Nein, kein Sachsenbashing!

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vladdi
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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon vladdi » Di 14. Jan 2020, 22:12


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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Officer André » Di 14. Jan 2020, 22:20

Ähm, völlig anderer SV? :gruebel:
Ich wünsche mir das Gemüt eines Stuhls.
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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 14. Jan 2020, 22:23

Vladdi, google doch mal Hitler und Bürgerbräukeller. Da hatte der auch Stress mit der Polente. :polizei10:
:lah:

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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Controller » Mi 15. Jan 2020, 03:00

Kulinka, kein Ding, alles gut 👍😊
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Robocop » Mi 15. Jan 2020, 09:24

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:
Di 14. Jan 2020, 21:30

Auftrag der PF an Besi, davon LiBi zu fertigen, um evtl. fragwürdige Inhalte würdigen zu können. Der Wind wirft ein Banner um. Den Besis war es eh klar, es kam dennoch vorsichtshalber über Funk, dass keinesfalls ein PVB den Rotz aufhebt - eben, damit man nicht bundesweit der Polizist ist, der der AfD bei der Werbung hilft.
Ist das diese politische Neutralität, die von uns ständig verlangt wird, oder? So bin ich nicht erzogen worden, dass ich es an der politischen Gesinnung des Eigentümers einer Sache festmache, ob ich verhindere, dass dessen Sache direkt neben mir kaputtgeht oder nicht. Das ist doch kein vernünftiger, von gutem Benehmen geprägter Umgang miteinander.

Dem Kollegen in dem Fahrzeug mache ich keinen großen Vorwurf, dass er es nicht geschafft hat, rechtzeitig den offenbar erwarteten empörten Gesichtsausdruck aufzusetzen. Das Bild der beiden Verkleideten ist einfach zu lächerlich. Die Handyaufnahmen hätte er sich tatsächlich sparen können. Von einem nach oben gereckten Daumen habe ich nichts mitbekommen.

Ich bin nach wie vor am hirnen, wie ich ein Einschreiten rechtlich begründen könnte und bin deshalb auf vladdis Subsumption des Sachverhaltes gespannt, ebenso vom Pressesprecher der sächsischen Polizei. Irgendwas Tragfähiges gibt es bestimmt, aber ich werde mich hüten, den Kollegen vor Ort einen Vorwurf zu machen, dass sie nicht sofort eine Idee hatten. Von oberlehrerhaften Gesprächen halte ich nicht viel, wenn man ansonsten keine rechtliche Handhabe hat.
Man muss auf der ganzen Klaviatur des Gesetzes spielen können.

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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Officer André » Mi 15. Jan 2020, 10:29

1. Laut loslachen ist schon mal absolut unprofessionell!
Man muss nicht empört dreinblicken, aber lachen ist nicht drin.
Soviel Beherrschung kann man von uns erwarten

2. Ein Hinweis darauf, dass sobald der Aufzug zu problematischen Reaktionen in der Umgebung führt, die Show beendet werden muss, kann schon sinnvoll sein.
Je nach Publikum, kann sich der Akteur da schonmal seelisch drauf einstellen.
Ich wünsche mir das Gemüt eines Stuhls.
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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Robocop » Mi 15. Jan 2020, 11:12

Soweit ich es vermag, kann ich dem Kollegen nur ein kurzes "Ha" zuordnen.

Wenn es zu problematischen Reaktionen kommt, gehst du dann gegen den Verkleideten vor, der womöglich nur verkleidet ist und sonst in keiner Weise handelt oder gegen die Personen, die die problematischen Reaktionen zeigen? Wer ist Störer?
Man muss auf der ganzen Klaviatur des Gesetzes spielen können.

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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon DerLima » Mi 15. Jan 2020, 12:04

Ich zitiere mich mal selber, ob der Tatsache, dass vladdi den Schadenseintritt ja bereits erkannt hat. Und ich bin da auch tatsächlich Ergebnisoffen. Einer guten Prüfung mit einem von mir abweichendem Ergebnis, die folgerichtig ist, da nehme ich auch Abstand von meiner Meinung.
DerLima hat geschrieben:
Di 14. Jan 2020, 11:01
@Vladdi. Du hast so schön angefangen, dann prüfe doch mal bitte, ob eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung besteht.
Zur Rahmenlage:
- Kriegshistorisches Motorrad mit Beiwagen bei einem Motorradtreffen
- zwei Personen ohne verfassungsfeindliche Insignien
- öffentlich zugängliches Gelände zu einer privat organisierten Veranstaltung
- 10.000 Gäste, die augenscheinlich keinen Anstoß nehmen, sondern sich über den Auftritt des Mannes im Beiwagen als historische Figur "Adolf Hitler" amüsieren
These lautet:
Der Auftritt eines Hitler-Imitators bei einem privat organisierten, jedoch öffentlich zugänglichen Motorradtreffen an historischer Kulisse im kriegshistorischen Motoradbeiwagen ohne verfassungsfeindliche Insignien, an dem die ca. 10.000 Besucher keinen Anstoß nehmen könnte eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen.

Und los. Und wenn du schon so steil am prüfen bist, da gibt es noch einen zweiten Thread, in dem ich deine fachkundige Prüfung erwarte...
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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon 1957 » Mi 15. Jan 2020, 12:18

Der Kollege hat eindeutig den "erhobenen Daumen" gezeigt.
Im Gesamtzusammenhang ( hier bereits erörtert) hätte ich das Clownsteam angehalten und angesprochen. Vladdi mag mitunter an der Sache vorbeiargumentieren, aber in Bezug auf das Konstrukt "öffentliche Ordnung" hat er recht. Gleichwohl erinnere ich nocheinmal an Rafaels Gefahrenbegründung, die nicht von der Hand zu weisen ist.

Polizeiliche Maßnahme ist hier also mindestens ein Gespräch angebracht und ganz sicher keine positiv bestätigende Gestik etc.
Gesprächsziel wären die Hintergründe dieser Vekleidung im Hinblick auf die Veranstaltung und die Historie des Gemäuers zu erfahren und natürlich den womöglich sehr naiven Kradburschen die Gefahrensituation zu erklären.
Polizisten sollten in der Lage sein, eine solche Kommunikation nicht eskalieren zu lassen.
Zuletzt geändert von 1957 am Mi 15. Jan 2020, 12:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon Officer André » Mi 15. Jan 2020, 12:19

Robocop hat geschrieben:Soweit ich es vermag, kann ich dem Kollegen nur ein kurzes "Ha" zuordnen.

Wenn es zu problematischen Reaktionen kommt, gehst du dann gegen den Verkleideten vor, der womöglich nur verkleidet ist und sonst in keiner Weise handelt oder gegen die Personen, die die problematischen Reaktionen zeigen? Wer ist Störer?
Wenn sich das hochschaukelt, ob nun Empörung oder Hitlergrüsse, dann kann es sinnvoll sein, die Person zu entfernen.
Bei 1-2 Deppen ist es anders

Eine Ansprache mache ich absolut von der Situation abhängig. Im Video war alles ruhig. Da würde ich erstmal abseits beobachten
Ich wünsche mir das Gemüt eines Stuhls.
Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon 1957 » Mi 15. Jan 2020, 12:21

Die Störereigenschaft ergibt sich immer aus der Adressatenregelung.
Das ist hier ziemlich eindeutig.

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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon vladdi » Mi 15. Jan 2020, 15:26

Danke 1957 für deine Beipflichtung


Wer hier keine Grundlage für eine Befugnis sieht und Hitler nicht als Störer erkennt, tut mir leid. Ich werde dafür jedoch keine Rechtsnachhilfe hier geben.

Einziger Punkt über den man argumentierten könnte, wäre das Ermessen.
Wobei das SàchsPolG sagt: HAT Gefahren abzuwehren.
Wer als Hitler an einem historisch belasteten Ort auftaucht stört bereits und gefährdet nicht nur, auch dann wenn die vor Ort befindlichen Personen damit kein Problem offen kundtun.

Es empfiehlt sich auch mal eine Info der ST-Dienststellen zu besuchen. Interessant vielleicht für den einen oder anderen hier, welche Sachverhalte die gerne wissen möchten.

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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Robocop » Mi 15. Jan 2020, 15:35

1957 hat geschrieben:
Mi 15. Jan 2020, 12:18
Der Kollege hat eindeutig den "erhobenen Daumen" gezeigt.
Im Gesamtzusammenhang ( hier bereits erörtert) hätte ich das Clownsteam angehalten und angesprochen. Vladdi mag mitunter an der Sache vorbeiargumentieren, aber in Bezug auf das Konstrukt "öffentliche Ordnung" hat er recht. Gleichwohl erinnere ich nocheinmal an Rafaels Gefahrenbegründung, die nicht von der Hand zu weisen ist.
Ok. Dann war das in den Videos, die ich auf Twitter gesehen habe, nicht erkennbar oder rausgeschnitten.

Sehe ich ebenso, dass hier nur der Tatbestand der "öffentlichen Ordnung" in Betracht kommt, wobei ich es interessant finde, dass die Polizei Sachsen von der öffentlichen Sicherheit (!) und Ordnung gesprochen hat. Ich wage zu behaupten, dass ich noch nie zum ausschließlichen Schutz der "öffentlichen Ordnung" eingeschritten bin, da ich dieses Konstrukt von Haus aus für vage und wachsweich halte und ich es als seltsam empfinde, Anderen ungeschriebene Regeln aufzudrücken und ich denen quasi meine Moralvorstellungen aufzwinge. Vor allem in unserer derart überregulierten Welt, die sich eigentlich als freiheitlich betrachtet. Deswegen kommt bei meinen Versuchen, den Sachverhalt darunter zu subsumieren immer nur Geschwurbel raus, von dem ich selbst nicht überzeugt bin. Dies nehme ich auch bei den vielen öffentlichen Äußerungen wahr, die oftmals von einer Geschmacklosigkeit und Ähnlichem sprechen. Als ob wir für Geschmacklosigkeiten zuständig sind.

Zudem empfinde ich es als problematisch gegen den Verkleideten Maßnahmen, quasi als Zweckverursacher, zu treffen, wenn Andere (!) bei dem Anblick den Drang haben, den rechten Arm zu heben. Ob das dem Verkleideten zugerechnet werden kann und er dies mit seinem Auftreten bezweckt, halte ich nach dem bisherigen Kenntnisstand für fragwürdig. Die Maßnahmen würde ich deswegen wahrscheinlich ausschließlich gegen die Armheber treffen. Das erinnert mich nämlich immer daran, der Frau den kurzen Rock zu verbieten, statt den Grabschern eins überzubraten.

Mich überraschte die Vehemenz und Schnelligkeit der Pressestelle der Polizei Sachsen, mit der Sie den Sachverhalt unter anderem als Störung der öffentlichen Sicherheit einordnete, ein Einschreiten und Unterbinden des Verhaltens als einzig (!) richtig erachtete und nun straf- (!) und disziplinarrechtliche Maßnahmen prüft. Mich erinnerte das zunächst an einschlägige Erfahrungen mit meiner Führung/Pressestelle, die durch inkompetente, öffentliche Kommentierungen von öffentlichen Videos, die UzW zeigen, den Kollegen übelst verbal in den Rücken gesprungen ist und, nachdem Tage später die Staatsanwaltschaft das Video bewertet hatte, heftig zurückrudern musste.
Mal schauen was noch kommt.

Edit:
vladdi hat geschrieben:
Mi 15. Jan 2020, 15:26

Wer hier keine Grundlage für eine Befugnis sieht und Hitler nicht als Störer erkennt, tut mir leid. Ich werde dafür jedoch keine Rechtsnachhilfe hier geben.
War klar, dass da nichts Konkretes kommt. :polizei10: Es ist halt so, weil du es sagst. :zustimm:
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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Officer André » Mi 15. Jan 2020, 16:07

Vladdi:
Wenn ich das richtig im Kopf habe, war es eine Ausbildungsstätte. Da passt ein Herr H. eigentlich historisch ganz schlüssig hin. Man den dunklen Teil unserer Geschichte auch mahnend in Erinnerung behalten, ohne alles verbieten zu wollen. Er ist ein Teil unserer Gesichte und somit wird die Figur Hitler uns auch ab und an begegnen.
Wenn so ein Gespann bei einem KZ vorfährt, ist das ohne Frage ein Ort, wo man sowas SOFORT entfernen muss.
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Re: Nein, kein Sachsenbashing!

Beitragvon Controller » Mi 15. Jan 2020, 16:10

Robocop 👍👍👍
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