Große Anwartschaft ja oder nein?

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Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Patrick-F » Mi 6. Jan 2016, 23:30

Hallo,

mich würde der spätere Beitrag der PKV interessieren einmal mit und einmal ohne Anwartschaft. Klar, heute ist es schwer zu sagen was in 40 Jahren an Beitrag verlangt wird, Doch vielleicht kann man das analog zu heute sehen.


Was zahlt denn ein Kollege der heute in Pension geht monatlich PKV einmal mit und einmal ohne Anwartschaft? Die Zahlen müssten doch irgendwo existieren...


Gruß

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon poliziotto » Do 7. Jan 2016, 00:24

Also etwas Lesen hier im Unterforum würde dich schon deutlich weiter bringen.

Eine Anwartschaft brauchst du nur, wenn dein Vertrag mit der PKV ruhen soll, ohne aufgelöst zu werden. Also z.B. während du in der freien Heilfürsorge bist. Die Frage ist: Wie lange willst du/wirst du in einem Bereich mit der freien Heilfürsorge eingesetzt werden?

Die kleine Anwartschaft lässt dich ohne Gesundheitsprüfung wieder in den aktiven Vertrag einsteigen zu den Konditionen, die deinem Alter entsprechend für dich gelten würden.
Bei der großen Anwartschaft steigst du mit den Konditionen in den aktiven Vertrag ein, mit dem du zu Beginn der Anwartschaft ausgestiegen bist.

Ein Versicherungsvertreter wird dir professionelle Auskunft geben können und konkrete Zahlen kannst du nur individuell bei jeder Versicherung abfragen.

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Patrick-F » Do 7. Jan 2016, 03:43

Ich werde vermutlich bis zum Pensionseintritt in diesem Bereich eingesetzt werden... Polizei NRW.

Wie das mit der Anwartschaft läuft, das weiß ich. Mir geht es nur um die Sinnhaftigkeit der großen Anwartschaft. Im Kollegenkreis haben die welche, andere wiederum nicht. Keiner kann mir dazu etwas gehaltvolles beitragen.

Ich möchte hier auch keine genauen zahlen haben, nur eine grobe Richtung.

Kostet zb die Private KV mit großer Anwartschaft später 300 und mit kleiner 600?

Wenn dem so wäre, dann könnte ich mir durchaus vorstellen die große Anwartschaft abzuschließen. Sollten zwischen den beiden aber nur 100 Euro liegen, so macht es mehr Sinn nur die kleine Anwartschaft laufen zu lassen..

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Cologne » Mo 11. Jan 2016, 21:26

Patrick-F hat geschrieben:
Kostet zb die Private KV mit großer Anwartschaft später 300 und mit kleiner 600?

Wenn dem so wäre, dann könnte ich mir durchaus vorstellen die große Anwartschaft abzuschließen. Sollten zwischen den beiden aber nur 100 Euro liegen, so macht es mehr Sinn nur die kleine Anwartschaft laufen zu lassen..
Es kann natürlich keiner in die Zukunft schauen, aber nach heutigen Maßstäben ist wohl eher mit der von dir erstgenannten Variante zu rechnen.

Bei kleiner Anwartschaft wirst du so gestellt als ob du im Pensionsalter zum ersten mal krankenversichert bist. Die Beiträge für über 60-jährige "Erstversicherte" sind deutlich höher als für z.B 20-jährige Erstversicherte.

Bei großer Anwartschaft wirst du mit Zeitpunkt Abschluss Anwartschaft so gestellt als ob du die ganze Zeit krankenversichert warst.

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Cologne » Mo 11. Jan 2016, 21:35

Hatte den Link schon mal eingestellt, hilft vielleicht weiter.
Da hat es jemand von einer Versicherung recht ausführlich erklärt.

http://www.krankenkassentarife.de/forum ... d&id=20696

LG

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Polli » Mo 11. Jan 2016, 21:56

Hi Patrick,

ich habe mich im letzten Jahr mit einem pensionierten Kollegen u. a. über
seine Krankenversicherungsbeiträge unterhalten.
Er zahlt für sich und seine Frau jeweils ca. 250 € an Krankenversicherungsbeiträgen.
Er hatte zuvor keine große Anwartschaftversicherung.

Es ist sicherlich sinnvoll und wichtig sich Gedanken über seine private Altersvorsorge zu machen. :zustimm:

Pauschal möchte ich von einer großen Anwartschaft abraten.

Abraten deshalb, da wir alle nicht wissen, wie lange wir in NRW noch das Prinzip der Freien Heilfürsorge haben werden.
- Ich hoffe - noch sehr lange, aber ich habe da keinen Einfluss drauf.

Was würde mit den eingezahlten Beiträgen passieren, wenn man die ganze Zeit für eine
große Anwartschaft bezahlt hat, und dann, weit vor der Pensionierung, ein anderes System bekommt :?:
Da kann man nur spekulieren. :juggle:

Falls man vor der Pensionierung stirbt, sind sämtliche Beiträge futsch... :magic:

Daher ist meine Empfehlung - im Hinblick auf die Altersvorsorge und damit "Kostendämpfung" -
den Betrag, den man bereit wäre für eine große Anwartschaft auszugeben, in einen privaten
Rentenbaustein zu investieren.

Mit dieser "Methode" hat man im Alter etwas mehr Geld zur Verfügung, als wenn man sich nicht gekümmert hätte.

Das große Plus:
Eine private Rente ist vererbbar und unabhängig von dem aktuellen System der Freien Heilfürsorge in der Polizei NRW.


Gruß :polizei2:
Polli (NRW)

--> Hier gibt´s Beratung - bitte mal draufklicken :!:




http://polizeistiftung-nrw.de/


Wählen ist wie zähneputzen, wenn mans nicht macht, wirds braun!

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Patrick-F » Mi 13. Jan 2016, 09:47

Ich danke euch für die Antworten. Das hat mich schon etwas weiter gebracht. Sollte das Verhältnis zwischen PKV Betrag und Pensionsgehalt sich nicht eklatant verändern, so würde ich aktuell erstmal bei der kleinen Anwartschaft bleiben :) :zustimm:

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Ghostrider1 » Mi 13. Jan 2016, 11:10

Polli, wenn die freie Heilfürsoge abgeschafft wird, so würde es mich wundern, wenn es keinen Bestandsschutz gibt. Es wäre nämlich für Kollegen mit einem Leiden unbezahlbar.

@TE
Einfach mal rechnen! Keine Ahnung warum sich da so viele Leute so schwer stellen :polizei13:
Lasse dir die Beiträge einer kleinen Anwartschaft und die späteren Beiträge aufzeigen. Das Gleiche machst du mit einer großen.
Wie lange du Arbeiten mußt, ist auch bekannt.

Was der große unbekannte Variable ist, ist der Zeitpunkt, wann du den Löffel abgibst. Da kann man aber mal das Durchschnittsalter nehmen.

Fertig ist die Rechnung am Lebensende stehen da 2 Beträge.

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Lone Soldier » Mi 13. Jan 2016, 11:21

Ich wüsste von keinem einzigen Bundesland, wo man bei der Abschaffung der Heilfürsorge an die Beamten rangegangen ist, die sie schon bekommen. Galt immer nur für die Neueinstellungen.

Das Problem mit den Berechnungen: Was meinst du wie viele in die Röhre schauen, weil sie Rechnungen vertraut haben, die ihnen vor zwanzig Jahren vorgelegt wurden, da sind so viele Variablen drin, das kann dir keiner vorhersagen. Zumal du dann auch noch gegenrechnen müsstest ob das Geld in einer Altersvorsorge nicht am Ende mehr bringt, als in der großen Anwartschaft. Grundsätzlich bist du schon mal auf einem guten Weg, dass du dich überhaupt mit dem Thema beschäftigst.

Solltest du dich für eine kleine Anwartschaft entscheiden, nimm nicht die Billigste. Da würde ich mal einen Gang zur Verbraucherzentrale wagen. Die kriegen ja mit, welche Versicherungen sich mit dem Thema Altersrückstellung befassen, in dem sie beim Jüngeren etwas mehr nehmen und bei welchen die Beiträge ab einem gewissen Alter in die Decke schießen, weil sie die jungen Leute erstmal mit Dumpingbeiträgen locken.

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Buford T. Justice » Mi 13. Jan 2016, 11:23

Ghostrider, ich würde jetzt nicht sagen, dass man das so einfach nachrechnen kann. Wie lange wir arbeiten, ist noch nicht absehbar. Ich glaube jedenfalls nicht, dass ich mit 61/62 pensioniert werde. Eine Berechnung zukünftiger Beiträge bei einer kleinen Anwartschaft setzt voraus, dass nichts gravierendes passiert, was die Beiträge hochsetzt.

Und was Polli meint: Die Anwartschaft ist für die Zeit nach der freien Heilfürsorge. Wenn diese aber zur aktiven Dienstzeit eines Beamten abgeschafft werden sollte, kann er sich evtl. nichts davon kaufen, was er an höheren Anwartschaftsbeträgen eingezahlt hat. Das hat nichts mit Bestandsschutz für bereits erkrankte zu tun.
Wenn mal wieder der "gesunde Menschenverstand" als Beurteilungsgrundlage herangezogen wird:
3Sat Scobel - Was ist normal?

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Ghostrider1 » Mi 13. Jan 2016, 12:03

Bei der kleinen Anwartschaft wird der Gesundheitszustand beim Pensionseintritt neu geprüft. Bei der großen, friert man diesen ein. Deswegen auch die höheren Beiträge.

Passiert ein Unfall oder man bekommt altersbedingt Probleme mit den Gelenken (Hüfte, Knie), kann der Krankenkassenbeitrag zum Eintritt in die Pension, bei der kleinen Anwartschaft, sehr heftig ausfallen.

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Patrick-F » Mi 13. Jan 2016, 13:21

Ich habe ebenfalls mal gehört, dass man normalerweise Bestandsschutz genießen müsste und nur die neuen Kollegen wirklich eine PKV brauchen. Oder heißt hier Bestandsschutz, dass ein aktuell erkrankter seine Rechnungen bis zur Heilung der Krankheit noch von der freien Heilfürsorge bezahlt bekommt, danach aber nicht mehr? :o

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon 1957 » Mi 13. Jan 2016, 14:09

Ghosti, für die kleine Anwartschaft erfolgt keine Gesundheitsprüfung bei Eintritt in die PKV nach der Pensionierung. Die erfolgt ggf. bei Abschluß der Versicherung.

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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Jan86 » Mi 13. Jan 2016, 15:37

Es ist doch so: (am Beispiel eines heute 20-Jährigen der eine Anwartschaft abschließt)

- mit kleiner Anwartschaft, bei Pensionseintritt KEINE Gesundheitsprüfung, aber dann den Beitrag eines dann beispielsweise 62-Jährigen zahlt.
(Gesundheitstatus wird eingrfroren)

- mit großer Anwartschaft, bei Pensionseintritt ebenfalls KEINE Gesundheitsprüfung erfolgt und er den Beitrag eines dann 20-Jährigen zahlt.
(Gesundheitsstatus und das Alter werden eingefroren)

In meinem Fall wäre es besser, mit der kleinen Anwartschaft zu fahren und das Geld was man spart jetzt (oder wenn man volles Gehalt bezieht) in eine private Altersvorsorge zu stecken.
Da wär die Versicherung bei Pensionierung zwar teurer aber ich würde auch mehr rauskriegen.
KA
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Re: Große Anwartschaft ja oder nein?

Beitragvon Versicherungsmakler » Fr 15. Jan 2016, 11:40

Ich komme als doofer Versicherungsmakler mal mit aktuellen Zahlen. Unterstelle mal, daß in x Jahren der Beihilfeanspruch immer noch bei 70% für Pensionäre ist (siehe Baden-Württemberg), das Pensionsalter für Polizisten immer noch unverändert ist und das alle Wettbewerber um die Beiträge der Polizisten alle gleich gut wirtschaften:
Die kleine Anwartschaft wird ja von einigen Marktteilnehmern für 1 Euro "verschenkt". Zwar kann ich mir nicht vorstellen, wie man heute bei Beitragseinzug für 1 Euro auch noch Versicherungsleistungen erbringen kann...aber sei es drum. Bei einem (relativ unangefochten) als gut eingeschätzten Krankenversicherer wird die große Anwartschaft wie folgt ausgepreist: 15% der Tarifprämie für den ambulanten Teil, 35% der Tarifprämie für den stationären Teil, 5% der Tarifprämie für den Zahnbereich und 20% der Tarifprämie für den Beihilfe-Ergänzungstarif. Für einen 25jährigen Polizisten kostet so eine große Anwartschaftsversicherung auf 30% Restkostenabsicherung im Pensionsalter monatlich 25,80 Euro zzgl. der obligatorischen Pflegepflichtversicherung von 8,60 Euro.
Der Beitragsunterschied zwischen einer aktiven Versicherung eines 25jährigen und eines 62jährigen Pensionärs ( immer noch 30% versichert) liegt bei diesem Versicherer ziemlich exakt bei 100 Euro ( 160 Euro zu 258 Euro) - es sind keinerlei Krankenhaus-, Kur- oder Pflegetagegelder mitversichert.
Um diesen Beitragsunterschied auszugleichen, kam im thread ja die Idee einer separaten Ansparung der Beitragsdifferenz (24,80 Euro) in einer Rentenversicherung bis zum 62. Lebensjahr...Nach meinen Rechnern gelingt dies...eher nicht, mag aber am derzeitigen Zinsniveau liegen.
Gemäß meiner altertümlichen Denkweise, die auf 25jähriger Berufserfahrung gründet, empfehle ich seit vielen Jahren den Interessenten und meinen Kunden, den geforderten Beitrag doch einfach ins (prozentuale) Verhältnis zu den Bezügen zu setzen (schließlich funktioniert das zumindest bei Arbeitnehmern in den Lohnbescheinigungen ja auch so). Beim konkreten Produkt kommt die Ungewißheit der "Restlebenserwartung" hinzu. Wer mag dieses Risiko tatsächlich mit 24,80 € x 12 Monate x 37 Jahre = 11.011,20 € zzgl. Überschuß selbst tragen? :o


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