Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

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schutzmann_schneidig
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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon schutzmann_schneidig » Di 16. Feb 2021, 06:55

Aldous hat geschrieben:
Mo 15. Feb 2021, 07:41
Richtig wäre es auch, jeden Beamten bzw. die Führungskraft welche eine Verbreitung veranlasste, für die Ausgabe in Regress zu nehmen. Unwissenheit (und in manchen Fällen Dummheit) schützt vor Strafe nicht, der mittelbar vom Steuerzahler gebilligte Haushalt ist nicht für solche Kunststücke gedacht.
Wieso Regress? Eine Behörde verfügt über ein Budget, mit dem sie u.a. auch Öffentlichkeitsarbeit/Imagekampagnen finanziert. Da werden Werbeagenturen bezahlt, die Plakate entwerfen, Texte kreieren oder Imagefilme drehen (damit, wie das u.U. aussieht, wenn man es selbst macht, hat gerade NRW ja leidvolle Erfahrung). Und auch dabei gibt es nicht immer alles vorab centgenau kalkuliert zum Festpreis.
Und hier wurden nun im Nachhinein noch Lizenzgebühren (keine Abmahnkosten) gezahlt, die nicht von Beginn an eingepreist waren. Und die so eine auch weitere Nutzung der Videos ermöglichen (wobei sich über den Geschmack hier tatsächlich vortrefflich streiten ließe...).
Hätte man die Videos zu Imagezwecken verwendet, wenn man von Beginn an die Lizenzgebühren mit berücksichtigt hätte? Vielleicht ja, vielleicht nicht... Spekulation. Sprengen die Lizenzgebühren das für Öffentlichkeitsarbeit ohnehin zur Verfügung stehende Budget der Behörde? Mit Sicherheit nicht.
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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Schandi00 » Di 16. Feb 2021, 09:20

schutzmann_schneidig hat geschrieben:
Di 16. Feb 2021, 06:55
...
Und hier wurden nun im Nachhinein noch Lizenzgebühren (keine Abmahnkosten) gezahlt, die nicht von Beginn an eingepreist waren. Und die so eine auch weitere Nutzung der Videos ermöglichen (wobei sich über den Geschmack hier tatsächlich vortrefflich streiten ließe...).
... Spekulation. Sprengen die Lizenzgebühren das für Öffentlichkeitsarbeit ohnehin zur Verfügung stehende Budget der Behörde? Mit Sicherheit nicht.
Aber es ist peinlich, dass eine Institution (die sich ja hauptberuflich mit Gesetzen beschäftigt...) das verkackt und eben. Ich’s von vornherein korrekt durchzieht!

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Di 16. Feb 2021, 14:32

So peinlich, wie in einem Dreizeiler die letzte Zeile zu verkacken?
McDonalds beschäftigt sich hauptberuflich mit Menüs - vergisst aber dennoch manchmal, die Pommes dabei zu tun.
Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Auch und gerade bei der Polizei. Der Fehler wurde eingestanden, ausgemerzt und künftig wird man es besser machen. Dass hier der Rest nur fehlerfrei durch das Leben geht...nun ja.
:lah:

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Aldous » Di 16. Feb 2021, 15:14

schutzmann_schneidig hat geschrieben:
Di 16. Feb 2021, 06:55
Wieso Regress? Eine Behörde verfügt über ein Budget, mit dem sie u.a. auch Öffentlichkeitsarbeit/Imagekampagnen finanziert. Da werden Werbeagenturen bezahlt, die Plakate entwerfen, Texte kreieren oder Imagefilme drehen (damit, wie das u.U. aussieht, wenn man es selbst macht, hat gerade NRW ja leidvolle Erfahrung). Und auch dabei gibt es nicht immer alles vorab centgenau kalkuliert zum Festpreis.
Behörden verfügen auch über einen Titel für Service und Reparaturen an Dienstfahrzeugen und trotzdem kommt es in begründeten Fällen zu Regressforderungen, wenn ein Fahrzeug falsch betankt oder beschädigt wird.
Bei der Qualität an ÖA welche sich die meisten Polizeien leisten, wäre das Geld an anderer Stelle dringlicher notwendig - trotz gefühlt massivem Personalüberhang. Nicht nur das, auch wäre es für tatsächlich polizeiliche Interessen wie Nachwuchswerbung, Transparenzmaßnahmen oder Service am Bürger sinnvoller angebracht, als für (vollkommen unnötige) tanzende Polizisten.

Wie hoch die nachträglich entrichteten Lizenzgebühren waren, kann ich nicht sagen. Ich gehe jedoch von einer Summe aus, welche die Höhe einer zu entschuldigenden Fehlinvestition übersteigt und von welcher der Steuerzahler vor dem Hintergrund von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit eine Regressnahme verlangen kann, eben weil es sich dabei nicht um ein berechtigtes Interesse handelt.

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Controller » Di 16. Feb 2021, 15:40

Dann google doch mal:

lizenzgebühren jerusalema
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Aldous » Di 16. Feb 2021, 15:44

Um was zu finden? Mein letzter Stand war, dass es ein NDA auf die Vertragsdetails gäbe.

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Ghostrider1 » Di 16. Feb 2021, 16:24

Vlt. lernen jetzt diverse Organisationen einfach mal, dass man nicht jeden Blödsinn mit machen muss. Genauso wie 24Std. jeden Einsatz zwitschern , und bei Kritik mitteilen, dass 160 Zeichen manchmal nicht reichen. Ach, war vorher wahrscheinlich auch nicht bekannt.

Slugbuster, nicht die "tanzenden Kollegen" haben gegen das Urheberrecht verstoßen, sondern genau der EINE, der es trotz Abfrage Seitens YT, online gestellt hat. Die "Tänzer" legen vermutlich nicht die Musik über das Video.

Der Tanz ist auch irgendjemand geistiges Kind. Bleibt nur zu hoffen, dass da nicht auch noch was kommt.

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Schandi00 » Di 16. Feb 2021, 16:42

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:
Di 16. Feb 2021, 14:32
So peinlich, wie in einem Dreizeiler die letzte Zeile zu verkacken?
McDonalds beschäftigt sich hauptberuflich mit Menüs - vergisst aber dennoch manchmal, die Pommes dabei zu tun.
Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Auch und gerade bei der Polizei. Der Fehler wurde eingestanden, ausgemerzt und künftig wird man es besser machen. Dass hier der Rest nur fehlerfrei durch das Leben geht...nun ja.
Oh, Käptn wird dann halt wieder persönlich...
Kleines Display und seltsame Autokorrekturen, wo gehobelt wird fallen Späne - aber ich muss wissen wann ich Hobeln darf!

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Controller » Di 16. Feb 2021, 17:30

Aldous hat geschrieben:Wie hoch die nachträglich entrichteten Lizenzgebühren waren, kann ich nicht sagen. Ich gehe jedoch von einer Summe aus, welche die Höhe einer zu entschuldigenden Fehlinvestition übersteigt und von welcher der Steuerzahler vor dem Hintergrund von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit eine Regressnahme verlangen kann, eben weil es sich dabei nicht um ein berechtigtes Interesse handelt.
nun Z.B.:

Am Montag bestätigte eine Sprecherin von Warner Music gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) diese Haltung, dennoch zeigt sich die Plattenfirma konziliant.
»Da wir uns des Charakters der ›Jerusalema Dance Challenge‹ aber bewusst sind, berücksichtigen wir durch abgestufte Lizenzvergütungen die jeweiligen Rahmenbedingungen des betreffenden Nutzers.
Daher bieten wir je nach Nutzer unterschiedliche Preiskategorien für unterschiedliche Nutzungen an, auch rein symbolische Beträge.«


Produziert hat den Song »Jerusalema« der 25-jährige Südafrikaner Kgaogelo Moagi alias Master KG. Warner Music bewirbt den Hit und das zugehörige Album mit den Worten: »Es gibt in der jüngeren Musikgeschichte wenige Songs, deren begleitender Tanz eine weltweite Begeisterung quer durch alle Alters- und Bevölkerungsgruppen auslöste«, man müsse fast bis zu »Macarena« in den Neunzigerjahren zurückdenken. Ausdrücklich werden die zahlreichen Tanzvideos genannt. Unter anderem hatte auch Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa seine Bürger aufgefordert, sich an der globalen »Jerusalema-Challenge« zu beteiligen.

möglicherweise sind die Gebühren ja gar nicht so exorbitant wie du denkst :polizei10:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon schutzmann_schneidig » Di 16. Feb 2021, 18:16

Aldous hat geschrieben:
Di 16. Feb 2021, 15:14
Behörden verfügen auch über einen Titel für Service und Reparaturen an Dienstfahrzeugen und trotzdem kommt es in begründeten Fällen zu Regressforderungen, wenn ein Fahrzeug falsch betankt oder beschädigt wird.
Nun, das ist ein unpassender Vergleich, da eine Beschädigung des Fahrzeugs nicht das Ziel der Betankung war, sondern im Gegenteil ein äußerst unerwünschtes Ergebnis darstellt.
Im vorliegenden Fall ist das (erhoffte) Ergebnis ein Imagegewinn durch diese Art der Öffentlichkeitsarbeit; die Handlung zielt also gerade auf das Ergebnis ab.
Wenn man bei dem Vergleich des Tankens bleiben möchte, wären die zunächst nicht bedachten Lizenzgebühren eher wie der Aufpreis zu unbewusst getanktem Premiumkraftstoff zu betrachten.
Bei der Qualität an ÖA welche sich die meisten Polizeien leisten, wäre das Geld an anderer Stelle dringlicher notwendig - trotz gefühlt massivem Personalüberhang. Nicht nur das, auch wäre es für tatsächlich polizeiliche Interessen wie Nachwuchswerbung, Transparenzmaßnahmen oder Service am Bürger sinnvoller angebracht, als für (vollkommen unnötige) tanzende Polizisten.
Zunächst einmal umfasst dieses publizierte Video auch genau solche Aspekte wie Nachwuchswerbung usw., die man sich von derartigen Auftritten auf Social Media verspricht. Ob das erfolgreich ist, sei mal dahingestellt. Dass andere Dinge dringlicher wären oder sinnvoller zu bedenken wären, ist nun lediglich deine persönliche Auffassung...und auch meine persönliche Auffassung würde hier deutlich anders gewichten.
Das ist aber vollkommen egal, denn wir sind da nicht die Entscheider. Und derjenige, der von der betreffenden Behörde mit der Öffentlichkeitsarbeit beauftragt wurde, hat nun einmal so entschieden.
Wie hoch die nachträglich entrichteten Lizenzgebühren waren, kann ich nicht sagen.
Das werden wir hier alle nicht sagen können. Aufgrund der Pressemitteilungen, die von Warner Music zu dieser Thematik im Netz kursieren, gehe ich im Gegensatz zu dir allerdings davon aus, dass die Gebühren recht überschaubar bleiben und innerhalb des für das Jahr zur Verfügung stehenden Budgets gut zu kompensieren sind.
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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Loewe » Di 23. Feb 2021, 20:59

Der gemeine und stets interessierte Wutbürger mag die entstandenen Kosten über einen Politiker seiner Wahl im Rahmen einer " kleinen Anfrage" im jeweiligen Landesparlament erfahren.
Und vielleicht sollte man bei den Mitarbeitern der Social Media Teams zum Dienstantritt noch ein kleines Präsent überreichen. " Urheberrecht für Dummies" . Nur so ein Gedanke.
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Re: Abmahnung an Behörden wegen Jerusalema

Beitragvon Jack Bauer » Do 25. Feb 2021, 14:49

Also wenn ich so als Laie das ganze hier verfolge, habe ich doch mehr den Eindruck, dass es sich um nachträgliche Lizensforderungen handelt und nicht, wie im Titel geschrieben, Abmahnungen. Mich dünkt, dass sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Und mal ganz ehrlich, der Mensch, der hier versucht etwas Negatives herauszustellen und nun mal wieder auf der "Das sind meine Steuergelder"-Tour reitet, sollte sich echt mal um eine Therapie bemühen (Wartezeiten sind aktuell sehr lang), da er Symptome von Lebensbournout zeigt. Nächste Stufe ist übrigens Wutbürgertum und was danach kommt wissen wir alle. :stupid:

Nachtrag: Viel krasser finde ich, dass diese Challange in meiner persönliche Infoblase bis eben nicht existent war.... :o


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