Nebentätigkeit

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1957
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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon 1957 » Di 14. Mai 2019, 20:27

Magnum 2020,

das hat jetzt mit ausgebildet oder nicht nix zu tun. Polli könnte jetzt auch gelernter Schreiner sein.

Das Geschmäckle bleibt unabhängig davon.

der kanadier
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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon der kanadier » Di 14. Mai 2019, 21:19

Magnum2020 hat geschrieben:
Di 14. Mai 2019, 20:11
der kanadier hat geschrieben:
Di 14. Mai 2019, 18:21
Zum Thema Datenschutz:

Du erlangst dienstlich Kenntnis von einem Sachverhalt, den du privat nutzen willst. Egal ob du dem 02 nur deine Karte reichst oder in einem Nebensatz erwähnst, dass du Sachverständiger bist.

Ich würde es ähnlich sehen wenn du nebenher als Anwalt tätig wärst. So nach dem Motto: " Erst die KV aufnehmen und das Schmerzensgeld macht dann mein Alter Ego"...( ist ein wenig überspitzt)


Die nächste grundsätzliche Frage ist, ob ein Zeuge gleichzeitig Sachverständiger im selben Prozess sein kann. :gruebel:
Diese Frage ist durchaus super. Das weiß ich auch nicht. Ein guter Ansatz.

Zum Thema Datenschutz, die Daten erhalte ich auch, wenn der geschädigte in mein Büro kommt. Es wäre was anderes, wenn ich seine Daten dank dem Polizeibericht ausnutzen und ihn privat kontaktieren würden. Sowas würde ich 1.nie machen und 2.ist das schon eine ziemlich hässliche Masche die zzgl auch mega unseriös ist.
Sobald du an der Unfallstelle den Hinweis auf deine Sachverständigen Tätigkeit gibst ist das Kind in den Brunnen gefallen, weil du Daten, die du aufgrund deiner pol. Tätigkeit erlangst, privat nutzt. Und so etwas dürfte rechtlich höchst fragwürdig sein.
Ob der 02 dir die Daten geben würde oder nicht spielt hier keine Rolle.
Aber ich hab ein wenig das Gefühl, als würdest du diese Argumente nicht hören wollen...

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Bones65 » Di 14. Mai 2019, 22:14

§23 und 27(3) PolG NRW stehen dem entgegen.

Du denkst vermutlich zu simpel. Du bist als Sachverständigee kein Teil der Polizei. Alle Daten die dir während der Aufnahme zugelangen darfst du nicht weitergeben, auch nicht an dich selbst.
:snoopy:

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Controller » Mi 15. Mai 2019, 01:09

Zum Thema Datenschutz, die Daten erhalte ich auch, wenn der geschädigte in mein Büro kommt.
das stimmt, aber kam er in dein Büro ?

Nein, du kamst im Rahmen deiner dienstlichen Tätigkeit zu seinem Unfall, n'est ce pas ?

Und damit ist doch der Spatz gefangen :polizei3:

Vlt käme er ja auch gar nicht in dein Büro, sondern in eins der Konkurrenz :polizei10:

Das hättest du mit deiner Handlung an Ort und Stelle allerdings versucht zu verhindern.
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon vladdi » Mi 15. Mai 2019, 05:03

Magnum

Oft hilft das Bauchgefühl


Frage dich mal ehrlich, ob das zu einem Polizisten passt, der zu einem Unfall gerufen wird, der dann privatwirtschaftlich auch noch als Gutachter handeln will.


Wenn dein Bauchgefühl sagt, dass das nicht wirklich passt, wegen Neutralität der Polizei, ist dein Bauchgefühl ganz gut.
Oben wurden viele Dinge angeführt, die unterlegen das dann.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Nebentätigkeit (wie jede andere auch) genehmigt wird - jedoch mit strenger Auflage zur Trennung zum dienstlichem Tätigwerden. Du wirst vor Ort niemals deine Karte aushändigen dürfen und den Unfall, den die Polizei aufnimmt begutachten zwar Gutachter, jedoch nicht die Polizei.


Es gibt auch viele Versicherungsverkäufer bei der Polizei. Die dürfen Dienstliches und Nebentätigkeit auch nicht vermischen.


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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Polli » Mi 15. Mai 2019, 08:17

Hi Magnum,

du fragst uns Polizeibeamte, wie wir den Sachvberhalt sehen.
Wir erklären dir unseren Standpunkt, unsere Blickweise :lupe:, die beamtenrechtlichen Vorgaben als Polizeibeamte.

Begriffe wie z. B. Neutralitätspflicht wurden hier bereits genannt.

Selbst wenn ich gelernter Schreiner, Tischler, Schlosser jeweils mit oder ohne Meisterbrief wäre,
dürfte ich mich nicht anders verhalten, als oben beschrieben.
Ich würde mich hüten, meine Dienste anzubieten.

Und wennze uns dat nich glauben willst, wirste et sehen, wennze irgend wann mal im Streifendienst biss. :yau: :polizei1:

In diesem Sinne...
Gruß :polizei2:

Polli (NRW)

--> Hier gibt´s Beratung - bitte mal draufklicken :!:

Polli is wech - vom 04.06.19 - 23.06.19



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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Magnum2020 » Mi 15. Mai 2019, 08:25

Da gebe ich euch Recht. Ich denke wahrscheinlich echt zu simpel. Folgt aber daraus, dass ich vllt nicht ganz verstehe was daran so falsch wäre bzw dagegen spreche. Um die neutralität als Polizist zu waren, keine Frage, ist ein Argument. Aber meine Neutralität während des Dienstes und die als Sachverständiger sind unterschiedliche paar Schuhe in meinen Augen. A hat der Geschädigte keinerlei Vorteile, dass ich Polizist bin (warum auch, wenns eindutig ist, ist es so) und B habe ich ja keinerlei Einfluß auf den Unfall der entstanden ist. Der Unfall ist ja vorhanden, meine Kollegen und ich sind am Unfallortund, nehmen den Unfall Neutral auf. Bei eindeutigen Sachverhalten in der 01 und 02 geklärt ist, beraten wir, welche Schritte nun der Bürger zutun hat. 01 muss es seiner Versicherung melden und 02 (oder auch 03 und 04) müssen sich einen Gutachter suchen und ggf einen Anwalt nehmen. Und wenn einer der Geschädigten die Frage in den Raum wirft, wo man denn einen Gutachter finden könnte, da er noch nie einen Unfall hatte und nicht weiß wie er agieren soll, darf ich meine Nebentätigkeit als Sachverständiger nicht anbieten? Und genau da stellt sich mir die Frage, warum nicht. Also den genauen Grund. Einen § oder eine bestimmte Anordnung die es mir verbietet. Meine Pflicht als Polizist hätte ich ja getan, Unfall aufnahme, Sachverhalt aufgeklärt und weiter im Dienst.

Wenn es nun so wäre, dass ich bei jeden Unfall meine Visitenkarte weitergebe und jeden Tag Unfälle begutachte und mir die Taschen voll mache, ja dann kann ich es verstehen. Den Verdienst meiner Nebentätigkeit muss ich schließlich Jährlich nachweisen habe ich gehört. Und wenn die Polizei sieht das ich das dreifache in nebenher mache, kann ich mir durchaus vortsellen das man mir dann was unterstellen kann.

Aber wie gesagt, in meinen Augen hätte die Neutralität als Polizist nicht darunter zu leiden. Wie auch, stellt sich mir da die Frage. Weder vor Gericht als Polizist noch als Gutachter, oder auch in den Augen des Bürgers (meiner Ansicht nach). Aber wie bereits erwähnt, vllt ist meine Denkweise zu simple in der hinsicht. Aber ich denke, die Stelle an der ich meine Nebentätigkeit anmelden muss, muss es ja auch genau wissen, was ich darf und was nicht und mir dann wahrscheinlich Sachlich erklären, wieso nicht oder warum eben doch. Ich werde mich da mal schlau machen sobald es soweit ist.
Für eure Beiträge bedanke ich mich sehr. Das Forum hilft wirklich weiter. Das freut mich.

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Magnum2020 » Mi 15. Mai 2019, 08:28

Polli hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 08:17
Hi Magnum,

du fragst uns Polizeibeamte, wie wir den Sachvberhalt sehen.
Wir erklären dir unseren Standpunkt, unsere Blickweise :lupe:, die beamtenrechtlichen Vorgaben als Polizeibeamte.

Begriffe wie z. B. Neutralitätspflicht wurden hier bereits genannt.

Selbst wenn ich gelernter Schreiner, Tischler, Schlosser jeweils mit oder ohne Meisterbrief wäre,
dürfte ich mich nicht anders verhalten, als oben beschrieben.
Ich würde mich hüten, meine Dienste anzubieten.

Und wennze uns dat nich glauben willst, wirste et sehen, wennze irgend wann mal im Streifendienst biss. :yau: :polizei1:

In diesem Sinne...
Gruß :polizei2:


Gute MOrgen :-)

Ne Polli, hat nichts mit Glauben zutun. Natürlich glaube euch. Ihr seis ja schon Polizisten ;-)
Aber die Erklärungen kann ich von meiner Seite aus ja irgendwie wiederlegen. Die Neutralität habe ich oben ja aus meiner Perspektive erklärt.

Ja ich freu mich richtig drauf im Streifenwagen zu sitze und einer von EUCH zu sein :-D

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Sunwalk » Mi 15. Mai 2019, 08:50

Magnum2020 hat geschrieben:
Polli hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 08:17
Hi Magnum,

du fragst uns Polizeibeamte, wie wir den Sachvberhalt sehen.
Wir erklären dir unseren Standpunkt, unsere Blickweise :lupe:, die beamtenrechtlichen Vorgaben als Polizeibeamte.

Begriffe wie z. B. Neutralitätspflicht wurden hier bereits genannt.

Selbst wenn ich gelernter Schreiner, Tischler, Schlosser jeweils mit oder ohne Meisterbrief wäre,
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Und wennze uns dat nich glauben willst, wirste et sehen, wennze irgend wann mal im Streifendienst biss. :yau: :polizei1:

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Ne Polli, hat nichts mit Glauben zutun. Natürlich glaube euch. Ihr seis ja schon Polizisten ;-)
Aber die Erklärungen kann ich von meiner Seite aus ja irgendwie wiederlegen.
Nein kannst du nicht. Und dass partout nicht verstanden werden will wieso das nen Geschmack hat , der alleine schon ausreicht um die Sache sein zu lassen macht mir Sorgen.



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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Brot » Mi 15. Mai 2019, 08:59

Magnum2020 hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 08:25
Und wenn einer der Geschädigten die Frage in den Raum wirft, wo man denn einen Gutachter finden könnte, da er noch nie einen Unfall hatte und nicht weiß wie er agieren soll, darf ich meine Nebentätigkeit als Sachverständiger nicht anbieten? Und genau da stellt sich mir die Frage, warum nicht. Also den genauen Grund. Einen § oder eine bestimmte Anordnung die es mir verbietet.
Ich meine, dass das schon erwähnt wurde, aber dadurch würdest du dir einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Sachverständigern verschaffen. Außerdem ist die Neutralität vorbei, da du nicht irgendeinen Sachverständiger anbietest, sondern nur dich.

Es ist genau so, wenn die Leute nach einem Unfall Rechtsauskünfte haben wollen. Da verweise ich auf einen Rechtsbeistand.

Alternativ könntest du deine privat erlangte Erfahrung auch in die Polizeiarbeit einbringen und später einen umfassenden Unfallbericht schreiben, den die Einbeziehung eines weiteren Gutachters evtl. überflüssig machen würde. Ich vergleiche es mal mit den Kollegen, welche einer ausländischen Sprache mächtig sind und für ihre dienstlichen Dolmetschertätigkeiten keine extra Vergütung wie der von Extern bestellte Dolmetscher erhalten.

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon vladdi » Mi 15. Mai 2019, 10:55

Magnum

Fachlich wurde dir hier (richtigerweise) erklärt, dass du das nicht darfst.

Du hast da gar nichts widerlegt, sonder ejne andere (deine) Meinung.
Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass deine Ansicht deine Ansicht ist und die Antworten hier die Wiedergabe der echten Situation (gefußt auf Erfahrungen, Entscheidungen, Recht, Urteilen und Weisungen).

Ich fragte dich nach deinem Bauchgefühl.
Wenn du wirklich nicht merkst, was daran falsch ist, wirst du es schwer haben Recht und Unrecht, Gut und Böse als Polizist richtig anzuwenden. Neben allen erlerntem Fachwissen brauchen Polizisten das Bauchgefühl, was ihnen sagt was richtig und falsch ist.

Bei der Fragestellung von dir hatte ich sofort ein Ziehen im Bauch, dass das falsch ist.
Unabhängig von der Rechtslage passt das nicht zur Polizei.
Sagt dir dein Bauch gar nicht, dass das irgendwie nicht passt?

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Apollo » Mi 15. Mai 2019, 11:13

Ich möchte auch als Bürger in so einer Situation nicht von einem Gutachter in der Person eines Polizisten bequatscht werden.

Mancher Bürger fühlt sich vielleicht auch unter Druck gesetzt dich jetzt als Gutachter nehmen zu müssen.

Das ist einfach auf so viele Arten falsch, dass man es schon "fast schreien hört"...

Und ja das Bauchgefühl vermisse ich hier definitiv....
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In Xanadu schuf Kubla Khan
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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon very » Mi 15. Mai 2019, 14:36

Magnum2020 hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 08:25

Aber wie gesagt, in meinen Augen hätte die Neutralität als Polizist nicht darunter zu leiden.
Deine Neutralität beurteilst aber nicht Du, sondern im Zweifel derjenige, mit dem Du Dich vor Gericht auseinandersetzen musst. Wäre ich die 01, dann würde ich ein Gutachten vom aufnehmenden Streifenbeamten, der im Zweitjob auch noch Sachverständiger ist, in der Luft zerfetzen. Da kannst Du auch noch so ein lieber sein, der ja seinen guten Namen und jahrelang korrekt gearbeitet blabla. Du vertrittst die Interessen des 02. Hast Du aber nicht zu tun. Du hast neutral zu sein, und zwar zu allen Zeitpunkten des Verfahrens. Ich würde Dir unterstellen, dass Du als PVB schon nicht korrekt ermittelt hast, weil Du Dich ja schon vor Ort darauf festgelegt hast, wem Du Deine Dienste anbieten willst. Und ich glaube, ich bräuchte nicht mal nen guten Anwalt, um damit durchzukommen.
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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Magnum2020 » Mi 15. Mai 2019, 15:18

vladdi hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 10:55
Magnum

Fachlich wurde dir hier (richtigerweise) erklärt, dass du das nicht darfst.

Du hast da gar nichts widerlegt, sonder ejne andere (deine) Meinung.
Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass deine Ansicht deine Ansicht ist und die Antworten hier die Wiedergabe der echten Situation (gefußt auf Erfahrungen, Entscheidungen, Recht, Urteilen und Weisungen).

Ich fragte dich nach deinem Bauchgefühl.
Wenn du wirklich nicht merkst, was daran falsch ist, wirst du es schwer haben Recht und Unrecht, Gut und Böse als Polizist richtig anzuwenden. Neben allen erlerntem Fachwissen brauchen Polizisten das Bauchgefühl, was ihnen sagt was richtig und falsch ist.

Bei der Fragestellung von dir hatte ich sofort ein Ziehen im Bauch, dass das falsch ist.
Unabhängig von der Rechtslage passt das nicht zur Polizei.
Sagt dir dein Bauch gar nicht, dass das irgendwie nicht passt?
Mein Bauchgefühl sagt mir das es falsch wäre, wenn ich bei jeden Unfall meine Visitenkarte da lasse. Keine Frage. Das wäre falsch in meinen Augen.
Und ja, jeder hat hier etwas erklärt, aber sehe nirgends irgendwelche Urteile oder Entscheidungen. Erfahrungen ja, das interessiert mich ja auch. Darum Frage ich. Jedoch Urteile, Verbote oder auch Gesetze die es mir verbieten würde habe ich nicht erhalten. Oder habe ich etwas überlesen?

Fakt ist: Ein klares Gesetz habe ich nicht gefunden dies es verbieten würde. Kein Verbot in der steht: Sie dürfen dies nicht, weil....

Die Grundlage der Neutralität stelle ich in Frage. Ja. Denn als Polizist habe ich Neutral zu sein. Als Gutachter genauso. Heisst, wieso könnte mich der Anwalt von 01 in der Luft zerfetzen? Da bitte ich um Aufklärung. Will er mir weiß machen, ich hätte als Polizist falsch gehandelt und am Unfallort nicht Neutral reagiert? Ich bin dort mit meinem Kollegen, der genauso Neutral ist und mit meiner Nebentätigkeit nichts zutun hat.
Dann wüsste ich auch gerne, was man mir da unterstellen mag. Das eine ist die (Schadenbeurteilung) als Gutachter und das andere wäre (qausi die Schuldfrage) als Polizist. Also hat das eine mit dem anderen nichts zutun. Sehe ich das wirklich verkehrt? Wenn doch die Schuldfrage geklärt ist und 02 nach einem Gutachter fragt, habe ich da wirklich nichts zu zu sagen?
very hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 14:36
Magnum2020 hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 08:25

Aber wie gesagt, in meinen Augen hätte die Neutralität als Polizist nicht darunter zu leiden.
Deine Neutralität beurteilst aber nicht Du, sondern im Zweifel derjenige, mit dem Du Dich vor Gericht auseinandersetzen musst. Wäre ich die 01, dann würde ich ein Gutachten vom aufnehmenden Streifenbeamten, der im Zweitjob auch noch Sachverständiger ist, in der Luft zerfetzen. Da kannst Du auch noch so ein lieber sein, der ja seinen guten Namen und jahrelang korrekt gearbeitet blabla. Du vertrittst die Interessen des 02. Hast Du aber nicht zu tun. Du hast neutral zu sein, und zwar zu allen Zeitpunkten des Verfahrens. Ich würde Dir unterstellen, dass Du als PVB schon nicht korrekt ermittelt hast, weil Du Dich ja schon vor Ort darauf festgelegt hast, wem Du Deine Dienste anbieten willst. Und ich glaube, ich bräuchte nicht mal nen guten Anwalt, um damit durchzukommen.

Very, da Widerspreche ich dir. Du kannst gern als 01 mein Gutachten als Sachverständinger anfechten. Keine Frage, kann ich dir gern alles widerlegen. Mir Unterstellen das ich PVB falsch gehandelt haben soll, kannst du auch. Kannst du das auch beweisen? Wenn du jemandem Aufgefahren bist, ist wer schuld? Du oder der Vordermann?
Du. Dann bin ich nicht mehr Neutral, wenn ich in meiner Freizeit die Schadenbeurteilung für 02 mache? Warum?

Ich werde mich dies bezgl mal mit zwei Richtern (kenne ich Privat) unterhalten. Ich bin auf Ihre Ansichten gespannt, wie sie reagieren würden vor Gericht bei so einem Fall (PCB und Gutachter). Ob es Widersprüchlich wäre oder anfechtbar.
Ich kann mich in der Hinsicht verteigigen und beweisen Neutral gewesen zu sein. Das ist jedoch meine Meinung. Und wenn die Falsch ist, lasse ich mich gerne weiter belehren.
Apollo hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 11:13
Ich möchte auch als Bürger in so einer Situation nicht von einem Gutachter in der Person eines Polizisten bequatscht werden.

Mancher Bürger fühlt sich vielleicht auch unter Druck gesetzt dich jetzt als Gutachter nehmen zu müssen.

Das ist einfach auf so viele Arten falsch, dass man es schon "fast schreien hört"...

Und ja das Bauchgefühl vermisse ich hier definitiv....
Das meine ich ja, ich bequtsche ja nicht. Wenn ich gefragt werde, würde ich es anbieten. Nicht auf die Tour: ,,Hey sie sind 02, ich bin auch Gutachter. Ich mach das schon." Das ist quatsch. Also setze ich A niemanden unter Druck und B dränge ich mich garantiert nicht auf, das habe ich nicht nötigt.

Es geht wie bereits gesagt darum, ob es verboten ist mich als Gutachter anzubieten, wenn der Geschädigte danach Fragt. Gibt es Gesetze oder Urteile die dagegen sprechen? Wenn ja, diese möchte ich sehr gerne lesen und verstehen.

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Re: Nebentätigkeit

Beitragvon Sunwalk » Mi 15. Mai 2019, 15:24

Magnum2020 hat geschrieben:
vladdi hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 10:55
Magnum

Fachlich wurde dir hier (richtigerweise) erklärt, dass du das nicht darfst.

Du hast da gar nichts widerlegt, sonder ejne andere (deine) Meinung.
Der entscheidende Faktor ist jedoch, dass deine Ansicht deine Ansicht ist und die Antworten hier die Wiedergabe der echten Situation (gefußt auf Erfahrungen, Entscheidungen, Recht, Urteilen und Weisungen).

Ich fragte dich nach deinem Bauchgefühl.
Wenn du wirklich nicht merkst, was daran falsch ist, wirst du es schwer haben Recht und Unrecht, Gut und Böse als Polizist richtig anzuwenden. Neben allen erlerntem Fachwissen brauchen Polizisten das Bauchgefühl, was ihnen sagt was richtig und falsch ist.

Bei der Fragestellung von dir hatte ich sofort ein Ziehen im Bauch, dass das falsch ist.
Unabhängig von der Rechtslage passt das nicht zur Polizei.
Sagt dir dein Bauch gar nicht, dass das irgendwie nicht passt?
Mein Bauchgefühl sagt mir das es falsch wäre, wenn ich bei jeden Unfall meine Visitenkarte da lasse. Keine Frage. Das wäre falsch in meinen Augen.
Und ja, jeder hat hier etwas erklärt, aber sehe nirgends irgendwelche Urteile oder Entscheidungen. Erfahrungen ja, das interessiert mich ja auch. Darum Frage ich. Jedoch Urteile, Verbote oder auch Gesetze die es mir verbieten würde habe ich nicht erhalten. Oder habe ich etwas überlesen?

Fakt ist: Ein klares Gesetz habe ich nicht gefunden dies es verbieten würde. Kein Verbot in der steht: Sie dürfen dies nicht, weil....

Die Grundlage der Neutralität stelle ich in Frage. Ja. Denn als Polizist habe ich Neutral zu sein. Als Gutachter genauso. Heisst, wieso könnte mich der Anwalt von 01 in der Luft zerfetzen? Da bitte ich um Aufklärung. Will er mir weiß machen, ich hätte als Polizist falsch gehandelt und am Unfallort nicht Neutral reagiert? Ich bin dort mit meinem Kollegen, der genauso Neutral ist und mit meiner Nebentätigkeit nichts zutun hat.
Dann wüsste ich auch gerne, was man mir da unterstellen mag. Das eine ist die (Schadenbeurteilung) als Gutachter und das andere wäre (qausi die Schuldfrage) als Polizist. Also hat das eine mit dem anderen nichts zutun. Sehe ich das wirklich verkehrt? Wenn doch die Schuldfrage geklärt ist und 02 nach einem Gutachter fragt, habe ich da wirklich nichts zu zu sagen?
very hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 14:36
Magnum2020 hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 08:25

Aber wie gesagt, in meinen Augen hätte die Neutralität als Polizist nicht darunter zu leiden.
Deine Neutralität beurteilst aber nicht Du, sondern im Zweifel derjenige, mit dem Du Dich vor Gericht auseinandersetzen musst. Wäre ich die 01, dann würde ich ein Gutachten vom aufnehmenden Streifenbeamten, der im Zweitjob auch noch Sachverständiger ist, in der Luft zerfetzen. Da kannst Du auch noch so ein lieber sein, der ja seinen guten Namen und jahrelang korrekt gearbeitet blabla. Du vertrittst die Interessen des 02. Hast Du aber nicht zu tun. Du hast neutral zu sein, und zwar zu allen Zeitpunkten des Verfahrens. Ich würde Dir unterstellen, dass Du als PVB schon nicht korrekt ermittelt hast, weil Du Dich ja schon vor Ort darauf festgelegt hast, wem Du Deine Dienste anbieten willst. Und ich glaube, ich bräuchte nicht mal nen guten Anwalt, um damit durchzukommen.

Very, da Widerspreche ich dir. Du kannst gern als 01 mein Gutachten als Sachverständinger anfechten. Keine Frage, kann ich dir gern alles widerlegen. Mir Unterstellen das ich PVB falsch gehandelt haben soll, kannst du auch. Kannst du das auch beweisen? Wenn du jemandem Aufgefahren bist, ist wer schuld? Du oder der Vordermann?
Du. Dann bin ich nicht mehr Neutral, wenn ich in meiner Freizeit die Schadenbeurteilung für 02 mache? Warum?

Ich werde mich dies bezgl mal mit zwei Richtern (kenne ich Privat) unterhalten. Ich bin auf Ihre Ansichten gespannt, wie sie reagieren würden vor Gericht bei so einem Fall (PCB und Gutachter). Ob es Widersprüchlich wäre oder anfechtbar.
Ich kann mich in der Hinsicht verteigigen und beweisen Neutral gewesen zu sein. Das ist jedoch meine Meinung. Und wenn die Falsch ist, lasse ich mich gerne weiter belehren.
Apollo hat geschrieben:
Mi 15. Mai 2019, 11:13
Ich möchte auch als Bürger in so einer Situation nicht von einem Gutachter in der Person eines Polizisten bequatscht werden.

Mancher Bürger fühlt sich vielleicht auch unter Druck gesetzt dich jetzt als Gutachter nehmen zu müssen.

Das ist einfach auf so viele Arten falsch, dass man es schon "fast schreien hört"...

Und ja das Bauchgefühl vermisse ich hier definitiv....
Das meine ich ja, ich bequtsche ja nicht. Wenn ich gefragt werde, würde ich es anbieten. Nicht auf die Tour: ,,Hey sie sind 02, ich bin auch Gutachter. Ich mach das schon." Das ist quatsch. Also setze ich A niemanden unter Druck und B dränge ich mich garantiert nicht auf, das habe ich nicht nötigt.

Es geht wie bereits gesagt darum, ob es verboten ist mich als Gutachter anzubieten, wenn der Geschädigte danach Fragt. Gibt es Gesetze oder Urteile die dagegen sprechen? Wenn ja, diese möchte ich sehr gerne lesen und verstehen.
Du wirst kein Gesetz finden in dem steht du darfst kein PVB und gleichzeitig xy sein und keine Visitenkarten bei einem Unfall austeilen. Du wirst jedoch 20 Regelungen dazu alleine im Beamtenrecht finden die sich so auslegen lassen dass man dir einen Strick daraus dreht. Dienstrechtlich hätte das sowieso definitiv Konsequenzen, selbst wenn strafrechtlich/wettbewerbsrechtlich usw. irrelevant.


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