Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

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Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Konspi » So 9. Aug 2020, 16:41

Hallo zusammen,

eine (erneut) lesenswerte Kolumne von J. FLEISCHHAUER, die mir gut getan hat und mir zeigt, dass offenbar nicht nur ich allein solche Überlegungen anstelle...!

https://www.focus.de/politik/deutschlan ... 46836.html

Grüße
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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon 1957 » Mo 17. Aug 2020, 11:35

Ich wollte kein neues Thema aufmachen und dachte, es passt ganz gut hierhin:

https://www.stern.de/panorama/weltgesch ... 78144.html

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Ahab_ » Mo 17. Aug 2020, 11:46

Knien scheint man in NRW ja gut zu können.
Kein Cop

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mo 17. Aug 2020, 12:12

Der Kollege kniet m. E. auf dem Kopf. Kopf steuert Körper. War zumindest mal Lehrmeinung, dass das so praktikabel ist. Kann ja ein jüngerer verifizieren, ob das heute noch so ist.
Dass das doof aussieht, ok. Die vorschnelle Empörung der Politik und der Twittergemeinde lohnt das aber nicht.
Zwang muss auch nicht gut aussehen.
:lah:

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon 1957 » Mo 17. Aug 2020, 12:30

:zustimm:

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Konspi » Mo 17. Aug 2020, 13:00

:zustimm:
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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Syzygy » Mo 17. Aug 2020, 15:13

Kulinka hat geschrieben:
Mo 17. Aug 2020, 14:42
Ich weiß, dass die Kürze des Ausschnittes keine ganzheitliche Würdigung ermöglicht.
Damit ist doch schon fast alles gesagt? Kann richtig gewesen sein, kann überzogen gewesen sein. Muss man halt ermitteln und nicht irgendwelche Schnellschüsse abgeben.

Ich nutze das "Knie in den Nacken" auch regelmäßig, wenn ich der Meinung bin es ist notwendig. Gerade bei Leuten, die sich gerade noch extrem gewehrt haben. Man kann damit halt sehr viel Kraft übertragen und wenn man den Kopf unten halten kann bleibt auch der Mann unten, was für sehr viel Sicherheit sorgt. Für mich und die anderen beteiligten Kollegen. Gibt der Betroffene Anlass dafür, habe ich damit auch gar kein Problem.

Allerdings gehts auch deutlich milder, aber eben nur wenn die Situation das zulässt. Kann ich aber anhand der Bilder nicht einschätzen, ist halt zusammengeschnitten. Auf jeden Fall gilt "Safety first", ich muss nicht riskieren, selbst verletzt zu werden, damit derjenige der den Anlass für die Maßnahme setzt, sich da etwas wohler drin fühlt. Muss halt PAS im Hinterkopf behalten, aber das wird bei uns auch immer wieder geschult.
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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Kulinka » Mo 17. Aug 2020, 16:11

Hallo Syzygy,

danke für Deine Erläuterungen. Daraus schließe ich dann aber, dass jetzt immer ermittelt wird, wenn ein PVB diese offenbar gängige und auch gelehrte Technik anwendet, ob das in dieser Situation auch okay war? Oder nur wenn ein Handyvideo auftaucht, über das sich alle aufregen? Ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Und ich kann auch nicht verstehen, warum Herr Reul (von dem ich eig sehr viel halte) sich erschrocken zeigt und nicht den Mumm hat zu sagen: "Leute, so sieht Polizeiarbeit mitunter aus. Nicht schön. Aber ich habe zunächst einmal volles Vertrauen in meine Beamten, was diese gezeigte Situation angeht. Denn ich weiß, dass diese zu nahezu 100 % begründet und rechtmäßig handeln. Dafür bilden wir sie sehr sorgfältig aus."

Viele Grüße
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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Criss_mitchel » Mo 17. Aug 2020, 16:24

Syzygy hat geschrieben:
Mo 17. Aug 2020, 15:13
Ich nutze das "Knie in den Nacken" auch regelmäßig,
Also Knie hat im Nacken nichts zu suchen. Das hatte ich aus der Ausbildung noch im Hinterkopf und um sicherzugehen auch unsere Einsatztrainer der Einheit gefragt.
Wirbelsäule und Nacken sind verbotene Zone.
Die in der Prüfung ,während der Ausbildung, auch das nicht bestehen der Prüfung zur Folge haben.
Besondere unglücklich finde ich das er umsetzt und dann auf dem Nacken ist.
Kann aber auch der Dynamik und kurzen Sequenz geschuldet sein. Ggf. korrigiert er nach dem Ende nochmal nach oder der Beschuldigte wird aufgerichtet.

Es wird schon seinen Grund haben warum das Video nicht länger geht.

Wenn der Beschuldigte 3 Sekunden nach Videoende gefesselt, aufgerichtet und abgeführt werden würde. Würde das ganz anders wirken, als wenn das Video wie jetzt mit dem Knie auf dem Nacken aufhört.

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Syzygy » Mo 17. Aug 2020, 16:48

Deshalb hab ichs in "" gesetzt. Mir ist schon klar wo man ansetzt und wo nicht. In den Diskussionen gerade im öffentlichen Bereich wird das halt oft so wahrgenommen von wegen Machtdemonstration, Erniedrigung, "Stiefel ins Genick" / "Knie in den Nacken". Auch die unschön aussehenden oder von Umstehenden gern mal misinterpretierten Techniken können aber ihre Berechtigung haben wenn die Situation es eben erfordert.
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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Criss_mitchel » Mo 17. Aug 2020, 17:15

Das es dir klar ist ging aus deinem Beitrag nicht hervor.
Hat sich trotz deiner " " erstmal komisch gelesen.
Und Knie im Nacken ist nicht durch umstehende falsch interpretiert oder unschön aussehend oder, oder, oder.
Es ist laut Manual des LAFP als Technik nicht vorgesehen, weil es gefährlich ist . Das wurde in der Pressemitteilung des IM übrigens auch nochmal deutlich.

Über den Rest brauchen wir nicht streiten und du mir auch nichts erklären. Ich bin auch nicht erst seit gestern in dem Verein ;)
Und auch nicht in einer kleinen Wald und Wiesen Behörde. Bei uns sind Widerstände usw. leider auch eher die Regel als die Ausnahme.

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Controller » Mo 17. Aug 2020, 18:34

https://web.de/magazine/panorama/nrw-in ... n-34996162
<<< Reul fordert Zwischenbericht an
Reul sagte, er habe bereits einen Zwischenbericht zu dem Vorfall angefordert und bekommen. Demnach sei die Polizei am Samstagabend zunächst wegen zehn randalierender Personen zu einem Schnellimbiss-Restaurant gerufen worden.

Der 15-Jährige, der offenbar nichts mit dem eigentlichen Einsatz zu tun hatte, habe sich eingemischt. Der Jugendliche habe dann die Beamten tätlich angegriffen, erklärte Reul.

Danach sei der 15-Jährige zu Boden gebracht, gefesselt und zum Streifenwagen gebracht worden. Dies sei in einem Zeitraum von zwei bis drei Minuten geschehen. >>>


<<< Das Augenzeugen-Video des Einsatzes hatte sich im Internet verbreitet und Vergleiche mit dem Fall George Floyd in den USA ausgelöst. "Das Video, das im Netz von dem Einsatz gegen einen Minderjährigen kursiert, zeigt mehr als verstörende Sequenzen", teilten die SPD-Abgeordneten Sven Wolf und Hartmut Ganzke mit.

"Wir hatten gehofft, dass wir solche Bilder nach dem tragischen Tod von George Floyd in Deutschland niemals zu sehen bekommen würden. Ein starker Staat muss verhältnismäßig mit seiner Macht umgehen", so der Politiker.

Die SPD-Fraktion beantragte ebenso wie die Fraktion der Grünen eine sogenannte Aktuelle Viertelstunde zu dem Thema am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. (msc/dpa)>>>
Es wäre an der Zeit, dass die Gewerkschaft klar und deutlich sagt:

- Der 15-Jährige setzte einzig und allein die Ursache und griff sogar die Kollegen an.
- Kein Polizeibeamter muss sich im Einsatz freiwillig verletzen lassen, nur um schöne und freundliche, augengefällige Bilder und Videos zu generieren.
- Verhältnismäßigkeit der Mittel ist für Sven Wolf und Hartmut Ganzke scheinbar eine abstrakte Wolke, die irgendwo, kaum sichtbar hoch oben am Himmel schwebt und unnahrbar ist; für meine Kollegen und mich ist sie ein tägliches Arbeitsmittel, mit dem wir virtuos umgehen können.
Hätten die beiden Herren genauso öffentlich in, sehr kritischer, bemängelnder Art und Weise, einem Dachdecker erzählt, wie er seinen Hammer benutzen muss, oder ein Schieferdach decken soll oder einem Chirurg, wieso seine Operation Scheisse war, hätte man sie gefragt, ob sich ganz richtig beieinander sind.

So langsam muss mal jemand Nägel mit Köpfen machen und sehr, sehr deutliche, laute, eindringliche Worte sagen !
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Ahab_ » Mo 17. Aug 2020, 18:44

@Controller
Wolf und Ganzke sind von der SPD. Auch noch in einem Wahljahr. Was die komischen Gestalten erzählen ist völlig irrelevant. Sollte ja auch nicht interessieren was eine Weidel oder ein Höcke zu dem Thema sagt.
So langsam muss mal jemand Nägel mit Köpfen machen und sehr, sehr deutliche, laute, eindringliche Worte sagen !
Das wird nicht kommen, zumindest nicht in der Form. Der geisteskranke Twittermob ist leider sehr, sehr laut. Und die allermeisten Politiker sind zu dumm um damit umzugehen.
Kein Cop

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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Kulinka » Mo 17. Aug 2020, 19:13

Hallo Controller,
Controller hat geschrieben:
Mo 17. Aug 2020, 18:34
So langsam muss mal jemand Nägel mit Köpfen machen und sehr, sehr deutliche, laute, eindringliche Worte sagen !
ja, das eben und das vorher von Dir Ausgeführte habe ich mir auch gedacht, konnte es nur nicht so artikulieren. Chapeau, aus meiner Sicht hast Du es in Deinem Beitrag auf den Punkt gebracht. :zustimm:

Viele Grüße
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Re: Wie sich Deutschland ein Polizeiproblem herbeiredet

Beitragvon Kaeptn_Chaos » Mo 17. Aug 2020, 20:25

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... -1038.html

Den Beitrag Fixierung kann man gezielt auswählen.

Der Landesvorsitzende hat sicherlich mehr dazu gesagt, dass ist das, was der Schnitt ihm ließ. ;D
:lah:


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