Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon matzeman » Di 12. Dez 2017, 17:19

Ich würde sagen nahezu 90 Prozent sind privat beschafft. Ist mir aber egal. Wird von der Steuer abgesetzt und gut ist.
Und ich muss gestehen das mich meine AL noch nie kontrolliert haben was ich trage oder nicht. Selbst wenn es heissen würde das ich das nicht tragen darf. So what? Dann trage ich es eben nicht mehr. Dann mache ich aber auch keine arbeiten mehr bei denen ich eine PSA benötige.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon JVB NRW » Do 14. Dez 2017, 11:23

Das ist ein sehr gesunder Weg den ich auch mal öfter in Erwägung ziehen werde. Aber nochmals, es ging darum, ob der Job gefährlich sein kann und ich bin der Meinung, dass viele Vorgesetzte ihn durch Unwissen und Leichtfertigkeit gefährlich machen können. Etwas anderes habe ich in etwas weniger als 10 Jahren noch nicht kennengelernt. Wenn es woanders besser ist, ist das sehr gut, kann sich allerdings auch in kürzester Zeit ändern. Und das sollte man vorher wissen, da andere Behörden beim Thema Sicherheit ganz anders denken.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon Controller » Do 14. Dez 2017, 16:03

Aber nochmals, es ging darum, ob der Job gefährlich sein kann

und ich bin der Meinung,
dass viele Vorgesetzte ihn durch Unwissen und Leichtfertigkeit gefährlich machen können.



Etwas anderes habe ich in etwas weniger als 10 Jahren noch nicht kennengelernt.
das ist ne markige, nicht "ungefährliche" Aussage ! :polizei4:
Wäre es das höchste Ziel eines Kapitäns, sein Schiff in Stand zu halten,
so ließe er es auf immer im Hafen. (Thomas von Aquin)

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon zulu » Do 4. Jan 2018, 16:19

Zwei Justizvollzugsbeamte sollen nach ersten Angaben Verbrühungen erlitten haben. Das Motiv ist bislang unklar.
Schwerer Vorfall in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Iserlohn am Donnerstag: Nach Angaben von JVA-Leiter Joachim Güttler hatte am Morgen ein Insasse zwei Beamte mit heißem Wasser übergossen, als diese ihn zum Transport zu seiner Verhandlung zum Landgericht Dortmund geleiten wollten.

https://www.ikz-online.de/staedte/iserl ... 11525.html
Üble Sache. Den Job würde ich nicht machen wollen, hoffentlich gibt es keine schweren Folgeschäden.

"Laut Güttler sei der Angriff völlig unerwartet gekommen. Zwischen den JVA-Beamten und dem Gefangenen habe ein relatives Vertrauensverhältnis bestanden."

Ich denke, dass diese Art Beziehungsaufbau in den JVAn gewünscht oder gewollt ist, oder? Wäre nichts für mich. Manchmal kommt dann sowas dabei raus.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon matzeman » Do 4. Jan 2018, 16:41

zulu hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 16:19
Ich denke, dass diese Art Beziehungsaufbau in den JVAn gewünscht oder gewollt ist, oder? Wäre nichts für mich. Manchmal kommt dann sowas dabei raus.
Kann ich mir nicht vorstelllen.
Verhindern kann man sowas nicht.

Den verletzten Kollegen eine schnelle, vollständige Genesung!

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon JVB NRW » Do 4. Jan 2018, 18:05

Doch das ist gewollt. Soziale Sicherheit ist eine der 3 Säulen des Justizvollzugs. Und ich habe immer das Gefühl auch die wichtigste. Auch in den Augen der Vorgesetzten. Trotzdem passiert eben auch Unvorhersehbares.
Ich hoffe den Kollegen geht es bald besser und sie können sich vollständig erholen.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon matzeman » So 7. Jan 2018, 09:54

Das mit der "sozialen Sicherheit" als einer der "drei Säulen" mag stimmen (ich sehe das etwas anders). Nichtdestotrotz ist/war der Gefangene als "Gefährder" eingestuft der verdächtigt wird eine "schwere staatsgefährdene Straftat" geplant zu haben. Solche Leute werden mit SM belegt. Und das nicht zu knapp. Kann mir nicht vorstellen wie sich da eine, wie auch immer geartete, Beziehung aufgebaut haben soll.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon Syzygy » So 7. Jan 2018, 10:25

Eine "wie auch immer geartete Beziehung" gibts immer zwischen Personal und Inhaftiertem, einfach durch die regelmässige Interaktion und die dadurch bedingte gegenseitige Wahrnehmung. Und natürlich lässt sich die Sicherheit im Schnitt erhöhen (zumindest was Übergriffe gegen Mitarbeiter angeht), wenn der Kontakt zum Personal für den Inhaftierten regelmässig als respektvoll, verlässlich und fair erlebt wird.

Ich teile aber die Auffassung, dass der Umfang und das Level von Mehr-Sicherheit was damit erreichbar ist, von Psychologen, Pädagogen etc. regelmässig überschätzt wird und diese sich schwer damit tun, zu akzeptieren, dass es Menschen gibt bei denen dieses Konzept wirkungslos ist. Daher ist gut zu überlegen, ab wann Beziehungsaufbau als Schwäche verstanden wird und zu Sicherheitsverlust führt, weil man notwendige oder sinnvolle Maßnahmen der Eigensicherung vernachlässigt oder bewährte Strukturen aufgeweicht werden. Ob eine Sicherheitsmaßnahme notwenig war oder nicht, merkt man immer erst dann, wenn was passiert. Und dann ist es eben fast immer nicht der Psychologe oder Pädagoge der die Folgen zu tragen hat.

Ich gestehe also der Beziehungsarbeit bzw. der "sozialen Sicherheit" als Säule durchaus ihre Berechtigung zu, aber als "tragend" sehe ich sie nicht an. Eher unterstützend wenn die anderen Säulen solide sind.

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Re: Gewalt und Belastungen im Justizvollzug

Beitragvon matzeman » So 7. Jan 2018, 10:57


Syzygy hat geschrieben:Ob eine Sicherheitsmaßnahme notwenig war oder nicht, merkt man immer erst dann, wenn was passiert. Und dann ist es eben fast immer nicht der Psychologe oder Pädagoge der die Folgen zu tragen hat.
Eine "Notwendigkeit" muss nicht vorliegen. Bei manchen Straftaten,und die liegt meines Wissens hier vor, gibt die LSV die besonderen Sicherungsmaßnahmen vor. Das entscheidet dann nicht die Anstalt.
Letztlich ist das aber auch egal. Wichtig ist nur das es den Kollegen schnellstmöglich wieder besser geht.



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A. Because they dont made a .46!


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