Welche Kampfsportart?

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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon Maure » Mi 19. Dez 2012, 19:00

Wir sind Teil des jeweiligen PP. Die Kollegen kommen zu uns. Wir sind uns allerdings auch nicht zu schade und besuchen, wenn es möglich ist, die Dienststellen.

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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon EtOH » Do 20. Dez 2012, 22:25

Trooper hat geschrieben:So, besser spät als nie...
Kenn ich :polizei1:
Aus welchen sportarten Rekrutiert den MMA seine Leute?
BJJ, Kickboxen, Sport-Judo, Wettkampf-Karate.
Was nicht gekonnt wird wird nicht übernommen.
MMA ist mittlerweile eine eigene Sportart mit dezidiert eigenenen Trainingsmethodiken. Auch wenn sich natürlich bei den Quelldisziplinen für die einzelnen Kampfdistanzen (i.d.R. BJJ/Grappling für den Boden, Ringen/Judo für den Clinch, Kick-/Thaiboxen für Striking) bedient wird.

Das ist aber für die Frage ein Nebenkriegsschauplatz... hier in Europa mag es ein Nischensport sein; auf der anderen Seite des Atlantiks ist es längst ein Mainstream-Massensport, den es in jeder Kleinstadt gibt, der mittlerweile Boxen in der Zuschauergunst deutlich verdrängt hat und mit dem gigantische Geldsummen verdient werden. Auf Deutsch gesagt, wenn es abweichende Kampfkonzepte gäbe, die in der praktischen Anwendung insgesamt für eine Vielzahl von Anwendern besser geeignet wären, hätten die sich im Verlauf der jahrzehntelangen Entwicklung evolutionär durchgesetzt, weil es massive Erfolgsanreize gibt.
Schön das du Evolution ansprichst. Neuanlagen sind in dieser extrem selten. Fast immer wird nur Bestehendes umgewandelt. Und was dabei rauskommt ist manchmal einfach nur verrükt und macht nur Sinn, wenn die ganze Historie der Entwicklung betrachtet wurde. In der Biologie wäre das inverse Auge ein Beispiel (das Licht muss erst durch die ganzen Nervenzellen durch, wird dann reflektiert, und trifft dann auf die Rezeptoren an den besagten Nerven.)
Beim Sport der überhöhte Stellenwert der Beingreifer bei den Wurftechniken.
Sind Knie an den Kopf und Ellenbogen auf die Wirbelsäule mögliche Konter und die Gegner möglicherweise mehr als einzeln, geht der Stellenwert schnell wieder auf normal zurück.
Ich hatte schon "Labor-Klopperein". Und alle Paar Jahre mal zum Ausprobieren und Lücken auffinden gar nicht mal so schlecht. Als Training nehm ich allerdings außer "Aha daran muss ich noch arbeiten" nicht viel raus.
Ich finde, das greift zu kurz. In meinen Augen ist Sparring nicht nur eine gelegentliche Testumgebung, sondern eine ganz zentrale Trainingsmethodik. In denjenigen Sportarten, denen ich selbst die größte Funktionalität (im Sinne von praktischer Anwendbarkeit) zusprechen würde, spielt Sparring in seinen vielfältigen Formen eine Rolle in jeder einzelnen Trainingseinheit, und zwar von Anfang an, auch für Beginner.

Der Grund dafür liegt darin, daß meine persönlichen Erfahrungen mit Widerständen klar indizieren, daß in stressigen Konfliktsituationen in aller Regel dasjenige am besten funktioniert, was ich vorher in einer möglichst ähnlichen Umgebung mit vielen Wiederholungen verfestigen konnte. Keine Trainingsform kann die Realität tatsächlich zu 100% wiedergeben, aber unter allen machbaren Übungsmethodiken ist gutes, vernünftig geplantes Sparring diejenige, die zumindest die Tatsache erlebbar macht, sich in freier Auseinandersetzung mit einem gegnerischen Willen und einer ernsthaften Intention auseinandersetzen zu müssen.

Fußballer, Handballer, Volleyballer, Tennisspieler machen dauernd Trainingsspiele. Schwimmer ziehen ständig Bahnen. Judoka machen in jeder Einheit Randori, BJJ-ler rollen, Segler machen ständig Trainingsfahrten gegen die Uhr und gegeneinander. Nur (bestimmte) Kampfkünstler (und manchmal auch behördliche Ausbilder) beschränken sich weitgehend auf "Trockenschwimmen".

Ich halte das für ein großes Manko und mache das im Training in unserer Dienststelle anders.
Im Sparring wird aber auch Mist angewöhnt. Beispielweise das 'am Kittel hängen' und richtig toll ist es, wenn dabei das Genick dem Elbogen quasi angebiedert wird. Mehrmals bei Sparringpartnern gesehen. Ist ein Messer im Spiel wird das Rumgezzerre und Ranhängen zu einer suizidale Angewohnheit.

Sparring ist kein Kampf. Und verleitet auch zu Taktiken, die nur im Regelwerk einen Vorteil bringen. Hat lange gebraucht, bis ich mir da einiges wieder abgewöhnt hatte.

KK soll auch nicht das Kämpfen beibringen, sondern die Kampffertigkeiten verbessern.

Timmey!
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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon Timmey! » Do 20. Dez 2012, 22:36

Hm, klar, wenn Messer im Spiel ist, ist jeder enge Kontakt Selbstmord....
Wird reden hier aber davon, welche Kampfsportart für den pol. Alltag am geeignetesten ist.

Mag ja sein, dass theoretisch viele Systeme wie beispielsweise Aikido sehr gut funktionieren können.
EtOH hat geschrieben:Im Sparring wird aber auch Mist angewöhnt. Beispielweise das 'am Kittel hängen' und richtig toll ist es, wenn dabei das Genick dem Elbogen quasi angebiedert wird. Mehrmals bei Sparringpartnern gesehen. Ist ein Messer im Spiel wird das Rumgezzerre und Ranhängen zu einer suizidale Angewohnheit.

Sparring ist kein Kampf. Und verleitet auch zu Taktiken, die nur im Regelwerk einen Vorteil bringen. Hat lange gebraucht, bis ich mir da einiges wieder abgewöhnt hatte.

KK soll auch nicht das Kämpfen beibringen, sondern die Kampffertigkeiten verbessern.
das ist meiner Meinung nach einfach zu kurz gedacht. Klar wird im Sparring teilweise Mist antrainiert, wenn der Trainer nicht drauf achtet. Aber der Vorteil im Sparring ist, dass man unter so realistischen Begebenheiten trainiert wie möglich. Man lernt direkt und teilweise schmerzhaft, was man falsch macht. Ein Trainer sagte mal "Schweiß auf der Matte schützt vor Blut auf der Straße".


Ich habe einfahc das Gefühl, dass du das gesamte Thema zu theoretisch betrachtest. Wie Trooper schon schrieb, ist MMA einfach eine sehr praxisnahe Anwendung.
Man muss im Training möglichst realistisch trainieren. Und wenn man noch nie Sparring gemacht hat und dabei einen auf die Nase bekommen hat, wundert man sich beim ersten Widerstand.

Was ist denn dein Vorschlag, um so realitätsnah wie möglich zu trainieren?

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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon fmullins » Do 20. Dez 2012, 23:10

Ohne Sparring trainiert man sich noch viel mehr Blödsinn an.
Sparring ist ja auch kein fester Begriff und sicherlich gibt es überall Blödsinn unter den verschiedensten Namen...

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Welche Kampfsportart?

Beitragvon The-Funky-Beast » Fr 21. Dez 2012, 05:07

Ist natürlich auch immer eine Ansichtssache die von eigenen Erfahrungen beeinflusst wird. Ich für meinen Teil will meine MMA-Erfahrung nicht mehr missen, andere mögen vll mit Aikido & Co. Besser fahren.

Letztendlich sollte es für einen PVB ja eh darauf ankommen, für sich selbst einen körperlichen Zustand herzustellen, in dem man auf körperliche Gewalt einigermaßen sicher und verhältnismäßig reagieren kann, sollte die verbale Deeskalation scheitern. Wie das dann im Endeffekt persönlich gehandhabt wird... Whatever... Der Weg ist eben manchmal doch nicht das Ziel, sondern wichtig ist dann das was dabei rauskommt. :D
"Nur auf das Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen."

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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon drwatson » Fr 21. Dez 2012, 15:13

Auch eine Alternative: Kali Sikaran.
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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon Cesair » Mo 15. Apr 2013, 20:34

jede kampfsport- oder kunstart ist, wenn man sie beherrscht sinnvoll. Wenn man karate oder aikido meister ist, sollte man alles andere als "umlernen".
Aus eigener Erfahrung kann ich krav Maga nur bedingt empfehlen. Es ist eine SV-Art die ihre WUrzeln im Militär hat. Ein großteil der techniken sind einfach unverhältnismäßig.
Mehr sinn machen da aikido und wing chun.

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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon endofwatch » Do 2. Mai 2013, 00:16

Wing Tsun ist eigentlich sehr vorteilhaft für einen PB, da man Griffe verinnerlicht und sich damit gut abwehren kann. Dazu würde ich Escrima empfehlen, da man dadurch den Umgang und Abwehr von Schlagstöcken und Messern lernt.

Die Wing-Tsun-Schule sollte aber eher "Straßenorientiert" sein, anstatt traditionell, da Wing Tsun an sich schon recht trocken ist. Ich z.b. habe 3,5 Jahre Avci Wing Tsun gemacht (mein Meister trainiert das SEK Dortmund, Justiz, etc.) und war sehr zufrieden.

Da aber Wing Tsun sehr trocken ist und man wirklich lange braucht, um viele "Reaktionen" zu verinnerlichen, habe ich mich danach für MMA / Muay Thai entschieden. Meiner Meinung nach, sollte man viele Dinge ausprobiert haben.

lg

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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon police2009 » Do 2. Mai 2013, 09:05

Krav Maga...schnell zu lernen und außerdem ohne viele Regeln.... Wenn dann noch bissl Zeit bleibt Thaiboxen und fertig

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Re: Welche Kampfsportart?

Beitragvon MICHI » Do 2. Mai 2013, 09:14

Habt ihr den Thread hier durchgelesen?
Dinge, die bereits hier genannt und beschrieben wurden, braucht man dann nicht zu wiederholen.

Schon gar nicht, wenn man in einem "alten" Thema schreibt.

Da sollte dann schon mal etwas innovatives kommen.
Gruß
MICHI


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