Ermittlungsfehler in Magdeburg?

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Knaecke77
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Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Knaecke77 » Sa 4. Mai 2019, 09:06

SYRER (34) VERPRÜGELT SCHÜLERIN (18) UND STUDENT (28)

Polizei räumt schwere Ermittlungsfehler in Magdeburg ein

03.05.2019 - 16:23 Uhr
Magdeburg (Sachsen-Anhalt) – Ein Syrer verletzt in einer Tram eine Abiturientin (18) und einen Studenten (28) brutal. Die Polizei in Magdeburg erkennt die Schwere der Tat nicht – und lässt den Mann zuerst nicht verhaften.

Drei Tage lang schwieg das Innenministerium zur Panne. Am Freitag legten die Polizeichefs endlich alle Fakten auf den Tisch – und entschuldigten sich!

„Wir haben den Fall in den letzten Tagen sehr intensiv aufgearbeitet“, sagt Christiane Bergmann, Polizeichefin des Innenministeriums. „Es gibt nichts zu beschönigen, es wurden Polizeistandarts nicht eingehalten und Fehler gemacht. Für diese schlechte Arbeit und Organisation können wir uns nur entschuldigen.“

Die mit dem Fall betrauten Beamten seien von den Standards der Ermittlungsarbeit abgewichen, sagte der Chef der Polizeiinspektion Magdeburg, Tom-Oliver Langhans.

Diese Fehler passierten

► Die Streifenbeamten führten noch am Gründonnerstag gleich nach der Prügelattacke eine Abfrage zum Täter durch. Und obwohl die Polizei ab da wusste, dass Bahar M. (34) bereits in Nordrhein-Westfalen wegen drei Körperverletzungen aktenkundig ist, wurde zunächst keine Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

► Diese hätte M., der seit 2013 in Deutschland lebt, noch am gleichen Tag vor den Haftrichter führen können. Stattdessen kam M. in die Psychiatrie, dort entließ er sich am nächsten Tag selbst.

Zum Standart gehört es auch, dass nach so einer Tat im Krankenhaus die Schwere der Verletzungen abgefragt wird“, so Bergmann.

Doch das wurde versäumt, die Beamten verließen sich auf die erste Ansicht, gingen falsch von leichten Verletzungen aus. So blieben die Akten über die Ostertage liegen.

Dabei erlitt die Abiturientin einen Nasen- und einen Augenhöhlenring-Bruch, der Student einen Stirnhöhlenbruch. Erst als Opfer-Angehörige Druck machten, wurde der Täter verhaftet.

Der Chef der Polizeiinspektion Magdeburg, Tom-Oliver Langhans, will sich nun persönlich bei den Opfern entschuldigen.

https://m.bild.de/regional/sachsen-anha ... obile.html
Sind hier tatsächlich polizeiliche Ermittlungsstandards nicht beachtet worden? Haftgründe?
Zuletzt geändert von Knaecke77 am Sa 4. Mai 2019, 09:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Sa 4. Mai 2019, 09:11

Ist der Artikel echt? Da wird mehrfach Standard falsch geschrieben?
Meine K Wache würde mir grundsätzlich den Puls fühlen, wenn ich einen KV Täter vorzuführen versuchte.
:lah:

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon berlinmitteboy » Sa 4. Mai 2019, 09:16

@KC

Das Gleiche ist mir auch gerade durch den Kopf geschossen.
Ein Typ mit drei Eintragungen?!Uiuiui..
Dann mache ich wohl tagtäglich meine Arbeit falsch.


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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Buford T. Justice » Sa 4. Mai 2019, 09:54

Nicht, dass das noch zum Standart der Polizei Sachsen wird, die Flucht nach vorn anzutreten und der Zeitung das zu geben, was ihr Leser am liebsten hätte.
:applaus:

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Ahab_ » Sa 4. Mai 2019, 10:56

Zum Glück geht es nicht um die Polizei Sachsen.
Kein Cop

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Buford T. Justice » Sa 4. Mai 2019, 11:41

Dann hab ich wirklich noch mal Glück gehabt. Ich meinte auch Sachsen-Anhalt :polizei3:
:applaus:

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Ahab_ » Sa 4. Mai 2019, 11:50

Lass das nicht die Sachsen hören :polizei3:
Kein Cop

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon vladdi » Sa 4. Mai 2019, 12:42

Kaeptn_Chaos hat geschrieben:Ist der Artikel echt? Da wird mehrfach Standard falsch geschrieben?
Meine K Wache würde mir grundsätzlich den Puls fühlen, wenn ich einen KV Täter vorzuführen versuchte.
Die falsche Schreibweise des Substantivs "Standard" gilt als einer der häufigsten beobachtbaren Rechtschreibfehler der deutschen Sprache.

http://www.rechtschreibtipps.de/standard.php



Vielleicht ist der strafverfolgende Umgang mit Körperverletzungen vielleicht wirklich nicht so gut.

Einen mehrfach auffälligen Schläger nach erneuter Tat auf freiem Fuß zu belassen ist vielleicht der falsche Standard.


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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Sa 4. Mai 2019, 13:07

Vielleicht.
Vielleicht geschehen aber auch heute Nacht alleine in meinem Dienstbereich alleine wieder mindestens drei KV Delikte - in der Regel mit diesbezüglich bekannten Tätern. Wenn du genug Zellen hast....
:lah:

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon 1957 » Sa 4. Mai 2019, 13:08

Der freie Fuß wird nur dann entzogen, wenn ein Haftgrund vorliegt. Das ist dann auch der Standard.

Die Vita eines Täters spielt dabei nicht die erste Geige, insbesondere ist der Haftgrund "Wiederholungsgefahr" mit strengem Maßstab zu betrachten.

Wie der Kaptein schon erwähnte, wenn wir alle mit derartiger Vita gleich wegsperren wollten, bräuchten wir eine neue Rechtslage und entsprechende Kapazitäten.

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon SirJames » Sa 4. Mai 2019, 20:09

Moin,

ich kann da keine verletzten "Standards" erkennen - sondern täglich Brot. Hier hängt man die Kollegen hin, weil man augenscheinlich nicht den Schneid hat den Medien deutlich zu machen, welche strafprozessualen Anforderungen und gängigen Verfahrensweisen es bzgl. einer vorläufigen Festnahme gibt.

Unmittelbare Nachermittlungen zum Verletzungsbild nach einfacher KV sind bei uns nicht gängig, es sei denn die Verletzungen sind laut RTW bzw. meiner eigenen Einschätzung so schwer, dass dies von Interesse ist. Abgesehen davon tun sich viele KH. schwer damit Auskunft zu erteilen. Stichwort "Datenschutz"

Drei Mal in Erscheinung getreten. Wow - da bin ich ja geschockt. Ich kenne Besch., die mit 300 Einträgen nicht vorgeführt werden.

Oder räuberische Diebstähler, die ofw sind und entlassen werden, weil "nur" eine Pulle Vodka für 3,99 Euro weggenommen wurde. Spielt bei dem Tatbestand natürlich ne große Geige.

Hier trifft einfach Realität auf Feigheit in der Führungsetage. Statt ehrlich zu sein, macht man die Kollegen zu Bauernopfern.

In dem Sachverhalt, sofern es für eine gefahrenabwehrende Gewahrsamnahme nicht gereicht hat - war Psych doch ein gangbarer Weg. Hätte ich genauso gemacht. Dass der später wieder Scheisse baut - naja, willkommen im Leben.

Gruß

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon 1957 » Sa 4. Mai 2019, 20:20

:zustimm:

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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon berlinmitteboy » Sa 4. Mai 2019, 20:28

So sieht's aus James.

Gleiches widerfährt mir fast täglich mit "Ausreisepflichtigen", die nun alle Voraussetzungen für eine Abschiebehaft erfüllen- es ist immer das gleiche Procedere.
Man trifft sie an, ruft bei der Fachdienststelle an und man weiß einfach nicht wohin mit denen.
Wichtig ist mir bloß noch in solch einem Fall, dass ich meinen Kopf aus der Schlinge bekomme und mir den Namen notiere, der mir gesagt hat, dass ich ihn wieder laufen lassen soll.
Ich mache dem Mitarbeiter der Fachdienststelle keine Vorwürfe ,das Problem ist ja bekannt...



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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon vladdi » Sa 4. Mai 2019, 22:04

Es gibt wohl einen zweiten ähnlichen Fall in Magdeburg


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Re: Ermittlungsfehler in Magdeburg?

Beitragvon Controller » Sa 4. Mai 2019, 22:13

Ach, und nun?
Hat sich die Rechtslage denn schon geändert oder wurden mit Lego-Steinen neue Zellen gebaut?
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)


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