:00
Wohnort: CUXland an der Nordsee

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Bodo » Mi 16. Mai 2007, 11:01

Quelle: http://www.ovb-online.de/news/landkreis ... 87632.html

Beckstein kämpft um die Bundespolizei


Der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein kämpft mit allen Kräften für den Erhalt des Bundespolizei-Standorts Rosenheim. Das versicherte er bei seinem gestrigen Gespräch mit der Redaktion des Oberbayerischen Volksblatts. Nach der ursprünglich geplanten völligen Standortauflösung liege jetzt ein Kompromiss auf dem Tisch, der einen Großteil der Stellen für Rosenheim erhalten soll.


Besuch von Günther Beckstein

Rosenheim - Verärgert zeigte sich der Gast aus München darüber, dass Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble ihn über den Auflösungsbeschluss für Rosenheim nicht vorab informiert habe. Er erfuhr erst davon, als der Plan verkündet wurde. Nur dem sofortigen Protest von Ministerpräsident Stoiber, von ihm selbst und den Rosenheimer Abgeordneten Daniela Raab, Klaus Stöttner, Annemarie Biechl und Sepp Ranner sei es zu verdanken, dass ein Kompromiss zum Weiterbestand des Standortes zustande gekommen sei.

Inzwischen wurde auch klar, so Beckstein weiter, was offensichtlich einer der Hauptgründe für Schäubles Schließungsabsichten in Rosenheim war. Er habe ihm gegenüber erklärt, dass es seit Jahren keinen Einsatz einer Rosenheimer Hundertschaft südlich von München mehr gegeben habe. Wenn also die Bundespolizei im Süden Oberbayerns nicht gebraucht werde, benötige man dort auch keinen Standort, habe Schäuble argumentiert. Davon sei er jetzt abgerückt. Beckstein versicherte, dass er Schäuble mehrfach erklärt habe, eine Schließung Rosenheims für falsch zu halten. Die jetzt angestrebte Lösung müsse vernünftig und anständig sein, unter Berücksichtigung aller sozialen Gesichtspunkte.

Künftig könne nach Ansicht von Beckstein die Bundespolizei von Rosenheim aus auch zur Schleierfahndung mit herangezogen werden. Eine Verstärkung durch 150 bis 200 Kräfte von Seiten des Bundes könnten die Schleierfahnder der bayerischen Polizei hier gut gebrauchen. Beckstein versicherte zugleich, dass die Zahl der Schleierfahnder der Landespolizei deshalb nicht verringert würde. Eine Stärkung der Schleierfahndung an den Südgrenzen komme zugleich den Anstrengungen des Bundes beim Ausbau der Terrorabwehr entgegen. Bei den künftigen Einsätzen müsse es jedoch enge Absprachen mit der Bundespolizei geben, zum Beispiel wer welche Kontrollabschnitte übernehme. Beckstein: «Die Beamten der Landespolizei werden aber keinesfalls der Bundespolizei untergeordnet.»

Auf Unverständnis stießen Befürchtungen, die Roland Schmidt, SPD-Unterbezirksvorsitzender und Vorsitzender des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit der SPD Oberbayern, gestern auf einer Pressekonferenz in Rosenheim geäußert hatte, dass die bayerischen Schleierfahnder durch Kräfte des Bundes geschwächt würden und die Inspektion in Kiefersfelden einer Zentralstelle in München unter Obhut der Bundespolizei zum Opfer fallen könne. MdB Raab warf der SPD vor, wissentlich die Unwahrheit zu sagen. Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer warnte davor, mit den Ängsten der Menschen zu spielen.

Beckstein versicherte, dass vielmehr eine Stärkung der Schleierfahndung geplant sei. Der Minister: «Ich habe die Schleierfahndung selbst erfunden. Ich werde sie nicht kaputt machen.»

Benutzeravatar
Bodo
Corporal
Corporal
Beiträge: 314
Registriert: Sa 17. Jul 2004, 00:00
Wohnort: CUXland an der Nordsee

Rosenheim / Gifhorn

Beitragvon Bodo » Mi 16. Mai 2007, 11:06

Quelle:http://www.ovb-online.de/news/landkreis ... 87163.html

Ein politischer Schildbürgerstreich»


Im Ringen um den Erhalt der Bundespolizei geht es heute in die zweite Verhandlungswoche. Der 460-Stellen-Zusage Schäubles (wir berichteten) ist inzwischen offiziell bestätigt, doch weiter stößt die Entscheidung, dass ausgerechnet in Rosenheim abgespeckt wird, auf großes Unverständnis.



«Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble hat klargestellt, der einzige Standort, über den er noch verhandele, sei Rosenheim. Alle anderen Teile der Bundespolizeireform sind zementiert und eingegossen», betont die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Daniela Raab (CSU) im Zusammenhang mit den bohrenden Fragen, die an den Kompromiss geknüpft sind. Wie berichtet, sollte Rosenheim im Zuge der Bundeslpolizeireform als einziger von elf Bundespolizei-Standorten komplett aufgelöst werden. Dann kam es aufgrund massiver Proteste und langer Verhandlungen mit dem Innenministerium zu einer Lösung, wonach rund 460 Arbeitsplätze (380 Beamtenposten und 80 Zivilstellen) in Rosenheim erhalten beziehungsweise neu geschaffen werden könnten. Dieser 460-Stellen-Plan, der erstmals in Verhandlungen zwischen Bayerns Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber und Schäuble Konturen angenommen hatte, ist inzwischen offiziell in einem Schriftstück festgehalten. Stoiber hatte die mündliche Vereinbarung mitprotokollieren lassen und ans Bundesinnenministerium nach Berlin geschickt. Schäuble hat es mittlerweile unterzeichnet zurück nach München gesendet. Die Rosenheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Graf begegnet dem Plan mit Skepsis, spricht von einer «Mogelpackung», die einen Abzug auf Raten nach sich ziehen könne.

Kampf um Technische Einsatzhundertschaft

Indessen geht der Kampf auf allen Ebenen weiter, vor allem um den Verbleib der Technischen Einsatzhundertschaft in Rosenheim. Gerade diese Truppe ist tief verwurzelt in der Region, die Mehrzahl der Beamten stammt aus dem Chiemgau. Eine Verlegung der Spezialeinheit nach Deggendorf wäre in den Augen von Experten nicht nur polizeistrategischer Unfug, sondern auch Verschwendung von Steuergeldern.

So bleibt auch Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer dabei: «Die Entscheidung Schäubles kann niemand nachvollziehen. Sie ist falsch.» Sie verweist auf die «hohe Fachkompetenz», und die «enge emotionale Bindung» der Bundespolizei-Mitarbeiter zur Region. Die massiven Proteste und die große Solidarität aus allen Schichten der Bevölkerung mit den Betroffenen hätten gezeigt, welche herausragende Stellung die Einheiten hätten. Dass das Ministerium bis heute noch keinen Grund für die Entscheidung gegen Rosenheim genannt hat, wundert sie nicht. «Es gibt ja auch keinen.»

So sieht es auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die wie Bauer hofft, dass die Resolution der Stadt Rosenheim zum Erhalt der Bundespolizei in der jetzigen Form bei Schäuble doch noch Wirkung zeigt. In einer Pressekonferenz will die GdP heute in Rosenheim weitere Details und Hintergründe bekannt machen. Sie kritisiert, Schäuble setze sich über Experten hinweg, die monatelang über der Reform gebrütet hätten und zu dem Entschluss gekommen seien, dass die Rosenheimer Abteilung polizeitaktisch, fachlich und auch wirtschaftspolitisch alle Vorgaben voll erfülle. Rosenheim habe mit acht anderen Abteilungen und als einziger der drei bayerischen Standorte auf der Liste der «erhaltenswürdigen Bundesbereitschaftspolizei-Abteilungen» gestanden.

Weiter hätten die Experten betont, dass die Rosenheimer Einheiten besonders häufig in den Einsatzschwerpunkten eingesetzt werden und Rosenheim unter allen elf Abteilungen die drittbesten Wirtschaftlichkeitszahlen bei der Weg-Zeit-Ermittlung zu den Einsatz- und Sicherheitsschwerpunkten aufweise. «Durch diesen politischen Schildbürgerstreich würden sich Einsatz- und Fahrtzeiten zu den Einsatzschwerpunkten wieder vergrößern», folgert die GdP. Als Schlag ins Gesicht empfinden die Betroffenen deshalb Berichte in niederbayerischen Medien, die daran erinnern, dass Deggendorfs Oberbürgermeisterin Anna Eder und der CSU-Abgeordnete Barthl Kalb Schäuble vor Wochen bei einer Fraktionssitzung in Berlin in die Arme gelaufen sind.


Zurück zu „Bundespolizei - Mitten im Beruf“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste



  • Neue Mitglieder

  • Top Poster

  • CopZone Spende