Rassismus in der deutschen Polizei

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1957
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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon 1957 » Mi 8. Jul 2020, 10:55


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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon SirJames » Mi 8. Jul 2020, 11:40

Moin,

https://www.welt.de/politik/deutschland ... _facebook
[...]Seltener bemängelt jemand das äußere Erscheinungsbild und die Uniform (27) oder das Verhalten von Polizisten im privaten Bereich (16). In beiden Fällen liegt die Zahl der Beschwerden aber noch über derjenigen im Bereich Diskriminierung. Über „Diskriminierung fremdenfeindlich“ gingen 14 Beschwerden ein, bei Diskriminierung mit Bezug auf sexuelle Orientierung waren es 2.[...]
1820 Beschwerden in 2019 insgesamt. Davon 12 mit einem evtl. fremdenfeindlichen Hintergrund. Wenn man das in Relation zu der in Berlin eher links/grünen Bürgerstruktur setzt, erschrecken mich diese Zahlen nicht & ist m.A.n. eher ein Indiz dafür, dass wir kein strukturelles Problem mit Rassismus haben, jedenfalls nicht dergestalt, dass er sich auf das tatsächliche Handeln unsererseits niederschlägt.

Gruß



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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mi 8. Jul 2020, 22:28

Eben drum.

Den Zweitsatz erspare ich schutzmann und OB. :kuss:
:lah:

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon 1957 » Do 9. Jul 2020, 16:09

Übrigens hat NSU 2.0 wieder von sich hören lassen, eine Grünin aus dem hessischen Landtag wurde bedroht. Ihre Daten sollen im vergangenen Februar über einen Polizeicomputer erlangt worden sein.

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon schutzmann_schneidig » Do 9. Jul 2020, 18:12

Keine Grüne, sondern eine Linke. Ob diese Tat allerdings in Verbindung mit Rassismus steht, ist der bisherigen Berichterstattung nicht zu entnehmen.
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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon 1957 » Do 9. Jul 2020, 19:10

Ja, dass hatte ich auch überlegt. Allerdings ist die"NSU2.0" klar rassistisch.

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon schutzmann_schneidig » Fr 10. Jul 2020, 07:03

Ja, wurde hier auch schon im Kontext Rechtsextremismus diskutiert. Der Rassismus, den Einige nun der Polizei vorgeworfen/unterstellt haben, bewegt sich wohl auch in deren Vorstellungswelt zu großen Teilen erst einmal außerhalb rechtsextremer Strukturen.
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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon 1957 » Di 14. Jul 2020, 17:48


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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon kosake » Di 14. Jul 2020, 18:10

Geht es darum festzustellen, ob es Rassismus bei der Polizei gibt, mag man ja noch Verständnis für die Forderung der Untersuchung haben.

Mir fehlt in der öffentlichen Diskussion (auch zur Polizeigewalt) jedoch die notwendige sachliche Darstellung, dass es vielfach lediglich Vorwürfe sind.

Ich befürchte, dass diese Untersuchung nichts ändert. Es gibt weiter Vorwürfe von Rassismus, es wird den Vorwurf des Corpsgeistes und der Mauer des Schweigen geben, die die Untersuchung behindert haben.

Das Ergebnis, dass die Polizei kein Rassismusproblem hat, wird von Kritikern / Vorwerfern nicht akzeptiert werden.

Deswegen komme ich zu dem Ergebnis, dass wir diese Untersuchung nicht brauchen.

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon Controller » Di 14. Jul 2020, 20:12

sehr guter Artikel @ 1957 :zustimm:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon zambo84 » Di 14. Jul 2020, 21:14

Das Herr Wilhelm Heitmeyer, der politisch wohl eher im Bereich der Grünen oder der Linken anzusiedeln ist, einen speziellen Blick auf die Polizei hat, ist nun nicht verwunderlich.
Und diesen "speziellen Blick" lese ich auch in fast jedem Absatz heraus.

Wie kann man das hier schreiben:
"Zur Abwehr solcher Untersuchungen wird immer wieder der Vorwurf des Generalverdachtes gegen die Polizei erhoben, obgleich einen solchen kein ernst zu nehmender Diskussionsteilnehmer behauptet."

und im gleich Artikel dann:
"...was aber erhebliche Probleme mit Racial Profiling, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit inklusive Rassismus ebenso wenig ausschließt wie rechtsextremistische Einstellungen und Betätigungen von Polizisten in entsprechenden Netzwerken"

oder:
"Auch die Politik misstraut offenkundig der Polizei und ihrer demokratischen Stabilität, denn ansonsten würde man offen und souverän mit Problemen umgehen."

oder:
"Welche Ausmaße und welche Ursachen diese Konstellationen haben, wissen wir nicht."

Das waren jetzt nur ein paar Beispiele. Alles Aussagen, die den vorher noch "abgelehnten" Generalverdacht suggerieren sollen. Das klassische: "Nein, natürlich reden wir nicht von einem Generalverachte, aaaaber, man wird ja wohl noch sagen dürfen...." (nur halt sehr viel schöner verpackt).



"Was hält die Innenminister der Länder davon ab, in ihrem Zuständigkeitsbereich solche komplexen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen durchzuführen? Sie könnten die Polizeiausbildung verbessern und sie würden zielgerichtete Weiterbildung der bereits eingesetzten Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ermöglichen."

Ich sehe, was die zunehmende "Wissenschaftlichkeit" zumindest in Berlin hervorgebracht hat. Wenn ich mir den Qualitätsunterschied von Diplomabsolventen und Bachelorabsolventen (ab 2011?) anschaue, wird mir ganz schlecht. Aber hey, wissenschaftliche Untersuchungen haben sicherlich ergeben, dass man Strafrecht nur noch bis zum zweiten Semester haben muss und anschließend nie wieder. Deswegen können unsere Bachelor-PKs auch nicht einmal mehr die Tatbestandsmerkmale eines einfachen Diebstahls subsumieren....


"Wohin es dagegen führen kann, wenn dies nicht geschieht, das zeigt sich am besten an den abgedichteten Gruppen von Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, wo nach rechtsextremistischen Vorfällen in ihren Netzwerken eine beunruhigende Mauer des Schweigens sichtbar wurde."
Absoluter Schwachsinnsvergleich. Man kann die Polizei als Ganzes doch nicht mit dem KSK vergleichen.... :stupid: Selbst den Vergleich KSK - SEK ist für mich ein "Äpfel/Birnen-Vergleich".

Usw. usw. usw.

Ich kann die "Begeisterung" für diesen Artikel folglich nicht teilen.

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon SirJames » Di 14. Jul 2020, 21:25

zambo84 hat geschrieben:Das Herr Wilhelm Heitmeyer, der politisch wohl eher im Bereich der Grünen oder der Linken anzusiedeln ist, einen speziellen Blick auf die Polizei hat, ist nun nicht verwunderlich.
Und diesen "speziellen Blick" lese ich auch in fast jedem Absatz heraus.

Wie kann man das hier schreiben:
"Zur Abwehr solcher Untersuchungen wird immer wieder der Vorwurf des Generalverdachtes gegen die Polizei erhoben, obgleich einen solchen kein ernst zu nehmender Diskussionsteilnehmer behauptet."

und im gleich Artikel dann:
"...was aber erhebliche Probleme mit Racial Profiling, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit inklusive Rassismus ebenso wenig ausschließt wie rechtsextremistische Einstellungen und Betätigungen von Polizisten in entsprechenden Netzwerken"

oder:
"Auch die Politik misstraut offenkundig der Polizei und ihrer demokratischen Stabilität, denn ansonsten würde man offen und souverän mit Problemen umgehen."

oder:
"Welche Ausmaße und welche Ursachen diese Konstellationen haben, wissen wir nicht."

Das waren jetzt nur ein paar Beispiele. Alles Aussagen, die den vorher noch "abgelehnten" Generalverdacht suggerieren sollen. Das klassische: "Nein, natürlich reden wir nicht von einem Generalverachte, aaaaber, man wird ja wohl noch sagen dürfen...." (nur halt sehr viel schöner verpackt).



"Was hält die Innenminister der Länder davon ab, in ihrem Zuständigkeitsbereich solche komplexen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen durchzuführen? Sie könnten die Polizeiausbildung verbessern und sie würden zielgerichtete Weiterbildung der bereits eingesetzten Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ermöglichen."

Ich sehe, was die zunehmende "Wissenschaftlichkeit" zumindest in Berlin hervorgebracht hat. Wenn ich mir den Qualitätsunterschied von Diplomabsolventen und Bachelorabsolventen (ab 2011?) anschaue, wird mir ganz schlecht. Aber hey, wissenschaftliche Untersuchungen haben sicherlich ergeben, dass man Strafrecht nur noch bis zum zweiten Semester haben muss und anschließend nie wieder. Deswegen können unsere Bachelor-PKs auch nicht einmal mehr die Tatbestandsmerkmale eines einfachen Diebstahls subsumieren....


"Wohin es dagegen führen kann, wenn dies nicht geschieht, das zeigt sich am besten an den abgedichteten Gruppen von Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, wo nach rechtsextremistischen Vorfällen in ihren Netzwerken eine beunruhigende Mauer des Schweigens sichtbar wurde."
Absoluter Schwachsinnsvergleich. Man kann die Polizei als Ganzes doch nicht mit dem KSK vergleichen.... :stupid: Selbst den Vergleich KSK - SEK ist für mich ein "Äpfel/Birnen-Vergleich".

Usw. usw. usw.

Ich kann die "Begeisterung" für diesen Artikel folglich nicht teilen.
Zustimmung.

Gruß

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon Officer André » Di 14. Jul 2020, 23:21

Danke Zambo! Volle Zustimmung!
Ich wünsche mir das Gemüt eines Stuhls.
Der muss auch mit jedem Arsch klarkommen.

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon Old Bill » Mi 15. Jul 2020, 07:04

Controller hat geschrieben:
Di 14. Jul 2020, 20:12
sehr guter Artikel @ 1957 :zustimm:
Find ich nicht
In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.
-Loriot-

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Re: Rassismus in der deutschen Polizei

Beitragvon 1957 » Mi 15. Jul 2020, 08:43

Es ist kein wissenschaftlicher Artikel, sondern ein Interview, mithin lediglich die Meinung eines Polizeiwissenschaftlers.
Deshalb muss niemand die Wissenschaft in Frage stellen. Den Artikel habe ich eingestellt, um die Diskussion zu beleben, was ja auch geklappt hat.
Übrigens bin ich der Auffassung, daß die allermeisten BA kein Problem der beschriebenen Art haben. Es ist eine andere Ausbildung. Im MD gab und gibt es auch Leute, die in der Theorie gar nichts drauf haben /hatten. Ist aber ein anderes Thema.


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