Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

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Knaecke77
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Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Knaecke77 » Fr 1. Sep 2017, 09:28

Berlin - Der Tag der offnen Tür im Bundesinnenministerium am vergangenen Wochenende wird überschattet von einem Rassismus-Vorwurf bei der Bundespolizei. Ein Beamte soll bei einem Vortrag Roma als "Verbrecher" bezeichnet haben, wie TAG24 berichtete.

So soll der Beamte bei einem Vortrag mit dem Titel "Vorsicht Langfinger! Wie Taschendiebe tricksen und Sie Ihnen die kriminelle Tour erfolgreich vermiesen können!" die mutmaßlichen Äußerungen getätigt haben. Roma seien als "Verbrecher-Clans organisiert" und ziehen als "kriminelle Großfamilien durch Europa", wie es aus einer Mitteilung des Zentralrats hervorgeht.

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates, verurteilt die Äußerungen des Polizisten als "unerträglich und gleichzeitig als einen Spiegel des noch immer tiefverwurzelten antiziganistischen Denkens in einigen deutschen Polizeibehörden".

Währenddessen schütteln erfahrene Ermittler den Kopf. "Der Kollege hat nur berichtet, womit er bei seiner täglichen Arbeit konfrontiert wird. Das kann man nun mal nicht minderheitenfreundlich verpacken", so ein LKA-Beamter zur B.Z..

Schließlich sei es Fakt, dass die meisten festgenommenen Taschendiebe aus Rumänien stammen.
https://www.tag24.de/nachrichten/rassis ... tik-326620
Wie beurteilen die Fachleute hier im Forum die Äußerungen des Bundespolizisten (wenn sie den so wie behauptet gefallen sein sollten)?

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon schutzmann_schneidig » Fr 1. Sep 2017, 09:34

Ohne den genauen Wortlaut zu kennen: Solange nicht undifferenziert pauschalisiert wird, dürfen und müssen Phänomene auch klar benannt werden.
War ja damals bei den sog. Antänzern genau das Gleiche.

Nebenbei ist es immer wieder bemerkenswert, wie schnell und leichtfertig heutzutage (nicht nur) mit dem Begriff "Rassismus" um sich geworfen wird.
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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Trooper » Fr 1. Sep 2017, 11:00

Es ist ein Fortschritt, daß man jedenfalls inzwischen ethnisch weitgehend zuzuordnende kriminologische Phänomene auch sachlich korrekt als solche benennt.

Das ist nicht selbstverständlich und war beileibe nicht immer so.

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Brot » Fr 1. Sep 2017, 11:01

Wie ein Blick ins Lagebild zeigt, gehören natürlich z.B. beim organisierten Taschen- oder Warendiebstahl z.B. Rumänen, die augenscheinlich dem Sinti und Roma Lager zuzuordnen sind, zu den Haupttätern in diesem Bereich. Ebenso bei den organisierten Bettlerbanden.

Das heißt jedoch nicht, dass man jetzt alle Rumänen, Bulgaren, Sinti und Roma, etc. über einen Kamm schert. Ich sehe es da so wie schutzmann_schneidig. Wenn man gewisse Tatsachen nicht anspricht, findet man keine Lösungsansätze.

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon 1957 » Fr 1. Sep 2017, 11:05

Differenzieren ist die Kunst, die mancher nicht beherrscht. Auch Zentralratsmitglieder, Politiker, Polizisten usw. nicht.

Wenn ein solcher Vortrag / Beitrag verfasst wird, dann ist es sicher nicht zu viel verlangt, auf diese Problematik hinzuweisen und dabei trotzdem die Realitäten beim Namen zu nennen.

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Ela313 » Fr 1. Sep 2017, 11:12

1957 hat geschrieben:Differenzieren ist die Kunst, die mancher nicht beherrscht. Auch Zentralratsmitglieder, Politiker, Polizisten usw. nicht.
Du sprichst mir aus der Seele, eine etwas komplexere Thematik darzulegen ohne kritisch-klingende Fakten auch beim Namen zu nennen ist quasi unmöglich. Ich habe das Gefühl, dass man gerade diese Themen nicht mehr ohne "Aufschrei" irgendeiner anderen Institution ansprechen darf.

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Ghostrider1 » Fr 1. Sep 2017, 11:53

Darf man in dem Land noch irgendetwas kritisieren / Probleme nennen, ohne gleich als Rassist genannt zu werden?
Langsam kann ich dieses reflexartige bellen nicht mehr hören...

So manche "Kritiker" sollten die Defintionen von
- Rassismuns
- Antisemitismus
- Volksverhetzung

nachschlagen

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Buford T. Justice » Fr 1. Sep 2017, 12:30

Dass Klappern zum Handwerk eines jeden Interessenverteters gehört, ist uns doch allen klar. Deshalb ist mir das auch keinen großen Aufreger wert.

Manchmal finde ich die Wortwahl (à la "unerträglich", "noch immer" etc.) schon bedauerlich. Leben muss und kann ich aber damit.
Wenn mal wieder der "gesunde Menschenverstand" als Beurteilungsgrundlage herangezogen wird:
3Sat Scobel - Was ist normal?

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Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon vladdi » Fr 1. Sep 2017, 12:53

Wenn es Roma-Clans gibt, die organisiert als Diebesbande durch Europa reisen, dann soll man das auch sagen dürfen.

Dass das natürlich nur eine Minderheit der Roma sind, kann man mit erwähnen, genauso wie der Hinweis erfolgen kann, dass es auch Diebesbanden anderer Volksgruppen gibt.

Man muss Tätergruppen doch mal benennen dürfen ohne gleich als Rassist benannt zu werden.
Ich befürchte, dass Führung und Politik eine tiefe Verbeugung der Entschuldigung machen, anstatt mal auf den Tisch zu hauen! Der Fahnder ist kein Rassist. Er ermittelt gegen Diebesbanden, die als gewerbsmäßige, organisierte Verbrecherclans durch Europa reisen. Und das sind Roma.

Was bitte soll den nun im Rahmen der politischen Korrektheit passieren? 35% Ermittlungsverfahren gegen Skandinavier?


BTW
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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Controller » Fr 1. Sep 2017, 14:41

Lieber Herr Rose

wäre das ziganistische Handeln nicht entsprechend dem eigenen tief verwurzelten ziganistischen Denken
gäbe es fast keine Berühungspunkte mit uns bezgl. der Eigentumskriminalität.

Im übrigen hab ich nach über 30 Berufsjahren die Nase gestrichen voll von immer diesem gleichen, elenden mimimimi
also ein herzliches: Fuck you!

edit: Fehler verbessert
Zuletzt geändert von Controller am Fr 1. Sep 2017, 17:28, insgesamt 1-mal geändert.
Was für Bayern gut ist, kann für NRW (und den Rest des Landes) nicht schlecht sein.

Kann ich was dafür, wenn mir davon schlecht wird ?

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon RafaelGomez » Fr 1. Sep 2017, 15:12

C.:

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Officer André » Fr 1. Sep 2017, 16:32

@ C.: Das hatten wir doch gerade im Timo Werner Thread. :polizei4:

Abgesehen vom f.u. aber volle Zustimmung!
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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Diag » Fr 1. Sep 2017, 17:03

Soll ich jetzt mal noch das Phänomen Enkeltrick ins Spiel bringen, betrieben durch "Hoss und seine Familie"? :pfeif:

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Syzygy » Fr 1. Sep 2017, 18:28

Jeder nutzt seine Opferrolle halt so gut er kann. Vergeht kein Tag, wo mich nicht irgendein Gegenüber wegen einer Maßnahme die ich bei jedem anderen genau so treffen würde, als "Rassist" bezeichnet. Nur weil er zufällig eben z.B. dunkelhäutig ist. Lohnt nicht, sich darüber aufzuregen.

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Re: Zentralrat kritisiert Schubladen-Denken

Beitragvon Doncahounas » Fr 1. Sep 2017, 21:14

Haben kurdisch-libanesische Clans eigenlich keine Empörungslobby? Auf denen wird auch immer soviel rumgehackt, kann da nicht mal jemand sprachpolizeilich intervenieren?
I´m not useless! I still can serve as a bad example!


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