Funktionalität von Trainingssystemen

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DonFalcone
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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon DonFalcone » Di 20. Okt 2015, 13:58

Relativ interessant finde ich die Videos von SWS ( System without System ).
Es sind zum Teil sehr gute Denkansätze und Techniken zu finden.

Beispiel hierfür:
http://m.youtube.com/watch?v=Xagw3OvwA0A

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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon Trooper » Di 20. Okt 2015, 14:41

Hm, ich bin da etwas zwiegespalten. Theoretisch ist es aus Eigensicherungsgründen wünschenswert, den Takedown gleich in der Bauchlage zu beenden. Praktisch ist das meiner Erfahrung nach in vielen Situationen aber unrealistisch. insbesondere dann, wenn ich von einem überraschenden Initiativzugriff hinein in eine richtige symmetrische Kampfsituation gerutscht bin, weil Ede den Braten gerochen hat und wir jetzt beide miteinander rangeln. Was dann noch mit der höchsten Wahrscheinlichkeit am besten funktioniert, kann man in den sparringslastigen Kontaktsportarten sehen, und das sind ganz überwiegend keine Sachen, die mit vorwärts zu Boden ziehen funktionieren. Daß die Takedowns dann meistens in der Rücken- oder Seitenlage enden, liegt in der Natur der Sache und ist der Tatsache geschuldet, daß man sich instinktiv zum Gegner hin orientiert. Ich würde jedenfalls eher auf die sparringstaugliche High-Percentage-Lösung hin trainieren und dafür den Nachteil mit der Rückenlage in Kauf nehmen.
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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon Trooper » Di 20. Okt 2015, 15:02

@ DonFalcone: den Kram mit Distanzüberbrücken und eine dominante Position im Clinch zu gewinnen, finde ich grundsätzlich gut (auch wenn dieses "Ich dreh den mal schnell mit dem Rücken zu mir" meistens nur mit freundlichen Demopartnern funktioniert). Die ganze Armhebelei im Stand ist meiner Ansicht nach aber überflüssiger alter Wein in neuen Schläuchen, von denen sich die Polizei glücklicherweise immer mehr verabschiedet.
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Re: AW: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon vladdi » Di 20. Okt 2015, 16:59

Zu Boden geht es bei mir mit einer klassischen Technik (Beinsteller, Rückriss, Abbiegen, Arm-zu-Boden-Technik).
Wenn die Situation das nicht zu lässt, dann bediene ich mich gerne der FEM, um die Situation zu vereinfachen (für mich).

Dem vorangestellt natürlich, dass es keine Möglichkeit gibt die Situation verbal / kommunikativ zu entschärfen.

Und wenn alles nichts hilft, dann halte ich Faustschlagtechniken und Tritte für angebracht, um nach deren Wirkung ein FEM einzusetzen oder, wie oben gesagt, mit einer klassischen Technik zu Boden zu bringen.

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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon DerLima » Di 20. Okt 2015, 18:09

Wie bereits erwähnt bevorzuge ich den Griff zum Kopf hin. Bisher kam ich nicht einmal in die Lage Schläge oder Tritte einsetzen zu müssen.
Lediglich am Boden durch eine ruckartige Gewichsverlagerung mittels Knie beim Gegenüber "Luftablassen", Ihr wisst was ich meine....
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Und es heisst doch "Fred" - ganz unten

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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon Dr.Sichel » Do 22. Okt 2015, 00:40

Seit ca. drei Jahren wird in Bayern ein neues polizeiliches Selbstverteidigungsystem gelehrt, dies wird nach und nach auch in den Einzeldienst importiert. Dies betrifft wohl auch die Kollegen im gezeigten Video.

Für einige mag das überraschend sein, aber in diesem "System" ist die Sicherung des Gegenübers in der Seitenlage sogar vorgesehen.

Näheres bei entsprechenden Nachfragen gerne per PN!


Mit freundlichen Grüßen

Dr.Sichel

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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon henrymuc » Sa 14. Nov 2015, 23:09

Ich weis das Krav Maga ziemlich populär ist. Dabei gibt es zig verschiedene Versionen die gelehrt werden.
Meine Trainingserfahrungen waren eher mau. In war in zwei verschiedenen Schulen. Die trainierten Szenarien waren teils unrealistisch, und die Schüler in einer falschen Sicherheit gewogen worden. Das gilt insbesonders für die Messer- und Pistolen Abwehrtechniken. Dazu kam das die Trainer grösstenteils keine praktischen Erfahrung auf der Straße vorweisen konnten. Dafür konnten die ganz gut Sprüche klopfen.
Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorauszusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon Lone Soldier » So 15. Nov 2015, 10:32

Ich habe in der Praxis gemerkt, dass das was man umgangsprachlich als den guten alten Schwitzkasten bezeichnet, sehr gut geeignet ist um jemanden zu Boden zu bringen. Weil ich mein ganzes Körpergewicht auf ihn legen kann. Am Boden habe ich ihn dann auch gleich einigermaßen fixiert. Dort ist mein Kraftaufwand ihn zu halten kleiner, als der, den er zum Befreien braucht. Könnte für den Fall, dass es doch weiter geht, nicht ganz unwichtig werden. Irgendwann geht einem als Erstem die Puste aus.

Abgesehen davon nimmt man dem Gegenüber einen Großteil seines Angriffspotentials, wenn die Orientierung über die Augen nicht mehr möglich ist.

Nachteil bei dieser Geschichte: Ich muss aufpassen, dass er mich nicht zu beißen bekommt und notfalls auf einen Plan B umsteigen. Aber die eine Supertechnik ohne Nachteile, die in allen Situationen funktioniert, gibt es ja leider nicht.

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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon Kaeptn_Chaos » So 15. Nov 2015, 10:35

Klar: Die Türen des Funkwagens von innen verriegeln...
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Re: Funktionalität von Trainingssystemen

Beitragvon rot-wild » Di 15. Dez 2015, 22:24

henrymuc hat geschrieben:Die trainierten Szenarien waren teils unrealistisch, und die Schüler in einer falschen Sicherheit gewogen worden. Das gilt insbesonders für die Messer- und Pistolen Abwehrtechniken. Dazu kam das die Trainer grösstenteils keine praktischen Erfahrung auf der Straße vorweisen konnten. Dafür konnten die ganz gut Sprüche klopfen.
Viele der sogenannten Instructoren können "praxisbezogen" nur über ihr regelmäßiges Training definieren. Das wird dann mit Sprüchen kaschiert. Fast alle SV Arten haben diese Extras im Programm, weil mittlerweile halt auch gut damit Geld zu verdienen ist.

Als "ultimo ratio" sollte man diese Themen allerdings schon behandeln um nichts unversucht zu lassen, falls die Situation es doch mal erfordern sollte. ( Denn außer "Fight or flight" gibts noch freeze bzw. fright)
Dann aber bitte "reality-based" mit Softair, Shock-Knife oder Markierungsmesser und nicht als "Kunstform" oder in "slow motion"! :polizei2:


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