Noch einmal zur Polizei?

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Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon OfficerDownforce » Fr 17. Mär 2017, 15:38

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich lese seit geraumer Zeit hier auf diesem Forum als Gast mit und jede Frage die aufkam konnte ich bisher durch die Themen die hier existieren schon klären. Jedoch interessiert mich eine Frage ganz besonders, zu der ich leider noch kein Thema finden konnte.

Was wäre wenn,......

Was wäre, wenn ihr euch nochmal in eure Zeit zurückversetzen könntet, als ihr die Entscheidung Polizeibeamter zu werden getroffen habt. Würdet ihr die selbe Wahl heute nochmal treffen? :gruebel: Oder doch etwas anderes wie zB was technisches.

Und würdet ihr diesen Beruf heute noch euren Kindern empfehlen?


Ich will natürlich keinem zu Nahe treten, man ist ja schließlich Polizist aus Überzeugung. :zustimm:

Aber würdet ihr diesen Beruf heute noch wählen obwohl es heute viel gefährlicher ist Polizist zu sein und die Gewaltbereitschaft gegen Beamten immer größer wird. Außerdem die Probleme die im Alltag mit Familie und Freunde durch das (meistens) ungünstig gelegte Schichtmodell entstehen?
Die Bezahlung ist ja auch nicht herausragend, für die Belastungen denen man ausgesetzt ist.

Dazu würde ich gerne einmal eure eigene Meinung hören. Egal von frischen Anwärtern oder alten Hasen. In diesem hypothetischen Fall... Würdet ihr ?

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Kaeptn_Chaos
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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Fr 17. Mär 2017, 16:54

Wenn du was wissen willst, solltest du nicht deine vorgefertigte, nicht auf Tatsachen beruhende Meinung als Stimmungsmacher mit vorgeben.

Ich erlebe nicht mehr Gewalt als früher, ich kann super mit dem Schichtdienst mein Familienleben gestalten - und sehr gut bezahlen kann ich das auch.
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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Mainzelmann2001 » Fr 17. Mär 2017, 17:16

Ich war kein Polizist aus Überzeugung. Bei mir wars der Opa. " Der Bub geht zum Staat. Bahn, Post oder Polizei." Also nahm ich das mMn interessanteste. Ich wollte Koch oder Pfarrer werden. Ein bißchen Helferlein steckte schon in mir, schließlich war ich ja auch mal Pfadfinder.

Ich hbae eine 17jährige Tochter welche gerade ihr Abitur macht und zur Polizei will. Der rate ich nicht ab.
Gewalt gegen PVB. Das war in den 70igern schlimmer als heute. Zumindest empfinde ich das so. Familienstreit, Kneipenschlägereien, die besoffenen Amis.
Was anders war, es gab ne ordentliche Schelle wenn einer blöd kam (darunter verstehe ich Beleidigungen oder Nichtbefolgung div Maßnahmen und natürlich Widerstände).
Gruppierungen ausl. Mitbürger welche meinten die PVB mal anmachen zu müssen gabs auch. Die Jungs kamen überwiegend aus Italien, später aus Jugoslawien.
Handy gabs noch keine. ;D
Was war anders? Aus meinem Rückblick das wichtigste, Polizei hat sich mehr gekümmert. Es war mehr Polizei auf der Straße und wir hatten wesentlich weniger Verwaltungsaufgaben wie z.B. ausfüllen von Formularen, Anzeigen wegen Nichtigkeiten schreiben usw. Wir hatten mehr Rückhalt bei Gerichten und auch beim Vorgesetzen.
Alles in Allem hat es mir vor der Polizeireform 1993 wesentlich mehr Spaß gemacht. Aber das sind meine persönlichen Erfahrungen und Empfindungen, die sind sicherlich nicht allgemein zu übertragen. Letztendlich habe ich Mainz Dienst gemacht. Die Stadt ist schon was Besonderes. Aber ich bin froh, dass es bald rum ist. Nochmal machen heute, mit dem Wissen von damals, nein. Aber ohne, völlig unbedarft und aufgeschlossen, ja.
Was juckt es die stolze Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt.

Das frühe Vögeln entspannt den Wurm.

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon vladdi » Fr 17. Mär 2017, 18:00

Ich würde alles komplett anders machen.


Ist doch logisch, so wie es ist ist es gut, wenn man jedoch die Chance hat festzustellen wie es hätte auch sein können, ist das doch eine super Erfahrung.

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Knollkopp » Fr 17. Mär 2017, 20:53

Ich würde den Beruf nicht noch einmal wählen, allerdings aus ganz anderen als den von dir genannten Gründen. Ich hatte noch nie das Gefühl in Gefahr zu sein, auffällig wenig Respekt des Gegenübers konnte ich bisher auch nicht feststellen, die Bezahlung ist für die Arbeit relativ gut und die Möglichkeiten, den Dienst flexibel zu gestalten stimmen auch. Ich mag einfach die Arbeit an sich nicht (viewtopic.php?f=50&t=82993 hier ausführlich beschrieben) .
Ob ich den Beruf empfehlen würde hängt sehr von dem jeweiligen Interessenten ab.

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon DerLima » Fr 17. Mär 2017, 23:03

Der Weg den ich gegangen bin ist ja etwas anders. Aber ich würde die Entscheidungen mit dem Wissen von heute nicht revidieren.
Soll heißen: Ja, immer wieder. Mit allen Vor- und Nachteilen. Ich war in der zivilen Wirtschaft, war 10 Jahre beim Barras und bin dann zur Polizei.

Ob ich den Beruf weiterempfehlen würde?
Das kommt auf denjenigen an, der die Frage stellt.
Ob ich es meinen Kindern empfehlen würde? Weiß ich nicht. Ich weiß nicht, wie sich meine Kinder weiter entwickeln. Wenn ich denke, dass der Beruf der geeignete für meine Kinder ist, dann ja. Wenn nicht, dann nicht.
Aber ich rate des Berufes wegen keinem ab. Eher der Person und Persönlichkeit wegen. Denn ich würde ja auch einem mathematisch Unbegabten auch nicht empfehlen Informatiker zu werden. Oder einem Denker, dass er auf den Bau soll.
1. Kalenderführer und Nachkoster von Kaept`n´s WtjTBdageuM-Club

Und es heisst doch "Fred" - ganz unten

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Harkov » Sa 18. Mär 2017, 00:14

....und wenn man so will, kann man anhand des ersten, im Vergleich zum zweiten Antwortbeitrag ablesen, wie die Polizei sich entwickelt hat. ;D
Eine Frau, deren Rede plätschert wie das Wasser der Quelle, raubt dem Mann die Ruhe :polizei2:

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Controller » Sa 18. Mär 2017, 01:06

wenn ich nochmal die Wahl hätte, würde ich auf meine Eltern hören, mehr lernen und dann Archäologie und Anthropologie machen ......
aber ich war halt jung und brauchte das Geld :polizei3:

Und ja, meine Kinder unterstütze ich, wenn sie Polizeibeamte werden möchten; ist schließlich der geilste Job der Welt!

Was sonst bietet so viele Möglichkeiten, Abwechslung und pures Leben ?
Die Familie ist das eigentliche Ministerium für Gesundheit, Soziales und Bildung.
Wenn sie irgendwann zerfällt geht alles vor die Hunde.

Wer soll dich nach der Party fahren?

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Syzygy » Sa 18. Mär 2017, 01:47

Ich bin mir da unschlüssig. Ich profitiere heute noch enorm von den Erfahrungen und Kenntnissen die ich während der Zeit bei der Polizei sammeln durfte, bin aber dennoch absolut sicher, dass der Schritt sich umzuorientieren, der richtige war.

Das lag aber nicht am Polizeiberuf sondern wie oben schon von anderen angeführt an mir, zumindest zum großen Teil. Ich war jung, im Verhältnis zu der Persönlichkeit die ich heute bin ziemlich unreif und disziplinlos und meine gesamte damalige Lebenseinstellung war mit dem Beruf eines Polizeibeamten nicht so wirklich kompatibel. Ich hab getan was man von mir erwartete, auch gar nicht schlecht wie ich finde, die Vorgesetzten waren wohl zufrieden... aber die Arbeit in einer großen, meinen Erfahrungen nach relativ unflexiblen Behörde (zumindest was Vorschläge und Anregungen von der Basis angeht) voller fester Regeln, Abläufe und Standards immer irgendwo unzufrieden.

Würde ich es mit meinem Kenntnisstand von heute nochmal machen? Wahrscheinlich nicht, so zufrieden wie ich derzeit bin, würde ich natürlich versuchen direkt das zu machen was ich jetzt mache. :) Auf der anderen Seite, wäre ich mit der Reife und Persönlichkeit von heute vielleicht gar nicht von der Polizei weggegangen, das was mich damals störte würde mich heute vielleicht gar nicht mehr jucken. Man wird halt auch entspannter mit dem Alter und akzeptiert Dinge eher wie sie sind oder versteht, warum sie so sind, als dass man alles in Frage stellen und die Welt verändern will.

Würde ich es meiner Tochter empfehlen? Keine Ahnung wie die Polizei in 16 Jahren aussieht wenn sie vor der Entscheidung steht, Stand heute würde ich ihr zumindest nahelegen sich auch die Alternativen auch gründlich anzusehen. Wer überdurchschnittlich fit und intelligent ist, hat auch in anderen Bereichen gute Chancen auf 'ne Karriere oder 'ne erfüllende berufliche Heimat. Abraten würde ich ihr nicht, für den dem der Schuh passt, ist es sicherlich eine gute Wahl. Die angesprochenen "Härten des Berufs" gehören da halt dazu, 'ne harte Umgebung formt 'ne starke Persönlichkeit, 'nen wirklich interessanter und fordernder Beruf wie der des PVB ist halt kein Ausflug auf den Ponyhof. Und wenn sie während der Ausbildung oder danach merkt, es passt doch nicht so wie sie sich das für ihr restliches Berufsleben vorstellt, so what, dann kann sie immer noch dankbar sein für die Erfahrungen die imho wirklich wertvoll sind und was anderes machen.

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon ruckizucki » Sa 18. Mär 2017, 02:27

Mit Mitte/Ende zwanzig bin ich als Spätberufener zur Polizei und es war für mich eigentlich ein Notnagel. Heutzutage bin ich Schutzmann mit Leib und Seele und möchte keinen anderen Job mehr machen. Ich bin im Streifendienst und - Außenstehende staunen da immer - das macht mir verdammt viel Spaß. Genau mein Ding. Ich mag es, auf der Gass´ unterwegs zu sein und immer der erste vor Ort zu sein, wenn was anläuft. Ich komme allerdings mit der Schichterei gesundheitlich gut zurecht, andere schlaucht es mehr. Für die Familie hat die Schichterei übrigens auch Vorteile.

Ich würds wieder genauso machen.

Ob ich es meinen Kindern empfehlen würde? Hm. Wie oben schon geschrieben wurde, es kommt drauf an. Ich würde auf jeden Fall offen und ehrlich die guten und die Schattenseiten unseres Berufes eindringlich darlegen. Wenn der Sprössling dann immer noch will, warum nicht?
"Niemandes Herr, Niemandes Knecht" - H. von Fallersleben

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon 1957 » Sa 18. Mär 2017, 02:51

Ich bin mit 17 zur Polizei. Hat sich so ergeben. Was mich erwartete, wusste ich kaum. Einige Jahre habe ich gebraucht, um in dem Beruf meine Berufung zu finden. Action und Kameraden haben die Zeit bis dahin leicht gemacht.
Heute weiß ich, es ist mein Traumberuf. Würde ich wieder machen.
Allerdings mit mehr Ehrgeiz.
Schichtdienst? Ich möchte keinen 8 to 5 Job. Schicht hat auch Vorteile.
Familie? Klappt wunderbar.

Gewalt? Gehört zum Job. War früher übrigens mehr als heute.
Gefährlich? Da gibt es viele gefährlichere Berufe.
Respekt? Muss man sich verdienen. Wer glaubt, eine Uniform oder ein Amtstitel macht's, sollte was anderes tun.
Bezahlung? Ist ok, insbesondere wenn man betrachtet, was andere soziale Berufe so einbringen.

vladdi
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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon vladdi » Sa 18. Mär 2017, 07:59

Studium, Work and Travell, Rucksackweltreise, im Ausland leben, Auslandstudium.....

... oder zur BFE, gleich in den Revierdienst....

.... jung die Familie gründen, dann würden die Kinder heute ausziehen

.... zumindest, wenn man nochmal anfangen könnte, würde ich nicht mit Rauchen angefangen haben und viel früher mehr Ernsthaftigkeit in den Sport


Jedoch ist es, so wie es ist, gut.

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon berlinmitteboy » Sa 18. Mär 2017, 09:34

Früher wollte ich immer Polizist werden.Heute bin ich Astronaut und Millionär...

Tja,so können Träume platzen.

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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Diag » Sa 18. Mär 2017, 13:30

ruckizucki hat geschrieben:Mit Mitte/Ende zwanzig bin ich als Spätberufener zur Polizei


Süß. :hallo:

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Habakuk2
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Re: Noch einmal zur Polizei?

Beitragvon Habakuk2 » Sa 18. Mär 2017, 16:51

Ich habe meine Berufswahl nicht einen Tag bereut. :ja:


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