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Vorstrafe

Verfasst: Mi 29. Dez 2010, 15:44
von LukasF
Hallo, ich wollte hier mal ne Frage loswerden, auf die mir weder die Staatsanwaltschaft, noch das Bundeszentralregister und auch die Führerscheinstelle im Landratsamt eine genaue Auskunft geben konnten.
Folgendes: Ich wurde letztes Jahr bei einer Trunkenheitsfahrt erwischt, und musste meinen FS abgeben und nach 7 Monaten wieder neu beantragen. Also ich bekam einen Strafbefehl. Ich war vorher nie polizeilich aufgefalllen, also stand auch nichts im Führungszeugnis.
Ich wollte jetzt nur mal wissen: BIN ICH JETZT VORBESTRAFT?
Und zweite Frage: heisst vorbestraft, dass es im Führungszeugnis steht - denn eine erstmalige Trunkenheitsfahrt steht nicht im Führungszeugnis.
Ich blick echt nicht ganz durch.
Ich wäre über ne kurze Antwort echt sehr dankbar, weil es bei mir um ne Bewwerbung geht.
Danke gleich schon mal!
Alles Liebe und "Guten Rutsch"

Re: Vorstrafe

Verfasst: Mi 29. Dez 2010, 16:51
von Gast
Du bist vorbestraft und stehst somit im Bundeszentralregister. Zugriff hierauf haben aber nur diverse "Behörden" u.ä.
Für eine Bewerbung hast Du (und somit Dein zukünftiger Arbeitgeber) Zugriff auf das Führungszeugnis. Die ist einfach gesprochen ein Unterregister des Zentralregisters.

Hier werden aber nicht alle Straftaten aus dem Zentralregister übernommen.
Welche übernommen werden--> §32 BZRG.
D.h. je nach Strafmaß bist Du zumindest für Deinen Arbeitgeber u.U. nicht vorbestraft.

Woran ich aber irgendwie etwas zweifle ist Deine Aussage, dass keine der von Dir genannten Behörden hierüber Auskunft geben kann.

Viel Erfolg bei der Bewerbung.

Re: Vorstrafe

Verfasst: Mi 29. Dez 2010, 16:56
von MVA
Wenn deine Strafe 90 Tagessätze oder weniger betragen hat, dann darfst du dich als unbestraft bezeichnen.
Rechtsgrundlage:
§ 53 BZRG: Offenbarungspflicht bei Verurteilungen
(1) Der Verurteilte darf sich als unbestraft bezeichnen und braucht den der
Verurteilung zugrunde liegenden Sachverhalt nicht zu offenbaren, wenn die Verurteilung
1. nicht in das Führungszeugnis oder nur in ein Führungszeugnis nach § 32 Abs. 3, 4
aufzunehmen
oder
2. zu tilgen ist.
(2) Soweit Gerichte oder Behörden ein Recht auf unbeschränkte Auskunft haben, kann
der Verurteilte ihnen gegenüber keine Rechte aus Absatz 1 Nr. 1 herleiten, falls er
hierüber belehrt wird.§ 53 Offenbarungspflicht bei Verurteilungen
Gleichwohl wird die Strafe im BZRG eingetragen, nur wird diese nicht im Führungszeugnis oder im erweiterten Führungszeugnis aufgelistet.
Gerichte, Staatsanwaltschaften, usw. haben jedoch auf sämtliche Daten aus dem BZRG Zugriff, also auch auf deinen Eintrag wegen des Strafbefehls.

Da es sich um eine Verkehrsstraftat handelt, wird die Tat ebenfalls im VZR eingetragen und bei Auskunftsersuchen aufgelistet.

Re: Vorstrafe

Verfasst: Do 30. Dez 2010, 08:00
von LukasF
ich danke euch für für die Antworten!
es waren 40 Tagessätze.
ja, über das "Nicht-Auskunft-Geben-Können" habe ich mich auch gewundert, ich wurde nur von einer Stelle, zu anderen verwiesen.
eine Frage noch: meint ihr, ich könnte mich auch mit dieser Vorstrafe bei staatlichen Behörden bewerben? Also auch Polizei usw... (aber ich will kein Polizist werden). Mir geht es rein um Verwaltungssstellen

Re: Vorstrafe

Verfasst: Do 30. Dez 2010, 08:01
von LukasF
ach ja, und eines noch: wann is diese Vorstrafe denn getilgt?
da hab ich nämlich auch nichts in den Unterlagen gefunden... Sorry für die vielen Fragen...

Re: Vorstrafe

Verfasst: Do 30. Dez 2010, 09:29
von Gast
Kämpf´ Dich mit Deinen Fragen mal HIER durch. Da kannst Du auch noch die eine oder andere Antwort finden.

Gruß Marco