Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

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Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Schuschi-NRW » Mi 2. Okt 2013, 12:22

Hallo Zusammen!

Ich habe im September diesen Jahres meine Ausbildung bei der Poliezi NRW abgeschlossen und bin seitdem Beamter auf Probe. Bei Ausbildungsbeginn habe ich eine private Krankenzusatzversicherung zu einem recht günstigen Monatsbeitrag (ca. 6 Euro) abgeschlossen.
Nun hat sich der Beitragauf monatlich 43 Euro erhöht, da die Ermäßigungen während der Ausbildung weggefallen sind. Dieser Beitrag erscheint mir sehr hoch!
Daher überlege ich, wie ich diesen senken kann und ob eine private Krankenzusatzversicherung überhaupt Pflicht ist? Dass eine solche Versicherung sinnvoll ist, steht außer Frage, da wir ja nur 50 % Beihilfeanspruch haben. Aber auf das Krankenhaustagegeld und die Zweibettzimmerbehandlung mit Chefarzt könnte ich verzichten.
Wenn eine o.g. Verpflichtung besteht, worauf bezieht diese sich mindestens?
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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon beni » Mi 2. Okt 2013, 12:34

es besteht in NRW keine Verpflichtung eine Zusatzkrankenversicherung zu haben.

Eventuell musst du bei einigen Sachen ohne Versicherung dazuzahlen.
Es wird aber auch nicht alles von einer Versicherung abgedeckt

Schau dir deinen Vertrag genau an was dieser beinhaltet und mach dich bei PÄD und auf dem Portal http://www.versorgungskassen.de/pages/b ... /index.php kundig und vergleiche.

Die Rheinischen Versorgungskassen wickeln in NRW die Beihilfeanträge ab!

Frag ggf mal ältere Kollegen wo und mit was sie versichert sind.
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Gruß
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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Schuschi-NRW » Mi 2. Okt 2013, 14:33

Vielen Dank für die Antwort!
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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Jaguar2801 » Mi 2. Okt 2013, 17:18

Also Chefbehandlung und Zweibettzimmer sind bestimmt keine Pflicht :D
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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Ghostrider1 » Mi 2. Okt 2013, 18:52

NRW = freie Heilfürsorge?

Heilfürsorgeberechtigt ist nur, wer im Dienstverhätnis steht. Wenn die Pension ran ist, bekommst du Beihilfe. Diese Beihilfe übernimmt einen x % Satz. Den Rest zu 100% mußt du irgendwie decken. Ob du dafür finaziell selber aufkommst, oder eine Anwartschaft abschließt, ist dein Ding.
Redest du tatsächlich von einer Zusatzversicherung? Oder redest du von einer momentanen Anwartschaft. (das erklärt die 40€, bei einer großen Anwartschaft.)

Gibt es kein öDR (öffentliches Dienstrecht), wo man euch dies lehrte?

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Criss_mitchel » Mi 2. Okt 2013, 19:37

Frag ich mich auch gerade.

Bei uns in GE hat man uns schon in der O-Woche über solche Sachen belehrt und uns Tipps gegeben.

Hatte mich auch schon vorher informiert und überall hat man mir von einer großen Anwartschaft abgeraten teilweise wurden die gar nicht mehr angeboten.

Also ich zahle für die Anwartschaft (klein 1€ )
Chefarzt, Zähne, Einbettzimmer, Krankenhaustagegeld (bräuchte ich jetzt nicht wirklich wäre bei meiner Versicherung ohne nochmal 5€ billiger), Pflegepflicht
ca. 30 € (muss dazu sagen bin auch schon 30 Jahre alt also bei den jüngeren wird es günstiger sein)


Aber wie Ghostrider schon sagte freie Heilfürsorge wenn du den ganzen Schnick Schnack nicht brauchst.
Ne Anwartschaft wäre schon ratsam
Pflegepflicht musste ja haben
wären zusammen vll 11 € bzw nach der Ausbildung halt etwas mehr weil da glaub ich die Anwartschaft teurer ist als in der Ausbildung.

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Ghostrider1 » Mi 2. Okt 2013, 20:24

Ohwei - Hier wird alles in einen Topf geworfen und umgerührt.

1. Pflegeplichtversicherung berechnet sich nach dem Einkommen. Sollten so um die 2% sein. Dies ist eine Pflichtversicherung, die alle legen müssen.

Anwartschaft klein vs. Anwartschaft groß.
Beide Modelle sind ein einfaches Rechenbeispiel. Rechnet euch den Gesamtbetrag in beiden Modellen aus (Betrag pro Monat * 12 * [_j = Jahre bis zur Pension]);.
Haltet dagegen, was man mit 62 Jahren für eine priavte Krankenversicherung bezahlt. Geht von 82 Jahren Lebenszeit aus und vergleicht die Zahlen.

Anwartschaft sichert hinterher, dass ihr die fehlenden x % (in SN deckt die Beihilfe 60% ab) gedeckelt bekommt. Außerdem ist es bei Nachwuchs recht interessant. Kinder von Beamten sind Beihilfeberechtigt.
Was haben wir gelernt? Es fehlt Pulver, da die Beihilfe nicht alles deckt. Da muss die olle Anwartschaft ran. Außerdem sollte man wissen, dass das Kind über die Anwartschaft der Mutter läuft, wenn beide Beamte sind.

Faustregel sagt:
Beamte auf Zeit (SaZ) = kleine Anwartschaft
BaL = große Anwartschaft (in der Ausbildung soll jeder selber entscheiden) Je später man eine große abschließt, um so höher sind die Raten

http://www.wissen-private-krankenversic ... rsicherung
Man unterscheidet zwischen der kleinen und großen Anwartschaft. In der kleinen Anwartschaftsversicherung wird lediglich auf eine spätere Gesundheitsprüfung verzichtet, wohingegen in der großen Anwartschaftsversicherung sich auch der spätere Beitrag nach dem Datum der Anwartschaftsversicherung bemisst. Der Beitrag ist hier auch entsprechend höher.Besonders für Berufsoldaten und Polizisten ist die große Anwartschaft besonders sinnvoll, weil hier erst 20-30 Jahre vergehen, ehe von der freien Heilfürsorge in die private Krankenversicherung gewechselt werden kann. Bei Zeitsoldaten empfiehlt sich eher eine kleine Anwartschaft.

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon beni » Mi 2. Okt 2013, 20:53

Ich wiederhole mich gerne aus einem anderen Thread

Auch wenn es freie Heilfürsorge heißt,bedeutet es nicht,dass alles gezahlt wird.
Einige dInge müssen über die Beihilfe abgerechnet werden. Diese zählt ihren Prozentsatz. Den Rest zählt man selber oder die Zusatzversicherung.

Also man merke: nur weil frei drauf steht,ist nicht alles frei ;D
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Gruß
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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Criss_mitchel » Mi 2. Okt 2013, 21:05

oh sorry wollte nichts falsches sagen.

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Schuschi-NRW » Do 3. Okt 2013, 10:31

Danke Euch mal erst für die Antworten. Ich muss zugeben, dass ich das alles etwas kompliziert finde. Aber so wie beni sagt hatte ich das auch verstanden. Wenn einem Beamten vor der Pensionierung die Kauleisten wegbrechen bezahlt die Beihilfe (aktuell bei mir) 50 %. Der Rest ist entweder selbst zu zahlen oder bei bestehen über die Krankenzusatzversicherung abzuwickeln. In diesem Fall, oder auch dann wenn es um Sehhilfen geht, erscheint diese Versicherung sinnvoll.
Anders sieht es für mich aus, wenn es um Chefarztbehandlung und Einzel- bzw. Zweibettzimmer geht. Auch das Krankenhaustagegeld ist mir nicht sonderlich wichtig, wenn dies schon einen Beitrag von 15 Euro monatlich ausmacht. Wie seht ihr das? Welche Zusatzversicherungen habt ihr?

Grüße Schuschi-NRW
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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon beni » Do 3. Okt 2013, 11:15

Schuschi
Ich bin aus NRW, hatte vor Urzeiten mal eine Zusatzversicherung,die für mich gar nichts brachte und wo ich auch schlecht beraten worden bin.

Seitdem habe ich keine mehr, habe ein Kind zur Welt gebracht,wurde mehrfach operiert, benötigte Schienen und andere Hilfsmittel und bin ohne Zuzahlungen immer aus dem ganzen raus gegangen.
Vor wenigen Wochen operiert und mich hat auch der Chefarzt bündelt und es war ein Zweibettzimmer und das ganze ohne Versicherung.

Vielleicht hilft dir das ja bei deiner Entscheidung :)
Näheres gerne per PN
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Gruß
beni aus NRW

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Patrick-F » Di 1. Dez 2015, 18:37

Ich lese das bei Schuschi so, als ob er die 50% von der Freien Heilfürsorge immer unterschlägt...

50% Beihilfe + 50% Freie Heilfürsorge = 100% abgesichert.

Ich musste auch noch nie etwas zuzahlen...

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Zeus » Di 1. Dez 2015, 20:12

Ich bin immer wieder geschockt welches Halbwissen und Co. bei diesen Themen herrscht! :polizei4: :polizei10:
Patrick-F hat geschrieben:Ich lese das bei Schuschi so, als ob er die 50% von der Freien Heilfürsorge immer unterschlägt...

50% Beihilfe + 50% Freie Heilfürsorge = 100% abgesichert.

Ich musste auch noch nie etwas zuzahlen...
Thema: Heilfürsorge / Beihilfe / PKV

Es gibt Heilfürsorge, keine freie Heilfürsorge.

Die Heilfürsorge deckt 100% der medizinischen Leistungen auf dem Niveau und mit den Abrechnungssätzen der gesetzlichen Krankenversicherung ab.

Die Heilfürsorge hat Vorrang vor der Beihilfe.

Trotzdem hat jeder Beamter, auch der Heilfürsorgeberechtigte, noch einen 50% Beihilfeanspruch!
Diesen kann er bei Lesitungen außerhalb der Heilfürsorge nutzen. Also bei Privatleistungen.
Möchte man Privatleistungen nutzen, kann der Beamte mit Heilfürsorge die anderen 50% zur Behilfe durch eine Zusatzversicherung abdecken!
Wenn man Privatleistungen nutzen möchte kann das durchaus Sinn machen um damit die Mehrkosten abzudecken.
Welche Dinge man absichern möchte ist natürlich individuell!

Ansonsten ist man rein faktisch in der Heilfürsorge einem gesetzlich Versicherten gleichgestellt. PUNKT.



Jeder Beamte ohne Heilfürsorge hat eben "nur" die 50% Beihilfeanspruch und muss die weiteren 50% entweder selbst zahlen oder versichert sich zu 50% bei einer privaten Versicherung. Er ist Privatpatient.


Thema: Anwartschaft

Der Beamte, der heilfürsorgeberechtigt ist, hat diese nur bis zu seiner Pensionierung.
Danach muss er sich zu 30% Privat versichern und ist dann Privatpatient!
70% wird durch die Behilfe abgedeckt.

Es gibt zwei bzw. eigentlich drei Möglichkeiten:

Kleine Anwartschaft: Eine private Krankenversicherung verpflichtet sich dazu einen zu Pensionseintritt zu versichern, mit den Gegebenheiten (Gesundheitsfragen) bei Abschluss der Versicherung (i.d.R. als Anwärter)
Der Beitragssatz denn man als Pensionär zahlt ist völlig offen.
Der monatliche Beitrag läuft oft "symbolisch" über eine Gewerkschaft oder wird privat abgeschlossen und sind i.d.R. nur ein paar €!

Große Anwartschaft: Eine private Krankenversicherung verpflichtet sich dazu einen bei Pensionseintritt zu versichern, dann aber zu einem ähnlichen Satz wie beim Eintritt bzw als ob der Beamte durchgängig seine Dienstzeit schon Privatpatient gewesen wäre. Er zahlt monatlich einen höheren Betrag damit quasi Altersrückstellungen gebildet werden können!
Den genauen Beitrag im Alter kann man jedoch nicht vorhersagen.
Ob es sich lohnt sein Leben lang in eine Große zu investieren? Da scheiden sich die Geister und das muss jeder selbst eintscheiden!

Keine Anwartschaft: Die denkbar schlechteste Alternative. Denn wenn man im Laufe des Lebens mal eine schwere Erkrankung hat, dann kann es sein, dass einen keine PKV mehr versichert oder bestimmte Krankenheiten ausschließt, dann steht man richtig dumm da!

Also egal welche Anwartschaft, aber schließt eine ab! Und das muss oder sollte nicht unbedingt der einfachheitshalber die der Gewerkschaft sein!! :polizei10: Sondern beschäftigt euch damit welche PKV euch zusagt!


Thema: Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung!
Die Pflegeversicherung muss sowohl jeder sozialversicherungspflichtig-Beschäftigter, als auch jeder Beamter abschließen und soll einen im Alter für den Bereich der Pflege absichern.



Gruß
Zeus :polizei1:

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Diag » Di 1. Dez 2015, 20:56

Mein Vorschlag: Abtrennen und anpinnen.

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Re: Verpflichtung zur privaten Krankenzusatzversicherung?

Beitragvon Zeus » Di 1. Dez 2015, 22:04

Diag hat geschrieben:Mein Vorschlag: Abtrennen und anpinnen.
Gute Idee! :polizei1:


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