Cyberfahnder bei Polizei werden?

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Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon Cybercrimeler » Do 22. Mai 2014, 09:38

Hallo Community,
Hallo Kollegen,
Hallo Mitleser,

ich habe eine spezielle Frage.
Wie der ein oder andere vielleicht mitbekommen hat, haben das FBI und das BKA in zusammenarbeit 111 Durchsuchungsbeschlüsse in der vergangenen Woche im gesamten Bundesgebietet vollstreckt und viele Datenträger sichergestellt bzw. beschlagnahmt.

Jemand nahestehendes war von dieser polizeilichen Aktion betroffen.
Hintergrund ist der erwerb einer Software mit der sich Trojaner erstellen lassen und fremde Computer fernsteuern lassen.
Bei der Durchsuchung wurden aber viele beweiserhebliche Gegenstände nicht mitgenommen.
Laut Aussage des Beschuldigten wurde er von den Beamten zu verschiedenen Gegenständen gefragt was diese für eine Funktion haben. Er schwieg und die Beamten ließen vieles zu Hause liegen.
Besagte Gegenstände sind nun aus dem unmittelbarem Gewahrsam geschafft worden, nach der Durchsuchung.

Nun zum eigentlichen:
Ich bin seid klein auf für Technik zu begeistern. Habe mir mein Know How selbst beigebracht.
Irgendwann habe ich alles "legales" gesehen, und man probiert neues aus. Ich habe mich immer mehr der Cybercrime gewidmet. Habe überdurchschnittliches theoretisches Wissen und auch Praxiserfahrung konnte ich genügend sammeln. Und war nach dem Gespräch mit meinem Kumpel erschrocken, was für "WICHTIGE" Beweismittel liegen gelassen wurden.
Es wurde nur offensichtliches mitgenommen wie "PC, Laptop, Festplatte, Speicherkarten". Jedoch wurde eine Spielekonsole samt Stromkabel, Controllern und Spielen, welches im Hinblick auf den Tatvorwurf keinen Sinn hat, beschlagnahmt. Rechnung dafür hat er wohl noch bei der Durchsuchung dafür vorgelegt, weswegen es für mich noch unverständlicher ist, dass die Konsole beschlagnahmt wurde - keine Hehlerware o.Ä. .
Ein Schelm denkt jetzt böses, über die Beamten ;)

Aber im Hinblick auf Cybercrime wurden viele Utensilien schlichtweg aus mangelnder Erfahrung liegen gelassen. Das betrifft nicht nur den Tatvorwurf, der Besitz illegaler Software, sondern auch Betrug.


Wie ich bereits schrieb, bin ich ziemlich fest in Sachen Cybercrime. Ich habe selbst gewisse Illegale Dinge vollzogen. Jedoch nicht um mir einen Vermögensvorteil zu verschaffen, sondern aus Interesse, um Erfahrung zu sammeln. Es ist nunmal mein Hobby, und möchte mich weiterbilden.
Meine letzte Praxix Aktivität ist bereits zwei Jahre in Vergangenheit, jedoch bin ich in einschlägigen Foren als Leser aktiv und beteilige mich an Diskussionen, und habe so unheimliches theoretisches Wissen, welches ich in der Praxis nachvollziehen kann und umsetzen KÖNNTE.

Wie ich bereits schrieb ist es nur der Erfahrung wegen, und der Interesse zu Computern und deren Möglichkeiten.

Mir ist bewusst das ich bereits anderen Menschen damit geschädigt habe, jedoch kann ich alle Fälle mit meinen Händen abzählen.
Ich bin kein böser Mensch. Komme aus einem guten Elternhaus und habe eine loyale und behütete Kindheit genossen.
Ich gehe einer unbefristeten Vollzeit Beschäftigung nach. Natürlich weiß dort niemand von meinem Wissen.

Nun nachdem ich mitgeteilt bekommen habe, wie 'schlampig' die Behörden mit potentiellen Beweismitteln umgeht, würde ich gerne als Kontaktperson mit den Behörden zusammenarbeiten. Dabei habe ich nicht nur die persönliche Auskunft meines Beschuldigten Freundes, sondern auch von Beschuldigten in genannten einschlägigen Foren.
Dabei stelle ich mir nicht vor, aktiv an den Ermittlungsverfahren mitzuarbeiten, sondern lediglich als Person für Fragen zur verfügung stehe und evtl. bei Hausdurchsuchungen mitwirken kann.
Ich wäre natürlich bereit meine illegalen Praxiserfahrungen offen zu legen, um eine Weisse Weste zu haben. Mit den Konsequenzen müsste ich leben. Es war nicht korrekt anderen Personen einen wirtschaftlichen Schaden zu zu fügen.

Vorerst würde ich gerne wissen ob soetwas in Sachen Cybercrime möglich ist. Quasi eine Art V-Mann.
Eine Bezahlung setze ich nicht voraus, jedoch lehne ich es nicht ab.


Über ernst gemeinte Antworten bedanke ich mich bereits im Voraus. :)

LG

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon Diag » Do 22. Mai 2014, 10:40

Selbständig machen, Leistungen anbieten. Oder direkt beim BKA anrufen.

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon haris » Do 22. Mai 2014, 10:55

Cybercrimeler hat geschrieben:Ich habe selbst gewisse Illegale Dinge vollzogen. Jedoch nicht um mir einen Vermögensvorteil zu verschaffen, sondern aus Interesse, um Erfahrung zu sammeln
Cybercrimeler hat geschrieben:Es war nicht korrekt anderen Personen einen wirtschaftlichen Schaden zu zu fügen.
Hä? Ist wohl schon etwas widersprüchlich, ne?

Um es mal so zu sagen: Hier wirst du darüber wohl kaum ne verbindliche Auskunft bekommen, geschweige denn ne Telefonnumer oder sonstiges...

Gruß an deinen "Kumpel" :polizei2:
...läuft

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon Cybercrimeler » Do 22. Mai 2014, 11:04

haris hat geschrieben:
Cybercrimeler hat geschrieben:Ich habe selbst gewisse Illegale Dinge vollzogen. Jedoch nicht um mir einen Vermögensvorteil zu verschaffen, sondern aus Interesse, um Erfahrung zu sammeln
Cybercrimeler hat geschrieben:Es war nicht korrekt anderen Personen einen wirtschaftlichen Schaden zu zu fügen.
Hä? Ist wohl schon etwas widersprüchlich, ne?

Um es mal so zu sagen: Hier wirst du darüber wohl kaum ne verbindliche Auskunft bekommen, geschweige denn ne Telefonnumer oder sonstiges...

Gruß an deinen "Kumpel" :polizei2:
Bevor du mir die Wörter im Mund umdrehst solltest du besser lesen. Ich fragte nicht nach einer Verbindlichen Auskunft, sondern lediglich nach der Möglichkeit.

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon haris » Do 22. Mai 2014, 11:10

Tja, was soll man dazu wohl sagen? Und wenn man eine Frage stellt, möchte man doch sicher auch ne halbwegs verlässliche Antwort bekommen (wo wäre sonst der Sinn einer solchen?) - eine verlässliche/verbindliche Antwort wirst du hier aber wohl kaum bekommen

...Versuch macht klug
...läuft

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon Cybercrimeler » Do 22. Mai 2014, 11:16

haris hat geschrieben:Tja, was soll man dazu wohl sagen? Und wenn man eine Frage stellt, möchte man doch sicher auch ne halbwegs verlässliche Antwort bekommen (wo wäre sonst der Sinn einer solchen?) - eine verlässliche/verbindliche Antwort wirst du hier aber wohl kaum bekommen

...Versuch macht klug
Ich bleibe dabei. Lesen bildet.
Cybercrimeler hat geschrieben:[...]
Vorerst würde ich gerne wissen ob soetwas in Sachen Cybercrime möglich ist. Quasi eine Art V-Mann.
[...]

Über ernst gemeinte Antworten bedanke ich mich bereits im Voraus. :)

Von Verbindlichkeiten oder Kontaktdaten war überhaupt keine Rede. Alles weitere kommt später, nachdem die Möglichkeit gegeben ist, oder eben nicht.

Typisch Polizei, dreht es so um wie sie es gerne hätten. :hallo: :kuss:

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon coco_loco » Do 22. Mai 2014, 11:31

Diag hat geschrieben:Selbständig machen, Leistungen anbieten. Oder direkt beim BKA anrufen.
Hi Cybercrimineler,

wir sind hier zwar ein Polizeiforum, aber zu solchen speziellen Dingen - und das ist nun wirklich ziemlich speziell - kann dir in der Regel keiner eine (verlässliche!) Auskunft geben.

Ich empfehle dir daher, telefonisch mit dem BKA in Kontakt zu treten.


Und da solltest du deine, sagen wir, arrogante Wirkungsweise etwas runterfahren. :polizei2: haris hat dich darauf hingewiesen, dass du hier wahrscheinlich keine verlässliche Auskunft erhälst. Das stimmt so.
Cybercriminaler hat geschrieben:Typisch Polizei, dreht es so um wie sie es gerne hätten. :hallo: :kuss:
Du willst mit der Polizei zusammenarbeiten? Dann kommt sowas gaaanz schlecht :!:


Gruß,
coco
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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon Cybercrimeler » Do 22. Mai 2014, 11:51

Danke vielmals.

Das das ganze arrogant rüber kommt ist meine Schuld. Unglücklich formuliert. Bei einem Kollegen der mich bereits Privat angeschrieben hat, habe ich mich dafür bereits von mir aus entschuldigt. Das ist keine Absicht. :)

Der Spruch war doch nur ein bisschen Sarkasmus, Situationsbedingt.


Danke nochmals.

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon coco_loco » Do 22. Mai 2014, 11:55

Alles in Ordnung! :zustimm:

Und viel Erfolg bei deinem Vorhaben. :ja: :computer: :telefon:
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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon wolfi71 » Fr 23. Mai 2014, 14:25

Naja, die Polizei in der Fläche ist in der Regel mit der Durchsuchung von ganzen Häusern nach IT-Equipment überfordert. Dazu braucht es einen Spezialisten und dann ist die Frage, was findet man denn tatsächlich vor Ort. Und selbst der Spezialist kommt an seine Grenzen, wenn z.B. in der Nachbarwohnung der Server steht, der über WLAN angebunden ist. Das merkt der bestenfalls bei der Auswertung des PCs. Wobei bei besseren Jungs kannst die Auswertung eh vergessen. Wenn die Festplatte verschlüsselt ist, kannst eigentlich gleich aufgeben. Der, der so was macht, der weiß auch um die Verfahren das sicher zu machen. Es kam nicht nur einmal vor, dass Verfahren eingestellt werden mussten, weil auf dem beschlagnahmten PC die Festplatte zuerst ein Passwort anfordert und wenn man die Platte ansieht ist nichts zu finden. Und die Hersteller wie Microsoft geben für einen derartigen Pillepalle-Fall kaum den Generalschlüssel raus, denn das würde deren Geschäftsmodell bedrohen. Und freie Verschlüsselungssoftware hat keine Backdoor.

Einen Fall von Steuerhinterziehung kenne ich, da wurde nach drei Monaten Beschwerde gegen die Beschlagnahme erhoben und die Ermittler mussten einräumen, dass sie den PC bisher nicht geknackt haben und wohl auch nicht knacken werden können. Also Beschwerde stattgegeben, Beschlagnahme aufgehoben, Verfahren eingestellt. Da hofften die auf Beweise aus dem PC, wo die auch tatsächlich drauf waren, aber eben gut geschützt. Der Computermensch hat hinterher ein paar Scheine extra gekriegt.

Noch besser sind die Leute, die ihre wichtigen Unterlagen verschlüsselt in der Cloud ablegen. Da kannst du deren Arbeit nicht mal unterbrechen. Denn du weißt in der Regel nicht, wo die Cloud ist, evtl noch über einen Proxy verschleiert und Zugang hat er von überall her.

Mit den althergrachten Methoden kommt man da nicht immer weiter. Wobei sich da schon Wissen entwickelt, aber für einen Großfall gibt es eben nicht genug Spezialisten zu der Durchsuchung.

Man muss natürlich auch den Aufwand in einem vernünftigen Maß halten. Wenn es sich um eine Urheberrechtsverletzung im Wert von 300€ handelt, ist der Aufwand sicher anders wie bei einem Mord oder einem Fall vom Staatsschutz.

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon zulu » Mo 26. Mai 2014, 12:06

So, bei besagtem Vorwurf ist eine Spielekonsole ein unwichtiges Beweismittel? Also entweder dein übertriebenes Wissen ist doch nicht so umfangreich, oder die Konsole war tatsächlich eine PS1 bzw. älter. Aber selbst dann durchaus begründbar.

Mal davon abgesehen, es gibt Spezialisten mit denen die Behörden in manchen Fällen zusammenarbeiten, diese haben sie aber nicht über großspurige Posts in irgendwelchen Foren akquiriert. Ein Profi geht nicht mit offener Hose hausieren. ;)

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon wolfi71 » Mo 26. Mai 2014, 14:51

Aus rechtlichen Gründen sind die Ermittler ja normalerweise auch Polizisten. Ich kenne da Informatiker, die zugleich auch Polizist sind. Da bedarf es einer starken Motivation, weil du da woanders deutlich lockerer mehr Geld verdienen kannst.

Brathühnchen
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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon Brathühnchen » Mo 26. Mai 2014, 16:23

Noch besser sind die Leute, die ihre wichtigen Unterlagen verschlüsselt in der Cloud ablegen. Da kannst du deren Arbeit nicht mal unterbrechen. Denn du weißt in der Regel nicht, wo die Cloud ist, evtl noch über einen Proxy verschleiert und Zugang hat er von überall her.
Was ja einer der Begründungen für den Bundestrojaner war.

Hat das BKA nun eigentlich IT-Experten gefunden, die bereit sind für das BKA zu arbeiten oder sind die Stellen immer noch offen? Hihi http://blog.fefe.de/?ts=ac6fcb5b

Ansonsten an den Thread-Ersteller: Viel Erfolg bei deinen Bemühungen, würde mir aber auch überlegen in die privatwirtschaftliche Forensik zu wechseln und für eine wirksame Absicherung der Kommunikation zwischen Bürgern und Unternehmen sorgen. Hier sind noch einige Goldgruben, insbesondere bei Unternehmen, zu holen!

Dennoch: Egal was du machst, ober Privatwirtschaft oder Polizei, es sei denn du unterstützt Schurkenstaaten, viel Erfolg!
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"Geh du weiterhin Bratwurst und Sauerkraut im Biergarten essen und sei weiterhin gut in Mathe haha."

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Re: Cyberfahnder bei Polizei werden?

Beitragvon QueensCowboy » So 8. Jun 2014, 16:08

OP: Da du schreibst das die Spielekonsole eigentlich ohne Grund beschlagnamt wurde, dann kann ich mir nur denken das du bei weitem nicht so viel weist als du angibst.

Woher hast du die info das viel nicht beschlagnamt wurde?

Oh ja.. ich bin Polizist und IT Experte, fachbereich Computer-Forensik.


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